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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Schweizer Kunst notiert bei Koller stark mit Gemälden von Anker, Hodler, Porges, Scherer und Vallotton

Nackte Jugend



Ferdinand Hodler, Der Frühling. Fassung IV, um 1912

Ferdinand Hodler, Der Frühling. Fassung IV, um 1912

Ferdinand Hodler gehört zu den unbestrittenen Größen der Schweizer Kunst. Wer sich mit der Malerei der Eidgenossen beschäftigt, kommt an ihm nicht vorbei, und seine Gemälde erzielen Millionenpreise. Das machte auch die letzte Auktion vor der Sommerpause bei Koller in Zürich deutlich. Als Favorit war dort Hodlers symbolistische Komposition „Der Frühling“ um 1912 angetreten. Mit diesem Thema, das er als nackten Jüngling auf einer blühenden Bergwiese mit kleinem Mädchen umsetzte, beschäftigte sich Hodler seit 1901 immer wieder. Vier Versionen dieser beiden exzentrisch wirkenden, etwas manieriert sitzenden Gestalten sind bekannt. Schon seinen Zeitgenossen, die in der Darstellung das erwachende sexuelle Bewusstsein zweier Heranwachsender sahen, galt dieses Bild als eine Ikone der Schweizer Kunst, was sich nun bei Koller mit einem Zuschlag von anvisierten 4,1 Millionen Franken bestätigte. Mit Aufgeld zahlte ein nicht genannter Kunde dann sogar gut 4,7 Millionen Franken.


Die Auktion „Schweizer Kunst“ lief für den Züricher Versteigerer am 27. Juni recht zufriedenstellend. Zwei Drittel des Angebots und die Mehrzahl der teueren Objekte gingen in neue Hände über. Ferdinand Hodler war noch einmal prominent mit der Zeichnung „Die kranke Valentine Godé-Darel“ aus dem Jahr 1915 vertreten, die er erst bei 110.000 Franken abgab (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR). Trotz des reichhaltigen Angebots an Arbeiten Albert Ankers scheint der Markt noch nicht gesättigt. Das konnte auch Koller bestätigen, denn von den 19 Arbeiten des großen Realisten blieben nur vier kleinere liegen. An der Spitze behauptete sich Ankers konzentriert „Strickendes Mädchen am Fenster“ von 1878 bei 1,3 Millionen Franken, gefolgt von drei über ihren Hausaufgaben vertieften Kindern in einer holzvertäfelten Stube bei 1,2 Millionen Franken (Taxe je 1,2 bis 1,8 Millionen SFR). Taxgerecht kamen dann noch Ankers Aquarell eines strickenden Mädchens vor schwarzem Hintergrund bei 85.000 Franken und seine Kohlezeichnung eines Mädchens beim Zöpfeflechten von 1887 bei 130.000 Franken ans Ziel.

In der Kunst des 19. Jahrhunderts konnte Koller noch mit François Didays recht günstig angesetztem „Blick auf den Vierwaldstättersee und den Urirotstock vom Axenberg aus gesehen“ bei 22.000 Franken (Taxe 7.000 bis 9.000 SFR), Robert Zünds realistischem „Sämann“ an einem ruhigen Sommertag bei 37.000 Franken (Taxe 18.000 bis 28.000 SFR) und mit drei Bildern von François Bocion punkten. Von dessen drei Seestücken heimste die 1860 gemalte „Inauguration d’un bateau lacustre sur le quai d’Ouchy“ am Ufer des Genfersees von 1860 mit 25.000 Franken den höchsten Betrag ein (Taxe 15.000 bis 20.000 SFR), die beste Wertsteigerung aber gelang dem friedlichen Aquarell „Château d’Ouchy et le bain Rochat“ von 1883 mit 13.000 Franken (Taxe 3.000 bis 5.000 SFR). Ein recht ungewöhnliches Sujet behandelte Johann Karl Bodmer 1832/34: Ein Indianerdorf an einem Fluss. Denn in diesen Jahren nahm der 1809 geborene entdeckungsfreudige Maler als wissenschaftlicher Zeichner an einer Expedition Maximilians Prinz zu Wied im mittleren Westen Nordamerikas teil und brachte von dort mehr als 400 Skizzen und Aquarelle mit. Aus den 7.000 bis 10.000 Franken wurden bei vorliegendem Blatt 32.000 Franken.

