Die Kunst, online zu lesen.

Home


Magazin

News


Marktberichte


Ausstellungen


Journal


Portraits


Top Event


Netzkunst





Kunst kaufen
Werben

Translation EnglishFrench

Auktionsanzeige

Am 28.01.2021 Auktion 73: Alte und Moderne Kunst. Illustrierte Bücher. Autographen

© Galerie Auktionshaus Hassfurther

Anzeige

Nautiluspokal / Franz von  Stuck

Nautiluspokal / Franz von Stuck
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Frontales Bildnis I.B. 1988 / Max Uhlig

Frontales Bildnis I.B. 1988 / Max Uhlig
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Holzvogel 1990 / Doris Ziegler

Holzvogel 1990 / Doris Ziegler
© Döbele Kunst Mannheim


Anzeige

Farbradierung \

Farbradierung '5', 1953 / Hans Hartung
© Kunsthandel Michael Draheim - Wiesbaden


Anzeige

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel

Sauwetter am Stachus mit Nornenbrunnen im winterlichen München / Otto Pippel
© Kunsthandel Ron & Nora Krausz


Anzeige

Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack

Ohne Titel, 2015 / Heinz Mack
© Galerie Neher - Essen


Newsmailer Eintrag

Bestellen Sie bitte hier:


Suchen mit Google

Google
WWW
kunstmarkt.com

Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Das Münchner Auktionshaus Ketterer hat sich auch als Stätte für die Alte Kunst etabliert. Doch allzu hoch dürfen die Preise nicht sein

Affenliebe



Gabriel von Max, Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), wohl 1890er Jahre

Gabriel von Max, Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), wohl 1890er Jahre

Es könnten auch menschliche Augen sein im Gesicht des kleinen Äffchens, das da mitten im Blumenbukett sitzt und gedankenverloren in die Ferne schaut. Und auch die Finger, die sich sacht und trotzdem bestimmt am Rand der Blumenschale festhalten, unterscheiden sich nur durch das braungraue Fell von niedlichen Kinderhänden. Das Kreatürliche im Tier ist – ganz in der alten Tradition – Teil des Blumenstilllebens, doch der Mensch im Affen steckt im empfindsamen Ausdruck des Tieres, der sich vor allem durch den Blick transportiert. Vielleicht kein anderer Künstler kam der Ähnlichkeit zwischen Mensch und Affe so sehr auf die Spur wie Gabriel von Max. Seine Affen meinen eigentlich immer den Menschen und zeugen doch von Max’ genauer Kenntnis ihres arttypischen Verhaltens und ihrer Anatomie. Kein Wunder, dass der Künstler bald den Spitznamen „Affenmax“ weghatte. Und auch heute begeistert der Affen-Max die Münchner immer noch. Das Auktionshaus Ketterer schien das geahnt zu haben, und so prangte das kleine Äffchen auf dem Cover des Herbstkataloges. Als einer der großen Erfolge ging das in den 1890er Jahren entstandene Gemälde „Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen)“ für 33.000 Euro über den Ladentisch und konnte den Schätzwert von 10.000 bis 15.000 Euro mehr als verdoppeln.


Alte Meister

Ein Überraschungserfolg, der kein Einzelfall war. Die sowieso schon ordentliche Zuschlagsquote von knapp 63 Prozent wurde dadurch noch aufgewertet, dass etliche Objekte ihren Schätzwert weit übertrafen, teilweise sogar verdoppeln oder verdreifachen konnten. Gleich der zweite Aufruf, der Flame Louis Finson, überzeugte die Bieter mit einer licht- und schattenintensiven Darstellung von Hermaphroditos und Salmakis. Statt taxierter 10.000 bis 15.000 Euro erzielte die Holztafel aus dem 16. Jahrhundert mit dem nackten Mythologiepaar stattliche 18.000 Euro. Noch überraschender war der Erfolg des Naturalienmalers Franz Anton von Scheidel, dessen mit Gouache und Aquarell gearbeitete Darstellung einer Schlange wohl im späten 18. Jahrhundert entstand und für 6.000 Euro statt taxierter 1.800 bis 2.400 Euro verkauft wurde. Mit 16.000 Euro erreichte Ernst Stuvens opulentes Blumenstillleben die Schätzung von 18.000 bis 24.000 Euro nicht ganz. Und gar zu hoch durfte es bei den Gemälden Alter Meister nicht sein. Weder Adriaen van Ostades derbe Genreszene „Geiger unter Bauern“ von 1644 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), noch der „Triumph der Wahrheit über die Sünde“ des Niederländers Gillis Coignet I. aus dem Jahr 1596 fanden einen Abnehmer (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR).

