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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Koller kann bei seiner Auktionsrunde in Zürich wieder mit schönen Stücken der Malerei Alter und Neuerer Meister sowie einer Wiederentdeckung aufwarten

Vermehrte Liebe



Pauwels Franck, genannt Paolo Fiammingo, Götterversammlung: Die Liebe der Götter, um 1585

Pauwels Franck, genannt Paolo Fiammingo, Götterversammlung: Die Liebe der Götter, um 1585

Manchmal muss man ein Gemälde einfach nur ein wenig saubermachen, damit es seine wahre Schönheit preisgibt. So geschehen mit einer großformatigen Leinwand, die eine der Hauptattraktionen in der Versteigerung Alter und Neuerer Meister bei Koller in Zürich bildet. Zunächst präsentierte sich das Bild nur als eine ziemlich dumpfe Farbsoße, aus der sich die in einer Landschaft versammelten Götter nur durch ihr helles Inkarnat hervorhoben. Dann reinigte man die Leinwand, und nun fingen die Farben wieder an zu leuchten, das violette Hemd des Vulcan, der gelbe Lendenschurz des Zeus, das Rot seiner Blitze und nicht zuletzt das Grün der Natur. Und was da nicht plötzlich Alles zum Vorschein kam: Hatte man zunächst nur ein Liebespaar links im Vordergrund sitzen gesehen, so erblickt man nun auch im Hintergrund eine Reihe von Paaren, die sich eifrig ihrem Liebesspiel hingeben. Die alten Herren im Vordergrund, vor allem Poseidon, der dem Betrachter seinen muskulösen Rücken zukehrt, bekamen allerdings auch ihre grauen Haare wieder. Früher wurde das Gemälde gern mit Tizian in Verbindung gebracht, heute wird dagegen der italoflämische Maler Pauwels Franck, genannt Paolo Fiammingo, als sein Schöpfer angesehen. Für 200.000 bis 300.000 Franken bietet Koller den wieder entdeckten Götterhimmel jetzt aus einer Schweizer Privatsammlung an.


Alte Meister

Francks Bild entstand schon um 1585 in Venedig und ist unverkennbar auch von der dortigen Malerei des Manierismus inspiriert. Andere Niederländer und Flamen blieben in ihrer Heimat, und Koller kann am 20. September wieder eine hervorragende Auswahl ihrer Werke vorstellen. Nicht zuletzt das Stillleben hat einen hohen Stellenwert. So wartet Osias Beerts d.Ä. zartes Stillleben mit Früchten, Nüssen, Brot, zwei Weingläsern und einem Messer aus dem frühen 17ten Jahrhundert für 300.000 bis 400.000 Franken auf Kundschaft. Im Januar 2009 war die 75 Zentimeter breite Holztafel bei Sotheby’s in New York schon einmal für 300.000 bis 400.000 Dollar im Angebot. Auch das Hauptwerk der Versteigerung kommt aus diesem Genre: Jan Davidsz de Heems in den frühen 1640er Jahren datiertes Arrangement aus Silbertazza, Hummer, Obst und Austern, wirkungsvoll und farbenreich auf einem grünen Tischtuch drapiert, wird bei 600.000 bis 900.000 Franken gehandelt. Unter den Landschaften ist Jacob van Ruisdaels Hügelpartie mit einer fast schlaglichtartig vor Gewitterhimmel beleuchteten knorrigen Eiche für 200.000 bis 300.000 Franken zu nennen. Sein Onkel Salomon van Ruysdael hat um 1633 eine brauntonige Flussszene samt Segelbooten und Fischern mit viel sfumato auf die Leinwand gebannt (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR).

