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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Gemälde Alter und Neuerer Meister sowie Antiquitäten im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Gratulanten aller Arten



Friedrich von Amerling, Mädchen mit Strohhut, um 1835

Friedrich von Amerling, Mädchen mit Strohhut, um 1835

Das Wiener Biedermeier hatte seinen glanzvollen Auftritt auf den großen Herbstversteigerungen des Wiener Auktionshauses im Kinsky. Zum zwanzigjährigen Bestehen gratulierten zwei junge Damen dem Unternehmen jeweils auf unterschiedliche Weise. Ferdinand Georg Waldmüllers „Veilchenmädchen“ aus des Künstlers letztem Lebensjahr 1865 schreitet fröhlich lächelnd auf den Betrachter zu und reicht ihm ein Sträußlein ihrer selbstgepflückten ersten Frühlingsboten entgegen. Auch geschäftlich erwies sich das Bild als Erfolg. Bei einer Schätzung von 130.000 bis 250.000 Euro konnte das Auktionshaus für die knapp sechzig Zentimeter hohe Holztafel 150.000 Euro erzielen. Die andere Dame gibt sich etwas weniger kontaktfreudig, sondern schaut versonnen träumend nach links aus dem Bild heraus. Es ist Friedrich von Amerlings „Mädchen mit Strohhut“, eine von mehreren Fassungen desselben Motivs aus der Mitte der 1830er Jahre, die in einem anderen Fall schon einmal in Millionenhöhe stiegen. Das Kinsky musste sich mit etwas weniger bescheiden: 100.000 Euro am unteren Rand der Schätzung konnten das Auktionshaus und Einlieferer für die mit dem Waldmüller-Bild fast formatgleiche Darstellung verbuchen.


Neuere Meister

In der Gesamtbilanz dieses dreitägigen Veranstaltungsreigens, der dem Auktionshaus das bislang beste Einspielergebnis von insgesamt knapp 10 Millionen Euro bescherte, nahmen die Neueren Meister einen bedeutenden Anteil ein. Neben den beiden Biedermeierbildern glänzten vor allem das späte 19. und frühe 20. Jahrhundert mit hervorragenden Ergebnissen. Allen voran steht hier die Künstlerin Olga Wisinger-Florian mit einem Paar großer, annähernd formatgleicher Leinwände, die sich landschaftlichen Motiven in Licht und Farbe unterschiedlicher Jahreszeiten widmen. Die sommerliche Ulmenallee im Park des Klosters Euxinograd bei Varna am Schwarzen Meer von 1911 konnte das Kinsky für 140.000 Euro losschlagen (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR), die herbstliche Platanenallee im Schlosspark von Alcsuth in Ungarn, 1909/10 gemalt, erlöste 115.000 Euro (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR). Weitere Werke impressionistischer Meister waren Marie Egners blühender Hausgarten in der Wachau um 1905 für 32.000 Euro und Franz Richard Unterbergers Mitbringsel aus London mit dem dunstig-rußigen Blick über die Themse auf die Pauls-Kathedrale für 30.000 Euro (Taxen je 15.000 bis 30.000 EUR).

65.000 Euro erzielte die schon recht weit ausgearbeitete Ölstudie eines knienden Bauern, mit der Albin Egger-Lienz 1894/96 ein Detail seines großes Bildes „Ave Maria nach der Schlacht am Bergisel“ vorbereitet hat (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Keinen Erfolg hatte man dagegen mit zwei hochkarätigen Gemälden Friedrich Gauermann. Weder das Frühwerk „Die Leinersäge beim Lachenbauer“ des etwa 19jährigen Akademieschülers aus dem Jahr 1826 (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR) noch seine spätere „Heimkehr einer Herde bei aufziehendem Gewitter“ von 1853 für 70.000 bis 140.000 Euro fand einen Abnehmer. Erfolgreich behaupteten sich dagegen Carl Wilhelm Götzloffs klassische Italienlandschaft mit Blick aus einer Grotte über ein betendes Paar hinweg auf die Amalfi-Küste bei 25.000 Euro (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR) und bei 65.000 Euro ein penibles Aquarell, mit dem Rudolf von Alt 1853 den berühmten Turm auf der Kleinseite am Ende der Prager Karlsbrücke samt zahlreicher Figurenstaffage abkonterfeite (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR).

