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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Grisebach eröffnet mit Malerei und Zeichnung des 19. Jahrhunderts seine Auktionsrunde in Berlin

Unter Kriegern



John Flaxman, Italienerin mit zwei kleinen Kindern

John Flaxman, Italienerin mit zwei kleinen Kindern

Auch für diesen Herbst haben sich bei der Villa Grisebach so viele Besitzer von Kunst des 19. Jahrhunderts gemeldet, dass das Berliner Auktionshaus die Offerten dieser Zeit in einer eigenen Versteigerung der Öffentlichkeit anbieten kann. Etwas mehr als 110 Werke machen am Nachmittag des 27. November den Beginn der insgesamt viertätigen Herbstauktionen. Wie gewohnt kommen zahlreiche schöne Arbeiten überwiegend deutscher Künstler von der Romantik bis zum Stilpluralismus um 1900 zum Aufruf. Den zeitlichen Anfang machen allerdings ein paar Ausländer. So wird als erstes der Engländer John Flaxman aufgerufen, der vor allem mit seinen linienbetonten Zeichnungen und Drucken in den Jahrzehnten um 1800 stilbildend auf ganz Europa wirkte. Seine Sepiazeichnung einer jungen Italienerin mit zwei kleinen Kindern ist allerdings undatiert, immerhin aber gibt es ein vergleichbares Blatt im Victoria and Albert Museum in London. 9.000 bis 12.000 Euro werden hier erwartet.


Eine feine Gouache des Neapolitaners Saverio della Gatta trägt dagegen die Jahreszahl 1799. Wiedergegeben ist ein Blick auf den Golf von Pozzuoli mit zwei Männern im Vordergrund, die das Gleiche tun wie der Betrachter: die herrliche Aussicht auf das von Bergen und der Stadt gesäumte Meer genießen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Dann sind zwei Losnummern mit dem Franzosen Louis-Léopold Boilly besetzt: zum einen mit der feinen Kreidezeichnung zweier junger Männer mit ungestüm-romantischen Frisuren aus der Zeit um 1790/1800 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und sodann mit einem Bildnis vermutlich des etwa sechsjährigen Sohnes von Boilly, Félix, der im Revolutionsjahr 1789 das Licht der Welt erblickte und später ein Militäroffizier wurde. Auf dem Etikett dieser nur etwas mehr als zwanzig Zentimeter hohen Leinwand stehen 25.000 bis 35.000 Euro.

Dann aber kommen endlich die charakteristischen Landschaften deutscher Künstler aus Spätromantik und Biedermeier wie Michael Nehers 1833 aufgenommene Straßenszene in Italien (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR), Franz Ludwig Catels anmutige Nachtszene „Ein Pilger und eine Pilgerin bitten bei einem Einsiedler um Einkehr“ von 1818, die ein bisschen an Weihnachten erinnert (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), oder August Wilhelm Ferdinand Schirmers weites Panorama über den Lago d’Agnano mit Aussicht auf Ischia, das noch im Entstehungsjahr 1839 in der 31. Kunstausstellung der Königlichen Akademie der Künste in Berlin der Allgemeinheit präsentiert wurde (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR). Aus der starken Gruppe der Deutschrömer stehen etwa noch Johann Christian Reinharts detailfreudige Baumstudie „Arricia“ von 1801 für 4.000 bis 6.000 Euro oder Carl Wilhelm Götzloffs weiter Blick über eine italienische Landschaft mit Bauernpaar samt Kind im Vordergrund um 1830 für 9.000 bis 12.000 Euro bereit.

