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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Um Alte Kunst, Klassische Moderne, zeitgenössische und außereuropäische Kunst sowie Antiquitäten und Kunsthandwerk dreht sich die erste „Art & Antique International“ in Frankfurt, die rund 50 Verkaufsstände beherbergt. Das Ziel ist klar: Vielfältigkeit und internationaler Austausch

Kunst im Forum



Carl Morgenstern, Blick aus dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur, 1841

Carl Morgenstern, Blick aus dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur, 1841

Gab es in Frankfurt einmal eine Kunstmesse? Man kann sich schon kaum mehr daran erinnern. Die letzte Ausgabe der „Art Frankfurt“ beziehungsweise deren kurzlebige Nachfolgeveranstaltung, die „Fine Art Fair Frankfurt“, fand 2007 statt, die „Antique Frankfurt“, deren Internetseite sich sogar noch im World Wide Web tummelt, gar schon im Jahr 2000 parallel zur Frankfurter Buchmesse. Aus beiden hat die Weilburger Messeagentur Niederlintner nun eine neue Verkaufsschau kombiniert, die seit gestern ins Forum auf dem Frankfurter Messegelände einlädt. Die viertägige „Art & Antique International“ verrät schon in ihrem Namen die intendierte Weltgewandtheit. Annemarie Niederlintner sieht sich in der Tradition des Frankfurter Kunstmessewesens und hat das Spektrum gegenüber den Vorgängermessen ausgedehnt. 2000 Jahre Kunstentwicklung will sie zeigen, angefangen bei den alten und außereuropäischen Kulturen bis hin zur zeitgenössischen Kunst.


Damit greift Niederlintner das Bedürfnis vieler Galeristen und Kunsthändler nach einer derartigen Veranstaltung auf. Die Aussteller begrüßen einhellig ihr Konzept und erhoffen sich eine erfolgreiche Schau, die dazu beiträgt, Kontakte zu knüpfen, Austausch zu pflegen und dem ein oder anderen kostbaren Stück zu einem neuen Besitzer zu verhelfen. Gerade der Frankfurter Raum mit seinem finanzstarken Publikum vertrage eine Kunstmesse, ließen viele von ihnen verlauten. Zugleich hofft man auf Kundschaft auch über die Region hinaus; so hätten sich schon Sammler aus dem Rheinland oder Ruhrgebiet ankündigt, weiß Annemarie Niederlintner zu berichten. Vom Erfolg der „Art & Antique International“ ist sie schon jetzt überzeugt. Die Veranstaltung soll regelmäßig stattfinden, für die nächsten zwei Jahre sei die helle, freundliche Halle mit ihrem vornehmen Parkettboden bereits reserviert.

Was erwartet den Kunstfreund und Sammler an den rund 50 Ständen der Messe? Millionenpreise wie bei den Highlights in München, der Cologne Fine Art oder gar der TEFAF in Maastricht findet er hier nicht. Man will eher das mittlere Preissegment mit schönen Stücken abdecken. Zeichnungen oder Druckgrafiken gibt es teils schon für unter 1.000 Euro. Für bedeutende Gemälde reichen die Werte dann bis in den sechsstelligen Euro-Bereich, etwa bei den beiden kleinen fantasiereich gestalteten Landschaftsgemälden von Paul Bril. Die auf Kupfer gemalten Pendants um 1600 seien die einzig derzeit im Kunsthandel erhältlichen, weiß Markus Nieder aus Winterberg im Rothaargebirge zu berichten. Zudem präsentiert er eine ebenso feinmalerische, um 1630 entstandene „Madonna im Blumenkranz“ von Jan Breughel d.J. oder die beiden spätimpressionistischen, am Wasser sich tummelnden Akte von Leo Putz.

Auf Ikonen, vor allem aus dem russischen Raum, hat sich die Münchner Brenske Gallery spezialisiert. Als rares Beispiel dieser Gattung weist Stefan Brenske auf eine Elias-Darstellung aus dem 18. Jahrhundert hin, die mit Szene aus der Vita des Propheten um das zentrale Bildfeld erweitert ist (Preis 28.000 Euro). Seltenheitswert kann auch die gleichaltrige Ikone „Eingeborener Sohn, Wort Gottes“ beanspruchen, auf deren Bildrand der Christus-Hymnus des Kaisers Justinian teils geschrieben steht. Sie ist für 25.000 Euro zu haben. Gekonnt stellt der Galerist seinen Ikonen zeitgenössische Adaptionen gegenüber. Die Stuttgarter Malerin Edda Jachens verwendet in ihren Arbeiten „Beyond Icons“ eine konkrete, geometrische Formensprache in Form zartfarbiger Paraffinschichten, die an die stilisierten Heilandsgesichter Alexej von Jawlenskys erinnert. Hier liegen die Preise zwischen 1.000 und 2.000 Euro.

