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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Alte und Neuere Meister bei Lempertz in Köln

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Catharina van Hemessen, Ruhe auf der Flucht

Catharina van Hemessen, Ruhe auf der Flucht

Frauen unter den vielen männlichen Malern früherer Jahrhunderte haben Seltenheitswert. Sofonisba Anguissola wäre hier zu nennen oder Artemisia Gentileschi, bei den alten Niederländern vielleicht Judith Leyster, Maria van Oosterwijck oder Rachel Ruysch. Diese Damen haben es ins kollektive Gedächtnis mindestens einer etwas näher interessierten Kunstöffentlichkeit geschafft und waren durchaus schon zu Lebzeiten teils weitberühmt. Ihnen gesellt sich nun die Antwerpener Künstlerin Catharina van Hemessen hinzu, die 1527/28 als Tochter des Malers Jan Sanders van Hemessen geboren wurde und ab den frühen 1550er Jahren aus der historischen und künstlerischen Überlieferung verschwindet. Bei Lempertz sorgte sie jetzt für eine regelrechte Sensation. Das Kölner Auktionshaus hatte auf seiner vergangenen Versteigerung Alter und Neuerer eine rund 75 Zentimeter hohe „Ruhe auf der Flucht“ im Programm und im Vorfeld mit lediglich 25.000 bis 28.000 Euro angesetzt. Das angeregte Bietgefecht um das bisher in der Literatur unbekannte Gemälde entschied ein Pariser Kunsthändler bei 420.000 Euro für sich. Das ist mit deutlichem Abstand neuer Auktionsrekord im kleinen Œuvre Catharina van Hemessens.


Alte Meister

Hemessens Holztafel war der unumstrittene Höhepunkt der Versteigerung Alter Meister und Kunst des 19ten Jahrhunderts, bei der lange nicht Alles so rund lief. Das Angebot war breit und hochpreisig, wurde jedoch nicht durchgängig so angenommen, wie Lempertz sich das gewünscht hatte. So schloss die Auktion mit einer nur durchschnittlichen losbezogenen Verkaufsquote von 47,5 Prozent ab. Auch von den zahlreichen Offerten der Sammlung Gustav Rau, die Lempertz unter Verzicht auf das Aufgeld zugunsten von UNICEF versteigerte, blieb so Manches unveräußert liegen, etwa Gaspar de Crayers großformatige „Beweinung Christi“ für 70.000 bis 100.000 Euro oder Carlo Innocenzo Carlones brillante Ölskizze „Die Weisheit geleitet Herkules in den Olymp“ für ein Deckengemälde in Como im Schätzwert von 50.000 bis 60.000 Euro. Manches andere musste sich mit bescheideneren Zuschlägen begnügen, als vorgesehen war, so Jan van Kessels d.J. großer Gemüsehaufen, der sich nach reichlicher Ernte in der Landschaft findet und doch nur auf 90.000 Euro anschwoll (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR).

Den höchsten Flächendurchschnittspreis dürfte Hans Bols in Gouache auf Papier gemalte Winterlandschaft erzielt haben: Der in feinster Malerei ausgeführte Tondo misst nur 6,4 Zentimeter im Durchmesser, kletterte aber trotzdem von 30.000 bis 40.000 Euro auf 48.000 Euro. 75.000 Euro spülte Jacques des Rousseaux’ Verbildlichung des Apostels Paulus beim Bibelstudium (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR), 155.000 Euro Melchior de Hondecoeters Ölstudie mehrerer Küken in unterschiedlichen Haltungen in die Kassen des Kinderhilfswerks. Hier schlug ein Amsterdamer Museum zu (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). Höhepunkt der Sammlung Rau wurde eine innige Madonna vor Brokatvorhang von Fra Filippo Lippi aus der Mitte des 15ten Jahrhunderts für 340.000 Euro (Taxe 400.000 bis 500.000 EUR). Nur von Hemessens Ruhe auf der Flucht sowie von Luca Carlevarijs’ venezianischer Vedute aus dem frühen 18ten Jahrhundert mit Blick über die Piazzetta auf Dogenpalast und Markuskirche für 390.000 Euro wurde die altitalienischen Tafel preislich überrundet (Taxe 350.000 bis 400.000 EUR).

