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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte und Neuere Meister sowie Kunsthandwerk bei Van Ham in Köln

Vage Urheberschaft



Joachim Beuckelaer, Die Anbetung der Hirten

Joachim Beuckelaer, Die Anbetung der Hirten

Kunsthistorische Schwierigkeiten bereiten mitunter die Alten Meister, die das Kölner Auktionshaus Van Ham demnächst in seiner Versteigerung Alter Kunst dem Publikum anbietet. Ungesicherte Autorschaft kennzeichnet viele der höher dotierten Werke. So galt eine Anbetung der Hirten auf leicht hochformatiger Leinwand früher als ein Werk Pieter Aertsens; inzwischen wird die mit 25.000 bis 27.000 Euro bewertete Leinwand mit ihrem kräftig formulierten Personal jedoch als ein Gemälde Joachim Beuckelaers angesehen. Dem Interieurmaler Bartholomeus van Bassen kann die 1628 datierte Innenansicht einer großen gotischen Kirche nur zugeschrieben werden, ebenso die dramatisch bewegte biblische Erzählung „Jacob ringt mit dem Engel“ dem Norditaliener Sebastiano Ricci. Für beide Gemälde verlangt Van Ham jeweils etwa zwischen 18.000 und 30.000 Euro.


Weiter geht es am 16. Mai mit dem Deutschitaliener Philipp Peter Roos. Doch auch er steht als Maler eines großen Jagdstilllebens mit allerlei Federvieh, einem Hasen, einem Schaf und Gemüse vor einer gewittrig dräuenden Abendlandschaft nicht sicher fest (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR). Im gleichen Preisrahmen und mit identischer Größe – man könnte von Pendants sprechen – soll von Roos ein weiteres Arrangement von Federvieh und Zicklein stammen. Besser hat es Carl Andreas Ruthart bei seinem Jagdstück; er gilt als Urheber für den Kampf zwischen einem Hirschen und zwei Leoparden in einer felsigen Waldlandschaft (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR). „Louis Caravaque Schule“ steht auf dem Etikett eines Portraits, auf dem ein russischer Fürst als Knabe ganzfigurig vor einer prächtigen Barockarchitektur steht. Vielleicht hat ja Ivan Yakovlevich Vishnyakov, einer der Schüler des aus Frankreich nach St. Petersburg übergewechselten Künstlers, das annähernd lebensgroße Bildnis gemalt (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR).

Durch Signatur ziemlich einwandfrei dem sichtlich von der italienisierenden Richtung der Niederländer beeinflussten Thomas Wijck lässt sich eine rötlich erleuchtete Landschaft mit Reitern vor einer Brücke zuordnen (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). In südlichen Bahnen bewegt sich Wijck ebenfalls mit einer Ruinenlandschaft, in die er pittoresk einige einfache Leute bei ihrer Arbeit drapiert hat (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Jan Havicksz Steen wird als Schöpfer einer kleinformatigen Genreszene mit Tabakschneidern in einer Taverne angesehen. Die Signatur gilt allerdings nicht als authentisch (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR). Der Mailänder Künstler Giovanni Antonio Cucchi zeichnete für einen leicht hochovalen Bozzetto verantwortlich, der die antiken Götter Zeus, Chronos und Athene mit weiteren Figuren in einem Wolkenhimmel versammelt und wohl als Vorbereitung für ein Deckenfresko entstanden ist (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Recht qualitätvoll darf eine Verbildlichung der Heiligen Drei Könige vor Herodes auf knapp anderthalb Meter breiter Leinwand genannt werden. Dabei handelt es sich um eine wohl einigermaßen zeitgenössische Kopie nach einem Original Sebastiano Concas in der Dresdner Gemäldegalerie (Taxe 12.000 bis 14.000 EUR).

Den Übergang zu den Neueren Meistern markiert eine feine Federzeichnung Jakob Philipp Hackerts von 1798 mit einem großen Baum und dem weiten Ausblick in die Flussniederungen bei Cajazzo (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Schwierigkeiten wie die Alten Meister bereiten hinsichtlich der Zuschreibungen die Neueren jedenfalls kaum. Hier scheint Alles glasklar dazuliegen, etwa der Dresdner Romantiker Carl Gustav Carus als Schöpfer eines „Vollmonds bei Pillnitz“ (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), Emilie Preyer mit ihrem hauchfeinen Stillleben, das einige Trauben und Pfirsiche auf einer weißen Tischdecke versammelt (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR), oder Carl Spitzwegs „Alter Türke“ auf einem Karton von circa 1855 für 14.000 bis 16.000 Euro.

