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Blick aus dem Künstler-Atelier in Berlin. Kurfürstenstraße, 1927 / Ernst Oppler

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Umstrittener Bildhauer Willy Meller in Köln

Die Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln (KMB) zeigt ab heute die Ausstellung „Willy Meller. Ein Künstler zwischen Diktatur und Demokratie“ aus ihrem umfangreichen Bestand zu dem umstrittenen Kölner Künstler. Bisher blieb eine intensivere Beschäftigung mit dem zu den meistbeschäftigten Bildhauern in der NS-Zeit gehörendem Meller aus, da sein Nachlass nur in Fragmenten überliefert war. 2009 entdeckte die KMB bei Recherchen zu seinem letzten Wohnsitz in Köln, dass Mellers Wohnhaus, sein Atelier und diverse Arbeiten aus der Zeit nach 1945 erhalten geblieben waren. Der Bestand enthielt derart viele Fotografien und Modelle von geplanten und umgesetzten Kunstwerken, dass sich die KMB entschloss, diesen Fund mit über 3.000 Fotografien zu dokumentieren. Die Ausstellung präsentiert das Ergebnis anhand von Fotos, Dokumenten, Büchern, Zeitungsartikeln und als Leihgabe kleineren Arbeiten Mellers. Zugleich wird ein erster kritischer Aufriss zu dem Bildhauer geboten. Ausgewählte Exponate zeigen die Ambivalenz in Mellers Werk auf, die im Vergleich seiner Arbeiten in der NS-Zeit mit denen für öffentliche Auftraggeber nach 1945 deutlich zutage tritt.

Der 1887 in Köln geborene Bildhauer Willy Meller wurde von den Nazis als der „echteste Architekturplastiker“ verehrt. Meller trat regelmäßig auf den Großen Deutschen Kunstausstellungen in München auf und war bei diversen Großbauprojekten im Dritten Reich mit seinen bildhauerischen Werken vertreten. Zu den heute bekanntesten zählen die Arbeiten für die NS-Ordensburgen Krössinsee und Vogelsang sowie das „Kraft durch Freude-Seebad“ Prora auf der Insel Rügen. Darüber hinaus schuf er eine Reihe von NS-ideologisch ausgerichteten Arbeiten wie die Kriegerdenkmäler in Lüdenscheid und Viersen-Dülken sowie zahlreiche steinerne Reichs- und Parteiadler. 1939 wurde er durch Adolf Hitler zum Professor ernannt und legte diesen Titel bis zu seinem Tod 1974 nie ab. Er schätzte sich selber nach 1945 als unpolitisch ein und sah sich als unbelastet aus der NS-Zeit hervorgegangen. Meller erhielt weiterhin Aufträge für öffentliche Bauten, worunter Denkmäler wie die für Oberhausen oder Frechen, die an den Zweiten Weltkrieg erinnern, einen besonderen Stellenwert innerhalb seines Œuvres einnehmen. Zu den bekanntesten Beispielen dieser ungebrochenen Beauftragung zählt der Bundesadler am Palais Schaumburg in Bonn, dem ersten Regierungssitz Konrad Adenauers.

Die Ausstellung „Willy Meller – Ein Künstler zwischen Diktatur und Demokratie. Ein Bestand der Kunst- und Museumsbibliothek der Stadt Köln“ läuft vom 27. Juni bis zum 10. August. Die Kunst- und Museumsbibliothek Köln hat Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 21 Uhr, Freitag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr und Montag von 14 bis 21 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

Kunst- und Museumsbibliothek Köln
Lesesaal im Museum Ludwig
Heinrich-Böll-Platz / Bischofsgartenstraße 1
D-50667 Köln

Telefon: +49 (0)221 – 221 224 38
Telefax: +49 (0)221 – 221 222 10

Quelle: Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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