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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Vor allem die Kunst der Renaissance überzeugte bei den Alten Meister von Christie’s in New York

Höhepunkt der Buchmalerei



The Rothschild Prayerbook, Gent oder Brügge, um 1505/10

The Rothschild Prayerbook, Gent oder Brügge, um 1505/10

Alte Meister haben es schwer zurzeit im internationalen Geschäft mit Kunst und Antiquitäten. Mitunter muss man sich etwas einfallen lassen, um das Interesse der Reichen dieser Welt auf die Schätze vergangener Jahrhundert zu lenken. Das Auktionshaus Christie’s hat es vor einigen Tagen in New York durchaus mit Erfolg versucht, indem es einen Großteil seiner Einlieferungen alter Malereien und Skulpturen in einer eigenen Auktion mit entsprechendem Sonderkatalog unter dem zugkräftigen Stichwort „Renaissance“ dem kaufkräftigen Publikum präsentierte – mit einigem Erfolg: Fast 45 Millionen Dollar konnte das Unternehmen mit den 49 Verkäufen von 72 Angeboten umsetzen, fast dreimal so viel wie mit den übrigen Werken Alter Meister. Fünf Millionenwerte gelangen dabei, einer davon jenseits der 10-Millionen-Dollar-Marke.


Vorrang hatten zunächst die italienischen Meister mit einer Reihe bedeutender Namen insbesondere aus der Glanzzeit des toskanischen Kulturraumes. Aus der Werkstatt des Alessandro di Mariano Filipepi – besser bekannt unter dem Namen Sandro Botticelli – stammten zwei wunderbare, schweigsam-erhabene Madonnen in vornehmen Renaissancearchitekturen, eine davon aus dem Besitz des Metropolitan Museum of Art in New York. Mit 620.000 Dollar und 580.000 Dollar wurden hier die Schätzpreise erreicht oder sogar übertroffen. Ein weiteres, nach Meinung der Experten eigenhändiges Werk des Meisters war bislang nur Insidern bekannt und wurde vor dieser Auktion offenbar weder in der Literatur besprochen noch öffentlich ausgestellt. Umso größer war jetzt das Interesse für die in die Ferne blickende junge Maria in weitem Umhang mit dem Jesusknaben auf den Armen, das die Werkzeuge seines späteren Leidens bereits in Händen hält: Auf 1,4 Millionen Dollar verdoppelte sich die untere Schätzung für die knapp siebzig Zentimeter hohe Holztafel.

Derart erfreuliche Steigerungen konnte Christie’s allerdings nicht überall erzielen. Mit den ältesten Arbeiten, die noch großzügig der Renaissance zugeordnet waren, obwohl strenge Stilkritiker darin vielleicht noch Werke der ausgehenden Gotik erblicken mochten, hatte das Auktionshaus nicht den gleichen Erfolg. Von den annähernd zehn Werken dieser italienischen Meister des 14. und frühen 15. Jahrhunderts blieb ein großer Teil unveräußert liegen, andere wurden teils weit unterhalb der Erwartungen zugeschlagen. Eine etwas distanzierte Maria lactans des Sienesen Paolo di Giovanni Fei wohl gegen 1390/1400 musste sich beispielsweise mit 480.000 Dollar begnügen (Taxe 600.000 bis 800.000 USD), eine herrliche Arbeit des etwas jüngeren Florentiners Battista di Biagio Sanguigni mit weiß fließendem blauem Mantel und zwei kleinen stilisierten Blumensträußen zu Füßen der heiligen Mutter kam nur auf 650.000 Dollar (Taxe 800.000 bis 1 Million USD).

Bei den italienischen Millionenwerten gab es zunächst eine Enttäuschung: Lorenzo Lottos Heilige Familie mit Katharina von Alexandrien aus einer New Yorker Privatsammlung fiel bei 2 bis 3 Millionen Dollar durch. Besser lief es für Jacopo Bassanos Anbetung der Hirten. Zwar wurden auch für diese wohl um 1562/63 entstandene Leinwand die anvisierten 8 bis 12 Millionen Dollar nicht ganz erreicht, mit 7,8 Millionen Dollar konnte Christie’s für den Maler, der mit Nachnamen eigentlich da Ponte hieß und nur nach seinem Geburtsort benannt wurde, souverän einen neuen Auktionsrekord aufstellen. 580.000 Dollar und 600.000 Dollar lauteten die Ergebnisse für eine weitere Version der heiligen Katharina von Alexandrien von Jacopino del Conte (Taxe 700.000 bis 1 Million USD) und ein Jugendbildnis des Medici-Herzogs Cosimo I. von Jacopo Carucci, genannt Pontormo (Taxe 300.000 bis 500.000 USD), das erst im Juli 2009 bei Sotheby’s in London 420.000 Pfund erzielen konnte.

