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Am 04.06.2020 115. Auktion: Fernweh - Sehnsucht nach dem Unbekannten

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Am Badestrand / Otto Pippel

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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Stehender Mädchenakt vor Rot, 1954 / Karl Hofer

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Gute Ergebnisse für Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München

Vornehm läuten



Carl Fabergé, Michail Perchin, Tischklingel, 1899/1908

Carl Fabergé, Michail Perchin, Tischklingel, 1899/1908

Kleine Gegenstände kamen gelegentlich ganz groß heraus auf der vergangenen Versteigerung von Alter Kunst und Antiquitäten bei Neumeister in München. Kaum fingerhutgroß beispielsweise präsentierte sich ein vergoldeter Deckelhumpen des Augsburger Meisters Tobias Kicklinger aus den mittleren 1610er Jahren. Ein plastisch herausgearbeitetes Löwenmaskaron ziert das miniaturhafte Gefäß, das ansonsten die für die deutsche Spätrenaissance charakteristische Beschlagwerkornamentik aufweist. Auf 2.200 bis 2.500 Euro angesetzt, konnte der Einlieferer mit 5.000 Euro schließlich einen doppelt so hohen Erlös verbuchen. Vornehm läuten lässt sich mit einer Tischklingel der berühmten Petersburger Manufaktur Fabergé. Werkmeister Michail Perchin schmückte das runde, auf drei gedrückten Kugelfüßen ruhende Objekt mit verschiedenfarbigem Transluzidemail und gab der Oberseite Gestalt in Form einer Sonne, in dem sich ein Mondgesicht als Drücker befindet. Hier wurden bei einer Schätzung von 6.000 bis 7.000 Euro stolze 17.000 Euro erzielt.


Kunsthandwerk und Skulpturen

Ein eiförmiges Apothekergefäß aus Majolika mit prachtvollen Renaissancemalereien aus einer Werkstatt im italienischen Faenza für 6.400 Euro (Taxe 2.500 bis 2.800 EUR), ein Nymphenburger Porzellanteller des ausgehenden 18. Jahrhunderts mit einer höfischen Faschingsszene für 4.800 Euro (Taxe 250 bis 300 EUR) oder eine prachtvoll, wellenförmig sich in die Höhe schwingende Jugendstilvase der renommierten Firma Lötz Witwe nach Entwurf Franz Hofstötters, 1900 auf der Pariser Weltausstellung gezeigt, für 11.500 Euro (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR) – das Kunsthandwerk bei Neumeister überraschte immer wieder mit rasanten Wertsteigerungen. Bei den Möbeln sind eine elegante schwedische Kommode des mittleren 18. Jahrhunderts aus dem Umkreis des Meisters Lars Nordin für 14.000 Euro (Taxe 11.000 bis 12.000 EUR) und eine originelle Sägeuhr zu nennen, die im Stil des Rokoko während des 19. Jahrhunderts in Süddeutschland gefertigt wurde. Hier kamen statt 500 bis 600 Euro stattliche 6.200 Euro heraus. Nicht alltäglich war auch eine biedermeierliche Wiener Spindeluhr aus dem ersten Drittel des 19. Jahrhunderts, die Peter Rau in Form eines Bauern mit Schubkarre gestaltete. 4.500 Euro waren sein Lohn (Taxe 3.600 bis 3.800 EUR).

