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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die zeitgenössische Kunst beflügelt den Markt zu immer neuen Sensationsrekorden – so wieder bei Christie’s gestern Abend in New York

Die Milliarde im Visier



Die klassischen Modernen sind vom Thron gestürzt. Wer den Eindruck hat, dass die zeitgenössischen Künstler ihre älteren Kollegen auf dem internationalen Auktionsmarkt mehr und mehr überflügeln, muss sich nach dem 12. November bestätigt fühlen. An diesem Dienstag nämlich hielt das New Yorker Auktionshaus Christie’s seine Abendversteigerung mit Werken des vergangenen halben Jahrhunderts ab und erzielte mit den knapp siebzig Positionen den höchsten Geldbetrag, der je auf einer einzelnen Auktion umgesetzt wurde. Sensationelle 691,583 Millionen Dollar einschließlich der Aufgelder setzte das Christie’s in diesen kurzen Stunden um. Damit wurde sogar die obere Schätzung, die allerdings immer netto angegeben wird, von 684 Millionen Dollar noch übertroffen und mit Leichtigkeit auch das bisherige Höchstergebnis von 495 Millionen Dollar, das Christie’s im vergangenen Mai am selben Ort einfahren konnte.


Vom Thron gestürzt ist auch der frühere Rekordhalter, Edvard Munchs „Der Schrei“, für netto 107 Millionen Dollar Anfang Mai bei Sotheby’s versteigert. Hatte es damals rund zwölf Minuten gedauert, so brauchten die Interessenten diesmal nur etwa sechs Minuten, um sich über Francis Bacons „Three Studies of Lucian Freud“ handelseinig zu werden. Auktionator Jussi Pylkkanen schlug das 1969 entstandene Triptychon mit einem verformten Portrait des jüngeren befreundeten Künstlers schließlich bei 127 Millionen Dollar dem New Yorker Kunsthändler William Acquavella zu, der mit Aufgeld sogar rund 142,4 Millionen Dollar bezahlte, aber wohl im Auftrag eines Kunden handelte. Mit diesem Resultat hatten offenbar nicht einmal die Experten des Hauses gerechnet, die für die drei jeweils knapp zwei Meter hohen Tafeln um die 90 Millionen Dollar veranschlagt hatten. Doch die bislang auktionsfreie Provenienz und die Tatsache, dass die Bestandteile des Trios lange Zeit getrennt waren, bis sie erst in jüngerer Zeit wieder vereint werden konnten, wird über die künstlerischen Qualität hinaus zusätzliche Anreize auf die Reichen dieser Welt ausgeübt haben.

Einige nackte Zahlen der Auktion sprechen für sich: Von 69 Offerten blieben nur sechs ohne Abnehmer; der Bruttodurchschnittspreis für diese 63 Zuschläge lag bei fast 11 Millionen Dollar; es gab mehr zweistellige Millionen- als dreistellige Tausenderpreise, das waren nämlich nur zehn, die Zigmillionen dagegen vierzehn und mit Bacon fünfzehn; drei Kunstwerke wurden über der Marke von 50 Millionen Dollar zugeschlagen, und an neuen Künstlerauktionsrekorde finden sich allein unter den Top Ten fünf, insgesamt waren es zehn. Da fragt man sich schon, warum es gerade im Markt für zeitgenössische Kunst kein Halten mehr gibt.

Hinter Bacon auf Platz zwei rangiert Jeff Koons’ gigantischer orangefarbener „Balloon Dog“ von 1994/2000. Das über drei Meter hohe Edelstahlungetüm, das sich Christie’s – wie eine Reihe weiterer hochpreisiger Einlieferungen – durch die Abgabe einer Garantiesumme gesichert hatte, brachte es auf 52 Millionen Dollar am oberen Rand der Schätzung. Der bisherige Höchstpreis für den Amerikaner hatte vor einem Jahr für seine bunten „Tulips“ bei 30 Millionen Dollar gelegen – und nebenbei wurde auch Gerhard Richter als teuerster lebender Künstler abserviert. Der deutsche Altmeister fand sich nach der Auktion gerade so eben auf dem letzten Platz der Bestenliste wieder mit einem „Abstrakten Bild“ samt der Werknummer 809-1 von 1994 aus Eric Clapton-Besitz für ziemlich enttäuschende 18,5 Millionen Dollar. Die inoffizielle Schätzung hatte um die 25 Millionen Dollar betragen. Richters Künstlerrekord liegt seit Mai bei 33 Millionen Dollar für den verwischt fotorealistischen „Domplatz, Mailand“ von 1968.

Bei den weiteren Höchstpreisen wechselten sich Abstrakter Expressionismus und Pop Art amerikanischer Herkunft ab. Andy Warhols schwarz-weiße „Coca-Cola (3)“ von 1962 mit einer nach links gerückten Glasflasche und dem rechts vom Bildrand überschnittenen Schriftzug des markanten Getränks wurde von Koons auf Rang drei verwiesen, landete mit 51 Millionen Dollar allerdings nur 1 Million Dollar darunter und souverän innerhalb der Schätzung von 40 bis 60 Millionen Dollar. Roy Lichtensteins rastergepunktetes „Sedutive Girl“ fand trotz oder gerade wegen ihrer Jugend – das Werk datiert 1996 ein Jahr vor dem Tod des Künstlers – erst bei 28 Millionen Dollar einen neuen Freund (Taxe 22 bis 28 Millionen USD).

