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Neuere Meister im Wiener Dorotheum

Luxus und Langeweile



Ferdinand Georg Waldmüller, Der Liebesbrief, 1849

Ferdinand Georg Waldmüller, Der Liebesbrief, 1849

Zu gern wüsste der neugierige Betrachter doch, was da in diesem Brief drinsteht, über die sich die beiden jungen Frauen gerade beugen. Wohl wird es eine Liebesbotschaft sein, gerichtet an die offenbar etwas ältere der beiden Damen, die mit verzücktem Blick und einem anmutigen Lächeln liest, während sich ihre Freundin, begierig nach dem Inhalt fragend, auf ihre Schulter stützt. Natürlich spielt sich das Ganze bei Nacht ab, nur von einer Kerze erleuchtet, die die Körper der Damen in warmes Licht taucht und das Blatt Papier halb transparent macht. Ferdinand Georg Waldmüller ist der Schöpfer dieses hochformatigen Gemäldes, und wieder ist dem österreichischen Biedermeiermaler eine Szene voller Atmosphäre und Poesie gelungen, ohne dabei allerdings im Geringsten dem Kitsch zu verfallen. Die 1849 datierte Leinwand bildet den Höhepunkt der Versteigerung von Gemälden des 19ten Jahrhunderts im Wiener Auktionshaus Dorotheum, ausgezeichnet mit einer Schätzung von 200.000 bis 250.000 Euro.


Mit rund 240 Losnummern ist der Katalog zur spätnachmittäglich beginnenden Veranstaltung am 16. Oktober wieder prall gefüllt, und insbesondere Freunde der gefälligen, technisch oft brillanten Schöpfungen aus Landschaft, Genre und Portrait werden wieder auf ihre Kosten kommen. An Arbeiten von Kollegen Waldmüllers werden unter anderem noch Friedrich von Amerlings intimes Bildnis des jüngeren Bruders Joseph aus dem Jahr 1830 für 15.000 bis 20.000 Euro und ein prachtvolles Waldblumenstillleben Franz Xaver Petters von 1859 für 50.000 bis 70.000 Euro aufgerufen. Auch Friedrich Gauermann darf nicht fehlen; sein Mädchen mit Ziegen und Kuhherde auf dem Heimweg in den Bergen rechnet sich sogar Chancen auf 80.000 bis 120.000 Euro aus. In günstige Preiskategorien gelangt man mit Ignaz Raffalts liebevoller Schilderung einer Bauernhofidylle in den Alpen von 1840 (Taxe 3.400 bis 4.000 EUR), Johann Matthias Ranftls Almabtrieb mit windzerzausten Bäumen (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) oder mit einer unprätentiösen Mühle an einem Gebirgsbach von Franz Steinfeld d.J. (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR).

An den luxuriösen Malstil Hans Makarts erinnern zwei „Junge Frauen mit einem Äffchen“ von Cecil van Haanen, einem Angehörigen einer weitverzweigten belgischen Malerfamilie (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR). Makart selbst steuert seine Mutter mit zwei Kindern von 1870 bei, ein eher skizzenhaftes Sinnbild der Fruchtbarkeit in dafür umso opulenterem Neorokokorahmen (Taxe 18.000 bis 25.000 EUR). Bereits in die 1920er Jahre datiert Paul Joanovits Bildnis der jugoslawischen Königin Marija Karadjordjevic, die 1900 in Gotha als Prinzessin Marie von Hohenzollern-Sigmaringen geboren wurde. Als Frau König Alexanders ist sie in eine typische Tracht des balkanischen Raumes gehüllt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR).

Viele Künstler nördlich der Alpen zog es nach Italien, wovon Franz Richard Unterbergers sonnige Küstenansicht bei Amalfi am Golf von Sorrent (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR) und Friedrich Nerlys Venedigvedute mit Dogenpalast, Piazzetta und den Kuppeln von San Marco für 80.000 bis 120.000 Euro zeugen. Auch der Wiener Rudolf von Alt unternahm mehrere Reisen in den Süden, zum Beispiel in den 1830er Jahren. Damals brachte er auch eine Ansicht der großen Basilika San Antonio zu Padua mit. Das 1836 datierte, kleine Ölgemälde sollte vor fünf Jahren im Dorotheum schon einmal 70.000 bis 80.000 Euro kosten und liegt jetzt bei 50.000 bis 70.000 Euro. Louis Gurlitt zog es dann wieder an die Amalfi-Küste in die Bucht von Ieranto, wo er die abendliche Zufriedenheit mit einigen Fischern darstellte, Friedrich Ernst Morgenstern konnte sich 1890 für eine stille Kanalszene in Venedig begeistern (Taxe je 10.000 bis 14.000 EUR), Albert Zimmermann fand sein Motiv aus dem Süden an einem der zahlreichen Seen Italiens (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und Vinzenz Pfyffer von Altishofen ließ seinen Blick auf Rom in üppiger Vegetation und mildem Abendlicht schweifen (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Die ältesten Stücke der Auktion entstammen noch dem Klassizismus. Insbesondere eine Landschaft Karl Ludwig Kaaz’ von 1808, die einer Partie auf Ischia nachempfunden sein soll, ist ein schönes Beispiel für die idealisierten, wohlabgewogenen Naturdarstellungen im Deutschland der Goethezeit (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR). Wildeste Romantik kennzeichnet dagegen Daniel Fohrs „Mazeppa“ von 1836: Die Geschichte um den polnischen Edelmann, der zur Strafe für die Affäre mit einer verheirateten Frau nackt auf ein Pferd gebunden und in die Welt hinaus geschickt wird, diente dem Badener Maler als Vorwand für ein großartiges Panorama mit Waldrand, Gebirgsbach, heulenden Wölfen und Gewitterstimmung (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Bei einer dagegen unspektakulären „Waldlandschaft mit Rinderherde“ arbeiteten zwei berühmte Münchner Künstler zusammen: Eduard Schleich d.Ä. schuf die Naturwiedergabe, während Friedrich Voltz die hindurchziehenden Tiere malte (Taxe 35.000 bis 45.000 EUR).