Im Graphikdepartement hatte Ketterer dieses Mal Traditionelles im Angebot, das dankbar angenommen wurde. Die sechs Blätter von Albrecht Dürer, darunter „Der heilige Antonius vor der Stadt“ von 1519 lagen allesamt im erwarteten Rahmen oder wichen nur leicht davon ab. Der heilige Antonius fand für 13.000 Euro einen neuen Besitzer (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch der große Niederländer Rembrandt fand Anklang, beide Blätter wurden verkauft, das Selbstbildnis mit Schärpe um den Hals von 1633 konnte den Schätzwert von 7.000 bis 9.000 Euro sogar übertreffen und ging für 10.000 Euro über das Pult. Eine kleine Sensation gelang Giovanni Battista Piranesi, von dem insgesamt 13 Radierungen vorlagen. Verkauft wurden sie alle und lagen dabei meist bei ihren Schätzungen; doch gleich der erste Aufruf, das Blatt IV der vierzehnteiligen Folge der „Invenzioni Caprici di Carceri“ aus der ersten Ausgabe von 1749 konnte den Schätzwert von 5.000 bis 7.000 Euro verdoppeln: bei 14.000 Euro fiel erst der Hammer.

Als Spitzenlos ins Rennen gegangen war eine Serie von Radierungen Francisco de Goyas. Der Spanier wurde seiner Favoritenrolle gerecht: Die 1799 gedruckte Erstauflage der „Caprichos“, die sich mit fantastischen Traumvisionen und den Perversionen der spanischen Gesellschaft des 18. Jahrhunderts beschäftigen, konnte hohe 160.000 Euro erzielen (Taxe 120.000 bis 150.000 EUR). Und auch der Nachdruck der 80 Blätter aus dem späten 19. Jahrhundert konnte noch überzeugen und wechselte für 20.000 Euro den Besitzer (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Liegenbleib bei der Grafik etwa Giovanni Battista Tiepolos zweite große druckgrafische Folge, die zehn zwischen 1739 und 1743 entstanden Blätter „Vari Capricci“, bei 15.000 bis 20.000 Euro.

Neuere Meister

Eine der größten Überraschungen war sicherlich Carl Blechens zarte Bleistiftzeichnung der römischen Bäder im Park von Sanssoucis aus dem Jahr 1835. Ihre kunsthistorische Bedeutung ist nicht zu unterschätzen, bildet sie doch eine wichtige Ergänzung zu den zwölf heute im Berliner Kupferstichkabinett aufbewahrten Zeichnungen Blechens aus dem Park von Sanssouci. Das Bleistiftblatt schätzen die Experten auf bescheidene 2.500 bis 3.500 Euro, den Bietern aber war es schließlich stolze 13.500 Euro wert. Ähnlich erfolgreich erwies sich auch ein Franzose. Edouard Manets reduzierte und doch enorm stimmungsvolle Bleistiftzeichnung des Hafens von Granville aus dem Jahr 1878 brachte starke 28.000 Euro ein (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Alphonse Muchas zarte Farbkreidezeichnung mit einem geheimnisvollen Frauenporträt von etwa 1925 erreichte die untere Schätzung von 12.000 Euro. Im kleineren Preisbereich schätzen die Sammler Otto Modersohns genaue Zeichnung der Kirche in Worpswede von 1891 mit 2.800 Euro (Taxe 1.000 bis 1.500 EUR) oder Eduard von Grützners weiß gehöhtes Blatt mit einem Bruder Kellermeister bei der Weinprobe von 1878 bei 1.300 Euro (Taxe 800 EUR).