33.000 Euro war einem Bieter der jemenitische Toraschreiber wert, den der jüdische Maler Lazar Krestin 1910 in gemäßigt avantgardistischer Formensprache auf einer ein Meter im Quadrat großen Leinwand festhielt (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Taxgerecht verabschiedeten sich Carl Schuchs dunkle Landschaft mit einem Ententeich und einigen Baumstämmen um 1880 bei 32.000 Euro und Eugen Jettels ebenso stille „Dorfstraße mit trinkenden Pferden“ von 1897 bei 25.000 Euro. Größere Begehrlichkeiten richteten sich dann auf ein Gemälde des kaum bekannten Gottlieb Theodor von Kempf-Hartenkampf, der als Schüler an der Wiener Akademie unter anderem bei Julius Victor Berger und Leopold Carl Müller der symbolistischen Richtung zugeordnet werden kann. Seine geheimnisvolle Szene „Die Belauschung“ ist dafür ein schönes Beispiel: Eine junge Frau scheint gerade Zwiesprache mit einem kultischen Bildwerk zu halten und wird dabei von einer anderen, hinter einem Vorhang versteckten Person behorcht. Szenisch gut gemacht, kompositorisch interessant gegliedert durch starke vertikale und horizontale Bildachsen sowie nicht zuletzt technisch hervorragend bewältigt, zog die Leinwand zu Recht große Aufmerksamkeit auf sich und wurde schließlich für 38.000 Euro weitervermittelt (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR).

Alte Meister

Bei den Alten Meistern, die sich losbezogen nur bei rund 40 Prozent davonmachten und damit 20 Prozent unter den Neueren Meistern lagen, ging es oft seltsam zu. Vermeintliche Favoriten wie eine vielgestaltige Waldlandschaft Jan Breughels d.J. aus den mittleren 1630er Jahren, in der sich Weingott Bacchus und sein großes Gefolge mit Wein, Tanz und Spiel amüsieren, fielen durch (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR), anderes wurde weit über den Erwartungen weitervermittelt. Das betraf insbesondere ein großformatiges Gemälde, das eine Ansicht der osmanischen Großstadt Konstantinopel in der Zeit kurz nach der Mitte des 17. Jahrhunderts zeigt und dem ansonsten wenig bekannten und erforschten Niederländer Hans de Jode zugeschrieben wird. Hier machte sich wieder der Exotikfaktor wohltätig bemerkbar, denn statt 15.000 bis 30.000 Euro zahlte ein französischer Bieter stolze 110.000 Euro für die in dumpfes Abendlicht sich hüllende Stadtansicht. Erst bei 45.000 Euro schlug der Hammer für Johann Baptist Lampis d.Ä. Verbildlichung der antiken Jugendgöttin Hebe in Form einer hübschen jungen Frau mit goldener Kanne aufs Pult (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR).

Von 15.000 bis 30.000 Euro auf 55.000 Euro kletterte ein Paar kleiner querformatiger Holztafeln, die der Böhme Norbert Joseph Carl Grund um die Mitte des 18. Jahrhunderts mit Personen beim Eislaufen und Schlittenfahren bemalte. Die altniederländische Tradition der winterlichen Eisvergnügen fand hier eine anmutige Neuinterpretation durch die Zeit des Rokoko. 45.000 Euro für eine erdige Landschaft mit drei Landleuten Jan van Goyens aus dem Jahr 1642 (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR), 90.000 Euro für Nicolaes Berchems südlichen Hafen mit eleganter Figurenstaffage auf einer stark querovalen Leinwand der Zeit um 1660 (Taxe 70.000 bis 120.000 EUR) und 78.000 Euro für ein Paar klassizistischer Blumenstilleben des Wiener Porzellanmalers Johann Baptist Drechsler konnte das Kinsky ebenfalls auf der Habenseite verbuchen (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Die obere Taxe von 30.000 Euro schaffte ein um 1560 geschaffenes Bildnis Francescos I. de’ Medici aus der Hand Tommaso Manzuolis.

Antiquitäten

Ein nettes Gratulantenpaar zur Jubiläumsauktion hatte sich bei den Skulpturen und Antiquitäten eingefunden: Papst und Mönch knien betend nieder und schauen lächelnd beseelt in die Höhe. Als Titellos machten die beiden Herren des Südtiroler Bildschnitzers mit dem Notnamen „Meister von Heiligenblut“ um 1520 bei 28.000 Euro eine neue Bekanntschaft (Taxe 20.000 bis 40.000 EUR). Die eigentliche Sensation der Abteilung, in der die losbezogene Zuschlagsquote ebenfalls bei rund 40 Prozent lag, war jedoch ein byzantinischer Ring in Steigbügelform, der trotz seines kleinen Formats prachtvoll mit Cloisonné geschmückt ist und vermutlich schon fast tausend Jahre auf dem Buckel hat. Ein amerikanisches Museum setzte sich gehörig ins Zeug für diese einmalige Preziose und bewilligte schließlich 150.000 Euro und damit das Dreifache der oberen Taxe.