Reich ist auch die Auswahl an Werken der Familie Breughel und ihres Umkreis. So hängt für 180.000 bis 250.000 Franken das Bildpaar „Adam benennt die Tiere“ und „Vertreibung aus dem Paradies“ von Jan Breughel d.J. aus dem Jahr 1651 bereit. Die Figuren dürften aber von einem anderen Meister stammen, wie das bei den Breughels oft der Fall war. Eine solche Gemeinschaftsarbeit zwischen Jan Breughel d.J. und Jan van Balen wohl aus den 1630er Jahren widmet sich dem beliebten Thema „Schlafende Nymphen von Satyrn belauscht“. Breughel schuf die Landschaft, während Balen die Figuren hinzufügte. Ihre beiden Väter Jan Brueghel d.Ä. und Hendrik van Balen d.Ä. arbeiteten rund eine Generation zuvor gemeinsam an der opulenten Tafel „Odysseus und Nausicaa“. Beide Bilder sollen 120.000 bis 180.000 Franken kosten.

Für 40.000 bis 60.000 Franken gibt es eine schöne Holztafel Frans Franckens II. mit der Verbildlichung des Midas-Urteils nach Ovids Metamorphosen. Dem König, der Apolls musikalische Qualitäten nicht anerkennen mochte, wachsen soeben die Eselsohren empor. Die Mitglieder der ebenfalls in Antwerpen ansässigen Familie Francken sind mindestens genauso zahlreich wie bei den Breughels. Frans’ drei Jahre älterer Bruder Hieronymus Francken II. ist mit dem Studiolo eines Sammlers zugegen. In seiner Kunstkammer treffen die „Artificialia“, die Gemälde, Skulpturen und Münzen, mit den „Naturalia“, den Blumen, Muscheln und Tieren, hier in Gestalt eines Affen, aufeinander (Taxe 50.000 bis 80.000 SFR). Frans’ Sohn Hieronymus Francken III. steuert gar drei Gemälde zur Auktion bei. Die Gefangennahme Jesu mit dem Judas-Kuss sowie das gleich große Verhör vor Hannas mit der Verleugnung Petri spielen beide vor schwarz dräuendem Himmel und sind mit jeweils 20.000 bis 30.000 Franken ausgezeichnet. Seine Anbetung der Hirten hat er in eine nordeuropäische Gegend zur Winterszeit mit Schnee verlegt (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR). Noch dramatischer hat Abraham Bloemaert seine „Verkündigung an die Hirten“ gestaltet. Sie spielt ebenfalls vor nachtschwarzem Himmel, wird aber durch die Engel in der Wolkenglorie teils hell belichtet. Zudem setzt der Utrechter Maler in Untersicht effektvoll Verkürzungen ein (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR).

Als bedeutendster Meister aus deutschen Landen tritt Lucas Cranach d.Ä. mit einer nur zwanzig Zentimeter breiten Anbetung Christi durch Maria und Josef mit einigen Hirten im Hintergrund und einer Schar von Engelchen wohl aus seiner späteren Wittenberger Phase für 400.000 bis 600.000 Franken hervor. Zeitweilig wurde auch eine Madonna unter einer Weinlaube mit Ausblick auf eine Stadtlandschaft mit dem Frühwerk Cranachs in Verbindung gebracht. Die Experten bei Koller gehen aber eher davon aus, dass es sich bei dem Schöpfer der qualitätvollen, im Detail sehr feinen Darstellung um einen Maler der Zeit um 1530 handelt, der wie Cranach der Donauschule zugeordnet wird (Taxe 300.000 bis 400.000 SFR). Für nur 7.000 bis 9.000 Franken gibt es das Bildnis eines alten Mannes, der begehrlich grinsend nach rechts schaut. Dieses Fragment einer größeren Leinwand, die wohl das beliebte Motiv der ungleichen Liebe zwischen einem Alten und einer jungen Frau zum Thema hatte, wird aufgrund seiner Figurenzeichnung der technischen Brillanz ebenfalls mit dem älteren Cranach in Verbindung gebracht.

Von Flandern nach Frankfurt ist Lucas van Valckenborch eingewandert. Zwei Jahre vor seinem Tod hat er 1595 eine Ruhe auf der Flucht nach Ägypten hinterlassen, die vor allem durch ihre Winzigkeit besticht. Denn die Gouache misst nur 6 auf 8,5 Zentimeter; und doch hat Valckenborch hier mit feinstem Pinsel die Personen, die Natur und die weite Landschaft im Detail geschildert (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR). In Prag war Johann Jacob Hartmann ansässig, der als wichtigster böhmischer Landschafter der 18ten Jahrhunderts gilt. In seinen figurenreichen, oft biblisch beeinflussten Szenen hat er sich an den alten Niederländern orientiert, so auch in seiner Waldgegend, die sich im Hintergrund zu einer Flusslandschaft öffnet und mit zahlreichen Landleuten staffiert ist (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR).

