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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Moderne und zeitgenössische Kunst bei Karl & Faber in München

Leichtbekleidet ins Konzert



Stetig in die vordersten Reihen hat sich das Münchner Auktionshaus Karl & Faber während der vergangenen Jahre auf dem deutschen Kunstmarkt gespielt. Auch die letzte Versteigerung in diesem Jahr mit moderner und zeitgenössischer Kunst beeindruckt durch ihre Fülle hochkarätiger Arbeiten des 20. Jahrhunderts. Mittel- und Höhepunkt bildet eine Suite von rund 130 ausgewählten Werken teils im sechsstelligen Schätzpreisbereich. Insbesondere Gabriele Münter, Meisterin des Münchner Expressionismus, hat hier wieder ihren großen Auftritt mit dem unverkennbar rasch und dunkel farbenprächtig gestalteten Stillleben „Blumen 1910“ und der 1932 datierten, weiten oberbayrischen Landschaft „Nordhang II. Staffelsee“, den der jetzige Einlieferer aus dem Nachlass der 1962 verstorbenen Künstlerin erwerben konnte. Beide Gemälde werden für 180.000 bis 220.000 Euro gehandelt. Adolf Erbslöh, dessen Neuauflage des Werkverzeichnisses Karl & Faber übrigens herausgeben, ist mit der Malpappe „St. Margarethen“ von circa 1911 mit einer berg- und baumumstandenen Kirche in leicht kubistischen Formen vertreten. Hier sind 15.000 bis 20.000 Euro vorgesehen.


Die Meister der Dresdner „Brücke“ stellen am Nachmittag des 5. Dezember vor allem Papierarbeiten, Ernst Ludwig Kirchner beispielsweise die 1920 auf gelbes Papier gedruckte Lithografie „Alptanz mit zwei Handorglern“ für 80.000 bis 90.000 Euro oder Emil Nolde zwei Aquarelle, die 1923/24 drei rote Schleierschwänze im Wasser (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und um 1940 eine nordfriesische Landschaft mit Bauernhof bei Seebüll bei Abendlicht zeigen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Zu den ältesten Arbeiten gehört Max Slevogts impressionistisches „Dachauer Moor“ im Abendrot von circa 1894 noch während der Münchner Jahre des damals rund 25jährigen Künstlers (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Ehemals in der Sammlung des Wuppertaler Unternehmers Carl Neumann beheimatet war Max Liebermanns „Konzert“ von 1923, das der Künstler aus einer der hinteren Reihe in der Loge mehr mit den Augen als mit dem Ohr verfolgt (Taxe 100.000 bis 130.000 EUR). „Im Theater“ befindet sich auch eine bemerkenswert leicht bekleidete Zuschauerin auf einem Gemälde Paul Kleinschmidts von 1931. Anspruchsvolle 120.000 bis 140.000 Euro haben Karl & Faber hier auf das Etikett geschrieben.

Lyonel Feininger, der erst mit 36 Jahren zur Malerei fand, schuf in der frühesten Phase dieser seiner künstlerischen Neuausrichtung 1907 das halbmeterbreite Ölbild „Heuhaufen bei Lobbe auf Rügen“. Der Pinselduktus erinnert an die französischen Expressionisten um André Derain und Maurice de Vlaminck, deren Werke Feininger unmittelbar selbst in Paris kennengelernt haben dürfte (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Kein Unbekannter auf dem Auktionsmarkt ist Walter Gramattés „Trinker“ auf einer Leinwand von 1922. Das aus den Fugen geratene Zimmer mit fünf Personen in unterschiedlichen Größen war vor einem Jahr bei Van Ham für 60.000 bis 80.000 Euro im Angebot und soll jetzt 50.000 bis 70.000 Euro kosten. Heinrich Maria Davringhausen schuf 1922/23 in neusachlichem Stil ein Portrait des berühmten Komponisten und Pianisten Sergei Rachmaninow, als dieser sich auf einer seiner zahlreichen Konzertreisen in Deutschland aufhielt. Konzentriert, allerdings auch etwas schlaff hockt der etwa fünfzigjährige russische Tondichter vor seinem Flügel (Taxe 50.000 bis 80.000 EUR).

