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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Jugendstil und Art Déco bei Quittenbaum in München

Damenwahl



Demetre Chiparus, Balletttänzerin, 1920er Jahre

Demetre Chiparus, Balletttänzerin, 1920er Jahre

Männer, die etwas übrig haben für hübsche junge Damen – und das tun ja wohl die meisten –, haben in Kürze zwei Nachmittage lang Zeit, sich aus einer Reihe von Angeboten die Schönsten herauszusuchen. Am 6. und 7. Mai bietet das Münchner Auktionshaus Quittenbaum wieder eine Fülle von Artefakten aus Jugendstil und Art Déco an, und da wimmelt es nur von holdseligen Frauen aller Fasson und Couleur. Sie geben sich konzentriert-sportlich wie Walter Schotts 1897 in Bronze gegossene „Kugelwerferin“ für 4.800 bis 5.500 Euro, sie holen zu weitem Schwung aus wie bei Fortunato Goris nackter „Kugeltänzerin“ in braun patinierter Bronze für 7.000 bis 8.000 Euro, sie wirken bisweilen fast burschikos wie Dina Kuhns rothaarige Allegorie „Sommer“ mit Füllhorn aus polychromer Majolika für 4.200 bis 4.800 Euro oder sie lassen sich ungeniert beim Bad beobachten wie Donatello Gabbriellis halbmeterhohe „Badende“, die ihren Körper um 1920 ganz in weißem Marmor und Alabaster entblößt. Auch hier liegt die Schätzung mit 4.800 bis 5.500 Euro in diesem Preisbereich.


Gelegentlich geht es auch ziemlich zur Sache wie bei Bruno Zach, der den Mann mit einer auf Kissen gelagerten, teilweise schon barbusigen Frau lockt. Hebt „Mann“ die Bronze dann hoch, wird ein Paar bei einem Tun sichtbar, auf dessen Beschreibung man besser verzichtet (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR). Die meisten aber sind ganz züchtig, so auch die heute wie damals so begehrten Mischwesen aus Elfenbein und unterschiedlich gefärbter Bronze. Demetre Chiparus gehörte in Paris zu den berühmtesten Schöpfern dieser Besonderheit des Art Déco, zu haben ist von ihm eine „Balletttänzerin“ aus den 1920er Jahren mit weitem rauschendem Reifrock für 12.000 bis 15.000 Euro. Aus Italien ist hier nochmals der Florentiner Fortunato Gori mit einer nur in ganz leichtem S-Schwung zuckenden Tänzerin um 1910 vorzustellen (Taxe 6.500 bis 7.500 EUR), der Ungar Alexander Kéléty schickt gleich ein ganzes Menschenpaar – Pierrot und Pierrette beim Tanz aus den mittleren 1920er Jahren (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR) – und in Berlin schloss sich Ferdinand Preiss der so erfolgreichen Mode an. Seine tanzenden Schönheiten sind besonders grazil und nennen sich „Con Brio“ (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR) oder „Flammentänzerin“, die in weitaus exaltierter Bewegung auf dem Onyxsockel ihren Körper umherwirft (Taxe 13.000 bis 16.000 EUR).

Aber auch die Damenwelt hat etwas zum Schauen, etwa bei Franz von Stucks „Athlet“ aus dem Jahr 1892, der mit muskulösen Armen eine offenbar sehr gewichtige Kugel in die Höhe hebt. Mit 17.000 bis 22.000 Euro ist diese wohl nach 1906 bei Cosmas Leyrer in München gegossene Bronze eines der teuersten Werke der Auktion. Männliche Kraft kennzeichnet außerdem die beiden „Kämpfenden Faune“, die Ernst Seger 1921 wohl von Stucks gleichnamigem Gemälde von 1889 abgekupfert hat (Taxe 3.500 bis 4.000 EUR). Freilich dominieren Darstellungen weiblicher Körper, auch in der der kleinen Abteilung von Gemälden und Grafiken. Hier verdienen eine nackte „Tanzende Nymphe“ von Franz Hofstötter, der ja vor allem als Entwerfer von Glasobjekten Bekanntheit erlangte, aus dem Jahr 1927 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR) und eines der 250 Exemplare von Pablo Picassos Radierung „Femme nue se couronnant de fleurs“ von 1930 aus der „Suite Vollard“ für 5.500 bis 6.500 Euro eine Hervorhebung.

