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Zeitgenössische Kunst bei Lempertz in Köln

Die alten Herren unter sich



Gerhard Richters gerakelte und nur mit dem Entstehungsdatum betitelte Steifenabstraktion „18. Dez. 1995“ für 80.000 bis 100.000 Euro, Günther Ueckers genageltes „Weißes Feld“ in wirbelnder Bewegung von 1995 für 200.000 bis 250.000 Euro, Markus Lüpertz’ sechs bemalte „Pietrasanta Bronzen“ unförmiger menschlicher Gestalten von 1993/95 für 250.000 bis 300.000 Euro – die Spitzenwerte auf der kommenden Versteigerung zeitgenössischer Kunst bei Lempertz in Köln machen die großen deutschen Altmeister weitgehend unter sich aus. Mit einem weiteren potentiellen Sechssteller reiht sich am 31. Mai Sigmar Polke in die Riege ein: Seine berühmte hintergründig ironische Werkserie „…Höhere Wesen befehlen“ bereicherte er 1967/68 durch eine Mappe mit 14 Offsetdrucken, die als eines von fünfzig Exemplaren der Vorzugsausgabe zusätzlich mit vier farbigen Zeichnungen ausgestattet ist. Hier sollen es 80.000 bis 120.000 Euro werden, für zwei weitere, jeweils rund einen Meter hohe beziehungsweise breite Unikate des Meisters – ein Rasterbild mit blauen Farbrinnsalen und einen weiblichen Akt im wabernden Farbmeer aus den 1980er Jahren – bis zu 90.000 Euro.


Vor allem das Mittelfeld mit fünfstelligen Schätzpreisen ist bei Lempertz wieder auffallend gut besetzt. Auch hier sind es häufig deutsche Meister der Generation „Sechzig plus“, die mit repräsentativen und doch noch einigermaßen erschwinglichen Arbeiten auf den Markt gebracht wurden. Von Horst Antes etwa gibt es einen seiner großen Köpfe – allerdings erkennbar keinen „Kopffüßler“ – aus dem Jahr 1974 mit dem Titel „Paar (Blinder)“. Neben der groß ins Bild gesetzten Hauptfigur findet sich am linken Rand eine zweite weiße Figur, die den anderen an der Hand hält (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Einen der insgesamt fünfzehn Laufställe mit Bronzestab, die Martin Kippenberger 1986 unter dem Titel „I am lonely (Anlehnungsbedürfnis)“ bei Matthias Buck und Christian Nagel in München herausgeben ließ, gibt es für 40.000 bis 50.000 Euro.

Abstrakt wird es wieder mit Imi Knoebels „Figurenbild“ von 1989 – eigentlich ein irreführender Titel, denn die bekannte Minimalist hat auch hier nur eine himmelblaue, eine rotbraune und zwei schwarze Flächen rechtwinklig zueinander gruppiert (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Aus der etwas älteren Generation ist Peter Brüning mit einer überwiegend blau-schwarzen, bewegten Komposition des Informel zu nennen, die den einfachen Titel „Nr. 32“ trägt und 1960 entstand (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Informell geht es mit zwei schwungvollen Rakelkompositionen des nun schon hundertjährigen Karl Otto Götz aus den 1950er Jahren (Taxe je 20.000 bis 30.000 EUR), Gerhard Hoehmes ebenfalls schwarzweißem Hochformat „Ernstes Bild“ von 1955/56 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) oder mehreren Arbeiten aus Bernard Schultzes wuchernden Farbwelten weiter, darunter dem Gemälde „Rosenfingrig“ von 1990 für 10.000 bis 15.000 Euro oder dem dreidimensionalen Relief-Migof „Skuf“ von 1961 für 7.000 bis 9.000 Euro.

Preislich bei 40.000 Euro rangiert ein marmorartiger „Jeune Paysage“ des niederländischen CoBrA-Künstlers Corneille aus dem Jahr 1960 und eines der unverwechselbaren Punktbilder des gebürtigen Brasilianers Almir da Silva Mavignier mit dem Titel „7 Quadrate“ von 1959, das der Op Art zugerechnet werden kann. ZERO hängt außerdem in Form von Heinz Macks weißem seriellem Gipsrelief „Doppel-Vibration“ von 1958 (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR) und mehrerer Feuerbilder Otto Pienes aus den Jahren 1962 bis 1989 für bis zu 40.000 Euro bereit. Als italienischer Kollege ist Getulio Alviani zu nennen, der seine „Superficie a testura vibratile“ 1966 aus geschliffenen Aluminiumtafeln aufblitzen lässt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Für den deutschen Minimalismus steht eine quadratische Leinwand mit weißen Horizontalbalken von Raimund Girke aus dem Jahr 1972 für 18.000 bis 22.000 Euro.

Einen Überraschungserfolg landete Lempertz vor einem Jahr mit einem abstrakten Linienbild Zdenek Sýkoras. Jetzt werden aus einer niederländischen und einer hessischen Privatsammlung zwei weitere dieser nach mathematischen Formeln gestalteten Gemälde des Tschechen nachgeliefert: die sehr frei gestaltete „Linie Nr. 72“ von 1990 und die etwas strenger konzipierte „Linie Nr. 86“ von 1991, beide auf jeweils 60.000 bis 80.000 Euro veranschlagt. Auch Joseph Beuys ist wieder mit von der Partie mit einer ganzen Reihe markanter Arbeiten von der frühen Bronzeplakette „Taube unter Brücke“ von 1956 (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR) bis hin zum späten Politstatement „Kunst = Kapital“, in Filzschreiber auf Klemmbrett und mit Widmung „Für die Grünen“, aus der Zeit um 1983 für 7.000 bis 9.000 Euro. Mit spielerischen, kinetischen Skulpturen treten Günter Haese und Harry Kramer hervor. Haese entsendet seine fein aus Messingdraht gestaltete Vogelkäfigwelt „Sesam“ von 1987 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), Kramer die etwas gröber gearbeiteten, dafür mit Geräuschen ausgestatteten „Nähmaschine“ und „Klingelmaschine“ aus den 1960er Jahren (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR).

