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Kentaur, 1891/93 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Papierarbeiten im Wiener Dorotheum

Weltenbrand an einem beschaulichen Markttag



Dirck Hendricksz Centen, Meister der Egmont-Alben, Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben und einem Engel

Dirck Hendricksz Centen, Meister der Egmont-Alben, Die Heilige Familie mit dem Johannesknaben und einem Engel

Zwei Schwerpunkte zeichnen das Angebot an Zeichnungen, Druckgrafiken, Aquarellen und Miniaturen im Wiener Auktionshaus Dorotheum aus: Alte Meister vorzugsweise des 16. und 17. Jahrhunderts mit einem erheblichen Gewicht auf italienischen Arbeiten sowie die Zeichenkunst des 19. Jahrhunderts mit ihrer Meisterschaft in der Wiedergabe von Landschaften, Genreszenen und Portraits. Bei den Älteren dominieren dagegen christliche Themen. Die letzte Kommunion des heiligen Hieronymus, umgeben von seinen Mönchen, ist beispielsweise auf einem Blatt dargestellt, das dem Bologneser Giacomo Raibolini zugeschrieben und für 4.000 bis 6.000 Euro offeriert wird. Den Entwurf für ein dreiteiliges Altarretabel mit einer Pieta im Zentrum sowie den Heiligen Franz von Paola und Franz von Assisi lieferte sein dortiger Kollege Bartolomeo Passarotti um 1575 in einer braunen Federzeichnung. Hier stehen 8.000 bis 10.000 Euro auf dem Etikett.


Um zunächst funktionslöse Körper- und Gewandstudien handelt es sich dagegen bei einer sitzenden und einer liegenden Figur in Feder beziehungsweise roter Kreide, die Ludovico Cardi, genannt Il Cigoli, anfangs des 17. Jahrhunderts auf Vor- und Rückseite eines gut vierzig Zentimeter breiten Blattes niedergelegt hat (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Auch Bartolomeo Passarotti übte sich auf seiner Studienzeichnung vor allem an männlichen Füßen (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR), während Francesco Morandini sein Kreideblatt ebendieses Köperteils um Hände und zwei Putten ergänzt hat (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). In den religiösen Dunstkreis führt eine genau gezeichnete stehende Sybille mit zwei Putten zurück, die dem Renaissance-Maler Orazio Samacchini zugeschrieben wird (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Ganz diesem Genre kann sich der Kunstfreund bei einem teils ausgeführten, teils nur fragmentarischen heiligen Hieronymus in roter Kreide aus der Werkstatt des Samacchini-Zeitgenossen Girolamo Muziano (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR) oder bei der etwas jüngeren, kraftvoll manieristischen Studie zum Jüngsten Gericht von Giovanni Battista Trotti, genannt Il Malosso, widmen (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Dem Umkreis Tizians um 1530/40 wird die stark querformatige Federzeichnung einer Flusslandschaft mit Hügeln und einer Burgruine zugeschrieben. Nicht zuletzt die Provenienzgeschichte des Blattes ist bemerkenswert, gehörte es doch einst den englischen Malern Peter Lely und Jonathan Richardson d.Ä. 1939 dem jüdischen Inhaber Arthur Feldmann entzogen, ging die Zeichnung jüngst per Restitution an dessen Erben zurück (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Als weitere Meisterwerke italienischer Zeichenkunst sind eine dramatisch bewegte Himmelfahrt Mariens von Luca Giordano (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), eine fast karikaturistisch anmutende Verbildlichung der drei Parzen aus der Werkstatt Bernardo Strozzis (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und die Abkonterfaktur eines kleinen Buben mit Hahn vor einer Steinmauer zu nennen, geschaffen um 1650 mit Sicherheit von Giovanni Francesco Barbieri, genannt Il Guercino (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Nur 1.200 bis 1.500 Euro stehen auf dem Etikett einer fein ausgearbeiteten Zeichnung, auf der der griechische Held Perseus gerade Medusa, die einzig sterbliche der drei Gorgonen, enthauptet. Ein Meister aus der Emilia um 1620 wird für das Blatt in Anspruch genommen, das auf einem Fresko Annibale Carraccis im Palazzo Farnese zu Rom basiert. Bis vor kurzem ebenfalls unbekannt war der Schöpfer einer Heiligen Familie mit Engel und Johannesknaben, man musste ihm zunächst einen Notnamen geben, „Meister der Egmont-Alben“. Dieser war regelrecht Kosmopolit und soll zwischen 1575 und 1618 in Neapel, Rom und Amsterdam tätig gewesen sein. Erst 1990 gelang offenbar der Durchbruch: Dirck Hendricksz Centen aus Amsterdam wird heute gemeinhin mit ihm identifiziert (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Jan Breughels d.J. bäuerliche Dorfszene (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR) und Cornelis Dusarts tanzende Bauern in einer Taverne für 4.000 bis 6.000 Euro sekundieren auf niederländischer Seite.

