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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Die grafischen Arbeiten dominieren die Auktion bei Winterberg in Heidelberg

Kannenfrau



Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenschädel, 1503

Albrecht Dürer, Das Wappen mit dem Totenschädel, 1503

Albrecht Dürer steht einmal mehr in der ersten Reihe einer Auktion bei Winterberg, die sich überwiegend aus grafischer Ware speist. In Heidelberg bildet sein berühmter Kupferstich „Das Wappen mit dem Totenschädel“ aus dem Jahr 1503 mit einer jungen Frau, an die sich hinterwärts ein alter zottiger Mann schmiegt, bei 22.800 Euro einen der Hauptlose. Um Zwischenmenschliches geht es auch in einem rund acht Jahre früheren Kupferstich des Meisters, das den Liebesantrag eines alten, aber immerhin ordentlich bekleideten Mannes an eine deutlich jüngere Frau zeigt. Hier werden 17.800 Euro erwartet, und 12.500 Euro sollen es für sein Brustbild Ulrich Varnbülers aus dem Jahr 1522 sein. Der Verwalter der Kanzlei des Kaiserlichen Reichskammergerichts und Freund von Dürer und Erasmus von Rotterdam ist auf dem zart aquarellierten Holzschnitt als stattlicher Renaissance-Mann im Dreiviertelprofil wiedergegeben. Konkurrenz bekommt Dürer in der Altmeister-Abteilung durch Rembrandt. Seine frühe Radierung „Diana im Bade“ in gar nicht so göttlicher Gestalt aus der Zeit um 1631 liegt bei 14.800 Euro, und das berühmte Blatt „Die Judenbraut“ von 1635 – dargestellt ist sie alttestamentliche Esther vor ihrem Gang zu Ahasver – übertrifft Dürers „Wappen“ sogar noch mit 28.000 Euro.


Als bedeutendste Zeichnung ist am 19. Oktober eine feine, weit ausformulierte Darstellung des Martyriums des heiligen Blasius mit der Vision der Apotheose des heiligen Sebastian zu nennen. Dabei handelt es sich um eine Vorstudie zu einem um 1680 entstandenen Gemälde in der Kirche Santa Maria Assunta di Carignano in Genua wohl von Carlo Maratta (Taxe 9.800 EUR). Sichtlich von der dramatischen Inszenierungskunst des italienischen Hoch- und Spätbarock ist eine Serie von fünf Pinselzeichnungen auf braun grundiertem Grund beeinflusst, die sich regelrechten Horrorszenen wie „Saul bei der Hexe von Endor“ oder Schatzgräbern widmen, die von einem Ungeheuer überrascht werden. Der Schöpfer dieser Gruselblätter ist nicht bekannt, wird aber in den Augsburger Raum gesetzt (Taxen je 2.800 EUR). Zu Beginn seines Aufenthalts in Italien hielt Jakob Philipp Hackert 1769 in Aquarell über Feder einen Blick auf die Villa Farnesina in Rom fest (Taxe 5.800 EUR).

Eine friedlich empfundene Natur steuert Christoph Nathe mit dem Aquarell von Bäumen an einer Wegbiegung bei (Taxe 1.800 EUR). Der Landschaft haben sich auf Ferdinand Kobell und sein neun Jahre jüngerer Bruder Franz Kobell verschrieben; sie steuern mehrere Blätter für bis zu 850 Euro für einen filigranen Blätterwald von 1793 bei. Bei Carl Wilhelm Kolbe d.Ä. wird die Natur dann symbolhaft aufgeladen, wenn er etwa einen nackten, sitzenden Jüngling am Fuße eines alten Baumes von überdimensionierten Pflanzen gütig umwuchern lässt (Taxe 650 EUR). Nach Italien zog es Johann Christian Reinhart, der von dort vor allem seine Folge „Malerisch radirte Prospecte“ mitbrachte. Die feinen klassizistischen Landschaftsschilderungen hat Winterberg zu Konvoluten zusammengefasst und mit bis zu 540 Euro veranschlagt. Römische Vedutenkunst stammt üblicherweise von Giovanni Battista Piranesi, etwa die Ansicht der Basilika Santa Maria Maggiore (Taxe 1.850 EUR), des Castello dell’ Acqua Paola sul Monte Aureo (Taxe 1.950 EUR) oder der Tempio della Fortuna virile (Taxe 2.500 EUR).

Teuerstes Gemälde ist eine leider etwas fragil erhaltene Holztafel mit der Geburt Christi, die mit Rembrandt signiert und 1635 datiert ist – allerdings wohl erst nachträglich. 12.500 Euro werden dennoch verlangt. Dahinter rangiert bei 6.500 Euro ein Memento mori mit vier Totenschädeln vor einem schlafenden Säugling; die Tafel wird der Werkstatt des Nürnbergers Barthel Beham zugewiesen. Das 19te Jahrhundert stellt einige schöne Landschaften in Öl zur Verfügung wie Karl Ludwig Seegers bewaldeten Bachlauf im Stil der alten Niederländer (Taxe 6.400 EUR) oder Louis Gurlitts großzügiges Panorama über die römische Campagna mit Eselreiter für 16.500 Euro. Ebenfalls in Italien spielen Rudolf Jordans Talblick auf Tivoli mit Wanderern im Vordergrund von etwa 1877 und Bernhard Fries’ sanfte Waldgegend mit Bäuerin und Ausblick in eine Senke (Taxe je 3.200 EUR). Der Gattung Tiermalerei gehören Johannes Hubertus Leonardus de Haas’ einsamer Stier auf weiter Weide von 1857 (Taxe 3.400 EUR) und Balthasar Paul Ommegancks ruhende Schafe in einer abendlichen Berglandschaft an (Taxe 2.400 EUR), dem Genre Felix Schlesingers Interieur mit einer Mutter, die ihre drei Kinder in Lesen, Stricken und Schreiben unterrichtet (Taxe 4.200 EUR).

