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Die Ausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell“ in der Bremer Kunsthalle zeigt, wie Pablo Picasso Mitte der 1950er Jahre an der Côte d’Azur mit seinem jungen Modell Sylvette David zu neuen Ufern aufbrach

Zeit der Pferdeschwänze



Frühjahr 1954 an der Côte d’Azur. In dem für seine Töpferkunst berühmten Dorf Vallauris unweit von Antibes lebt der spanische Jahrhundertmaler Pablo Picasso. Seine Lebensgefährtin Françoise Gilot hat ihn gerade mit den gemeinsamen Kindern Claude und Paloma verlassen. Picasso stürzt sich in die Arbeit und experimentiert intensiv mit Keramik. Der Zufall wollte es, dass dem damals 73jährigen gerade in dieser Zeit der Lebenskrise ein junges Mädchen begegnet. Die 19jährige Sylvette David, aufgewachsen in einem Künstlerhaushalt zwischen Paris und Südengland, war mit ihrem Verlobten, dem Bildhauer und Designer Toby Jellinek, gerade in Picassos Nachbarschaft gezogen. Die grazile junge Frau mit dem auffälligen blonden Pferdeschwanz erregte bald die Aufmerksamkeit des alternden Künstlers. Mit kleinen Koketterien suchte er ihre Bekanntschaft.


Im Frühjahr 1954 war es dann soweit: Sylvette saß dem Maler regelmäßig Modell. Pablo Picasso schuf damals seine kunsthistorisch bisher unterbewertete Sylvette-Serie, die nun in der Bremer Kunsthalle erstmals im Zentrum einer facettenreichen Ausstellung steht. Kunsthallendirektor Christoph Grunenberg hat es erreicht, rund 220 Werke, darunter 30 Porträts von Sylvette, aus der ganzen Welt zusammenzutragen, viele davon aus Privatbesitz. Die gelungene Ausstellung beleuchtet – rund um Sylvette – verschiedene kunst- und kulturgeschichtliche Aspekte: Das freizügige Leben an der Côte d’Azur in den 1950er Jahren, aber auch die Stil prägende, in den damaligen Printmedien äußerst präsente Trendsetterin Sylvette, die mit ihrer kecken Pferdeschwanzfrisur im Pony-Look sogar eine Ikone wie Brigitte Bardot beeinflusst haben soll.

Neben diesen eher kulturgeschichtlichen Aspekten untersucht die Schau vor allem die Beziehung zwischen Maler und Modell. Besonders aufschlussreich ist Picassos unmittelbar vor dem Sylvette-Zyklus entstandene „Verve-Serie“ aus 180 Zeichnungen. Eine kleine Auswahl davon ist jetzt auch in Bremen zu sehen. Variantenreich und durchaus selbstironisch dekliniert Pablo Picasso nahezu alle möglichen Beziehungskonstellationen zwischen Maler und weiblichem Modell durch. Mal deuten die Zeichnungen eine erotische Spannung zwischen der Posierenden und dem etwa gleichaltrigen Maler an. Mal führt ein greiser, fast affenartig anmutender Künstler mit zittriger Hand den Pinsel.

Zwischen der jungen Sylvette und dem 73jährigen Picasso hingegen ist es nie zu einer erotischen Beziehung gekommen. Die 19jährige sah in dem berühmten Künstler eher so etwas wie eine Vaterfigur. Entkleidet hat sich die Blondine mit dem Pferdeschwanz niemals für den Maler. Die einzige Akt-Darstellung aus dem überwiegend in Grisailletechnik ausgeführten Sylvette-Zyklus entstammt also Picassos Fantasie – und womöglich seinem Wunschdenken.

Im Zentrum der Schau steht die Porträt-Serie „Sylvette“. Hochkarätige Leihgaben ergänzen das 1955 kurz nach seiner Entstehung von der Bremer Kunsthalle erworbene Sylvette-Gemälde. Daneben sind zahlreiche Zeichnungen, Metallskulpturen, Keramiken sowie Fotografien zu sehen. Diese dokumentieren sowohl den Zeitgeist als auch die Schaffenskraft Picassos in dieser produktiven Phase. Außerdem beleuchtet die Bremer Kunsthalle die Folgen des bisher unterschätzten „Sylvette-Zyklus“ für Picassos Spätwerk. Inspiriert von Sylvette, beschritt Pablo Picasso auch als Bildhauer neue Wege. So sind selten gezeigte, bemalte Metallskulpturen zu sehen, die Sylvettes markante Pferdeschwanz-Silhouette auf innovative Art und Weise zum dreidimensionalen Phänomen werden lassen.

1956 zieht Sylvette mit Toby Jellinek nach Südengland. Dort lebt die 79jährige Dame, die auch selbst malt, noch heute. Pablo Picasso jedoch traf in Vallauris bald auf die dunkelhaarige Jacqueline Roque, die er im März 1961 heiratete. Sie ist als das prägende Gesicht seiner späten Gemälde bekannt. Die Schau endet daher auch mit einigen Exponaten aus Picassos Spätwerk.

Der Bremer Kunsthalle ist mit der kurzweilig inszenierten Schau eine innovative Picasso-Ausstellung rund um das einstige Modell Sylvette gelungen. Über die rein kunstgeschichtlichen Aspekte hinaus bringt die Ausstellung dem Betrachter auch die realen Protagonisten näher. Der extra angereisten echten Sylvette jedenfalls gefällt die Präsentation: „Ich bin so begeistert, dass ich fast schockiert bin von so viel Schönheit. Das ist eine großartige Ausstellung.“

Die Ausstellung „Sylvette, Sylvette, Sylvette. Picasso und das Modell“ ist bis zum 22. Juni zu sehen. Die Kunsthalle Bremen hat mittwochs bis sonntags von 10 bis 18 Uhr sowie dienstags zusätzlich bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt kostet 8 Euro, ermäßigt 5 Euro. Der 300seitige Katalog aus dem Prestel Verlag kostet im Museum 32 Euro, im Buchhandel 49,95 Euro.

Kontakt:

Kunsthalle Bremen

Am Wall 207

DE-28195 Bremen

Telefon:+49 (0421) 32 90 80

Telefax:+49 (0241) 32 90 84 7



16.03.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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