Den Kreis der Dresdner Romantiker repräsentiert Carl Gustav Carus mit dem miniaturhaft kleinen Spätwerk „Villa am Hang“ zur Herbstzeit nach 1850 für 35.000 bis 45.000 Euro. Aus der Sammlung des kürzlich verstorbenen Kunsthistorikers und Kenners der Malerei des 19. Jahrhunderts, Jens Christian Jensen, stammen drei weitere deutsche Landschaften, darunter Carl Robert Kummers „Stürmische See“ mit einem Schiffsbruch von 1878 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und August Matthias Hagens ruhiger Blick über die Insel Suursaari auf Hogland im Finnischen Meerbusen von 1840 für 5.000 bis 7.000 Euro. Eine kleine Zwischenabteilung hat Grisebach einer Handvoll dänischer Künstler gewidmet. Die Schätzpreise liegen hier nur im vierstelligen Bereich, doch Emanuel Larsens sonnige Aufnahme der Meeresküste bei Marseille von 1853, Thorald Læssøes Ansicht von Korfu von circa 1850 oder Vilhelm Kyhns heimatlicher Bauernhof bei Valbye aus dem Jahr 1848 zeugen von der hohen Qualität der Meister aus dem Norden, die erst allmählich wieder einem breiteren Publikum erschlossen werden.

Reich ist auch die Auswahl an berühmten Künstlern aus der Berliner Riege. Franz Krüger tritt wieder als versierter Portraitist der hohen Herrschaften aus dem Adel auf, diesmal mit gemäldehaft feinen, Grisaille-Aufnahmen in weiß gehöhter Kreide von Wilhelm Malte Fürst zu Putbus und seiner Gemahlin Luise zu Putbus mit Tochter, allesamt zum Pferde, aus den Jahren 1826 und 1828. Mehrmals waren diese beiden großformatigen Blätter ausgestellt, so unter anderem gleich nach ihrer Entstehung und bei der berühmten Romantik-Ausstellung in der Berliner Nationalgalerie 1906. Die Zerstörung des Schlosses Putbus 1945 haben sie unbeschadet überstanden (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Ein anderer Großer aus Berlin war Adolph von Menzel, von dem nicht nur eine seiner charakteristischen Menschenstudien – hier eine liegende Mutter mit ihrem Kind aus der Zeit vor 1857 für 15.000 bis 20.000 Euro – zum Aufruf kommt, sondern auch sein in Bleistift festgehaltener Blick über die Kurstadt Karlsbad von 1894 für 50.000 bis 70.000 Euro.

Impressionismus und Symbolismus – hier gibt es einige Zeichnungen von Hugo Höppener, alias Fidus, im unteren vierstelligen Bereich – beschließen die Versteigerung, allen voran Max Liebermanns Kompositionsstudie zur „Flachsscheuer in Laren“ von 1886, mit 140.000 bis 180.000 Euro das Hauptlos der Versteigerung. Hans Herrmann schuf am Vorabend des Ersten Weltkriegs eine sonnige Straßenszene in Berlin als heiteres Stimmungsbild anlässlich des 25jährigen Thronjubiläums Wilhelms II. im Juni 1913. Der stark französische angehauchte Stil des Bildes hätte dem Kaiser allerdings wohl nicht besonders gut gefallen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Auch der spätere Expressionist Christian Rohlfs ist zugegen mit der relativ frühen realistischen Sicht auf „Weimar mit Schlossturm“ von 1883 (Taxe 18.000 bis 24.000 EUR).

Weitgehend vergessen ist heute der aus Hamburg stammende Christian Wilhelm Allers, der sich früh auf Capri niederließ und sich dort 1892 eine große Villa erbaute. Ein Jahr darauf entstand sein Zwei-Meter-Hochformat „Zwei Mädchen mit Ziege“. Später war Allers in die Homosexuellenaffäre um den Großindustriellen Friedrich Alfred Krupp verwickelt und musste aus Italien fliehen (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Offen erotisch arbeitet Max Klinger in seiner Zeichnung einer jungen Frau, die sich seit etwa 1890/95, nur mit einem Mieder bekleidet, auf einem Diwan räkelt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Kündigt sich bei Allers zumindest im unwirklichen Kolorit schon eine neue Zeit an, so sind vollends Hanns Pellars „Griechische Krieger“ von 1906, die der Künstler so aufnahm, als stünde er mitten unter den schildbewehrten und helmbekrönten Männern mit ihren androgynen Gesichtern und würde sie eben schnell von der Seite abmalen, ein Erzeugnis der beginnenden Moderne. Sichtlich schlägt hier der Einfluss des Lehrers Franz von Stuck auf den damals etwa zwanzigjährigen Pellar durch (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 27. November um 14:30 Uhr. Die Besichtigung der Werke ist vom 22. bis um 26. November täglich von 10 bis 18 Uhr, dienstags von 10 bis 17 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.villa-grisebach.de.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



