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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Auch bei Sotheby’s in New York ist der Markt für zeitgenössische Kunst im Höhenrausch

Neue Zahlen aus New York



Einen Tag nach Christie’s hatte auch Sotheby’s seinen großen Auftritt mit der Abendauktion zeitgenössischer Kunst in New York. Doch es ließ sich nicht übersehen, dass diese Runde wiederum an den etwas jüngeren Konkurrenten ging. Was vor einem Jahr noch eine Sensation gewesen wäre, nahm sich jetzt gegenüber der gigantischen Veranstaltung bei Christie’s fast bescheiden aus: „Nur“ gut 380,6 Millionen Dollar konnte Sotheby’s am 13. November mit seinen 61 angebotenen Werken umsetzen, „nur“ acht Werke schafften den Sprung über die 10 Millionen-Marke, bei „nur“ rund 7 Millionen Dollar lag der Durchschnittspreis der 54 verkauften Losnummern. Besonders in der zweiten Auktionshälfte musste sich Sotheby’s mit sechs- oder niedrigen siebenstelligen Zuschlägen begnügen, zumal Clyfford Stills großformatige Leinwand „1960-F“, mit 15 bis 20 Millionen Dollar der einzige Hochpreiskandidat auf einer der späteren Positionen, kurzfristig zurückgezogen worden war.


Die hohen Zigmillionenwerte gelangten im ersten Teil zum Aufruf. Mit größter Spannung erwartet wurde Andy Warhols „Silver Car Crash (Double Disaster)“ von 1963 mit fünfzehnfacher Wiedergabe des Unfalls links und blanker silbriger Fläche rechts. Die über vier Meter breite Arbeit enttäuschte nicht: Mit 94 Millionen Dollar wurde nicht nur die bei etwa 60 Millionen Dollar angesetzte Schätzung weit übertroffen, sondern auch der bisherige Warhol-Auktionsrekord von 64 Millionen Dollar von Mai 2007 ebenfalls für ein Bild aus der „Death and Disaster“-Serie. Den Namen des Käufers, der sich zuletzt gegen zwei hartnäckige Mitbewerber durchsetzen musste, gab das Auktionshaus nicht bekannt. Das ist nach Francis Bacons „Three Studies of Lucian Freud“, die am Dienstagabend bei Christie’s 127 Millionen Dollar erzielten, der zweithöchste Preis für eine Arbeit der Gegenwartskunst auf Auktionen und Platz 4 hinter Edvard Munchs „Der Schrei“ mit 107 Millionen Dollar und Pablo Picassos „Nu au plateau de sculpteur“ mit 95 Millionen Dollar.

Andy Warhol fand sich noch dreimal auf der Top Ten-Liste wieder: mit seinen vier weißen „Flowers“ von 1964 zur unteren Taxe von 10 Millionen Dollar, mit seinem quadratischen Kopfportrait der Schauspielerin „Liz #1 (Early Colored Liz)“ von 1963, die sich ein Bieter allerdings schon für 18 Millionen Dollar statt 20 bis 30 Millionen Dollar sichern konnte, und den mittelgroßen „5 Deaths on Turquoise“ wieder von 1963 für 6,4 Millionen Dollar (Taxe 7 bis 10 Millionen USD). Letztere beide Ergebnisse waren auch deswegen etwas enttäuschend, weil Sotheby’s für die Akquise dieser Stücke hohe Garantiesummen gewährt hatte und also erhebliche eigene Kosten im Vorfeld gehabt haben dürfte. Während die Kunden Roy Lichtensteins neokubistisches „Puzzled Portrait“ von 1978 verschmähten (Taxe 8 bis 12 Millionen USD), nahmen sie wenigstens seine gelb-schwarze Gemälderückseite „Stretcher Frame with vertical Bars“ von 1968 bei 3,7 Millionen Dollar mit (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Garantien gewährte Sotheby’s auch für Willem de Koonings wildes Farbgemisch „Untitled V“ von 1975, das sich zwar auf Platz vier der Ergebnisliste setzte, aber schon an 22 Millionen Dollar hängen blieb (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Barnett Newmans extrem hochformatiges schwarz-braunes Feld mit zwei parallelen violetten Vertikalstrichen spielte 18,25 Millionen Dollar ein, nur ganz knapp über der Schätzung. Über diese Schwächen tröstete Cy Twomblys 24teilige Blattfolge „Poems to the Sea“ hinweg, die im Sommer 1959 kurz nach der Heirat des Künstlers und während eines Italienaufenthalts an der Küste zwischen Rom und Neapel entstanden war. Auf 6 bis 8 Millionen angesetzt, schraubten sich die Gebote um die abstrakt skripturalen Öl-Bleistift-Wachskreide-Kritzeleien auf stolze 19,2 Millionen Dollar hinauf – neuer Auktionsrekord für den vor zwei Jahren verstorbenen Künstler und ein willkommener Geldsegen für die 1974 zur Förderung von Kunstprojekten gegründete „Dia Art Foundation“ als Einlieferer. Insgesamt konnte die Stiftung für Ankaufszwecke 38,4 Millionen Dollar mit den Arbeiten von Twombly und John Chamberlain einnehmen, darunter 4 Millionen Dollar mit dessen teils farbiger Schrottskulptur „Candy Andy“ von 1963 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD).

