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Auch die zeitgenössische Kunst bei Christie’s in London ist mit jungen Künstlern gut bestückt

Rächer der Entrechteten



Wie sich die Angebote doch gleichen: Einen Tag nach Sotheby’s fährt am 18. Oktober auch Christie’s in London die besten Stücke seiner jüngsten Einlieferungen an Gegenwartskunst auf, und kaum ein Name, den man nicht schon bei der Konkurrenz gelesen hätte. Auffällig vor allem die Übereinstimmung bei den jugendlichen Künstlern: Der 1986 geborene Shootingstar Oscar Murillo ist mit einer „Leche“ beschrifteten und klassischer Weise mit Atelierschmutz verdreckten Mischtechnik von 2011 für mutmaßlich sehr günstige 20.000 bis 30.000 Pfund vertreten, die fünf Jahre ältere, aber immer noch unverschämt junge Tauba Auerbach mit einer Leinwand in Sandgrau von 2009 für 250.000 bis 350.000 Pfund, auf der die Faltungen gemalt hat. Glenn Brown stellt für 2 bis 3 Millionen Pfund eines der Hauptlose, und ebenso wie bei Sotheby’s handelt es sich um die monumentale Reproduktion einer Weltallfantasie von Chris Foss, der eine ganze Generation von Jugendlichen begeistert hat. Diesmal sind es „Floating Cities“ auf mächtigen Felsbrocken, wobei Brown mit dem Titel „Böcklin’s Tomb“ 1998 kunsthistorische Ambitionen spielen lässt.


Zu den ganz Jungen gehört auch die afrikanischstämmige, 1977 in London geborene Lynette Yiadom-Boakye, die heuer für den Turner Prize nominiert ist und inzwischen bei Saatchi unter Vertrag steht. Dieser scheint auch ihr seltsam berührendes Familienbild „Diplomacy II“ mit schwarzen Menschen von 2009 eingeliefert zu haben (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP). Bereits in die Millionenwerte eingedrungen ist Sterling Ruby, Jahrgang 1972, für dessen abstrakt irisierendes Werk „SP32“ aus Spritzlack in Fuchsia, Grasgrün und Schwarz allerdings noch bescheidene 300.000 bis 500.000 Pfund erwartet werden. Mit der trashigen DVD „A Family Finds Entertainment“ des 1981 geborenen Texaners Ryan Trecartin aus dem Jahr 2004 hält überdies die Videokunst allmählich Einzug auf den großen Abendauktionen. Dieser Testlauf soll sich bei 20.000 bis 30.000 Pfund bewähren.

Hohe Zuschläge werden für die international fest arrivierten Positionen erwartet, etwa Peter Doig, dessen schillernde Landschaft „Pinto“ von 2000 mit einem schwarz-weiß gescheckten Pferd 300.000 bis 400.000 Pfund kosten soll, während sein „Red Canoe“ mit einem hippieartigen Insassen ebenfalls von 2000 sogar einen kleinen Millionenwert anstrebt. Mark Tansey fasziniert den Betrachter mit der blaustichigen Darstellung eines Bergwerkes, das auf der rechten Seite des Querformats nahtlos in den prächtigen Salon eines vornehmen Kunsthändlers übergeht. Die Bilder, die er dort betrachtet, werden ihm von links auf einem Fließband aus dem Bergwerk angeliefert. 1995 entstand diese technisch brillante Fantasie mit dem Titel „The Raw and the Framed“ (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen GBP). Bei 1 bis 1,5 Millionen rangiert Christopher Wools „Untitled“ von 1998 mit einer Unmenge kleiner, plastisch wirkender schwarzer Punkte auf weißem Grund.

Zu den ältesten Künstlern gehört der britische Neoexpressionist Howard Hodgkin, der seine buntfarbige Landschaft „In the Public Garden, Naples“ 1981/82 bis auf den Rahmen ausdehnte (Taxe 500.000 bis 700.000 GBP). Andy Warhol repräsentiert die Pop Art, allerdings nur mit der kleinen Gelegenheitsarbeit „Flowers“ mir roten Blüten und grün-schwarzem Untergrund von 1965 für 600.000 bis 800.000 Pfund. Sein geistiger Nachfahre Jean-Michel Basquiat ist mit jeweils 1,2 bis 1,8 Millionen Pfund für eine portraitartige Geistergestalt von 1984 und das ein Jahr ältere Triptychon „Year of the Boar“ mit fratzenhafter Maske auf schwarzem Grund teurer. Die beiden Freunde arbeiteten übrigens mehrmals zusammen, so 1984 auf der fast drei Meter breiten Leinwand „Cops“, die zwei Jahre später die Ausstellung in der Kestnergesellschaft Hannover zierte (Taxe 1,3 bis 1,8 Millionen GBP). Als fulminanter Zeichner tritt Robert Longo auf, der 2005 eine riesengroße Meereswelle mit Grafit und Kohle aufs Papier gebannt hat. Eine eher intime Schilderung gelingt dann Lucian Freud mit dem gezeichneten Portrait seiner alten Mutter aus dem Jahr 1984 (Taxe je 120.000 bis 180.000 GBP).