Bei den alten Niederländern bestach zunächst eine außerordentlich detailreiche, noch an Jan van Eyck und seine Feinmalerei erinnernde Tafel mit der sitzenden Madonna und je zwei Heiligen zu ihrer Seite in einer weiten, von allerlei Burgen beherrschten Landschaft. Der Name ihres Schöpfers ist unbekannt und wird nur mit dem Notnamen „Meister der pausbäckigen Madonnen“ umschrieben. Zu Beginn des 16. Jahrhunderts bemalte er in Brügge die knapp 130 Zentimeter breite Holztafel, die jetzt für 780.000 Dollar den Besitzer wechselte (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Nicht viel früher dürfte Jan Provosts Verbildlichung der Mariä Verkündigung geschaffen worden sein, die den frohe Botschaft bringenden Erzengel Gabriel auf den Eingangsstufen zu Mariä Betstüblein zeigt. Die während der vergangenen Jahrzehnte schon in verschiedenen Museen aufbewahrte Tafel wurde für 3,1 Millionen Dollar und damit zum Auktionsrekord für Provost weitervermittelt (Taxe 2 bis 4 Millionen USD). Demselben Kunstkreis entstammte das Hauptlos der Auktion, ein reich mit ganzseitigen, höchst qualitätvollen Malereien geschmücktes flämisches Stundenbuch mit prominenter Rothschild-Provenienz. Zur unteren Schätzung von 12 Millionen Dollar ging es an einen Privatsammler aus Europa und bestätigte damit zum zweiten Mal nach 1999, als es in einer Londoner Auktion die Rothschild-Sammlung schon damals zierte, seine Spitzenposition als wertvollste illuminierte Handschrift.

Teuerster deutscher Künstler wurde nicht, wie Christie’s etwas selbstbewusst erhofft hatte, Christoph Amberger mit seinem Portrait der Augsburger Patrizierfrau Barbara Schwarz (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), sondern die Werkstatt der beiden Lucas Cranachs in Wittenberg mit einer bildlichen Erklärung von Luthers Rechtfertigungslehre aus dem Jahr 1536 bei 1,85 Millionen Dollar (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Ein kleines Landschaftsbild, ein Fragment aus einem größeren Zusammenhang von Cranach Vater, blieb bei 1 bis 1,5 Millionen Dollar dagegen liegen. Ein zeitgenössischer Druck von Albrecht Dürers berühmtem Kupferstich „Adam und Eva“ aus dem Jahr 1504 schaffte 380.000 Dollar (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Eingestreut hatte Christie’s auch skulpturale Arbeiten. Aus der Werkstatt des Florentiners Andrea della Robbia etwa konnte man das bemalte Terrakottarelief mit der Darstellung des gelehrten Kirchenvaters Hieronymus anbieten. Es ging zur unteren Schätzung von 400.000 Dollar weg. Eine farbig gefasste, zarte Madonnenbüste aus der Werkstatt des Florentiners Lorenzo Ghiberti kletterte auf 110.000 Dollar (Taxe 50.000 bis 80.000 USD).

Gegenüber den Renaissance-Künstlern nahmen sich die übrigen Offerten beinahe bescheiden aus. Nur zwei Millionenpreise konnten hier erreicht werden, davon aber immerhin ein unerwartet hoher mit dem Rekordwert von 3,1 Millionen Dollar für Giovanni Domenico Tiepolos „Tanzende Hunde“, eine ungemein reizvolle Impression venezianischer Heiterkeit, entstanden allerdings wohl zu Beginn der spanischen Schaffensphase des Meisters um 1762 (Taxe 2 bis 3 Millionen USD). 1,3 Millionen Dollar gab es für Frans van Mieris’ I. „Reisenden bei der Rast“, eine kleine Kupfertafel aus der Eric Martin Wunsch Collection, die ob ihrer Realitätsnähe beeindruckte (Taxe 1,5 bis 2,5 Millionen USD). Aus der gleichen Sammlung stammte David Teniers’ d.J. Kartenspieler, die ähnlich wie der Mieris viele Jahrzehnte lang in England beheimatet war und jetzt bei 750.000 Dollar einen neuen Inhaber fand (Taxe 400.000 bis 600.000 USD). Mit ihrer unmittelbaren Direktheit überzeugten noch Adriaen van Ostades alte einfache Frau zu 500.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 800.000 USD) und Cornelis Begas junge Frau beim Cisterspielen zu 200.000 Dollar (Taxe 200.000 bis 300.000 USD).

Italiener und Niederländer teilten sich auch sonst die meisten hohen Zuschläge, mussten aber auch Federn lassen, etwa bei Ferdinand Bols Dreiviertelbildnis eines reichgeschmückten Mannes mit lang wallendem Haar für 1,5 bis 2,5 Millionen Dollar oder dem Selbstportrait der seinerzeit wohl berühmtesten Barockmalerin Artemisia Gentileschi als Lautenspielerin aus der Zeit um 1616/17 für 3 bis 5 Millionen Dollar. Steigerungen wie die von 300.000 bis 500.000 auf den neuen Spitzenpreis von 720.000 Dollar für Agostino Carraccis fast schon makabres Portrait der Olimpia Luna Zoppio als Judith und ihres Gatten Melchiorre Zoppio als geköpftem Holofernes hatten schon fast Seltenheitswert. Teuerste Engländer wurden Sir William Beecheys fröhlich im Schlosspark spielende „Dashwood Children“ um 1789 für 680.000 Dollar (Taxe 250.000 bis 350.000 USD) und Jacques-Laurent Agasses Abkonterfaktur eines langen Pferdekopfes von circa 1796/98 für 650.000 Dollar (Taxe 500.000 bis 800.000 USD). Auch hier hatte Christie’s einige Skulpturen eingestreut, so unter anderem die klassizistische Bronzebüste Ludwigs XVIII. wohl von François-Joseph Bosio, die immerhin 280.000 Dollar einspielte (Taxe 30.000 bis 50.000 USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



09.02.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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