Jan Brueghels d.Ä. weite Wald- und Flusslandschaft mit Venus und Adonis für 180.000 bis 220.000 Euro, Anton Goubaus südlicher, gut bevölkerter Markt an einem fantasievollen Hafen von 1670 für 110.000 bis 130.000 Euro und Meindert Hobbemas ruhige Baumgruppe an am Fluss nahe einem Dorf für 110.000 bis 120.000 Euro gehörten zu den schmerzlichen Rückgängen der Auktion. In einigen anderen Fällen wurden die Schätzpreise leicht unterschritten, etwa bei Josse de Mompers d.J. großer weiter Berglandschaft mit heimkehrenden Hirten samt Rinderherde für 70.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR) oder Gerard de Lairesses „Hommage an Venus“ in einer vornehmen Gartenlandschaft mit künstlicher Ruinenarchitektur für 75.000 Euro (Taxe 80.000 bis 100.000 EUR). Auch Jan Breughels d.J. belebte Dorflandschaft mit Pferdetränke um 1640 und sein 1641 datierter Waldrand mit einer „Allegorie des Wassers“, zu der wohl ein Maler aus der Nachfolge Hendrik van Balens die Figuren beigesteuert hat, schlossen mit 110.000 Euro und 100.000 Euro jeweils etwas unterhalb der Erwartungen ab. Seine derb-brutale Versinnbildlichung des Krieges mit kämpfenden Tieren inmitten einer mitleiderregenden Ruinenlandschaft erreichte dann aber 58.000 Euro (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Die obere Grenze von 90.000 bis 110.000 Euro schaffte Gerard Seghers’ „Mariae Verkündigung“ auf einer über zwei Meter breiten Leinwand, die sich bis 1800 an einem Seitenaltar der Jesuitenkirche St. Michael in Kortrijk befand. Francesco Solimenas mythologische „Leda mit dem Schwan“ aus dem beginnenden 18. Jahrhundert konnte sich leicht von 50.000 bis 70.000 Euro auf 72.000 Euro verbessern. Unter den Stillleben ist Frans Ykens’ großformatiges Kücheninterieur mit allerlei Speisen sowie einem Ausblick auf die biblische Szene Christi bei Maria und Martha für 90.000 Euro zu nennen (Taxe 90.000 bis 110.000 EUR). Unerwartet begehrt war ein bärtiger Herr mittleren Alters in prächtiger Renaissancetracht, den Leandro Bassano um 1600 mit selbstbewusstem offenem Blick dem Betrachter gegenüberstellte. Die Attraktivität des Bildes beruht vielleicht auch auf der früheren Inhaberschaft: Otto und Mathilde Wesendonck, ersterer Freund und letztere wohl Geliebte des berühmten Komponisten Richard Wagner, nannten das Bildnis einst ihr Eigen, das jetzt von 30.000 bis 35.000 Euro auf 80.000 Euro schoss.

Neuere Meister

Mit einem Paukenschlag begann die Versteigerung der Abteilung Neuere Meister: Ein Quartett von vier nachweislich zusammengehörigen Spätwerken des deutschrömischen Landschaftsmalers Jakob Philipp Hackert aus den Jahren 1805 und 1806 wurde von deutschem Handel für insgesamt 480.000 Euro übernommen. Der aus Prenzlau stammende Meister hatte hier noch einmal alle Register seiner wohlausgewogenen klassizistischen Landschaftskunst gezogen, mit dem Golf von Pozzuoli, dem Wasserfall bei Sessa Aurunca, der Kirche Santa Maria dei Miracoli in Scafati bei Nocera Inferiore und der zwischen grünen Hügeln gelegenen Abtei von Vallombrosa aber ein durchaus breites Motivspektrum gewählt. Insgesamt freilich waren die Preise bei den Neueren etwas bescheidener: 21.000 Euro für Gabriel von Max’ antikisch gewandete junge Frau bei der Totenklage „In memoriam“ von 1892 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) und 40.000 Euro für Ivan Konstantinovich Ajvazovskijs nächtliche Ansicht der Krim bei hellem Mondschein von circa 1895 machten vor allem durch gute Wertsteigerungen auf sich aufmerksam (Taxe 25.000 bis 28.000 EUR).

