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Franz Krügers Gneisenau-Portrait bleibt in Halle

Franz Krüger, August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau zu Pferde mit Gefolge, 1819

Die Stiftung Moritzburg in Halle muss nicht auf eines ihres Highlights verzichten: Franz Krügers Bildnis „August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau zu Pferde mit Gefolge“ aus dem Jahr 1819 ist auch weiterhin im Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt zu sehen. Möglich ist dies durch den Ankauf des Gemäldes, das nach Restitution und Nießbrauch am Ende des Jahres an die Adelsfamilie zurückgegangen wäre. Mit Unterstützung der Kulturstiftung der Länder, der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt und des Landes Sachsen-Anhalt konnte die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt das Porträt nun für die Sammlung der Moritzburg von Alexander Graf von Gneisenau rechtmäßig erwerben.

Seinem meisterlichen Ruf als „Pferde-Krüger“ wird der am preußischen Hof reüssierende Maler in seinem Reiterbildnis des berühmten Heeresreformers und Helden der Befreiungskriege, August Neidhardt von Gneisenau (1760–1831), mehr als gerecht: Vielfältig erstrahlen die Felltönungen der Rappen, Braunen, Füchse und Schimmel, artistisch führen die Beine der edlen Rösser die verschiedenen Gangarten vor. Weit mehr als ein bloßes Repräsentationsgemälde, charakterisiert Krüger den 1814 zum Grafen erhobenen Gneisenau weniger als Feldherrn denn als klugen Militärreformer und Vorbild für seine Offiziere, die – hinter dem Grafen gestaffelt – ehrfurchtsvoll auf den souveränen, würdevollen und hoch dekorierten Veteranen blicken.

Dass Krüger Gneisenau nicht als erfolgreichen General im Kriegsgetümmel zeigt, entspricht der Wahrnehmung des Kriegshelden in der Entstehungszeit des Gemäldes. Denn Gneisenau kann sich trotz seiner großen militärischen Verdienste keiner herausragenden Wertschätzung am konservativen Hof erfreuen, der ihm Jakobinertum unterstellt. Fernab überhöhender Stilisierungen erkennt man in Krügers Bildnis eher den realistischen Dokumentar, der Gneisenau hier 1819 in der aktuellen Funktion als Gouverneur von Berlin präsentiert. Geschickt lässt Franz Krüger die Verehrung der Zeitgenossen und die denkmalgleiche Persönlichkeit des Kommandanten im edlen Pferd und den bewundernden Blicken seiner Begleiter aufscheinen.

126 Jahre hatte sich Krügers Gemälde im Eigentum der Familie von Gneisenau befunden, bevor es im Zuge der Bodenreform im Herbst 1945 auf Gut Sommerschenburg konfisziert wurde. Bei der Verteilung der Kunstwerke aus den sogenannten Schlossbergungen gelangte das Bildnis des Grafen in die Moritzburg, wo es seitdem als ein zentrales Werk über Jahrzehnte in der ständigen Ausstellung gezeigt wurde. Im Jahr 2000 wurde es schließlich an den Erben des enteigneten Eigentümers auf der Grundlage des Entschädigungs- und Ausgleichsleistungsgesetzes restituiert. Nun kann es in der Moritzburg auch zukünftig Krügers koloristisches Können, seine narrative Darstellungskraft und seine kompositorische Meisterschaft weiterhin belegen.

Quelle: Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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Franz Krüger, August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau zu
 Pferde mit Gefolge, 1819
Franz Krüger, August Wilhelm Graf Neidhardt von Gneisenau zu Pferde mit Gefolge, 1819

Künstler:

Franz Krüger








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