Neue Rekorde gab es außerdem für Brice Marden – seine weißen, grünen, roten und gelben Schlangenlinien auf grauem Grund „The Attended“ on 1996 erzielten 9,6 Millionen Dollar (Taxe 7 bis 10 Millionen USD) – und Agnes Martin, deren minimalistische weiße Leinwand „The Beach“ von 1964 mit in Bleistift gezeichnetem Raster von 2,5 bis 3,5 Millionen Dollar auf 5,7 Millionen Dollar kletterte. Schöne Werte für die klassischen Abstrakten gab es noch mit den 1,9 Millionen Dollar für Lucio Fontanas mit Löchern und Glassteinen übersätes, hochrechteckiges „Concetto spaziale“ von 1955 (Taxe 1,2 bis 1,8 Millionen USD) und mit den 3,2 Millionen Dollar für Alexander Calders ausladendes Mobile „Snowflake Tree“ von 1960 (Taxe 1,5 bis 2 Millionen USD). Einträglich waren auch die 3,9 Millionen Dollar für Donald Judds Edelstahlkubus mit grüner Plexiglasplatte „Untitled (DSS 134)“ von 1968 (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Auch bei Martin Kippenberger reichte es zu einem neuen Höchstpreis, obwohl sein unbetiteltes Selbstbildnis als amerikanischer Schauspielheld vor einer DDR-Souvenirwand von 1981 schon bei 5,6 Millionen Dollar endete (Taxe 6 bis 8 Millionen USD). Übertroffen wurde er unter den Deutschen von Gerhard Richters abstraktem Bild „A. B. Courbet“ Werknummer 616 von 1986 für 23,5 Millionen Dollar. Das war, angesichts der Schätzung von 15 bis 20 Millionen Dollar nicht ganz vorhergesehen, immerhin Platz zwei der Zuschlagsliste und Platz drei aller bisherigen Richter-Auktionsergebnisse. Von gleicher Schätzung aus stieg Jean-Michel Basquiats motivreiche Collage „Yellow Tar and Feathers“ von 1982 deutlich auf 23 Millionen Dollar.

Zwei neue Höchstpreise setzte es auch in den unteren Regionen: Mark Bradfords kaligrafisches, wie der Grundriss einer Stadt aufgebautes Linienspiel „Mithra“ von 2008 schaffte ziemlich überraschende 2,2 Millionen Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), und für das warholartige Großformat „Hooverville“ des Künstlerkollektivs The Bruce High Quality Foundation aus dem vergangenen Jahr wurden 350.000 Dollar gezahlt. Allerdings gab es auf dem bisherigen Auktionsmarkt nur wenige Vergleichsbeispiele (Taxe 200.000 bis 300.000 USD). Nicht gereicht für einen Spitzenwert hat es bei Rudolf Stingel: Seine monumentale Abkonterfaktur eines schwarz-weiß fotografierten Selbstbildnisses von 2010 ging zwar als Rekordkandidat ins Rennen, stoppte aber schon bei mageren 2,1 Millionen Dollar weit unterhalb der anvisierten 3 bis 5 Millionen Dollar. Als jüngster Künstler wurde dem 1979 geborenen Dan Colen die Ehre der Auktionseröffnung mit seinem provokanten, auf den Kopf gestellten Schriftzug „Holy Shit“ von 2006 zuteil. Mit 280.000 Dollar bestätigte er zumindest die Erwartungen (Taxe 250.000 bis 350.000 USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



14.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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