Auch bei Oswald Achenbachs Abendstimmung vor den Toren Roms mit Reisenden auf der Via Cassia und der mächtigen Kuppel es Peterdoms im Hintergrund aus dem Jahr 1878 (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR), Hermann David Salomon Corrodis Zug zur Kirche in einem Dorf an der ligurischen Küste (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR) oder Hans Thomas anmutigem Kinderbildnis „Ella am halbrunden Fenster“ von 1887 gibt es keine Zweifel an der Autorschaft (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Die leichte Muse findet in Eugen von Blaas ihren Meister. Er zeigt ein venezianisches Liebespaar aus der unteren Gesellschaft: Ein junger Mann nähert sich der hübschen Näherin von hinten zu einem heimlichen Kuss über die Mauer, nur vom Bildbetrachter beobachtet. Mit 50.000 bis 70.000 Euro trägt die 1906 entstandene Leinwand den höchsten Schätzpreis der Auktion.

Wegen ihrer großen Zahl gesondert hat Van Ham die Werke skandinavischer Künstler gruppiert. Die teuersten Stücke sind hier Fritz Melbyes beschaulicher „Hafen von Havanna“ und eine Fischerfamilie am offenen Feuer vor nächtlicher Küstenlandschaft der Ostsee, die seinem Bruder Anton Melbye zugeschrieben wird und 1842 datiert ist (Taxen je 8.000 bis 10.000 EUR). Vilhelm Kyhn, Anton Eduard Kieldrup oder Carsten Henrichsen ergänzen mit beschaulichen heimatlichen Gefilden im unteren und mittleren vierstelligen Euro.Bereich. Französische Barbizon-Maler dominieren eine größere Einlieferung aus schwäbischem Privatbesitz, darunter Constant Troyons „Holzfäller“, der seine Kritik über die Zerstörungen des urwüchsigen Walds von Fontainebleau auf die Leinwand bringt (Taxe 17.000 bis 20.000 EUR), oder Charles-François Daubignys atmosphärisch gemalter „Lastkahn“ am Ufer eines Flusses (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Jan Jacob Spohler wandelte auf den Spuren seiner altniederländischen Vorläufer und belebte die Landschaftsmalerei neu mit seiner vereisten Flusslandschaft am Rande einer holländischen Kleinstadt mit Schlittschuhläufern (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR) oder dem Wintertag an einem zugefrorenen Kanal (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Spohlers gibt es allerdings – so schön sie sind – zuhauf, eine andere Offerte dagegen dürfte wirklich Unikatcharakter haben. Es handelt sich um ein leicht querformatiges Schlachtenbild, das laut familiärer Überlieferung den General Hans Kaspar Faesi bei einer Schlacht seiner russischen Truppen gegen die Tscherkessen 1836 zeigt. Mächtig und irreal wie auf spätgotischen Altartafeln steigt das schneebedeckte Gebirge hinter den Kriegern auf, die in ihren Bewegungen allerdings mehr aussehen, als hätten sie gerade Manöverpause. Der Schöpfer des Bildes ist unbekannt (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Julius Sergius Klever steuert wieder eine seiner fast fotografisch klaren Waldlandschaften bei, diesmal eine Baumgruppe am Peipussee von 1885 für 22.000 bis 30.000 Euro. Freunde des baltischen Raumes werden sich vielleicht über ein Pferdeportrait ihres Landsmanns Alexander Schwabe freuen, doch auch Tierliebhaber kommen bei dem trabenden Braunen von 1864 auf ihre Kosten (Taxe 22.000 bis 25.000 EUR).

Ein eigener Katalog und ein eigener Sitzungstermin am 17. Mai ist wieder dem Kunsthandwerk vorbehalten, einschließlich einer Sammlung von Uhren des 2013 verstorbenen Kölner Sammlers Hanns Schäfer. Mit geschätzten 25.000 bis 50.000 Euro als Hauptlos firmiert ein großer dreiteiliger Schreibschrank der Rokokozeit um 1765, der sich einst in Schloss Langenstein bei Halberstadt befand, zeitweise dem berühmten Berliner Kunsthistoriker Wilhelm von Bode gehörte, dann wieder nach Langenstein kam und schließlich 1946 von den Behörden konfisziert wurde. Jahrzehntelang schmückte das mächtige Stück das Feudalmuseum in Wernigerode, bis es 2006 an die Erben der früheren Besitzer restituiert wurde. Eine derart bewegte Geschichte hat der Armlehnstuhl, den Carlo Bugatti um 1902 in der für ihn typischen Stilmischung aus maurisch, gotisch und Jugendstil schuf, noch nicht aufzuweisen. Dafür liegt der Preis hier auch nur bei 8.000 bis 10.000 Euro.

Die Gemälde-Auktion beginnt am 16. Mai um 10 Uhr, das Kunsthandwerk steht am 17. Mai ab 10 Uhr auf dem Programm. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.van-ham.com.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com



14.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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