Barend Cornelis Koekkoeks prachtvolle Sommerlandschaft mit einer großen Baumgruppe am Weiher von 1850 musste bei 130.000 bis 170.000 Euro an den deutschen Einlieferer zurück. Sein ebenfalls in altmeisterlicher Tradition stehender Landsmann Andreas Schelfhout blieb mit seiner 1837 geschaffenen Strandansicht von Scheveningen, wo später auch Max Liebermann so gern weilte, an 80.000 Euro hängen (Taxe 100.000 bis 120.000 EUR). So konnte sich Oswald Achenbachs „Fußweg von Ariccia nach Albano mit Ausblick auf die römische Campagna“ von 1893 bei 95.000 Euro hinter Hackerts Quartett an die Zuschlagsspitze setzen (Taxe 80.000 bis 90.000 EUR). Eine Überraschung bot Ernst Ferdinand Oehmes feines Aquarell einer Harzlandschaft von 1827: Bescheiden auf 1.800 auf 2.500 Euro taxiert, ließ sich das gut zwanzig Zentimeter breite Blatt erst bei 21.000 Euro bitten. Aus der Sammlung Rau sollten eigentliche Henri Fantin-Latours „Chrysanthemen in einem irdenen Krug“ von 1872 und Eugène Delacroix’ kleine Rubens-Kopie „Satyr und Nymphe“ den Hauptgewinn davontragen, scheiterten aber an 200.000 bis 350.000 Euro und 140.000 bis 180.000 Euro. Immerhin Honoré Daumiers vollrunde Bronzebüste König Ludwigs XIV. von circa 1846/50 in einem rund hundert Jahre späteren Valsuani-Nachguss verbuchte 36.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR).

Skulpturen und Zeichnungen

Bemerkenswert gut lief die Versteigerung alter Skulpturen. Gleich zwei sechsstellige Preise konnten Lempertz und die Sammlung Rau hier verbuchen: 100.000 Euro für das norditalienische Steinrelief einer thronenden Madonna mit zwei Engeln aus der Mitte des 15ten Jahrhunderts (Taxe 120.000 bis 160.000 EUR), und unerwartete 180.000 Euro für eine stehenden Elfenbeinmadonna des 14ten Jahrhunderts aus dem Maasgebiet, die belgischer Handel bewilligte (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Das eigentliche Hauptlos, eine nordfranzösische Kalksteinmadonna ebenfalls aus dem mittleren 14ten Jahrhundert für 200.000 bis 300.000 Euro, blieb zwar unveräußert, doch mit 95.000 Euro für eine gleichfalls von dort stammende Maria lactans aus der Zeit um 1380/90 (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), 40.000 Euro für einen heiligen Bischof aus dem burgundischen Raum etwa der gleichen Zeit (Taxe 35.000 bis 50.000 EUR) und 45.000 Euro für einen wohl französischen Ritter Georg der Frührenaissance im Kampf gegen den Drachen kam für UNICEF doch Einiges zusammen (Taxe 50.000 bis 60.000 EUR). Durchschnittlich kleinere Preise kamen bei den Zeichnungen zustande, doch 33.000 Euro für eine zechende und raufende Bauerngesellschaft von Adriaen van Ostade, wie sie im Buche steht, ließen auch hier keineswegs Langeweile aufkommen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



23.12.2013

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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