Bei den älteren Druckgrafiken sind neben der üblichen Vielzahl von Blättern Albrecht Dürers oder Rembrandts auch seltenere Stücke zu nennen, etwa Pieter van der Heydens Umsetzung einer Bilderfindung des berühmten Hieronymus Bosch. Ihr Titel: „Die großen Fische fressen die kleinen“. Am Strand liegt ein übergroßer Fisch, aus dessen Mund auf aufgeschlitztem Bauch sich eine Unzahl kleinerer Fische, Schlangen, Muscheln und Krebse ergießen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Der Niederländer Lucas van Leyden schickt einen seiner von atemberaubender Frühreife zeugenden Kupferstiche aus dem frühen 16. Jahrhundert, hier die vielfigurige „Bekehrung des heiligen Paulus“ von 1509 für 4.000 bis 6.000 Euro. Von Giovanni Antonio Canal liegt die venezianische Vedute „La Torre de Malghera“ von etwa 1740 für 4.000 bis 5.000 Euro vor, von Francisco de Goya die berühmten „Los Desastres de la Guerra“, wenn auch nur in der späten Ausgabe von 1906, die trotzdem stattliche 8.000 bis 10.000 Euro kosten soll.

Pier Leone Ghezzis fast schon karikaturhafte Wiedergabe von Johann Ernst Emanuel Joseph von Harrach, eines Ministers am päpstlichen Hof in Rom (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), Jean-Honoré Fragonards Rötelabklatsch eines Grabmals in der Krypta des Domes von Parma von 1761 (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) und Hubert Roberts rote Kreidezeichnung des Tempels des Antoninus Pius und der Faustina auf dem Forum Romanum vollzieht den Übergang ins 19. Jahrhundert (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Auch Franz Kobells arkadische Landschaft mit Pyramide (Taxe 400 bis 600 EUR) oder die beiden fantasievoll gestalteten Architekturcapricci von Mauro Braccioli mit halb unterirdischen, grottenartigen Anlagen stehen exemplarisch für die Kunst des ausgehenden 18. Jahrhunderts (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR).

Im neuen Jahrhundert dominieren zunächst biedermeierliche Landschaftspanoramen wie Johann Tobias Dionys Raulinos Blick auf die Burgruinen Rauhenstein und Rauheneck bei Baden im Wienerwald (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), Thomas Enders Motiv vom Attersee mit dem Höllengebirge (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR) oder eine Überschau über die Dächer Roms von der Passeggiata Margherita aus, im Juni 1835 von Jakob Alt und vielleicht seinem Sohn Rudolf von Alt aufgenommen und mit 40.000 bis 50.000 Euro das Hauptlos der Auktion. Die Reise nach Italien hatten die beiden im Auftrag Kaiser Ferdinands unternommen, um an einer Guckkastenserie zu arbeiten. Rudolf von Alt steuert zudem einige Interieur aus dem Schloss Rosenberg an der Moldau in Südböhmen für bis zu 8.000 Euro bei. Bei Carl Schindler wird es martialisch, wenn er um einen Kampf des Infanterie-Regiment Langenau Nr. 49 aquarelliert (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), bei Johann Matthias Ranftl liebevoll genrehaft mit seinem kleinen Mädchen neben einem riesigen Holzfass im Keller (Taxe 1.200 bis 1.500 EUR).

In der Tradition klassizistischer Malerei steht Francesco Hayez’ Pastellportrait eines Mädchens mit orientalischer Kopfbedeckung (Taxe 9.000 bis 12.000 EUR). Eine äußerst anrührende Szene schuf Giovanni Segantini 1883 mit seiner Kohlezeichnung auf blauem Papier „Babbo é morto“ – „Papa ist tot“. Das kleine Kind, das die junge Mutter gerade in die Arme nimmt, scheint die Nachricht noch gar nicht begreifen zu können (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Von solcher Tragik ist in Augusto Corellis quirligem Gewühl von viel frommem Volk nach einer kirchlichen Prozession auf einem Aquarell von 1882 nichts zu spüren (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). Rechtzeitig zum 100jährigen Gedenken des Ausbruchs des Ersten Weltkriegs bietet das Dorotheum schließlich ein gemäldehaft reiches Grisailleaquarell mit Weißhöhungen von Richard Assmann an. Es gibt eine Ansicht des beschaulichen Platzes vor der Kirche St. Ignatius im nordostitalienischen Görz wieder. Doch die stille Marktszene wird soeben zerrissen von mehreren Explosionen – man schrieb den Sommer 1916, und Görz war einer der zahllosen Schauplätze der Gräuel des Weltenbrandes (Taxe 1.200 bis 1.600 EUR).

Die Auktion beginnt am 28. April um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich außer sonntags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



24.04.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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