Aus der frühen niederländischen Malerei beeindruckt eine kleine Kupferplatte mit der Verbildlichung der feuerlodernden Hölle. Die Erfindungsgabe insbesondere in Sachen greulicher Fabelwesen erinnert stark an Hieronymus Bosch, in dessen Umfeld die Tafel dementsprechend lokalisiert wird (Taxe 60.000 bis 80.000 SFR). Dem um 1460 geborenen, aber hauptsächlich in Antwerpen tätigen „Meister von Frankfurt“ wird eine schöne Maria lactans zugewiesen, mit der noch ganz in der Tradition seiner großen Vorläufer Robert Campin, Rogier van der Weyden oder Hugo van der Goes steht (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR). Auf die Errungenschaften der Perspektive macht Lucas Gassel in seinem Gemälde „Hieronymus in einer Landschaft“ aufmerksam. Der Kirchenvater kniet als Eremit vor der Ruine einer Renaissance-Kirche im Vordergrund, dahinter öffnet sich ein weiter Ausblick auf eine Weltlandschaft, die durch Farbzonen in unterschiedliche Bereiche gegliedert ist (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Italien wartet mit Luca Giordanos gut anderthalb Meter im Quadrat messender Leinwand „Christus bei den Hohepriestern“ auf. Hannas wie auch Jesus scheinen sich nicht auf das Verhör zu freuen (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Zur Malerei des 19ten Jahrhunderts leiten einige aus deutschem Privatbesitz eingelieferte Arbeiten Jakob Philipp Hackerts über, insbesondere seine dramatische Szene „Ein Schiffbruch“, zu dem die beschaulichere „Küstenlandschaft bei Vietri“ von 1776 als Gegenstück fungiert (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR). 1803 entstand sein wachsamer „Hase im Gebüsch“, ein meisterliches Beispiel seiner seltenen Tierdarstellungen aus dem späten Schaffen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Sein Blick auf das Tibertal mit dem sich schlängelnden Fluss sowie einigen Kühen und Landleuten im Vordergrund zeugt von Hackerts Fähigkeit, arkadische Stimmungen mit südländisch inspirierten Landschaften zu erzeugen (Taxe 30.000 bis 50.000 SFR).

Neuere Meister

Carl Spitzweg steuert einige der anmutigsten Kostbarkeiten bei den Neueren Meistern bei. Sie stammen ebenfalls aus einer deutschen Privatsammlung und zeigen das nächtliche Ständchen eines nicht mehr ganz jungen Gitarristen unter dem Fenster seiner Angebeteten (Taxe 70.000 bis 90.000 SFR), einige Bürgersoldaten bei der Scharwache des Nachts in einer mittelalterlichen Stadt (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR) und vor allem einen herzhaft gähnenden Soldaten auf einer nicht wirklich mehr benötigten Bastei. Letzteres Bild war vor einigen Jahren einmal bei Art & Auktionen in München im Angebot, damals für 400.000 Euro, jetzt kommt es für etwas günstigere 250.000 bis 350.000 Franken unter den Hammer. Weitere teuere Arbeiten des 19ten Jahrhunderts kommen von dem Russen Ivan Fedorovic Choultsé, der eine herbstliche Parklandschaft in Paris unprätentiös in Gelb, Braun und Grün in Szene setzt (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR), oder Andreas Schelfhout, dessen Winterlandschaft mit zugefrorenem Fluss aus den späten 1850er Jahren die Meisterschaft der Altniederländer wieder aufleben lässt (Taxe 120.000 bis 180.000 SFR).