Neben Michael Nöth, der etwa eine schöne jugendstilig-symbolistische, dämmrige Abendlandschaft mit zahlreichen Birkenstämmen Hans am Endes vom ausgehenden 19. Jahrhundert offeriert, vertritt die klassische Moderne unter anderen der Kunsthandel Schwarze Fine Art aus dem nahen Kelkheim. Hier sticht das Ölgemälde „Bildnis eines Arztes“ von Josef Scharl aus dem Jahr 1942 durch seine blau-türkise Farbgebung hervor. Das dunkel leuchtende Kolorit und der satte, wenig schüchterne Farbauftrag fesseln den Betrachter und wollen 58.000 Euro sehen. Bemerkenswert ist weiter die aufgewühlte Tuschearbeit „Königstein im Taunus“ von Ernst Ludwig Kirchner für 75.000 Euro aus dem Jahr 1916, als sich der Expressionist dort Heilung von seinen psychischen und physischen Leiden im Sanatorium von Dr. Kohnstamm versprach. Ins Informel greift Michael Schwarze mit einer von schwarzen Linien durchzogenen, kraftvoll erdigen Papierarbeit Emil Schumachers von 1985 für 68.000 Euro aus.

Heimspiel hat die Galerie Joseph Fach. Aus ihren Räumen in der Frankfurter Innenstadt hat sie Werke der deutsch-römischen Schule aus dem 19. Jahrhundert mitgebracht. Wahre Augenfreuden sind an ihrem Stand Landschaften von Carl Morgenstern oder Oswald Achenbach. Während Morgenstern in seiner Ölstudie „Blick aus dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur“ von 1841 die gesehene Natur spontan einfängt (Preis 19.800 Euro), wirkt seine 1840 im heimischen Atelier gemalte „Sizilianische Landschaft mit Blick vom Kloster Baida auf Palermo“ weitaus bildmäßiger komponiert und verlangt daher einen mittleren fünfstelligen Betrag. Achenbachs kleine „Italienische Küstenlandschaft in der Abendsonne“ hat wieder Studiencharakter und kostet nur 14.500 Euro. Für den lokalen Markt sind Peter Philipp Rumpfs zart mit Aquarell und farbigen Kreiden entwickelte „Junge Frau“, die im sonnigen Winkel eines Zimmers sitzt und über ihrer Handarbeit eingeschlafen ist (Preis 9.500 Euro), oder Friedrich Wilhelm Delkeskamps detailreich ausgeführtes Blatt „Der Römerberg zu Frankfurt“ gedacht, die Vorzeichnung für den Kupferstich von 1823 (Preis 36.000 Euro).

Auch Freunde zeitgenössischer Kunst kommen bei der „Art & Antique International“ auf ihre Kosten. Die Galerie Schmalfuß aus Marburg und Berlin präsentiert großformatige Arbeiten von Stefan Hoenerloh. Seine fantastischen, menschenleeren Häuser- und Straßenschluchten, die im oberen vierstelligen und niederen fünfstelligen Eurobereich rangieren, beeindrucken mit ihrem fotorealistischen Charakter. Hierfür fertigt Hoenerloh Vorzeichnungen in Form von Drucken an und bemalt diese mit Schichten von Acrylfarbe. Highlights werden schlussendlich mit Ölfarbe gesetzt. Der junge Galerist Tristan Lorenz hat sich kurzfristig für die Teilnahme an der Messe entscheiden und stellt unter anderem den Künstler Christofer Kochs vor. Seine Gemälde sind auf gefalteten Stoffbahnen über einen Holzträger aufgebracht. Die mit Öl grundierten Textilbahnen dienen als Malgrund für zart schimmernde Flächenkolorierungen, die mit Tuschelinien übermalt werden, sodass teils figürliche, teils stark abstrahierte Formen entstehen. Dafür nennt Tristan Lorenz Preise im vergleichbaren Segment. Stolz ist der Galerist Hargen Depelmann auf die „Weiße Form“ von Josef Ebnöther aus dem Jahr 1992. Die Mischtechnik auf Papier zeigt eine abstrahierte pastellfarbene Landschaft, in die ein kräftiges schwarzes Kreuz eingefügt ist. Sie kostet einen vierstelligen Eurowert.

Für das Kunsthandwerk von Jugendstil und Art Déco engagiert sich Dénes Szy aus Düsseldorf. Er begeistert mit zahlreicher Tafelzier aus der dänischen Manufaktur Georg Jensen, darunter dem mehrteiligen Teeservice „Pyramide“ in einem Entwurf von Harald Nielsen in klaren, von Kegel und Zylinder abgeleiteten Formen. Die Gestalt ihrer ausladenden Silberschale von 1980/81 hat Nanna Ditzel noch mehr zurückgenommen; doch gerade deshalb ist diese Arbeit aufwändig und schwierig in ihrer Herstellung und will 28.000 Euro sehen. Besonders an Herz legt Szy dem Besucher Objekte von Henry van de Velde, etwa sein asymmetrisches „Besteck Modell I“ oder Porzellanteller mit dem Peitschhiebmotiv aus der Meißner Manufaktur. Aber auch alte Waren hat der Düsseldorfer Händler im Gepäck, so einen Schweizer Buchsbaumlöffel um 1600 mit Silbermontierung für 12.000 Euro.