Für die reiche Illustrationskunst stehen Julius Schnorr von Carolsfelds dramatische Tuschfederzeichnung „Ahabs Untergang“, 1858 für seine weit verbreitete „Bibel in Bildern“ geschaffen (Taxe 5.800 EUR), die beiden Märchenadaptionen zu Dornröschen von Ernst Pessler um 1868 (Taxe 2.800 EUR) oder das Aquarell der Entführung einer Jungfrau von Wilhelm Lindenschmit d.Ä., das im Zusammenhang mit einem Gemäldezyklus der wettinischen Geschichte stehen könnte (Taxe 2.800 EUR). Zeichnerisch bleibt es mit Wilhelm von Kaulbachs Germanenzug aus einem Skizzenbuch von 1849 (Taxe 980 EUR), Carl Rottmanns Kompositionsskizze mit einer Landschaft in Aulis für ein Wandbild von 1847 (Taxe 480 EUR), Carl Maria Nicolaus Hummels Studie eines hoch aufragenden Baumes von 1859 (Taxe 680 EUR) oder dem liebevoll geschilderten Jungen aus Fügen mit einem Vogelkäfig von Louis Coblitz aus dem Jahr 1835 (Taxe 320 EUR).

Berühmte deutsche Expressionisten bilden einen Schwerpunkt der Offerte aus dem 20sten Jahrhundert, insbesondere Otto Mueller, von dem die drei unverwechselbaren Lithografien „Stehender Knabe und zwei Mädchen“ von 1917, „Drei Mädchen im Profil“ von 1921 und „Mädchenakt vor dem Spiegel“ von 1924 für Preise zwischen 12.500 Euro und 19.800 Euro zum Aufruf gelangen. Für Karl Schmidt-Rottluffs schwarz-blauen Holzschnitt „Dünen und Mole“ von 1917 werden ob seiner Seltenheit sogar 29.500 Euro fällig. Bei Max Beckmann tummelt sich 1918 ein „Liebespaar II“ auf einer Couch, unwissentlich mit großen Augen beobachtet von einigen dahinterstehenden Herrschaften (Taxe 6.500 EUR). „Herzliche Grüße“ richtete um 1930 Alexej von Jawlensky an eine „Liebe Gnädige Frau“ und fügte rückseitig ein kleines Aquarell bei, das „Mein Fenster“ mit drei Blumenvasen auf dem Brett zeigt (Taxe 14.500 EUR).

Als Portraitist ist Walter Gramatté hervorzuheben, der 1921 einen bärtigen Herrn namens Demidow in Paris traf und als Sitzenden im Dreiviertelprofil farbig aquarellierte (Taxe 7.800 EUR). Karl Hubbuchs „Stehender weiblicher Akt“ in Bleistift von circa 1928 ist in hervorragendes Beispiel für die unbestechliche Korrektheit der Neuen Sachlichkeit (Taxe 9.800 EUR). Wieder eine andere Richtung vertritt Hannah Höchs rund zwei Jahre jüngeres Ölbild auf Karton „Zwei Mädchen mit Katze“, das expressionistische Farbigkeit mit einer fast jugendstilartigen Freude am Ornament verbindet (Taxe 16.500 EUR). In Richtung Abstraktion geht es mit Willi Baumeisters „Figur mit Streifen“ auf einer Lithografie von 1926 und der ebenfalls lithografierten „Linienfigur mit hellen Flächen“ von 1934 (Taxe je 4.200 EUR). Baumeister-Schüler Gerhard Hintschich führte den Konstruktivismus der 1920er Jahre später fort, was auch seine aus länglichen Flächen mit gelenkartig platzierten Kreissegmenten bestehende „Komposition 1a-79“ von 1979 belegt (Taxe 3.000 EUR).

Als Meisterwerk der Malerei lässt sich Max Slevogts „Verschneiter Waldweg“ ansprechen, in dem der Impressionist 1918 noch einmal alle Register seiner raschen und ungemein virtuosen Kunst der Naturwiedergabe zieht (Taxe 19.800 EUR). Beachtung verdient auch Wilhelm Schnarrenbergers „Tischgedeck“, das trotz seiner späten Entstehung 1943 noch in der Tradition Slevogts und Corinths steht und zugleich vom Rückzug in die innere Emigration während schwerer Jahre zeugt (Taxe 9.500 EUR). Die zweite Jahrhunderthälfte ist unter anderem mit Lothar Quintes konkretem „Farbraum 12/II“ aus den mittleren 1960er Jahren (Taxe 3.800 EUR) und Arik Brauers fantastisch-realistischem „Schabatt auf der Terrasse“ für 7.500 Euro vertreten. 24 bunte Aquarellentwürfe Friedensreich Hundertwassers für die Buchcover der berühmten Brockhaus-Enzyklopädie aus den späten 1980er Jahren warten für 18.000 Euro auf Kundschaft. Als Plastiker macht Wilhelm Loth mit seinem Kniestück „Größerer Torso“ auf sich aufmerksam. Die Bronze eines kannenartigen weiblichen Aktes von 1948 soll 4.800 Euro einbringen.

Die Auktion beginnt am 19. Oktober um 10 Uhr. Der Katalog ist online unter www.winterberg-kunst.de einsehbar.

Kontakt:

Winterberg Kunst

Hildastraße 12

DE-69115 Heidelberg

Telefon:+49 (6221) 915 990

Telefax:+49 (6221) 915 99 29

E-Mail: info@winterberg-kunst.de



18.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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