Mit Ivan Konstantinovich Ajvazovskij war Koller schon häufiger erfolgreich. Zwar ist seine Meereslandschaft mit Segelschiff von 1899 nicht wirklich spektakulär, doch scheinen die 40.000 bis 60.000 Franken dafür recht günstig zu sein. Stimmungsvoll konnten auch die Maler der Schule von Barbizon ihre äußerlich einfachen Landschaften auf die Leinwand bannen. Jules Dupré tut dies mit einem jungen Fischer vor einem großen Baum an einem Bach (Taxe 16.000 bis 24.000 SFR) oder bei seiner „Cour de ferme au coucher du soleil“ (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR), Paul Désiré Trouillebert ebenfalls mit einem Bauerngehöft auf dem Land (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR), Karl Daubigny, ein Sohn des berühmteren Charles-François Daubigny, lässt seinen Blick über eine Weidelandschaft mit Kühen und Federvieh in sanftem Sonnenlicht schweifen (Taxe 25.000 bis 35.000 SFR), und Léon Richet verzichtet in seiner Moorlandschaft auf jegliches lebendiges Beiwerk (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR).

Die Gattung Stillleben kommt mit zwei biedermeierlichen Blumenarrangements aus dem Jahr 1830 zu ihrem Recht. Johann Georg Danner hat seine Früchte und Blüten zu einer atmosphärischen Gesamtkomposition verbunden (Taxe 18.000 bis 24.000 SFR), während Andreas Theodor Mattenheimer d.J. detailfreudig mehr auf Präzision und die einzelne Blume Wert legt (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Als Genremaler treten der Belgier Basile de Loose mit der liebevollen Schilderung einer Mutter mit ihren drei Kindern in der Küche von 1842 für 10.000 bis 15.000 Franken sowie Marc Louis Benjamin Vautier d.Ä. mit der „Ersten Schulstunde“ von 1870 an. Hier wird der schüchterne Bub, der sich noch an den Rockzipfeln seiner Mutter festhält, von seinen neuen Klassenkameraden gerade etwas argwöhnisch beäugt (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Zeichnungen, Grafik und Bücher

Bei den Zeichnungen werden die Schätzpreise gewöhnlich niedriger, doch für einen zugeschriebenen Anthonis van Dyck mit rascher Skizzierung von Christus in der Glorie und tanzenden Putten wird man doch 20.000 bis 30.000 Franken mitbringen müssen. 10.000 bis 15.000 Franken sollen es für zwei Rötelzeichnungen des französischen Rokokomalers Edmé Bouchardon sein, der den Herbst und den Winter allegorisch in reliefartigen Szenen mit drallen Kinderfiguren verpackte. Aus dieser Epoche steht ihm François-Auguste Moitte zu Seite, der 1785 eine junge Magd mit einem Weidekorb in der Art Jean-Baptiste Greuzes mit schwarzer Kreide zeichnete (Taxe 1.000 bis 1.500 SFR). Pierre Lelus großformatiges Blatt mit der biblischen Erzählung der Begegnung von Abraham und Melchisedech steht mit seinem dramatischen Gestus dann schon im Zeichen des Klassizismus (Taxe 1.200 bis 1.800 SFR).

Hier werden auch zwei weitere Blätter Jakob Philipp Hackerts aufgerufen, eine Flusslandschaft mit Kirche und eine weitere mit Burg von 1767, beide von Motiven in Frankreich inspiriert (Taxen zwischen 12.000 und 20.000 SFR). Sein drei Jahre jüngerer Bruder Carl Ludwig Hackert beteiligt sich an der Auktion mit einer feinen Ansicht eines Dorfes in Savoyen (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR). Überhaupt ist die Landschaft im frühen und mittleren 19ten Jahrhundert stark vertreten, etwa mit Franz Ludwig Catels aquarellierter Zeichnung des Wildkirchleins in Appenzell samt einem Prozessionszug (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR), den Gegenstücken Schweizer Landlebens mit zentral platzierten Viehgruppen des Fribourger Malers Joseph de Landerset (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR), Alexandre Calames Flussbiegung mit mächtigem Gehölz (Taxe 1.500 bis 2.000 SFR) oder mit den zwei fast bizarren Naturerfindungen samt knorrigen alten Bäumen von Anton Winterlin für bis zu 1.200 Franken.

