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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Alte Meister im Wiener Dorotheum

Fantastische Architekturen



Stefano Orlandi, Kaiserliche Thermen

Stefano Orlandi, Kaiserliche Thermen

Wer glaubt, die Kunden auf dem Altmeistermarkt reagierten nur noch auf Hochglanzware, wurde am 15. Oktober im Dorotheum eines besseren belehrt. Mit seiner zweiteiligen Versteigerung Alter Meister kam das Wiener Auktionshaus in allen Bereichen an: bei den kleinen Preisen im vier- und niedrigen fünfstelligen Bereich, aber auch mit den Hauptlosen, die zum Teil weit über die Hunderttausender-Marke hinwegstiegen. Gefragt waren Klassiker ebenso wie Ausgefallenes aus der zweiten Reihe, etwa zwei großformatige Spätbarockarchitekturen des Bologneser Meisters Stefano Orlandi, an deren üppiger Pracht sich der Betrachter kaum sattsehen kann. Auf 160.000 Euro verdoppelte sich hier der untere Schätzwert – Weltrekord für den 1760 gestorbenen Perspektivmaler. Auch Antonio Zanchi gehört nicht gerade zu den Berühmtheiten der italienischen Kunstgeschichte, offenbart sich in seiner großformatigen Darstellung der dramatischen Begebenheit, wie Neros Mutter Agrippina vom Schiffbruch errettet wird, als versierter Erzähler der venezianischen Schule. Mit immerhin 120.000 Euro im Rahmen der Erwartungen wurde diese Fähigkeit belohnt.


Teuerstes Werk wurde schon vor der Auktion ein alter Niederländer, Pieter Breughels d.J. „Besuch auf dem Bauernhof“ von 1611 mit vornehmer Gesellschaft, die wohl zur Kindstaufe soeben in die gute Stube eingetreten ist und die Geschenke übergibt. Ein Sammler hatte sich so sehr in die gut einen halben Meter breite Holztafel verliebt, dass er das Bild ohne Gegenwehr haben wollte und in einem Private Sale die obere Schätzgrenze von 500.000 Euro hinblätterte. In der Auktion verbesserte sich dann Breughels kleine runde Verbildlichung des Sprichworts „Perlen vor die Säue werfen“ von 100.000 bis 150.000 Euro auf 220.000 Euro. Pieters Neffe Jan Breughel d.J. reüssierte mit einer Zusammenarbeit mit Pieter van Avont bei 140.000 Euro. Zu sehen ist auf der kleinen Holztafel ein Kinderreigen mit dem Bad der Venus als Allegorie der Liebe (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Ein feines Ganzfigurenportrait König Philipps II. von Spanien in Lebensgröße aus der Werkstatt Anthonis Mors für 85.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und eine unprätentiöse Flusslandschaft bei Dordrecht mit einer Wachstube, um 1647 von Aelbert Cuyp gemalt, für 140.000 Euro stellten sich den teuren Breughels wertmäßig zur Seite (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Cuyp gesellten sich als Landschafter Roelant Savery mit einem felsigen und bewaldeten Flusslauf samt badenden Nymphen und Leda mit dem Schwan und Marten Ryckaert mit einem Fischer beim Angeln in einem Fluss für jeweils 30.000 Euro zu untern Taxe zur Seite. Jacob Ochtervelts singende junge Frau, die sich eben aus einer Fensternische beugt, schlug 36.000 Euro los (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Hinter Pieter Breughel d.J. folgten bei 320.000 Euro auf der Zuschlagsliste zwei Italiener: Die anmutige Verbildlichung einer still ins Gebet vertieften jungen Maria von dem Frühbarockmaler Annibale Carracci war der Forschung bislang unbekannt (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR), während Lorenzo Lottos „Ecce Homo“ zumindest erst kürzlich in der Galleria Nazionale della Puglia in Bitonto öffentlich ausgestellt war. Letzteres Gemälde eines großen Renaissancemeisters war lediglich auf 150.000 bis 200.000 Euro geschätzt. Weitere hohe Zuschläge für italienische Schöpfungen des ereignisreichen 16ten Jahrhunderts waren jeweils 75.000 Euro Francesco Salviatis Dreiviertelbrustbild eines bärtigen Mannes (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) und Orazio Samacchinis manieristische „Anbetung der Hirten“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), 160.000 Euro für eine heilige Magdalena von Tizian und Werkstatt und 180.000 Euro für Paris Bordones intime Darstellung von Neptun und Amphitrite in charakteristischer Tizian-Nachfolge (Taxe je 100.000 bis 150.000 EUR).