Den Hauptteil der Veranstaltung beansprucht allerdings das Gebrauchsdesign. Allein mehr als dreihundert Positionen der Auktion gehören dem französischen Glas in unterschiedlichsten Preisklassen von der Dreistelligkeit bis hin zu 13.500 bis 15.000 Euro für eine gut dreißig Zentimeter hohe schlanke Vase „Libellules et renoncules jaunes“ von Daum Frères aus der Zeit um 1904. Aus derselben Firma gingen etwa zur gleichen Zeit zwei glockenförmige, gelborange-farbige Lampenschirme hervor, die an brünierten Messingmontierungen hängen. Diese wurden von Louis Majorelle entworfen und zeigen üppigen Dekor in Form von Algen und Hummern (Taxe 5.500 bis 6.500 EUR). Seltener auf dem Markt finden sich Produkte der Familienwerkstätte Désiré Christian, die zu den kleineren der zahlreichen lothringischen Glasfirmen gehörte. Die balusterförmige, grünlich-violette Vase „Ombelles“ von circa 1900 zeugt aber auch hier von hoher handwerklicher Güte (Taxe 4.400 bis 4.800 EUR).

Für das Art Déco steht klassischerweise René Lalique mit seiner Blättervase „Malesherbes“ aus rotbraunem Pressglas von 1927 (Taxe 4.000 bis 4.200 EUR), diesmal aber auch François-Emile Décorchemont mit seiner Schale „Carrés“ von 1925 in geometrischem Quadratdekor und violetter Marmorierung (Taxe 2.000 bis 2.200 EUR). Unverwechselbar für die New Yorker Tiffany Studios ist eine Tischlampe mit der Bezeichnung „Ten Light Pond Lily“ von 1902. Auch preislich herrschen für die eine Teichlandschaft nachahmende Lampe mit 18.000 bis 22.000 Euro besondere Verhältnisse. Etwas erschwinglicher werden wieder die Arbeiten aus dem deutschsprachigen Raum. Für die teuerste der „Phänomen“-Vasen von Lötz Witwe in Klostermühle werden 4.200 bis 4.800 Euro fällig, für einen vierfach in die Höhe sich schwingenden und dabei allmählich breiter werdenden Deckelpokal Emanuel Josef Margolds, der zeitweise in der Wiener Werkstätte wirkte und später die Darmstädter Künstlerkolonie bereicherte, 5.000 bis 6.000 Euro.

Groß ist mit über achtzig Nummern die Auswahl an Gefäßen der Haagschen Plateelbakkerij Rozenburg, die Quittenbaum schon in jüngster Vergangenheit häufiger mittels Sonderkatalogen vorgestellt hat. Preislich liegen die meisten der mit Vögeln und Blumen, insbesondere Disteln, geschmückten Eierschalenporzellane im unteren vierstelligen Bereich. Im Bereich Keramik und Porzellan stechen dann zahlreiche Arbeiten aus dem französischen und deutschsprachigen Raum hervor, etwa eine tropenförmige Bodenvase Clément Massiers mit zartestem Pflanzen- und Schmetterlingsdekor von circa 1890 (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR), zwei Exemplare von Michael Powolnys berühmten Jahreszeitenputti „Herbst“ und Frühling“ um 1907 (Taxen je 4.000 bis 5.000 EUR), Henry van de Veldes charakteristische Vase mit braun-grüner Verlaufsglasur von 1903/04 (Taxe 3.800 bis 4.500 EUR) oder das 47teilige Speiseservice „Ceres“ in eleganten Neobarockformen von KPM Berlin, 1912 nach Entwurf Theodor Hermann Schmuz-Baudiss’ gefertigt (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Auch Italien beteiligt sich mit einem schönen Stück: Gio Ponti gestaltete gegen 1928 eine Serie neoklassizistisch anmutender Vasen unter dem Titel „Piumato“, die bei Richard Ginori vom Band liefen und heute nur gelegentlich auf dem Markt erscheinen. Eines dieser Stücke, in Weiß mit goldener Malerei einer weiblichen Allegorie des Glaubens, kann Quittenbaum nun für 7.000 bis 9.000 Euro offerieren.