Für den österreichischen Expressionismus steht Ernst Nepo mit einer sanft stillenden „Mutter mit Kind“ von 1924 und einer aufbrausenden „Föhnlandschaft am Monte Summano im Veneto“ von circa 1925, die denn auch beide aus österreichischem Privatbesitz nach München eingeliefert wurden (Taxen zwischen 30.000 und 40.000 EUR). Eine bewusste Altmeisterlichkeit, die an die Maler der sogenannten Donauschule Anfang des 16. Jahrhunderts erinnert, kennzeichnet Otto Dix’ Holztafel „Ruhe auf der Flucht I“ aus dem Jahr 1941, die das biblische Geschehen in einen abgestorbenen deutschen Wald verlegt (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Eine apokalyptische Vision scheint ebenso George Grosz’ „Peace I“ von 1945 zu sein: In einem dunklen geborstenen Waldstück wandert ein einsamer Mensch mit rot glühenden Augen einher (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Bedeutendste Plastik aus der Vorkriegszeit ist Ernst Barlachs berühmte Bronze „Spaziergänger“ von 1912 in einer von zwanzig nicht nummerierten Ausführungen für 50.000 bis 60.000 Euro.

Von Schöpfungen früherer Expressionisten, die ihrer Linie treu blieben, wie Karl Hofers „Badenden Jünglingen“ aus dem Jahr 1951 abgesehen (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR), dominierten im Nachkriegsdeutschland abstrakte Positionen. Theodor Werners kristallin-blaue Strukturen der Komposition „B 31/1950 – Monument“ (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und Gerhard Hoehmes informelle „Geburt des Gelb“ von 1956 für 30.000 bis 40.000 Euro sind dafür signifikante Beispiele. Als größter unter ihnen gilt heute Ernst Wilhelm Nay, von dem auch Karl & Faber wieder über ein bezeichnendes Augen- und Kreisbild mit dem Titel „Meditativ Rot-Blau“ aus dem späten Jahr 1964 für 130.000 bis 150.000 Euro verfügen. Als jüngeres Produkt einer Spielart der Abstrakten gelangt Victor Vasarelys punktsymmetrisches Op Art-Gemälde „Delatt“ von 1976/77 für 40.000 bis 60.000 Euro zum Aufruf. Zur zweiten Generation der Konkreten wiederum rechnet die Französin Aurélie Nemours mit ihren monochromen Rechtecken auf schwarzem Grund von 1957, betitelt mit „Château“ und bewertet mit 20.000 bis 25.000 Euro.

Eine unbetitelte Decollage Mimmo Rotellas aus der Zeit um 1960 für 40.000 bis 50.000 Euro ergänzt die ungegenständliche Kunst um eine weitere Variante. Hoch oben auf der Preisliste der Zeitgenossen stehen mit Günther Ueckers zwei Meter hohem „Nagelbaum“ von 1991 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) und Heinz Macks blauer serieller Kreidestruktur „Das Meer“ von 1982 auch zwei ZERO-Künstler (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Der 1941 geborene, aber schon 1970 durch Selbstmord umgekommene Uwe Lausen vollzog dagegen wie viele deutsche Künstler seiner Generation eine mehr oder weniger radikale Abwendung von der Abstraktion. Die beiden bei Karl & Faber für jeweils etwa 20.000 bis 30.000 Euro angebotenen Gemälde von 1964 wird man in ihrer expressiven Gestik und ihrer provokanten Bildthematik aus geschundenen Menschenkörpern freilich mögen müssen. Auch bei Maxim Kantors fast drei Meter breitem Fries „Politbüro“ von 1982/83 für 20.000 bis 25.000 Euro und Thomas Schüttes „25 Prints (Sophie)“ von 2005 für 24.000 bis 28.000 Euro steht der menschliche Körper wieder mehr im Mittelpunkt, wenngleich auf jeweils ganz unterschiedliche Art und Weise.

Die Auktion beginnt am 5. Dezember um 15:30 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 3. Dezember täglich von 10 bis 18 Uhr, am 4. Dezember von 10 bis 14 Uhr möglich.

Kontakt:

Karl & Faber Auktionen

Amiraplatz 3

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 24 22 870

Telefon:+49 (089) 221865

Telefax:+49 (089) 22 83 350

E-Mail: info@karlundfaber.de



03.12.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Taxe: 30.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

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Taxe: 80.000 - 90.000 EURO

Losnummer: 509

Walter Gramatté, Trinker, 1922

Walter Gramatté, Trinker, 1922

Taxe: 50.000 - 70.000 EURO

Losnummer: 508

Max Liebermann, Das Konzert, 1923

Max Liebermann, Das Konzert, 1923

Taxe: 100.000 - 130.000 EURO

Zuschlag: 230.000,- EURO

Losnummer: 521

Ernst Barlach, Der Spaziergänger, 1912

Ernst Barlach, Der Spaziergänger, 1912

Taxe: 50.000 - 60.000 EURO

Zuschlag: 36.000,- EURO

Losnummer: 529




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