Aus dem Hochbarock sind Alessandro Rosis schöner geflügelter Jüngling als Allegorie der Tugend des Amor für 50.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Jusepe de Riberas betender Franziskus mit einem Totenkopf für 120.000 Euro (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR) und Salvator Rosas wilde Landschaft mit dem büßenden Hieronymus im Vordergrund ebenfalls für 120.000 Euro zu nennen (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR). Für das Rokoko stand Francesco Guardis Capriccio mit Ruinenbogen, Segelbooten und Fischern auf kleiner Holztafel für 100.000 Euro zur unteren Erwartung. Auch für Erfolge bei den ältesten Stücken zeichneten Italiener verantwortlich: Eine dreiecksgiebelartig abschließende Tafel des toten Christus mit zwei stützenden Engeln von Giovanni Ambrogio Bevilacqua, genannt Liberale, und Bernardino de’ Contis Madonna im typischen Figurenstil der italienischen Frührenaissance aus den 1490er Jahren schafften mit 80.000 Euro und 150.000 Euro jeweils die untere Grenze der Schätzung.

Manches blieb natürlich auch unveräußert, darunter leider auch das Hauptlos: Doch die malerische Qualität von Guido Renis wiederentdeckter „Fortuna mit Geldbeutel“, deren Provenienz sich bis in die Zeit um 1636 zurückverfolgen lässt, entsprach wohl doch nicht ganz den Geldforderungen von 800.000 bis 1,2 Millionen Euro. Im Nachverkauf konnte das Dorotheum die Leinwand dann doch noch zu einem nicht genannten Preis loswerden. Auch ein anderer großer Bologneser Barockmaler scheiterte an überzogenen Erwartungen: Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino, muss sowohl seinen „Tod des Adonis“ für 300.000 bis 500.000 Euro wohl aus der Zeit um 1613/15 als auch den heiligen Franz von Paola für 100.000 bis 150.000 Euro noch einmal antreten lassen. Das gleiche gilt für eine Gemeinschaftsarbeit des Deutschen Hans Rottenhammer und des Flamen Jan Brueghel d.Ä., die sich auf rund eineinhalb mal zwei Metern über die „Vorbereitung der Hochzeit von Poseidon und Amphitrite“ verbreiteten (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR). Das ähnlich überfüllte Götterbankett, das Gillis van Valckenborch 1597 auf einer großen Leinwand stattfinden ließ, musste sich mit 130.000 Euro statt mindestens 150.000 Euro begnügen.

Neben all den italienischen und niederländischen Meistern hatten es die Vertreter anderer Länder schwer. Doch wenigstens ein Österreicher mischte in den obersten Rängen mit: Johann Georg Platzers schier überbordendes Konzert in einer festlichen Palastarchitektur mit Ausblick über den Garten in die Ferne wurde von 120.000 bis 150.000 Euro auf sagenhafte 260.000 Euro gehoben, und auch für zwei weitere kleinere Genreszenen des Tiroler Rokokomalers blieben noch 90.000 Euro übrig (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR). Aus Deutschland war der Darmstädter Hofmaler Johann Conrad Seekatz mit der bisher unbekannten Rokoko-Tafel „Venus und Adonis“ bei 24.000 Euro erfolgreich (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR), aus England der Porträtist John Robinson mit dem Bildnis eines Knaben im van Dyck-Kostüm mit einem Windhund aus dem Jahr 1738 bei 36.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Frankreich trat mit François Bouchers kleiner Leinwand „Noahs Einzug in die Arche“ an, einem eher ungewöhnlichen Thema für den französischen Rokokomaler. Dennoch verdoppelte sich der obere Schätzwert des Bildes auf 80.000 Euro. Ihm folgte das unaufgeregte, aber feine Stillleben mit drei Pfirsichen, einer offenen Walnuss und einer silbernen Schokoladenkanne samt Becher seines Zeitgenossen Jean Valette Penot für taxgerechte 15.000 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



27.10.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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