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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Neusser Sammlung von Viktor und Marianne Langen überzeugte die Käufer in der Auktion mit Kunst des Impressionismus und der klassischen Moderne bei Christie’s in New York

Die Knollennasige



Die Erben von Viktor und Marianne Langen können sich freuen. Neun kapitale Kunstwerke hatten sie in die Prestigeauktion bei Christie’s in New York gegeben, und alle neun hielten im Großen und Ganzen, was sie versprachen. Mit Pablo Picassos sommerlich unbeschwerter Strandszene „Composition: Nu sur la plage“, in die er mit charakteristischer Knollennase seine Geliebte Marie-Thérèse Walter drapiert hat, war der Auftakt gelungen. Als erstes Los der Abendversteigerung spielte die aquarellierte Tuschezeichnung am vergangenen Dienstag 2,1 Millionen Dollar in die Geldbeutel der Langen-Nachkommen. Angesetzt waren für das Blatt vom 16. Juli 1933 nur 1 bis 1,5 Millionen Dollar. Auch die folgende Position, die ebenso hoch bewertete Ölstudie „Constructerus, échelle et roue“ von Fernand Léger aus dem Jahr 1950, die Viktor und Marianne Langen schon zwei Jahre nach ihrer Entstehung ihr eigen nannten, enttäuschte bei 1,3 Millionen Dollar nicht.


Insgesamt 70 Millionen Dollar netto konnten die Nachfahren des rheinischen Sammlerehepaars auf ihren Konten verbuchen. Der höchste Einzelbetrag entfiel mit 20 Millionen Dollar auf Pablo Picassos düster-melancholisch koloriertes „Portrait de femme“. Für die mehrperspektivische, verzogene Darstellung seiner damaligen Geliebten Dora Maar von 1942 waren eigentlich 25 bis 35 Millionen Dollar vorgesehen. Taxgerecht platzierte sich dagegen seine 1925 datierte „Nature morte au filet de pêche“ bei 7,9 Millionen Dollar. Auch bei Wassily Kandinsky musste das teuere Gemälde, die farbenfrohe, zur Abstraktion tendierende „Strandszene“ von 1909 mit 15,2 Millionen Dollar ein paar Federn lassen (Taxe 16 bis 22 Millionen USD), während seine frei über die Leinwand gestreuten „Pointes noires“ in einem bunten Formenspiel von 1937 genau die Mitte der Schätzung von 4 bis 6 Millionen Dollar trafen. Jeweils ihre untere Erwartung erreichten Fernand Légers Stillleben „Les Fruits“ von 1927 mit 2,5 Millionen Dollar und Georges Braques „Modèle“ in einem spätkubistischen Interieur von 1939 mit 8 Millionen Dollar. Diesen Wert gab es zudem für Salvador Dalís surrealistische Wüstenlandschaft „Moment de transition“ von 1934. Das waren aber mindestens 2 Millionen Dollar weniger, als anvisiert.

Neben der Langen-Sammlung standen die „Clark Family Treasures“ im Mittelpunkt der Versteigerung. Die 2011 im Alter von 104 Jahren verstorbene Huguette Clark hatte eine Vorliebe für den Impressionismus. Mehr als achtzig Jahre lang nannte die für ihren extravaganten Lebenswandel bekannte Dame ein Seerosenbild Claude Monets aus dem Jahr 1907 ihr Eigen. Nun sind die violett-grünen „Nymphéas“ bei 24 Millionen Dollar nach Japan abgewandert (Taxe 25 bis 35 Millionen USD). Zu den Lieblingskünstlern Clarks gehörte Pierre-Auguste Renoir, doch von seinen drei Gemälden fanden nur zwei einen Anhänger: die lebensfrohe „Femme à l’ombrelle“ von 1873 bei 2,1 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 5 Millionen USD) und die betont manierierten „Jeune filles jouant au volant“ in einer saftig-grünen Auenlandschaft von circa 1887 zur unteren Schätzung von 10 Millionen Dollar. Sein intensiv bunter Strauß „Chrysanthémes“ musste dagegen bei 3,5 bis 5,5 Millionen Dollar wieder die Heimreise zu den Clarks antreten. Erfolgreich platzierten sich indessen die für Renoir geradezu klassischen „Deux sœurs“ aus den frühen 1890er Jahren bei 7 Millionen Dollar (Taxe 4 bis 6 Millionen USD).