Erst in der zweiten Jahrhunderthälfte treten wieder vermehrt Figurenbilder auf der Auktion in Erscheinung, so Edward Burne-Jones’ symbolistische Kopfstudie einer geheimnisvoll nach rechts blickenden jungen Frau (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR), Anselm Feuerbachs Kreidestudie eines nackten Kindes in den Armen seiner Mutter (Taxe 1.200 bis 1.500 SFR) oder Franz von Lenbachs Profilbildnis seiner Gattin, Magdalena Gräfin Moltke (Taxe 700 bis 900 SFR). Aurelio Roberti lässt 1882 neugierig drei Damen von einem kleinen Balkon auf die Straße blicken (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR), während Ilja Repin 1899 anmutig das Portrait eines Bauernmädchens mit Bleistift und Aquarellfarben entwickelt hat (Taxe 9.000 bis 12.000 SFR). Gustavo Simonis orientalisches Aquarell „Der Prediger“ von 1890 (Taxe 12.000 bis 18.000 SFR) und Robert Hermann Sterls impressionistisches Nachtbild „Feuerwerk über dem Kreml“ in Aquarell und Pastell von 1914 sind ebenfalls Höhepunkte der Zeichenkunst jüngerer Zeit. Letzteres kann zusätzlich mit einer prominenten Provenienz aufwarten. Befand es sich doch einmal im Besitz des Komponisten Sergej Rachmaninow (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR).

Die Abteilung der Druckgrafik ist klein und listet als Highlight Rembrandts bekannte Radierung „Der Greis mit gespaltener Pelzmütze“ von 1640 für 6.000 bis 8.000 Franken, ergänzt um seinen „Niederblickenden Greis mit hoher Fellmütze“ von 1635 für 2.000 bis 3.000 Franken. In dieser Preisklasse rangiert nur noch Jacques Callots großformatige und mehrteilige Arbeit „Siége de la Citadelle de St.-Martin dans L’Ile de Rè“ um 1628, die auf Leinwand aufgezogen und zur Faltung in 28 Segmente aufgeteilt ist (Taxe 6.000 bis 8.000 SFR). Aus der deutschen Renaissancekunst machen zwei Blätter Nürnberger Meister auf sich aufmerksam: Albrecht Glockendons d.Ä. spätgotischer Kupferstich einer Klugen Jungfrau, schreitend im Profil nach rechts (Taxe 400 bis 600 SFR), und Ludwig Krugs zwei nackte Frauen in Rückenansicht, die mit Totenkopf und Sanduhr als Allegorie für das Altern auftreten (Taxe 900 bis 1.200 SFR).

Sein Renaissance-Kollege Albrecht Dürer kommt dann in der Buchauktion am 21. September zum Zug. Höhepunkt ist hier ein Sammelband, der in einzigartiger Weise den Künstler als Wissenschaftler präsentiert und seine gesamte deutschsprachige Buchproduktion umfasst. Die drei Werke zur Messung (1525), zum Festungsbau (1527) und zur menschlichen Proportion (1528) eröffnen ein weites Panorama der Bemühungen Dürers, seiner Kunstpraxis ein theoretisches Fundament zu verschaffen, und markieren zugleich den Beginn der deutschen Wissenschaftssprache. Teils als Erstdruck vorliegend, sollen für das Exemplar, das einst dem britischen Designer und Architekten Charles Robert Ashbee gehörte, 120.000 bis 200.000 Franken zusammenkommen. Als Rarität lässt sich auch die Inkunabel-Sammlung „Basilea“ ansprechen: ein 20 Bände umfassendes Werk mit 15 bedeutenden Basler Frühdrucken. Die Mischung aus wissenschaftlichen Spitzenleistungen und sorgfältiger Handwerkskunst macht die Besonderheit der Sammlung aus (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR).

Die Auktion beginnt am 20. September um 11 Uhr mit den Alten und Neuen Meistern, die Buchauktion am 21. September um 10 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.kollerauktionen.ch abrufbar.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



16.09.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander/Ulrich Raphael Firsching

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