Heftige Bietgefechte lösten auch einige Skulpturen aus, allen voran eine rheinische, wohl aus dem Kölner Raum stammende Madonna der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts, die sich durch eine technisch meisterhafte Verarbeitung des Lindenholzes ebenso auszeichnet wie durch ihren vergeistigten Ausdruck. Atemberaubende 180.000 Euro spielte die knapp einen Meter hohe Figur ein, die 1974 zuletzt bei Weinmüller angeboten war und kurz darauf fachmännisch restauriert wurde (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auf 8.000 und 16.000 Euro jeweils verdoppeln konnte sich der Wert einer heiligen Maria Magdalena spanischer Herkunft um 1700 und einer lebensgroßen Bacchantin des württembergischen Hofbildhauers Joseph von Kopf in klassizistischer Manier aus dem Jahr 1884. Auf 10.000 Euro verzehnfachte sich der Wert einer Bronze des Münchners Ignatius Taschner, der mit seinen vom Jugendstil beeinflussten Skulpturen eine vermittelnde Stellung zwischen den dekorationsfreudigen Arbeiten der Historisten des 19. Jahrhunderts und der beginnenden Moderne einnimmt. Hier widmete er sich dem Motiv des jungen Toren Parzival auf einem etwas klapprig wirkenden Gaul. Und auch sein Zeitgenosse Ernest Henri Dubois konnte sich mit seiner Bronzegruppe des Verlorenen Sohnes unter dem Titel „Le Pardon“ über 3.500 Euro freuen (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR).

Malerei und Papierarbeiten

Bei den Gemälden blieben einige der hochgehandelten Stücke unveräußert liegen, insbesondere das Hauptlos, Franz von Defreggers „Wilderer in der Sennhütte“ von 1876 für geschätzte 40.000 bis 50.000 Euro. So konnte sich hier ein kleines Ölbild Johann Georg von Dillis’, der mit seinen Landschaften und Naturstudien häufig schon Charakteristika des Impressionismus vorwegzunehmen scheint, an die Spitze setzen: 24.000 Euro kostete sein Blick auf den Untersberg von der Salzburger Seite aus (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Zwei weitere Aufnahmen salzburgischer und bayrischer Gegenden landeten bei jeweils taxgerechten 10.000 Euro und 10.500 Euro. Oskar Mulleys „Bildstock in Gebirgslandschaft“ – ein Klassiker der österreichischen Landschaftsmalerei der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts – erlöste 23.000 Euro (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Einen Abnehmer fand nun auch – bei wiederholtem Antreten – Friedrich Adolf Hornemanns figurenreiches Genrebild „Eine Impfung auf dem Lande“ von 1868. 18.000 Euro wurden es immerhin doch noch (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Ebenso viel erzielte Wilhelm Kuhnerts naturalistische Aufnahme „Löwe zieht zur Tränke“. Von sicherer Seite aus beobachtete der Maler das Geschehen während einer seiner zahlreichen Afrika-Reisen (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Die höchsten Werte unter den Altmeistern schafften Johann Heiss’ biblische Historie „David spielt vor Saul“ zur oberen Grenze von 8.000 bis 12.000 Euro und Gillis de Berghs zugeschriebenes barockes Bildnis vierer Kinder mit Hund bei einem Weinstock, das allerdings schon bei 8.000 Euro hängenblieb (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Dafür verbesserte sich ein kleiner deutscher Hausaltar des 16. Jahrhunderts mit der Anbetung der Könige in der Mitte und zwei flankierenden Heiligen von 3.000 bis 3.500 Euro auf 6.500 Euro.

Aus dem Stapel von Papierarbeiten des 15. bis 20. Jahrhunderts pickten sich die Bieter unter anderem ein Exemplar von Martin Schongauers Kupferstich „Christus vor Annas“ für 3.200 Euro oder Johann Heinrich Bleulers d.J. „Ansicht der Stadt Genf von der See-Seite“ in Gouache von 1814 für 2.500 Euro heraus (Taxen je 2.500 bis 3.000 EUR). Die beiden genau aquarellierten Zeichnungen mit liegenden Ziegen von Friedrich Voltz kamen mit 1.100 Euro im Rahmen ihrer Erwartungen ans Ziel (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR), ebenso mit 3.000 Euro Adolph von Menzels Entwurf für eine Gedenkmedaille zu Ehren der Säkularfeier der Aufnahme des preußischen Kronprinzen Friedrich 1738 in die Freimaurerloge (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR).