Auf deutscher Seite stellt Gerhard Richter das Hauptlos, allerdings nicht mit einem Abstrakten Bild – davon gibt es nur ein mittelgroßes Format mit der Werknummer 626-2 und vielen Farbüberlagerungen von 1987 für 500.000 bis 700.000 Pfund –, sondern mit dem fotorealistisch verschwommenen Schwarzweißgemälde „Säugling auf einem Tisch“ von 1965, das für 900.000 bis 1,5 Millionen Pfund eine neue Heimat sucht. Bei 900.000 bis 1,2 Millionen Pfund hängt Martin Kippenbergers zweiteiliges Pamphlet „Nieder mit der Bourgeoisie“ bereit. Zusammen mit der verwandten Komposition „Nieder mit der Inflation“ entstand es 1983, nachdem sich der Künstler während einer Reinhard Mucha-Vernissage bei Max Hetzler in Köln auf einen Stuhl gestellt und unter Abgabe der Devise die Hose heruntergelassen hatte, wie es auf beiden Bildern zu sehen ist. Anselm Kiefer dräut mit Wagner-Klängen „Siegfried vergisst Brünhilde“, 1975 mit Fliegenpilzen auf schwarzem Grund verbildlicht (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP).

Ansonsten treten auch bei Christie’s die Deutschen als Fotografen hervor mit Andreas Gurskys jugendlicher Massenfangemeinde beim „Union Rave“-Konzert 1995 (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP), dem sein geordneter, aber optisch mehrfach gespiegelter Blick in den „Bundestag“ von 1998 gegenübersteht (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), oder Thomas Struths Ablichtung des berühmten strahlenden Naturphänomens „El Capitan, Yosemite National Park“ von 1999 für 100.000 bis 150.000 Pfund. Aus Kanada nimmt Jeff Wall mit seinem Leuchtkastendia „The Crooked Path“ in einem urbanen Unraum vor einer Industrieansieldung aus dem Jahr 1991 teil (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Eher selten auf Abendauktionen zu Gast ist die 1964 geborene Josephine Meckseper, deren Portrait einer jungen rebellischen Frau mit brennendem Streichholz im Mundwinkel 2003 in drei Exemplaren vom Band lief (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP).

Wie Sotheby’s hat Christie’s seine umfangreiche italienische Offerte in einem eigenen Katalog platziert. Mit über fünfzig Positionen liegt der Schwerpunkt auch hier auf der Avantgarde der 1950er und 1960er Jahre. Neben einem knappen Dutzend überwiegend durchschnittener und damit zu einem Raumkonzept erweiterter Bilder Lucio Fontanas in Rot, Weiß, jeweils sehr kräftigem Grün und Blau sowie in Schwarz-Gold für bis zu 2 Millionen Pfund ragt besonders Alberto Burri hervor. Aus einer europäischen Privatsammlung kommen sein nachlässig genähter „Sacco“ von 1953 für 1,8 bis 2,5 Millionen Pfund und zwei verbrannte Plastikcollagen für bis zu 1 Million Pfund zur Auktion. Kunden mit weniger prallen Geldbeuteln werden sich vielleicht für Marina Apollonios schwarzweiße „Dinamica cirolare 6ZNN“ von 1966 in Op Art-Manier oder Paolo Scheggis käselöcherartige Überlagerung „Intersuperficie nera“ von 1965 für jeweils 20.000 bis 30.000 Pfund entscheiden.

Bei den Gegenständlern ist Giorgio de Chiricos Ruinenlandschaft „Thèbes“ von 1928 zu nennen, die der surrealistische Meister in einem einfachen Zimmer mit Holzfußboden platzierte (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Zwei Stillleben mit Gefäßen von Giorgio Morandi aus den Jahren 1943 und 1944 kosten je nach Größe zwischen 350.000 und 800.000 Pfund. Eine über zwei Meter breite und gestickte Weltkarte Alighiero Boettis von 1991/94 mit tiefblauen Meeren wartet für 800.000 bis 1,2 Millionen Pfund auf Kundschaft. Über Lucio Fontana machte sich 1997 übrigens Maurizio Cattelan lustig, als er einer rosafarbenen Leinwand mit drei kräftigen Schnitten ein zackiges „Z“ einritzte – das Markenzeichen der berühmten Romanfigur „Zorro“, des Rächers der Bedrängten und Entrechteten (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP).

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



15.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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18.10.2013, Post-War and Contemporary Art Evening Auction

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