Freunde der Pop Art werden sich vielleicht auf die Offerten Andy Warhols freuen. Dabei handelt es sich freilich ausschließlich um mehr oder weniger massenhafte Ware aus dem späten Schaffen, so die schrillbunte Farbserigrafie „New Coke“ mit einer umgefallenen und ausgelaufenen Getränkedose aus den mittleren 1980er Jahren für 75.000 bis 85.000 Euro. Günstiger wird es bei Warhols deutschem Mitstreiter Fritz Köthe, der 1974 die aufreizenden Beine einer Frau in einem „Granny Smith“ gepackt hat (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Während Köthe den Plakatabriss nur malt, hat ihn Jacques de la Villeglé 1971 tatsächlich ausgeführt und mit „Rue Pastourelle“ urbanes Kunstwerk aus Textfragmenten, Eifelturm und Farbflächen geschaffen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). 1982 hat sich Jörg Immendorff die „Weltfrage“ anhand einer quadratischen Leinwand mit einem von weißen Streifen durchzuckten und von Symbolen angereichten Nachthimmel gestellt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Karl Horst Hödicke rekurriert in seinem ebenfalls neuexpressiven Gemälde „Das Haupt der Gorgo“ 1983 auf die antike Mythologie (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Wort- und bildgewaltig arbeitet sich auch Jonathan Meese an den alten Völkern ab. Schon der Titel seiner über vier Meter breiten Leinwand „Caligula’s feuchtester Traum. Mein Zypressenmaul juckt bis zum Echnackton de Large“ von 2002 ist ein Fest für kräftig-derbe Sprüchereißer (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Auf drei Metern Breite hat Cornelia Schleime ihren „Trugschluss“ mit großem Frauenauge und einer Frau, die ihr Spiegelbild küsst, in kraftvoller Malerei ins Bild gesetzt (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Vergleichbar arbeiten Cornelius Völker in seinen überdimensionierten „Teebeuteln“ von 1999 (Taxe 15.000 EUR) oder Dieter Krieg in seiner etwas abstrakteren Leinwand „Holland“ von 1990 (Taxe 18.000 bis 22.000 EUR).

Auf eine stille, unaufdringliche Kunst setzt dagegen Norbert Schwontkowski in seiner schwarzbraunen Nacht „Über dem Meer“ von 2000 (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR), und die Kunst der glatten, glänzenden Oberfläche übt Thomas Rentmeister in einem braunen Polyesterklecks auf dem Boden von 1994 (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Bei Marcel Dzama muss man dann schon genauer hinsehen, um die trügerischen Abgründe seiner kleinen unschuldigen Bilder zu erkennen. Denn der Kanadier fährt in zwei Aquarellen und eine collagierten Malerei auch groteskes und teils grausames Personal auf (Taxen bis 8.000 EUR). Als einer der jüngsten Künstler ergreift der 1970 geborene Kubaner Ernesto Villanueva das Wort und schickt zwei bunte querformatige Gemälde ins Rennen, in denen er 1995 die Situation einer Stadt und der Erde befragt hat (Taxe je 7.000 bis 9.000 EUR).

Die Fotokunst ist durch Thomas Demands stilisierte Ablichtung mehrerer nachgebauter Familienbilder auf einem „Flügel (Grand Piano)“ von 1993/2005 (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR), Thomas Ruffs zwei Meter hohes nächtliches Sternenbild „05H 08M /-65°“ von 1990 (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR) und Candida Höfers streng komponierte Innenansicht des „Théâtre Municipal Calais I“ mit Blick von der Bühne gen Zuschauerraum aus dem Jahr 2001 für 30.000 bis 35.000 Euro recht prominent vertreten. Bei Thomas Struth stehen sich die schwarzweiße Aufnahme einer Häuserfassade der „Sophiengemeinde 1, Große Hamburgerstraße, Berlin“ von 1992 und der bunte Blick einer viel kleinteiligeren „Straße in Palermo 1“ von 1998/99 gegenüber. Beide menschenleeren Veduten sollen jeweils 5.000 bis 6.000 Euro einspielen. Deutlich zur Sache geht Andres Serrano, wenn er in „Leo’s Fantasy“ von 1996 aus der Serie „A History of Sex“ eine Frau in den Mund eines Mannes pinkeln lässt (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) oder 1992 mit „Gun Murder“ aus der Serie „The Morgue“ den Betrachter zu einem Toten ins Leichenschauhaus schickt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Elger Esser bleibt da seinen stillen, anämischen Landschaften treu; so will sich sein Blick auf „Saint-Denis, Frankreich“ von 2000 in ein weiß-grau-grünes abstraktes Einheitsmeer auflösen (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 31. Mai um 11 Uhr. Die Vorbesichtigung ist bis zum 28. Mai täglich von 10 bis 17:30 Uhr, am 29. Mai von 11 bis 15 Uhr möglich. Der Internetkatalog listet die Objekte unter www.lempertz.com.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



26.05.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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