Wie gewohnt hoch im Dorotheum ist der Anteil an italienischer Ware. In beste Gesellschaft entführt etwa Vittorio Matteo Corcos mit einem etwas über einen Meter hohen Portrait, auf dem eine junge Dame in luxuriösem Boudoir rittlings auf ihrer Chaiselongue kniet und mit ihrem Hündchen spielt. Den Betrachter schaut sie dabei ziemlich kokett über ihren rechten Arm hinweg an. Um die Jahrhundertwende gehörte Corcos mit Bildern wie diesen zu den begehrtesten Bildnismalern, ob aber jetzt noch 100.000 bis 150.000 Euro dafür herausspringen, wird sich zeigen müssen. Auch für die Verbildlichung einiger galanter Rokokoszenen zeichnen Italiener verantwortlich. Eine davon, Arturo Riccis „Nachmittagstee“ mit Kavalier und Dame in einem prächtigen Schloss soll mit 70.000 bis 100.000 Euro sogar recht teuer werden. Impressionistisch wird es mit Giovanni Boldini, der sich ja auch immer wieder in der Heimat der damals revolutionären Kunstströmung aufhielt und um 1875 eine „Allée des Rois“ in Versailles rasch und sicher auf die Leinwand skizzierte (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Russland beeindruckt wieder mit urwüchsigen Naturschilderungen wie Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs impressionistischem Kleinformat „Auf stürmischer See“ mit minikleinem, rauchendem Dampfer von 1889 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) oder einer menschenleeren Winterlandschaft Ivan Augustovich Veltz’ aus dem Jahr 1919 für 40.000 bis 50.000 Euro. Symbolistisches haftet Vasili Aleksandrovich Kotarbinskys auffallend breitformatiger Leinwand „Der Stern in der Nacht“ mit einer blumengeschmückten Teichlandschaft an. Das stimmungsvolle Gemälde ist um 1900 wohl als Teil einer Wanddekoration entstanden (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). In westeuropäische Gefilde begab sich mehrmals für längere Zeit der aus Charkov stammende und 1928 in Leningrad gestorbene Viktor Ivanovich Zarubin. Während eines dieser Aufenthalte wohl in den 1910er Jahren hielt er ein „Motiv aus der Normandie“ mit arbeitenden Frauen in einer typischen französischen Kleinstadt fest (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 16. Oktober um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



13.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Franz Steinfeld d.J., Mühle an einem Gebirgsbach

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Taxe: 3.000 - 5.000 EURO

Losnummer: 1309

Friedrich von Amerling, Joseph Amerling als Knabe, 1830

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Losnummer: 1299

Viktor Ivanovich Zarubin, Motiv aus der Normandie

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Taxe: 90.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 1262

Arturo Ricci, Nachmittagstee

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Taxe: 70.000 - 100.000 EURO

Losnummer: 1180

Franz Xaver Petter, Waldblumen, 1859

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Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 1305

Daniel Fohr, Mazeppa, 1836

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Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Losnummer: 1292

Louis Gurlitt, Bucht von Ieranto mit Fischern, 1852

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Taxe: 10.000 - 14.000 EURO

Losnummer: 1276

Eduard Schleich d.Ä. und Friedrich Voltz, Waldlandschaft mit Rinderherde

Eduard Schleich d.Ä. und Friedrich Voltz, Waldlandschaft mit Rinderherde

Taxe: 35.000 - 45.000 EURO

Losnummer: 1229

Friedrich Gauermann, Mädchen am Heimweg mit Ziegen und Kuhherde

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Losnummer: 1308

Friedrich Nerly, Partie aus Venedig

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Taxe: 4.000 - 6.000 EURO

Losnummer: 1280

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Taxe: 35.000 - 45.000 EURO

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Losnummer: 1258




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