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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Zeitgenossen hatten ihren starken Auftritt in der letzten Auktion mit Kunst des 20. Jahrhunderts bei Van Ham in Köln

Die Abstrakten



Höchstpreis auf Höchstpreis heimste die ungegenständliche Kunst auf der vergangenen Versteigerung zeitgenössischer Werke bei Van Ham ein, so übergewichtig waren die Nonfiguralen selten im Kölner Auktionshaus. Da trat als einer der Ältesten Ernst Wilhelm Nay mit seinen ungebändigten, von schwarzen Linien durchfurchten Farbformen der „Komposition A“ aus dem Jahr 1953 auf, die bei taxgerechten 160.000 Euro einen neuen Inhaber fand. Sensationelle 300.000 Euro bei einer Schätzung von nur 50.000 bis 70.000 Euro bewilligte ein rheinischer Kunde für ein unbetiteltes Hochformat Sigmar Polkes aus dem Jahr 1993, das in verschiedenen Blautönen das Chaos informell verlaufender Farbflächen in die Ordnung einer Rasterpunktestruktur zwingen will. Unter den Skulpturen ragte eine unikate, grün-schwarz patinierte Bronze Tony Craggs von 2010 mit ihren mehr als zwei Metern Höhe nicht nur im Wortsinn weit heraus, denn auch preislich gehörte die spiralenartig nach oben geschraubte Stele, aus der sich gelegentlich das Profil eines menschlichen Kopfes herausschält, mit 330.000 Euro zu den Spitzenwerken. Ein deutscher Sammler setzte sich bei einer Schätzung von 200.000 bis 300.000 Euro gegen die Konkurrenz durch.


Zeitgenössische Kunst

Als Hauptlos wurde schon im Vorfeld eine Serie von sechs abstrakten Bildern Gerhard Richters gehandelt, die 1973 in der Serie seiner „Vermalungen“ entstanden, den gemeinsamen Titel „Rot-Blau-Gelb“ tragen und die untere linke Ecke eines insgesamt hundert gleichformatige Querrechtecke umfassenden Ganzen bildeten. En bloc gingen sie für insgesamt 400.000 Euro über die Bühne, was zugegebenermaßen allerdings etwas unterhalb der angegebenen Gesamttaxe liegt. Es folgten von Richter noch eine weitere „Vermalung“ in Braun von 1972 für 55.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), die informell-gestisch mit Ölfarbe bestrichene Schallplatte „Goldberg-Variationen“ von 1984 für starke 58.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und für 83.000 Euro ein fotografisch genau abkonterfeites und doch ganz abstrakt anmutendes „Blech“ von 1988, kleiner als ein DIN A4-Blatt (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Größte Erfolge feierte einmal mehr die ZERO-Kunst. Weder von Günther Uecker noch von Heinz Mack noch von Otto Piene blieb auch nur ein Werk – und das waren insgesamt nicht wenige – unveräußert liegen. Allein Letzterer stellte ein gutes Dutzend Arbeiten, überwiegend Feuerbilder mit oft kreisförmigen Zentralflecken, die fast ausnahmslos inner- oder oberhalb der Schätzungen bis zu 60.000 Euro einspielten. Etwa in demselben Preisrahmen bewegten sich zwei Skulpturen, zwei Reliefs und ein Pastell von Heinz Mack. Uecker schließlich erfreute wieder alle Nagelfreunde mit drei ganz unterschiedlichen Arbeiten, die mal als „Diagonale Struktur II“ über die Leinwand huschen, mal als „Aggressive Reihung“ firmieren, obwohl die Spitzen doch ganz brav nebeneinander stehen, und mal in wildem „Sturz“ über die schwarz beschmierte Fläche fegen. Von 85.000 über 65.000 Euro steigerten sich die Gebote in dieser Reihenfolge auf 170.000 Euro, wobei allerdings nur der erste Zuschlag die Schätzung leicht überstieg.