22.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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27.11.2013, Kunst des 19. Jahrhunderts

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Grisebach

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Kunstwerk:

John Flaxman, Italienerin mit zwei kleinen Kindern
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Carl Gustav Carus, Villa am Hang, nach 1850
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August Matthias Hagen, Blick über die Insel Suursaari (Hogland) im Finnischen
 Meerbusen, 1840
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Hans Herrmann, 25jähriges Thronjubiläum Kaiser Wilhelms II.
 (Berlin, am 16. Juni 1913), 1913
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Kunstwerk:

Max Liebermann, Kompositionsstudie zur „Flachsscheuer in Laren“, 1886
Max Liebermann, Kompositionsstudie zur „Flachsscheuer in Laren“, 1886







Max Klinger, Junge Frau auf Diwan, um 1880/85

Max Klinger, Junge Frau auf Diwan, um 1880/85

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 211

Franz Krüger, Wilhelm Malte Fürst zu Putbus zu Pferde – Fürstin Luise zu Putbus mit ihrer Tochter Clothilde zu Pferde, 1826 – 1828

Franz Krüger, Wilhelm Malte Fürst zu Putbus zu Pferde – Fürstin Luise zu Putbus mit ihrer Tochter Clothilde zu Pferde, 1826 – 1828

Taxe: 40.000 - 60.000 EURO

Losnummer: 145

Louis-Léopold Boilly, Zwei junge Männer, um 1790/1800

Louis-Léopold Boilly, Zwei junge Männer, um 1790/1800

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 22.000,- EURO

Losnummer: 102

Adolph von Menzel, Liegende Mutter mit Kind, vor 1857

Adolph von Menzel, Liegende Mutter mit Kind, vor 1857

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 147

Max Liebermann, Kompositionsstudie zur „Flachsscheuer in Laren“, 1886

Max Liebermann, Kompositionsstudie zur „Flachsscheuer in Laren“, 1886

Taxe: 140.000 - 180.000 EURO

Zuschlag: 235.000,- EURO

Losnummer: 195

Emanuel Larsen, Die Küste bei Marseille, um 1853/54

Emanuel Larsen, Die Küste bei Marseille, um 1853/54

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 136

Adolph von Menzel, Blick über Karlsbad, 1894

Adolph von Menzel, Blick über Karlsbad, 1894

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 148

Vilhelm Kyhn, Bauernhof bei Valbye, 1848

Vilhelm Kyhn, Bauernhof bei Valbye, 1848

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 5.000,- EURO

Losnummer: 140

August Matthias Hagen, Blick über die Insel Suursaari (Hogland) im Finnischen Meerbusen, 1840

August Matthias Hagen, Blick über die Insel Suursaari (Hogland) im Finnischen Meerbusen, 1840

Taxe: 5.000 - 7.000 EURO

Zuschlag: 7.000,- EURO

Losnummer: 169

Carl Wilhelm Götzloff, Paar mit Kind vor italienischer Landschaft, um 1830

Carl Wilhelm Götzloff, Paar mit Kind vor italienischer Landschaft, um 1830

Taxe: 9.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 9.000,- EURO

Losnummer: 125

August Wilhelm Ferdinand Schirmer, Der Lago d’Agnano mit der Aussicht nach Ischia, 1839

August Wilhelm Ferdinand Schirmer, Der Lago d’Agnano mit der Aussicht nach Ischia, 1839

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 113

Carl Gustav Carus, Villa am Hang, nach 1850

Carl Gustav Carus, Villa am Hang, nach 1850

Taxe: 35.000 - 45.000 EURO

Zuschlag: 35.000,- EURO

Losnummer: 154




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