Gegen Ende der Auktion gelangen die Möbel und Einrichtungsgegenstände zum Aufruf. Der Name des Wiener Meisters Josef Hoffmann fällt hier mehrmals, unter anderem bei einem Paar halbrunder Armlehnstühlen von circa 1914 (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR) oder einer weiß lackierten Stehlampe von 1907, in die ein Blumenbehälter integriert ist (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR). Der Däne Johan Rohde zeichnet um 1906 für ein Paar Nachtkästchen verantwortlich, die sich in ihrer schlichten runden Form dem Biedermeier des frühen 19. Jahrhunderts wieder anzunähern scheinen (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Preislich jeweils um die 5.000 Euro rangieren ein Paar hoher Postamente und ein etwas überholungsbedürftiger Stuhl Henry van de Veldes. Von Paul Kiss, einem in Paris tätigen Designer, stammen zwei Stehlampen, deren schmiedeeiserne Schäfte sich schlank und gerade wie Mammutbäume in die Höhe schwingen. Stilistisch sind sie bereits dem Art Déco der mittleren 1920er Jahren zuzuordnen (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Es folgen Metallarbeiten, darunter Gustav Gurschners Tischlampe um 1905 mit stilisiertem Blütenmotiv im durchbrochen gearbeiteten Schirm (Taxe 6.000 bis 6.500 EUR) und die Silberwaren, bei denen sich vor allem Besteckteile von Richard Riemerschmid, Johan Rohde, Sigvard Bernadotte, Heinrich Vogeler oder Harald Nielsen für bis zu 7.500 Euro hervortun. Aufwändig hat Evald Nielsen 1915 seine Ziervase aus Messing mit einer Silbermontierung in Form eines sich auf der Wandung schlängelnden Tintenfischs gefasst (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Am teuersten wird es beim Silber mit einem fünfteiligen Tee- und Kaffeeservice samt achteckigen Hälsen aus der Kölner Orivit-Metallwarenfabrik von 1903/04 für 8.000 bis 9.000 Euro. Der Schmuck beendet die Versteigerung und führt etwa Elisabeth Bontés Halskette mit einer Nelke aus geschnitztem Horn um 1910 (Taxe 500 bis 600 EUR), zwei Anhänger in geometrischen Art Déco-Formen von Theodor Fahrner aus den 1920er Jahren um die 1.000 Euro oder Karl Rothmüllers silbernes Collier von 1897/98 mit zwei Schlangen an, deren weit geöffnete Mäuler einem ovalen Amazonit einfassen (Taxe 2.000 bis 2.400 EUR).

Die Auktion beginnt am 6. und 7. Mai jeweils um 14 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum 4. Mai von 13 bis 17 Uhr, am 5. Mai von 10 bis 15 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.quittenbaum.de.

Kontakt:

Quittenbaum Kunstauktionen

Theresienstraße 60

DE-80333 München

Telefon:+49 (089) 273 702 125

Telefax:+49 (089) 273 702 122

E-Mail: info@quittenbaum.de



04.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Samuel Schellink, Vase mit Mohn, 1905
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Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

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Jacobus Willem van Rossum, Tasse mit Unterteller, 1901

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Taxe: 900 - 1.200 EURO

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Désiré Christian, Vase „Ombelles“, um 1900

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Taxe: 4.200 - 4.800 EURO

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Paar Wandappliken, Daum Frères, Nancy um 1905

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Taxe: 5.500 - 6.500 EURO

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Emanuel Josef Margold, Deckelpokal, 1915

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Ferdinand Preiss, Flammentänzerin, um 1928

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