Genau ein Jahrzehnt später malte Edward Theodore Compton sein Aquarell mit dem Blick auf das Matterhorn. Der in London geborene Wahlbayer gilt als einer der wichtigsten Gebirgschronisten, die Alpen wurden zu seinem Hauptmotiv. Sein dramatischer Blick auf den berühmten Berg, den er immer wieder malerisch umsetzte, war den Sammlern 18.000 Euro wert (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Ebenfalls verbessern konnte sich Oskar Mulley mit seiner urgewaltigen Darstellung eines Bergbauernhofes vor einer aufragenden Gebirgswand aus den 1920er Jahren. Der Hammer fiel hier bei 40.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Nicht den Bergen sondern den französischen Wäldern widmet sich der Symbolist Maurice Denis in seinem um 1898 entstandenen Gemälde „Dans la forêt (Baignade à la Mare aux Canes)“, das den Bietern sensationelle 80.000 Euro wert war. Damit konnte es den günstigen Schätzpreis von 15.000 bis 20.000 Euro vervierfachen.

Vertreter der Münchner Schule kommen bei den Sammlern in der bayrischen Landeshauptstadt häufig gut an. Die beiden Mädchenporträts Franz von Defreggers aus den 1870er Jahren fanden auch sofort Zuspruch. Das wahrscheinlich ältere der beiden Gemälde erzielte 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR), das jüngere, eher summarisch ausgeführte immerhin noch 6.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Statt junger Mädchen portraitierte der Münchner Emil Adam lieber Rennpferde. Das Bildnis der berühmten ungarischen Zuchtstute „Kincsem“ von 1887 hoben die Bieter auf 11.500 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Im taxierte Rahmen bewegten sich die zwei weiteren Pferdebilder Adams: „Lord Bobs im Stall“ von 1902 für 6.000 Euro (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und „Ausritt am Waldesrand“ für 2.000 Euro (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR). Schöne Werte für die Münchner Schule gab es noch für Friedrich August von Kaulbachs Bildnis seiner Tochter Hedda, als Orientalin verkleidet, von 1909 mit 6.300 Euro (Taxe 1.800 bis 2.400 EUR), Hugo Kauffmanns feisten Bauern beim „Schnäpsle in Ehren…“ von 1905 zur oberen Schätzgrenze bei 5.000 Euro oder für Ludwig von Zumbuschs einfühlsam gestaltetes junges Mädchen beim Zeichnen in der Natur um 1910 mit 4.500 Euro (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR).

Überraschenderweise blieben alle drei nicht allzu hoch taxierten Positionen Carl Spitzwegs unbeachtet; die kleinen Gemälde mit Werten bis zu 24.000 Euro hatten doch wohl zuviel Gelegenheitscharakter. Aber auch Oswald Achenbachs bildmäßig ausgeführter Abend „Bei Ravallo, Bergstadt in der Campagna“ wurde verschmäht (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR). Mit Jean-Baptiste Armand Guillaumins rasch gemalter „Paysage boisé“ für 12.500 Euro (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und Jean-Baptiste Olives sommerlich sonnigem Volkspark in Venedig von 1985 für 10.500 Euro wandte sich das Angebot noch einmal dem französischen Impressionismus zu (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Eine letzte große Überraschung lieferte – auch mit Pferden – der Pole Józef Brandt. Sein großformatiges Ölgemälde mit dem sprechenden Titel „Durchgegangen“ um 1908 zeigt eine Pferdekutsche mit zwei außer Rand und Band geratenen Zugpferden. Den Sammlern war dieses Bild großartige 72.000 Euro wert (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Ketterer Kunst

Joseph-Wild-Straße 18

DE-81829 München

Telefon:+49 (089) 552 440

Telefax:+49 (089) 552 441 66

E-Mail: infomuenchen@kettererkunst.de



02.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

Drucken

zurück zur Übersicht


Empfehlen Sie den Artikel weiter:
an


Weitere Inhalte:

Gesamt Treffer 26

Seiten: 1  •  2  •  3

Events (1)Adressen (1)Berichte (1)Kunstwerke (23)

Veranstaltung vom:


22.11.2013, Alte Meister & Kunst des 19. Jahrhunderts

Bei:


Ketterer

Bericht:


Der Einfall der Satire

Kunstwerk:

Gabriel von Max, Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), wohl 1890er Jahre
Gabriel von Max, Geburtstagsblumen (Affe mit Anemonen), wohl 1890er Jahre

Kunstwerk:

Hugo Kauffmann, Ein Schnäpsle in Ehren…, 1905
Hugo Kauffmann, Ein Schnäpsle in Ehren…, 1905

Kunstwerk:

Louis Finson, Hermaphroditos und Salmakis, um 1600
Louis Finson, Hermaphroditos und Salmakis, um 1600

Kunstwerk:

Franz Anton von Scheidel, Schlange, wohl 1770/90er Jahre
Franz Anton von Scheidel, Schlange, wohl 1770/90er Jahre

Kunstwerk:

Carl Blechen, Die römischen Bäder im Park von Sanssouci, um 1835
Carl Blechen, Die römischen Bäder im Park von Sanssouci, um 1835

Kunstwerk:

Eduard von Grützner, Bruder Kellermeister bei der Weinprobe, 1878
Eduard von Grützner, Bruder Kellermeister bei der Weinprobe, 1878







Edouard Manet, Der Hafen von Granville, 1878

Edouard Manet, Der Hafen von Granville, 1878

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 103

Louis Finson, Hermaphroditos und Salmakis, um 1600

Louis Finson, Hermaphroditos und Salmakis, um 1600

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 2

Ernst Stuven, Blumenstillleben, Ende 17. Jahrhundert

Ernst Stuven, Blumenstillleben, Ende 17. Jahrhundert

Taxe: 18.000 - 24.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 22

Rembrandt, Selbstbildnis mit der Schärpe um den Hals, 1633

Rembrandt, Selbstbildnis mit der Schärpe um den Hals, 1633

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 55

Alphonse Mucha, Portrait einer jungen Frau, um 1925

Alphonse Mucha, Portrait einer jungen Frau, um 1925

Taxe: 12.000 - 16.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 109

Józef Brandt, Durchgegangen, um 1908

Józef Brandt, Durchgegangen, um 1908

Taxe: 20.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 72.000,- EURO

Losnummer: 222

Franz Anton von Scheidel, Schlange, wohl 1770/90er Jahre

Franz Anton von Scheidel, Schlange, wohl 1770/90er Jahre

Taxe: 1.800 - 2.400 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 37

Albrecht Dürer, Der heilige Antonius vor der Stadt, 1519

Albrecht Dürer, Der heilige Antonius vor der Stadt, 1519

Taxe: 10.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 42

Otto Modersohn, Blick auf Worpswede, 1891

Otto Modersohn, Blick auf Worpswede, 1891

Taxe: 1.000 - 1.500 EURO

Zuschlag: 2.800,- EURO

Losnummer: 93

Maurice Denis, Dans la Forêt (Baignade à la Mare aux Canes), um 1898/99

Maurice Denis, Dans la Forêt (Baignade à la Mare aux Canes), um 1898/99

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 212

Eduard von Grützner, Bruder Kellermeister bei der Weinprobe, 1878

Eduard von Grützner, Bruder Kellermeister bei der Weinprobe, 1878

Taxe: 800,- EURO

Zuschlag: 1.300,- EURO

Losnummer: 91

Franz von Defregger, Dirndl, wohl 1870er Jahre

Franz von Defregger, Dirndl, wohl 1870er Jahre

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 15.000,- EURO

Losnummer: 153




Copyright © '99-'2021
Kunstmarkt Media
Alle Rechte vorbehalten


Impressum





Zum Seitenanfang Magazin

 Amazon export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce  Amazon ebay rakuten yatego meinpaket export/import Schnittstelle xt:commerce u. oscommerce