Eine sehr gute Abnahmequote, die mit gut 70 Prozent rund acht Prozentpunkte über dem Gesamtdurchschnitt der Auktion lag, erreichte Neumeister bei der Versteigerung einer Sammlung von Blättern aus dem Nachlass eines süddeutschen Sammlers, der sich auf deutsche Grafik der Zeit um 1800, insbesondere von Ferdinand Kobell, Franz Kobell und Wilhelm von Kobell, konzentriert hatte. Mit 1.900 Euro am teuersten waren hier zwei kolorierte Aquatintaradierungen des Schweizers Johann Jakob Lorenz Billwiller nach Vorlagen Wilhelm von Kobells (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Letzterer konnte zudem mit sechs Radierungen aus der Serie „Sieben Ansichten aus der Umgebung Münchens“ von 1818 punkten (Taxe 1.100 bis 1.200 EUR), sein Onkel Franz Kobell mit einem Konvolut an sechs Landschaftszeichnungen (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR) sowie dem Tuschpinselblatt einer Stromschnelle (Taxe 500 bis 550 EUR). Die Positionen kamen jeweils auf 1.800 Euro.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



27.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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26.03.2014, Alte Kunst

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Bericht:


Die Dame möchte modelliert sein

Kunstwerk:

Ignatius Taschner, Parzival zu Pferd, 1901
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Friedrich Adolf Hornemann, Eine Impfung auf dem Lande, 1868
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Johann Heiss, David spielt vor Saul
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Adolph von Menzel, Medaillenentwurf, 1838
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Joseph von Kopf, Bacchantin, 1884
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Franz
 Hofstötter, Vase, um 1900
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Ernest Henri Dubois, Le Pardon

Ernest Henri Dubois, Le Pardon

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.500,- EURO

Losnummer: 140

Franz Hofstötter, Vase, um 1900

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Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 11.500,- EURO

Losnummer: 68

Wilhelm Kuhnert, Löwe zieht zur Tränke

Wilhelm Kuhnert, Löwe zieht zur Tränke

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 559

Apothekergefäß, Faenza, 3. Viertel 16. Jahrhundert

Apothekergefäß, Faenza, 3. Viertel 16. Jahrhundert

Taxe: 2.500 - 2.800 EURO

Zuschlag: 6.400,- EURO

Losnummer: 1

Joseph von Kopf, Bacchantin, 1884

Joseph von Kopf, Bacchantin, 1884

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 16.000,- EURO

Losnummer: 143

Johann Heiss, David spielt vor Saul

Johann Heiss, David spielt vor Saul

Taxe: 8.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 471

Adolph von Menzel, Medaillenentwurf, 1838

Adolph von Menzel, Medaillenentwurf, 1838

Taxe: 3.000 - 3.500 EURO

Zuschlag: 3.000,- EURO

Losnummer: 377

Ignatius Taschner, Parzival zu Pferd, 1901

Ignatius Taschner, Parzival zu Pferd, 1901

Taxe: 1.000 - 1.500 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 96

Gillis de Bergh, Vier Kinder mit Hund bei einem Weinstock

Gillis de Bergh, Vier Kinder mit Hund bei einem Weinstock

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 8.000,- EURO

Losnummer: 458

Martin Schongauer, Christus vor Annas

Martin Schongauer, Christus vor Annas

Taxe: 2.500 - 3.000 EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

Losnummer: 347

Friedrich Adolf Hornemann, Eine Impfung auf dem Lande, 1868

Friedrich Adolf Hornemann, Eine Impfung auf dem Lande, 1868

Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 547

Maria mit Kind, Rheinland/Köln, 2. Hälfte 14. Jahrhundert

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Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 180.000,- EURO

Losnummer: 119

Lars Nordin Umkreis, Kommode, Schweden Mitte 18. Jahrhundert

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Taxe: 11.000 - 12.000 EURO

Zuschlag: 14.000,- EURO

Losnummer: 152




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