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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Gemälde und Zeichnungen Alter und Neuerer Meister bei Bassenge in Berlin

Überbordender Barock



Louis de Caullery Werkstatt, Venus: Allegorie der keuschen Liebe – Bacchus: Allegorie der Fruchtbarkeit

Louis de Caullery Werkstatt, Venus: Allegorie der keuschen Liebe – Bacchus: Allegorie der Fruchtbarkeit

In der frühen Neuzeit liebten die Menschen die Allegorie. Wollten sie einen Sachverhalt nicht direkt benennen, griffen sie zu dem Stilmittel der indirekten Aussage, die durch Ähnlichkeitsbeziehungen die Gegebenheit umschreibt. Auch in der bildenden Kunst war die Allegorie in Mode. Zwei kleinformatige Pendants aus der Werkstatt des zu Beginn des 17. Jahrhunderts in Antwerpen tätigen Josse de Momper-Schülers Louis de Caullery gehören dieser Bildgattung an. Dargestellt sind Venus und Bacchus als Aktfiguren, umgeben von einer größeren Menschenmenge. Dabei huldigen die Personen nicht den Göttern, sondern der keuschen Liebe und der Fruchtbarkeit, für die sie stehen. Zugleich lassen die Pendants ein wenig in die zeitgenössische Rezeption der antiken Mythologie im Alltag gehobener Gesellschaftsschichten blicken. Denn die vornehm gekleideten Menschen zeichnen sich durch ihre Gewänder nicht als von Personen der Antike, sondern als solche aus, die anhand ihrer Tracht erkennbar der eigenen Zeit zugeordnet werden können. Das Berliner Auktionshaus Bassenge offeriert die beiden Tafeln in seinen großen Herbstauktionen nun für 12.000 Euro.


Gemälde Alter Meister

Rund siebzig Werke umfasst das Angebot Alter Meister am 29. November mit Schätzpreisen bis in niedrige fünfstellige Höhen. Die alttestamentliche Begebenheit „Daniel in der Löwengrube“ ist das Thema einer Holztafel aus der Hand eines weiteren flämischen Meisters des 17. Jahrhunderts. Als Vorbild diente ein Gemälde Peter Paul Rubens’. Besonders die grimmigen, vor der Autorität des Propheten aber doch zurückweichenden Tiere sind dem Kopisten gut gelungen, während die menschliche Figur etwas gequält wirkt (Taxe 12.000 EUR). Aus dem engeren Umkreis des gebürtigen Böhmen und Wahl-Frankfurters Georg Flegel stammt ein zartes Stillleben mit Früchten und Blumen in verschiedenen Gefäßen. Die Entstehung der kleinen Holztafel dürfte noch in die Lebenszeit des 1638 gestorbenen Malers zu setzen sein (Taxe 24.000 EUR). Ein weiteres, reich mit Früchten, allerlei Behältnissen sowie einem Papagei angefülltes Stillleben niederländischer Provenienz soll 15.000 Euro kosten.

Aus dem späten 18. Jahrhundert ist eine Darstellung der wiederum alttestamentlichen Geschichte um Ruth und Boas aus der Hand des Münchner Hofmalers Johann Thomas Christian Winck zu nennen (Taxe 8.000 EUR). Bei Martin Johann Schmidt muss es dann wieder allegorisch werden, wenn er die göttlichen Tugenden darstellen will. Herausgekommen ist eine reich mit christlichen Symbolen bestückte Ölstudie, wohl eine Vorlage für ein größeres Werk (Taxe 2.400 EUR). Schon dem Klassizismus gehört Jacob Wilhelm Mechau Sicht auf den untersten Reichenbachfall bei Rosenlaui-Meiringen im Karton Bern an. Die erhabene Landschaft um 1798/1800 steht für günstige 3.000 Euro bereit.

Gemälde des 19. Jahrhunderts

Bei den Gemälden Neuerer Meister sticht eine große Anzahl von Werken skandinavischer, insbesondere dänischer Maler ins Auge. Überwiegend handelt es sich dabei um gefällige, technisch oft brillante Landschaften wie Frederik Krafts Hügellandschaft bei Sonnenuntergang in Seeland mit den Turmspitzen des Domes zu Roskilde im Hintergrund aus dem Jahr 1847 (Taxe 6.500 EUR), Anton Eduard Kieldrups Aussicht von Fortunen auf den Dyrehaven nördlich von Kopenhagen mit Blick auf Schloss Bernstorff (Taxe 6.000 EUR) oder Georg Emil Liberts unwirtliche Gebirgslandschaft mit Wasserfall bei aufziehendem Unwetter spätestens aus dem Jahr 1847 (Taxe 6.500 EUR). Ferner gibt es einige hübsche Stillleben wie William Hammers Waldstück mit Stachelbeeren, Löwenzahn, Glockenblumen, Schnecke und Frosch von 1864 (Taxe 7.000 EUR) und Anthonie Eleonore Christensens Waldteich mit Seerosen, Frosch und verschiedenen Insekten von 1869 für 12.000 Euro. Im Stil des Impressionismus schuf der 1863 geborene Carl Holsøe ein bürgerliches Interieur, in dem eine Mutter gerade ihr Kind stillt (Taxe 18.000 EUR). Eine Reflexion über sein eigenes Tun schuf Vilhelm Pacht 1882 mit seinem Ölgemälde eines Malers, der mit einem Jungen an einem Felsabhang im schwedischen Skäralid in Skåne die weite Landschaft einfängt (Taxe 3.200 EUR).

