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Die Hamburger Kunsthalle widmet sich Privatsammlungen aus dem frühen 20. Jahrhundert

Sammelleidenschaft in Hamburg



Das private Sammeln von Kunst hat in Hamburg eine lange Tradition. Diese Tatsache ist überraschend und bislang noch nie umfassend untersucht worden. So befand sich bis zu ihrer Versteigerung im Jahre 1912 mit der Sammlung von Consul Eduard F. Weber die bedeutendste private Galerie Alter Meister in Deutschland in der Hansestadt. Nun wirft die Hamburger Kunsthalle bis zum 17. Juni einen Blick in ehemalige Privatsammlungen Hamburger Bürger und hebt damit einen Schatz hanseatischer Kulturgeschichte.


Die Ausstellung „Picasso, Beckmann, Nolde und die Moderne – Aus frühen Privatsammlungen in Hamburg“ selbst konzentriert sich auf das Thema des Sammelns von moderner, d.h. damalig zeitgenössischer Kunst. Denn auch hier haben die Privatsammler Hamburgs wichtige, auch bahnbrechende Sammlungen zusammengetragen.

So hing in dem Haus des Kaufmanns Max Leon Flemming das Gemälde „Vase“, das Pablo Picasso 1908 malte. Heute ist es eines der Glanzstücke des Museum of Modern Art in New York. Denn Flemming musste, ausgelöst durch die Weltwirtschaftskrise 1928, seine Sammlung verkaufen, die auch noch Bilder von Macke, Chagall, Hodler, Kandinsky, Nolde, Pechstein oder Rousseau enthielt.

Die Geschichte der zeitgenössischen Kunst vom französischen Impressionismus, dem Expressionismus in Deutschland bis hin zur Abstraktion war in den Hamburger Sammlungen mit Hauptwerken dokumentiert. Ebenso wäre ohne das frühe, engagierte Eintreten von Sammlerpersönlichkeiten wie Landgerichtsrat Gustav Schiefler, dem Ehepaar Martha und Paul Rauert, der Kunsthistorikerin Rosa Schapire, und vielen anderen die Entwicklung der modernen Kunst in Deutschland nicht vorstellbar. So erwarb beispielsweise der Blankeneser Händler Heinrich Hudtwalcker über sein Büro in Oslo 30 Gemälde Edvard Munchs und unterstützte später den deutsch-norwegischen Maler Rolf Nesch. Ein anderes Beispiel ist der Bier-Exporteur Henry Simms, der eine Vorliebe für den Schweizer Symbolisten Ferdinand Hodler hatte und 26 Werke sein eigen nannte.

Obwohl Alfred Lichtwark, der erste Direktor der Hamburger Kunsthalle, ein Verfechter der modernen Kunst war und impressionistische Gemälde für das Museum erwarb, haben die Privatsammler weitgehend unabhängig von der Kunsthalle und selbständig ihre Sammlungen aufgebaut, die somit immer einen eigenständigen Charakter behielten. Oft waren sie es auch, die die Bedeutung eines Künstlers als erste erkannten und dann auch Kunstwerke von ihnen kauften. Denn der bürokratische Apparat in den Museen war damals schon schwerfällig.

In einigen Fällen, so bei Behrens oder Flemming, waren die privaten Sammlungen weitaus bedeutender, als die der Kunsthalle. Die Privatsammler waren es auch, die um 1908 zuerst die Künstlergruppe "Die Brücke" in Dresden und andere moderne Entwicklungen in der Kunst entdecken und teilweise in großem Umfang erwarben.

Bis auf wenige Reste wurden nahezu alle großen Sammlungen, die in Hamburg aufgebaut wurden, bereits Ende der Zwanziger Jahre wegen der Wirtschaftskrise aufgelöst. Einen anderen Schlusspunkt in der Sammlertätigkeit setzten die Nationalsozialisten. Sie diffamierten die Kunstwerke und Künstler, die für die Entwicklung der Modernen Kunst tragend waren, beschlagnahmten die Sammlungen jüdischer Bürger und trieben sie außer Landes oder in die Konzentrationslager. So endet denn die Schau auch mit dem Jahr 1933.

Die Sammler wurden so zu den Wegbereitern der modernen Kunst. Die Ausstellung in der Hamburger Kunsthalle will die Bedeutung der ehemaligen Sammlungen hervorheben und in einer Auswahl 200 der qualitätvollsten Werke, die sich einstmals in Hamburger Privatbesitz befunden haben, an dieses vergessene Kapitel Hanseatischer Kulturgeschichte erinnern.

In der Ausstellung werden Gemälde, Plastiken und Druckgrafik von den französischen Impressionisten, u. a. von Edouard Manet, Claude Monet und Paul Cézanne, ihren deutschen Kollegen Max Liebermann und Lovis Corinth ebenso zu sehen sein, wie Werke von Chagall und Picasso, und von den Expressionisten Emil Nolde, Ernst Ludwig Kirchner oder Karl Schmidt-Rottluff. Außerdem wird in Fotografien dokumentiert, was und wie in den Sammlungen damals hing: meist wie in den Museen Bild an Bild, aber auch schon nach der heutigen Auffassung ein Objekt für sich, wie bei Fleming.

Die Ausstellung „Picasso, Beckmann, Nolde und die Moderne – Aus frühen Privatsammlungen in Hamburg“ geht bis zum 17. Juni und ist Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr, Donnerstag bis 21 Uhr geöffnet. Zur Ausstellung erscheint ein handbuchartiger Katalog zum Preis von 45 Mark, in dem erstmals dieses Thema dokumentiert wird.

Kontakt:

Hamburger Kunsthalle

Glockengiesserwall

DE-20095 Hamburg

Telefon:+49 (040) 428 131 200

Telefax:+49 (040) 428 543 409



23.03.2001

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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