Das jüngere Kunsthandwerk entlockte im kleineren Preisbereich den Sammlern hübsche Beträge, darunter 23.000 Euro für eine alpenländische Beutelflasche aus Milchglas mit blauer diagonaler Marmorierung (Taxe 7.000 bis 14.000 EUR) und 20.000 Euro für eine Backwarenverkäuferin, die Mitte des 18. Jahrhunderts in der englischen Porzellanmanufaktur William Duesbury & Co. in Derby vom Band lief (Taxe 6.000 bis 10.000 EUR). Auch die 20.000 Euro für eine prachtvolle barocke Monstranz, die Augsburger Gold- und Silberschmied Johann David Saler gegen Ende des 17. Jahrhunderts fertigte, können sich sehen lassen (Taxe 10.000 bis 20.000 EUR). Mehrere Vanitas-Artefakte machten in der Auktion darauf aufmerksam, dass alle irdische Pracht hinfällig ist, darunter auch ein kleines Gemälde mit Uhr, verlöschter Kerze, kaputter Fidel und zwei zentral platzierten Totenköpfen. Trotz seines Themas war das aus Deutschland oder Flandern stammende Werk des 17. Jahrhunderts mit 18.000 Euro begehrt (Taxe 12.000 bis 20.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



26.01.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Gratulanten allerorten

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Friedrich von Amerling, Mädchen mit Strohhut, um 1835
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Johann
 Baptist Lampi d.Ä., Hebe
Johann Baptist Lampi d.Ä., Hebe

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Johann Baptist Drechsler, Blumenstillleben mit Schmetterling und Blaumeise – Blumenstillleben mit Schmetterling und Fink, 1796
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Tommaso Manzuoli, genannt Maso da San Friano, Francesco I. de’ Medici, um 1560
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Jan van Goyen, Landschaft mit drei Landleuten, 1642
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Nicolaes Berchem, Südlicher Hafen mit eleganter Staffage, um 1660
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Jan van Goyen, Landschaft mit drei Landleuten, 1642

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Taxe: 40.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 16

Albin Egger-Lienz, Kniender Bauer, 1894/96

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Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 145

Steigbügelform, Byzanz, Mitte 11. Jahrhundert

Steigbügelform, Byzanz, Mitte 11. Jahrhundert

Taxe: 25.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 225

Ferdinand Georg Waldmüller, Das Veilchenmädchen, 1865

Ferdinand Georg Waldmüller, Das Veilchenmädchen, 1865

Taxe: 130.000 - 250.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 107

Johann Baptist Lampi d.Ä., Hebe

Johann Baptist Lampi d.Ä., Hebe

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 62

Tommaso Manzuoli, genannt Maso da San Friano, Francesco I. de’ Medici, um 1560

Tommaso Manzuoli, genannt Maso da San Friano, Francesco I. de’ Medici, um 1560

Taxe: 15.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 30.000,- EURO

Losnummer: 1

Meister von Heiligenblut, Heiliger Papst und heiliger Mönch, Brixen um 1520

Meister von Heiligenblut, Heiliger Papst und heiliger Mönch, Brixen um 1520

Taxe: 20.000 - 40.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 201

Rudolf von Alt, Brückenturm auf der Kleinseite in Prag, um 1853

Rudolf von Alt, Brückenturm auf der Kleinseite in Prag, um 1853

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 140

Nicolaes Berchem, Südlicher Hafen mit eleganter Staffage, um 1660

Nicolaes Berchem, Südlicher Hafen mit eleganter Staffage, um 1660

Taxe: 70.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 17

Johann Baptist Drechsler, Blumenstillleben mit Schmetterling und Blaumeise – Blumenstillleben mit Schmetterling und Fink, 1796

Johann Baptist Drechsler, Blumenstillleben mit Schmetterling und Blaumeise – Blumenstillleben mit Schmetterling und Fink, 1796

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 78.000,- EURO

Losnummer: 57

Olga Wisinger-Florian, Ulmenallee im Park des Klosters Euxinograd bei Varna am Schwarzen Meer, 1911

Olga Wisinger-Florian, Ulmenallee im Park des Klosters Euxinograd bei Varna am Schwarzen Meer, 1911

Taxe: 150.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 140.000,- EURO

Losnummer: 184

Olga Wisinger-Florian, Herbstliche Platanenallee im Schlosspark von Alcsuth in Ungarn, 1909/10

Olga Wisinger-Florian, Herbstliche Platanenallee im Schlosspark von Alcsuth in Ungarn, 1909/10

Taxe: 100.000 - 200.000 EURO

Zuschlag: 115.000,- EURO

Losnummer: 183




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