Dem bekannten Frankfurter Schrank ist eigens eine kleine Sonderschau gewidmet. Die Präsentation seiner gestalterischen Varianten, wie der Integrierung von Säulen, Pilastern, Ecknasen oder Kehlen, wird durch Restaurierungsvorführungen und Vorträge ergänzt und ermöglicht dem Publikum Einblicke in die konservatorische Arbeit. Wer dann so ein Stück erwerben will, wird bei Engelbert Ruppert aus Eltville fündig. In seiner Koje steht ein besonderes Möbel. Denn der barocke Nasenschrank um 1750 stammt nicht aus Frankfurt, was der erste Eindruck nahelegt, sondern aus Zürich. Gefertigt haben ihn wohl aber Gesellen, die wegen der strengen Zunftordnung nicht am Main sesshaft werden durften und an die Limmat ausgewandert sind (Preis 28.000 Euro). Ruppert macht zudem auf einen feinen Aufsatzsekretär aus dem Mainzer oder Würzburger Raum in auffälliger Rautenmarketerie, einen Leipziger Eckschrank des Empire in dunklem Mahagoni und vergoldeten Beschlägen (Preis 18.500 Euro) oder das bezaubernde Nähtischchen in der für das Biedermeier so typischen Halbglobusform mit exquisiten Einlegearbeiten aufmerksam. Hier stehen über 20.000 Euro auf dem Etikett.

Aus England ist W.F. Bruce mit seinen Alten Uhren angereist, darunter der reich verzierten Marquetry Longcase Clock von Thomas White aus dem Jahr 1695. Wer englische Möbel liebt, sollte dann bei Niederlintner Fine Antiques am Stand der Messechefin vorbeischauen. Spezialisiert auf Mahagonimöbel von 1740 bis 1840 haben sie und ihr Mann etwa einen frühen charakteristischen Bookcase von 1770 für 12.800 Euro aufgebaut. Ganz neu im Programm ist eine fast riesenhafte Tafel mit 1,5 auf knapp 4 Metern. Für die Arbeit aus Irland sind über 15.000 Euro fällig. Doch auch klassische Möbel des 20. Jahrhunderts gibt es auf der „Art & Antique International“ beim Zeitlos-Design von Manfred Steube aus Köln, darunter zwei der berühmten Barcelona-Chairs mit Ottoman von Ludwig Mies van der Rohe in cognacbraunem Leder aus den 1960er Jahren für 12.000 Euro.

Die „Art & Antique International“ hat noch bis zum 16. Februar täglich von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 12 Euro, ermäßigt 8 Euro. Für Schüler und Studenten ist er kostenlos.

www.artundantique.de



16.02.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth/Ulrich Raphael Firsching

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Carl Morgenstern, Blick aus
 dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur, 1841
Carl Morgenstern, Blick aus dem Hinterland auf Nizza mit dem Saint-Jean-Cap-Ferrat und der Côte d’Azur, 1841

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am Stand von Dénes Szy Kunsthandel aus Düsseldorf
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Frankfurter Säulenschrank in der Sonderschau
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am Stand von Kunsthandel Ruppert aus Eltville-Hattenheim
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Peter Philipp
 Rumpf, Junge Frau, die im sonnigen Winkel eines Zimmers sitzt und über ihrer Handarbeit eingeschlafen ist
Peter Philipp Rumpf, Junge Frau, die im sonnigen Winkel eines Zimmers sitzt und über ihrer Handarbeit eingeschlafen ist

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Carl Morgenstern, Sizilianische Landschaft
 mit Blick vom Kloster Baida auf Palermo, 1840
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Friedrich Wilhelm Delkeskamp, Der Römerberg zu Frankfurt a/Main. / links der Römer od: Rathhaus, rechts die Nicolai Kirche, 1822/23
Friedrich Wilhelm Delkeskamp, Der Römerberg zu Frankfurt a/Main. / links der Römer od: Rathhaus, rechts die Nicolai Kirche, 1822/23

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Jan Breughel d.J., Madonna im Blumenkranz, um 1630
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am Stand
 von Brenske Gallery aus München
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am Stand von Kunsthandel Ruppert aus Eltville-Hattenheim

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Peter Philipp Rumpf, Junge Frau, die im sonnigen Winkel eines Zimmers sitzt und über ihrer Handarbeit eingeschlafen ist

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am Stand von Dénes Szy Kunsthandel aus Düsseldorf

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Friedrich Wilhelm Delkeskamp, Der Römerberg zu Frankfurt a/Main. / links der Römer od: Rathhaus, rechts die Nicolai Kirche, 1822/23

Friedrich Wilhelm Delkeskamp, Der Römerberg zu Frankfurt a/Main. / links der Römer od: Rathhaus, rechts die Nicolai Kirche, 1822/23

Frankfurter Säulenschrank in der Sonderschau

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Jan Breughel d.J., Madonna im Blumenkranz, um 1630

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Carl Morgenstern, Sizilianische Landschaft mit Blick vom Kloster Baida auf Palermo, 1840

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Breakfront Bookcase, England, um 1830

Breakfront Bookcase, England, um 1830

am Stand von Brenske Gallery aus München

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Thomas White, Marquetry Longcase Clock, London 1695

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