Gleich zweieinhalb Mal die Zehn-Millionen-Marke knackte Jean-Michel Basquiat: Ein gekrönter Knochenkönig und ein papierner „Head of Madman“, beide von 1982, brachten es auf 26 Millionen Dollar und 10,6 Millionen Dollar, für die Zeichnung ist dies ein Spitzwert (Taxen 25 bis 35 Millionen und 7 bis 9 Millionen USD). Seine „Blue Heads“ von 1983 landeten nur mit Aufgeld in der Achtstelligkeit, netto schlug der Hammer dagegen bei 9,5 Millionen Dollar aufs Pult (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Das hat nicht einmal Warhol geschafft, von dem nur noch die riesenhafte, aus des Künstlers letztem Lebensjahr 1987 stammende Vervielfältigung „Mercedes-Benz 196 R Grand Prix Car (Streamlined Version, 1954)“ mit 11,5 Millionen Dollar in diese Preisregionen kletterte (Taxe 12 bis 16 Millionen USD).

41 Millionen Dollar gab es für Mark Rothkos orange dominiertes Farbfeld „No. 11“ von 1957, weit über den in 25 bis 35 Millionen Dollar fixierten Erwartungen, und 29 Millionen Dollar räumte Jackson Pollocks wildes Action Painting „Number 16, 1949“ ab (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Für Willem de Kooning reichte es wieder zu einem neuen Auktionshöchstpreis. Sein ebenfalls ungestümes „Untitled VIII“ von 1977, das der Einlieferer 1997 aus dem Nachlass des Künstlers erworben hatte und somit fast marktfrisch zur Verfügung stellte, ging für 28,5 Millionen Dollar an die New Yorker Kunsthändlerin Nancy Whyte (Taxe 20 bis 30 Millionen USD).

Fünf weitere Meisterwerke des abstrakten Expressionismus aus einer geschlossenen Privatsammlung konnte Christie’s ebenfalls zu guten Preisen weitervermitteln, darunter von de Kooning noch „September Morn“ von 1958 für 13 Millionen Dollar (Taxe 10 bis 15 Millionen USD) und „Woman, Wind, and Window“ aus dem Jahr 1950 für 5,6 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 7 Millionen USD). Bei Ad Reinhardts „Abstract Painting, Red“, ein rotes Quadrat von 1953, unterteilt durch leicht schattierte kleine Quadrate, stellte Christie’s den alten Auktionshöchstpreis mit 2,3 Millionen Dollar ein. Nur mit dem inzwischen erhöhten Aufgeld liegt der Wert etwas über dem aus dem Jahr 2007.

Mehr als 12,5 Millionen für Donald Judds frühes metallisch-rotes Wandstück „Untitled (DSS 42)“ von 1963 (Taxe 10 bis 15 Millionen USD) und 18,5 Millionen Dollar für Lucio Fontanas eiförmiges und glitzerndes „Concetto spaziale, La fine di Dio“ mit zahlreichen Löchern aus demselben Jahr waren für die betreffenden Künstler früher ebenfalls noch nie gezahlt worden (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Auch bei den kleineren Preisen konnten einige Rekordbrecher noch etwas Aufmerksamkeit auf sich lenken, so Vija Celmins’ sternenklares fotografisches Gemälde „Night Sky #14“ von 1996/97 für 2 Millionen Dollar zur oberen Schätzung und Wayne Thiebauds bunt realistische „Two Jackpots“ von 2005 für 5,5 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Als Sensation lässt sich auch das Ergebnis von 23,5 Millionen Dollar für Christopher Wools dreistes Wort-Gemälde „Apocalypse Now“ von 1988 mit der Aufschrift „Sell the house sell the car sell the kids“ bewerten. Der wie Koons im Jahr 1955 geborene Post-Pop Art-Künstler und Teilnehmer der neunten Kasseler Documenta 1992 wird zwar schon seit langem im Millionenbereich gehandelt, doch jetzt sieht er sich plötzlich in die allerobersten Rängen gehoben. Schon die ambitionierte Schätzung von 15 bis 20 Millionen Dollar hatte kaum glaublich geklungen. Die Jüngeren befinden sich allerdings auch schon auf dem besten Weg dahin. Urs Fischer schaffte mit seiner Installation „Daylight Pillow“ aus dem Jahr 2004 die obere Grenze von 700.000 bis 900.000 Dollar, und bei Wade Guytons „Untitled“ von 2005 mit einem grünen und einem weißen „U“ über züngelnden Flammen kam der Rekordpreis von 2 Millionen Dollar heraus (Taxe 500.000 bis 700.000 USD). Neo Rauchs geheimnisvolles „Tal“ von 1999 musste sich dagegen mit 620.000 Dollar begnügen (Taxe 700.000 bis 900.000 USD), und auch Georg Baselitz’ neofigurativer „Geteilter Held“ von 1966, der dritte Deutsche auf der Auktion, kam über die untere Schätzung von 1,8 Millionen Dollar nicht hinaus.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



14.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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