Bei den kleineren Preisen der Ungegenständlichen sind Gotthard Graubners fast schwarzer, leicht wolkiger „Farbraumkörper“ von 1972 für 48.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), eine klein strukturierte, rhythmisch gereihte Schwarz-Weiß-Komposition Raimund Girkes von 1959 zum neuen Auktionsrekord von 45.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) und Adolf Fleischmanns „Composition 588xy“ mit vertikalen, meist weißen Streifenstaffelungen vor schwarzem Fond von 1961 für 33.000 Euro zu nennen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Von Rupprecht Geiger ließen die Kunden zwar das mit seiner Entstehung 1952 relativ frühe „Bild E III (Caretera)“ mit geometrischen Farbflächen für geschätzte 60.000 bis 80.000 Euro liegen, honorierten aber gleich darauf zwei für den Meister charakteristischere Monochromien in Blau von 1961 und Rot von 1962 für 70.000 Euro und 35.000 Euro (Taxen je 30.000 bis 50.000 EUR). Fritz Winters hinter schwarzen Strichfolgen „Versinkendes Rot“ von 1952 platzierte sich mit 40.000 Euro genau in der Mitte des Schätzrahmens, während Fred Thielers collagierte, informelle Komposition „R.W. BI/76“ um 2.000 Euro auf 28.000 Euro nachgab. Einträglich waren die 19.000 Euro für Theodoros Stamos’ atmosphärische Farbflächen des „Ancient Theatre“ von 1979 (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Gegen so viel Abstraktion hatten es die Gegenständler bei den Zeitgenossen, die sich zu knapp 70 Prozent verabschiedeten, sichtlich schwer. Das zeigte sich schon an einer zweiteiligen Collage, mit der Verpackungskünstler Christo 1993 sein Projekt „Wrapped Reichstag“ vorstellte: Statt 70.000 bis 100.000 Euro erzielten der Stadtplan und die sauber gezeichnete Vogelschau nur 55.000 Euro. Von 40.000 bis 60.000 Euro auf 68.000 Euro kletterte dagegen Jean Dubuffets voluminöser „Corps de dame“ von 1950, der freilich auch weitgehend in einem Gewirr zahlloser Tuschestriche aufgelöst erscheint. Eindeutiger positionierte sich Niki de Saint Phalles bunt bemalte „L’Ange Vase“, die nun für 45.000 Euro neuen floristischen Ideen offensteht (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Doch schon mit Rotraut Klein-Moquays rot lackierter und amorpher Aluminiumarbeit „Life“ von 1991, die bei 28.000 Euro den neuen Spitzenpreis im Auktionsranking der Künstlerin markiert, ging es wieder auf die Abstraktion zu (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). John Armleder gab sein grünes Punktemuster in zwei verschiedenen Größen von 1991 zur unteren Schätzung von 20.000 Euro ab, und Katharina Grosse ihre querrechteckige Aluminiumtafel mit vier Farbfeldern von 1998 bei 11.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Mit einem unbetitelten Großformat Andreas Schulzes von 1985 samt Süßigkeitenverpackungen in Steinreihen für 24.000 Euro (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und Dirk Skrebers Ölgemälde von 2000, auf dem zwei windschiefe Gartenhäuschen ihr Dasein fristen, für 30.000 Euro bewegte sich die jüngere Kunst wieder mehr der Gegenständlichkeit zu (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Hier gesellten sich auch Cornelia Schleimes mit einem Opernglas ausgestattete „Voyeuristin“ von 2005 für 10.000 Euro zur unteren Schätzung, Jonas Burgerts aus dem beigefarbenen Nichts auftauchende Blütenstängel von 2000 für 9.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR) und die beiden fotorealistischen Gemälde Frank Bauers mit dem Akt „Michiko (im Hotel)“ von 2003 und „Hotelfrühstück (mit Zimmerschlüssel)“ von 2004 für 5.500 Euro und 5.000 Euro im Rahmen der Erwartungen hinzu.

Klassische Moderne

Im Umfang wesentlich bescheidener mit gut hundert ausgewählten Werken – davon aber über drei Viertel verkauften – präsentierte sich die klassische Moderne. Gefragt war aber nicht nur Quantität, sondern auch Qualität, wie sich an einigen beachtlichen Wertsteigerungen zeigte. So übernahm ein Schweizer Händler erst bei 310.000 Euro Lyonel Feiningers mittelgroßes Ölbild „Nachglühen II“ von 1948 mit zwei schwarz gestrichelten Dampfern auf türkisblauem Meer (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Von 50.000 bis 70.000 Euro auf 110.000 Euro verbesserte sich Marc Chagalls in Pastell, Farb- und Bleistift geworfene „Vue de la fenêtre sur Central Park“, die der Künstler während eines New York-Aufenthalts 1958 festhielt. Und auch der dritte Hunderttausender, Max Liebermanns „Reiter am Strand nach links“ wohl von 1908, schloss mit 150.000 Euro deutlich besser ab als erwartet (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Zwei Werke konnte das Auktionshaus von seinem Dauerbrenner Rudolf Bauer anbieten, wenngleich kleinere Arbeiten auf Papier. Besonders begehrt war eine unbetitelte, lediglich mit „FN M-153“ nummerierte Mischtechnik in quirligen Formen und Farben, die sich von 20.000 bis 30.000 Euro auf 63.000 Euro mehr als verdoppelte. Ansonsten bewegten sich die Zuschlagspreise im vier- oder niedrigen fünfstelligen Preisbereich, wobei Meister wie Karl Hofer mit mehreren Figurenbildern und Stillleben für bis zu 22.000 Euro oder der Bildhauer Fritz Klimsch mit drei weiblichen Akten unter den poetischen Titeln „Frühling“, „Melodie (Adagio)“ und „Träumende“ für bis zu 28.000 Euro teilweise in Serie brillierten. Österreichs Malerstar Alfons Walde reüssierte mit einer „Exotischen Dame“, die ob ihrer leichten Bekleidung und des roten Mundes genauso gut „Erotische Dame“ heißen könnte, bei 23.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR), und 26.000 Euro hieß das Schlussgebot für Christian Rohlfs’ in Wassertempera verschwommen gemaltes „Schwarzes Haus“ von etwa 1936 (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Van Ham Kunstauktionen

Hitzelerstraße 2

DE-50968 Köln

Telefon:+49 (0221) 925 86 20

Telefax:+49 (0221) 925 86 24

E-Mail: info@van-ham.com

Startseite: www.van-ham.com



20.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Christian Rohlfs, Das schwarze Haus, um 1936
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Max Liebermann, Reiter am Strand nach links, wohl 1908
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Christian Rohlfs,  Das schwarze Haus, um 1936

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Taxe: 15.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 26.000,- EURO

Losnummer: 97

Max Liebermann,  Reiter am Strand nach links, wohl 1908

Max Liebermann, Reiter am Strand nach links, wohl 1908

Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 150.000,- EURO

Losnummer: 49




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