Der gebürtige Norweger Johan Christian Dahl erinnerte sich 1821 in der Ablichtung einer stürmischen See an einer Felsküste bei Sonnenuntergang seiner nordischen Heimat, doch zeigt sich die Malerei auch vom künstlerischen Umfeld seiner Dresdner Wahlheimat als eines Hortes der deutschen Romantik stark beeinflusst (Taxe 14.000 EUR). Von Dresden weg in Richtung südlicher Gefilde begab sich wieder Maximilian Albert Hauschild, zunächst zeitlich begrenzt, schließlich aber auf Dauer. Um 1857 hielt er auf einer seiner Reisen eine anmutige Szene einfachen Landlebens im malerischen Ort Lacco Ameno auf Ischia mit dem Monte Epomeo im Hintergrund fest (Taxe 14.000 EUR). Noch weiter war der Weg des Böhmen Otto Pilny, der sich während mehrerer Reisen mit der Welt des Orients vertraut machte. Seine nächtliche Wüstenlandschaft mit einem Beduinen und Dromedar an einer Oase dürfte noch dem frühen Schaffen des Meisters in den 1890er Jahren angehören (Taxe 24.000 EUR).

Belgischer Landsmannschaft war der 1875 gerade einmal dreißigjährig verstorbene Albert Rosenboom, der in elegantem Salonstil um 1870 eine junge Frau samt ihrem etwas unsanft auf dem Arm getragenen Hündchen in einer guten Stube festhielt (Taxe 7.500 EUR). Von meisterhafter Qualität in fast naturalistischen Bahnen zeugt Grigori Grigorjewitsch Mjassojedows Brustbildnis eines bärtigen Mannes, der den mächtigen Kopf auf seinen Arm gestützt hat und den Betrachter nachdenklich anschaut. Schonungslos sind die körperlichen Verfallserscheinungen des Portraitierten zum Ausdruck gebracht (Taxe 24.000 EUR). Für impressionistische Tendenzen stehen Franz Skarbinas Schlossinterieur von 1905 mit einer sitzenden Dame vor einem Kamin, die sich nach ihrem Schoßhündchen umschaut (Taxe 8.000 EUR), und Julie Wolfthorns Gewitterstimmung in seinem sommerlichen Park (Taxe 2.000 EUR). Die beginnende Moderne repräsentiert der Jugendstil-Maler Sascha Schneider mit seinem symbolistischen Ölbild „Lichtsieg (Prometheus)“ von 1921. Dabei wiederholte Schneider im Auftrag der Karl May-Witwe Klara May eine Bilderfindung, die er Jahre zuvor schon als Illustration zu Büchern des berühmten Schriftstellers geschaffen hatte (Taxe 18.000 EUR).

Zeichnungen

Kaum weniger bedeutend als die Gemälde ist das Angebot an Handzeichnungen bei Bassenge. Auch hier finden sich mit Abraham Bloemaerts „Ermordung der Niobiden“ durch Apollon und Artemis und Louis-Jean Desprez’ prachtvollem Aquarell der Grotta Palazzese in Polignano in Apulien mit festlicher Bankettgesellschaft für jeweils 12.000 Euro bedeutende Stücke im fünfstelligen Schätzpreisbereich. Stolze 20.000 Euro stehen auf dem Etikett eines Bühnenbildentwurfs mit prunkender Palasthalle und zwei Portalen von Giuseppe Galli Bibiena. Das grau-braune Blatt entstand 1749 als Entwurf für eine Dresdner Oper und ist ein signifikantes Beispiel für die überbordende Fülle des auch in deutschen Landen heimisch gewordenen italienischen Spätbarock. Der Schule Rembrandts wird eine kleine rasche Federskizze aus den späten 1630er Jahren zugewiesen, die den knienden Jakob im Gebet zeigt. Sie gehört in einen Zusammenhang mit zwei weiteren Zeichnungen der gleichen Art und wird in die späten 1630er Jahre datiert (Taxe 9.000 EUR). Der Nürnberger Renaissance-Maler Virgil Solis entpuppt sich bei einem Adler auf einem Baumstrunk als versierter Zeichner von Tieren (Taxe 6.000 EUR).

Bei den Blättern mit etwas kleineren Preisen ist Jacob Weyers Rötelzeichnung eines Bettlers, eines Krüppels und einer Marketenderin zu nennen, wohl ein Reflex auf die Folgen des Dreißigjährigen Krieges, der die Jugend des Hamburger Künstlers überschattet hat, ferner das Rosalba Carriera zugeschriebene Bildnis einer vornehmen Dame mit Perlenohrringen in Pastell auf blauem Papier und Georg Friedrich Schmidts wiederum gerötelte Aufnahme eines jungen Mannes mit Turban und Tonpfeife (Taxen zwischen 4.000 und 4.500 EUR). Den Schritt zum 19. Jahrhundert vollzieht Friedrich Heinrich Füger mit seiner hochklassizistischen Tuschezeichnung „Die Vestalin Tuccia mit dem Sieb“ von circa 1798 für 4.000 Euro. Die junge preußische Prinzessin Friederike Louise Wilhelmine wurde wohl von Johann Friedrich August Tischbein, dem sogenannten Leipziger Tischbein, ebenfalls gegen Ende des 18. Jahrhunderts in einem fast fragil wirkenden Pastell verewigt. Der Schätzpreis liegt hier bei 9.000 Euro, ebenso wie bei zwei Federzeichnungen, die Julius Schnorr von Carolsfeld 1858 als Illustrationsvorlagen für seine berühmte Bilderbibel anfertigte.

Die Auktion beginnt am 29. November um 11 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.bassenge.com abrufbar.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



27.11.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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