Ein dritter geschlossener Bestand stammte von Edgar Miles Bronfman, dem kürzlich verstorbenen Unternehmer und langjährigen Präsidenten des Jüdischen Weltkongresses. Hier war die Abnahmequote nicht so hoch. Zwei Arbeiten Edgar Degas’, der Bronzeakt „Le Tub“ (Taxe 4 bis 6 Millionen USD) und das Pastell „Femme s’esuyant“ um 1905/07 (Taxe 3 bis 5 Millionen USD), stellten sich auf der Rückgangsliste ein. Henri Matisses südlicher Fensterausblick „Femme auprès de la fenêtre“ von 1920 erreichte die untere Schätzung von 3 Millionen Dollar. Als teuerste Position der Bronfman-Suite kam Picassos freudige „Mangeuse de pastèque et homme écrivant“ von 1965 bei 7 Millionen Dollar an ihr Ziel (Taxe 7 bis 10 Millionen USD), und seine 19 Silberplatten vor allem mit Gesichts- und Maskendarstellungen kletterten sogar auf 2,95 Millionen Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Umworben wurde zudem Claude Monets Blick in einen frühlingshaften Bauernhof unter dem Titel „L’Escalier“ von 1878 bei 3 Millionen Dollar zum Doppelten der Erwartung. Außerhalb der Bronfman-Kollektion zog ebenfalls Monets sonnige Winterlandschaft „Le Givre“ von 1875 die Blicke bei 6,3 Millionen Dollar auf sich (Taxe 6 bis 9 Millionen USD), ebenso Constantin Brancusis blockhafte Skulptur „Le Baiser“ von 1923/25 in einer unikaten Gipsausführung von 1946 bei 7,5 Millionen Dollar (Taxe 5 bis 8 Millionen USD).

Dann holte vor allem Amedeo Modiglianis unbekannter „Jeune homme roux assis“ von 1919 kräftig auf. Nach Monets Seerosen und Picassos Dora Maar und noch vor Kandinskys Strandszene spielte sich der melancholisch blickende Schwanenhalsige auf Platz 3 der Ergebnisliste. Dazu verhalf ihm ein amerikanischer Sammler mit 15,6 Millionen Dollar (Taxe 8 bis 12 Millionen USD). Ihren Schätzungen konnten zudem Marc Chagalls traumhafter Fensterausblick auf eine nächtliche Häuserfront von 1959 bei 2,65 Millionen Dollar (Taxe 1,4 bis 1,8 Millionen USD), Joan Mirós zeichenhaftes Gemälde „L’étoile insaisissable“ von 1968 bei 3,1 Millionen Dollar (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD) oder als einziger deutscher Beitrag Ernst Ludwig Kirchners bunte Tanzszene „Tangotee“ von 1919/21 bei 1,7 Millionen Dollar übertreffen (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD). Diese positiven Überraschungen trugen zur hohen wertmäßigen Verkaufsquote bei, die Christie’s mit 96 Prozent angab und damit noch von der losbezogen mit 89 Prozent lag. Von den 53 angebotenen Losen konnte das New Yorker Auktionshaus 47 vermitteln und strich damit brutto knapp 286 Millionen Dollar ein.

In die Riege der zweistelligen Millionenwerte kamen dann noch Joan Mirós poetisches Gemälde mit dem umständlichen Titel „Le serpent à coquelicots traînant sur un champ de violettes peuplé par des lézards en deuil“ aus dem Jahr 1947 bei 11 Millionen Dollar (Taxe 12 bis 18 Millionen USD), Alberto Giacomettis überschlanke Bronzefigur „Femme de Venise IV“ von 1956/57 bei 11,2 Millionen Dollar (Taxe 10 bis 18 Millionen USD) und Pablo Picassos wie eine Zeichnung wirkendes, aber 1922 in Öl ausgeführtes Gruppenbild „Deux femmes et enfant“ der klassizistischen Phase bei 11,5 Millionen Dollar (Taxe 12 bis 16 Millionen USD). Der Jahrhundertmaler war mit insgesamt dreizehn Positionen bei Christie’s zugegen und platzierte seine „Buste de femme“, das Portrait von Nusch Eluard, der Frau Paul Eluards, aus dem Jahr 1938, gewinnbringend bei 3,8 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD), ebenso seinen späten bärtigen „Tête d’homme“ von 1972 bei 4,2 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD). An der 10 Millionen-Marke kratze dann noch Picassos Bildnis der Marie-Thérèse Walter als schlafende Schönheit vom 18. Juni 1932 mit 9,8 Millionen Dollar (Taxe 8 bis 12 Millionen USD).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s Rockefeller Center

20 Rockefeller Plaza

US-10020 New York

Telefon:+1 (212) 6362000

Telefax:+1 (212) 6362399

E-Mail: info@christies.com



10.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Amedeo Modigliani, Jeune homme roux assis, 1919

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Taxe: 8.000.000 - 12.000.000 USD

Zuschlag: 15.600.000,- USD

Losnummer: 5

Pierre-Auguste Renoir, Les deux sœurs, um 1890/95

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Taxe: 4.000.000 - 6.000.000 USD

Zuschlag: 7.000.000,- USD

Losnummer: 7

Pierre-Auguste Renoir, Jeune filles jouant au volant, um 1887

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Taxe: 10.000.000 - 15.000.000 USD

Zuschlag: 10.000.000,- USD

Losnummer: 10

Claude Monet, Le Givre, 1875

Claude Monet, Le Givre, 1875

Taxe: 6.000.000 - 9.000.000 USD

Zuschlag: 6.300.000,- USD

Losnummer: 18

Claude Monet, Nymphéas, 1907

Claude Monet, Nymphéas, 1907

Taxe: 25.000.000 - 35.000.000 USD

Zuschlag: 24.000.000,- USD

Losnummer: 8

Ernst Ludwig Kirchner, Tangotee, 1919-1921

Ernst Ludwig Kirchner, Tangotee, 1919-1921

Taxe: 1.000.000 - 1.500.000 USD

Zuschlag: 1.700.000,- USD

Losnummer: 47




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