Mit einigen Ausfällen hatten dann die Vertreter der Klassischen Moderne zu kämpfen, allen voran Giovanni Giacometti, der sonst ein Zugpferd auf Kollers Auktionen ist. Diesmal wollte aber niemand seine Landschaften „Sera d’autunno“ von 1908 (Taxe 260.000 bis 360.000 SFR) und „Paesaggio di Bregaglia (novembre). Bergellerlandschaft“ von 1924 (Taxe 380.000 bis 500.000 SFR), noch das Mädchenportrait „Ottilia“ von 1915 (Taxe 140.000 bis 180.000 SFR) oder das Stillleben „Äpfel in Zinnteller“ von 1926 haben (Taxe 120.000 bis 160.000 SFR). Diesmal mussten es Kühe sein, sei es auf der sommerlichen Bergweide mit dem Weiler „Pila bei Maloja mit Blick auf den Piz Corvatsch“ von 1928/29 bei 180.000 Franken (Taxe 200.000 bis 300.000 SFR) oder bei den örtlich nicht näher bestimmbaren beiden liegenden Kühen in einer Berglandschaft von 1931/32. Im vergangenen Dezember bei Koller schon einmal erfolglos bei 120.000 bis 180.000 Franken angetreten, einigten sich die Kunden diesmal auf den oberen Wert und verdoppelten damit die Schätzung.

Gemischt war die Ausbeute bei Cuno Amiet. Während sich „Die Toilette (Mutter, ein Mädchen nach dem Bade trocknend)“ aus dem Jahr 1908 mit ihren kurzen, impulsiven Pinselstrichen bei 220.000 Franken (Taxe 180.000 bis 240.000 SFR) und auch sein „Stillleben mit Nelken in einer Glasvase“ von 1940 bei 55.000 Franken gut schlugen (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR), blieben die ruhigen Landschaften „Segelschiffe auf dem Thunersee“ von 1931 (Taxe 100.000 bis 150.000 SFR) und „Zwei Bäume“ auf der Oschwand von 1919 liegen (140.000 bis 180.000 SFR). Ebenso erging es Félix Vallotton. Hier erwarb ein Schweizer Sammler bei 480.000 Franken das erotisch-gefährliche Aktstück „Trois femmes jouant avec des crabes“ von 1910 (Taxe 450.000 bis 600.000 SFR), die höherpreisige, sommerlich-südliche Landschaft „Route de Sainte-Anne et le Faron“ von 1925 wanderte bei 600.000 bis 800.000 Franken dagegen ins Depot zurück.

Bei den Landschaften war das Ungewöhnliche gefragt, so der expressive Blick auf „Mendrisiotto“ in unwirklichen Farben mit roten und blauen Getreidefeldern und violettem Himmel von Hermann Scherer um 1925/26, der bei 350.000 Franken nun Platz drei im Auktionsranking des Schweizer Expressionisten einnimmt (Taxe 350.000 bis 500.000 SFR). Das Siegertreppchen erklomm dann Clara Porges mit ihrem in konturierte Farbflächen zerlegten, fast perspektivlosen Blick „Fuorcla Surlej mit Bernina Gruppe“ von 1916 bei 100.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR). Pointillistisch ging es mit Gottardo Segantinis „Engadiner Winterlandschaft mit Corvatsch, Arles und Rosatsch von Maloja aus gesehen“ von 1959, die die untere Schätzung von 60.000 Franken erreichte.

Erwünscht war zudem die distanzierte Malerei der Neuen Sachlichkeit, allen voran Adolf Dietrich. Seine „Frühlingslandschaft am Untersee“ mit weiß blühenden Bäumen von 1931 spielte die untere Schätzgrenze von 70.000 Franken ein, sein detailgenau ausgearbeiteter Herbstblumenstrauß von 1932 mit schon leicht welkenden Dahlien kletterte sogar bis auf 98.000 Franken (Taxe 50.000 bis 70.000 SFR). Niklaus Stoecklin gesellte sich mit seinen Stiefmütterchen in einem Blumentopf von 1946 bei 9.500 Franken hinzu (Taxe 3.000 bis 4.000 SFR). In kubistischen Formen arbeitete Oscar Wilhelm Lüthy 1928 sein nun 12.000 Franken teueres Stillleben „Wachraumzyklus. Opus III“ aus und collagierte es mit Buchseiten (Taxe 4.000 bis 6.000 SFR). Einträgliche Zuschläge gab es noch für Varlins, alias Willy Guggenheims „Clochard de Paris“ um 1944, der sich an einem Ofen wärmt, mit 60.000 Franken (Taxe 40.000 bis 60.000 SFR) und Hans Beat Wielands mehrmals gemalten „Bergführer Christian Guler“ auf Skiern in verschneiten Bergen aus dem Jahr 1911 mit 13.000 Franken (Taxe 5.000 bis 7.000 SFR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Koller Auktionen

Hardturmstrasse 102

CH-8031 Zürich

Telefon:+41 (044) 445 63 63

Telefax:+41 (044) 273 19 66

E-Mail: office@kollerauktionen.ch



27.07.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ulrich Raphael Firsching

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27.06.2014, Schweizer Kunst, Impressionismus und Klassische Moderne, PostWar & Contemporary, Moderne & Zeitgenössische Grafik

Bei:


Koller Auktionen AG

Bericht:


Frühlingserwachen

Kunstwerk:

Félix Vallotton, Trois femmes jouant avec des crabes, 1910
Félix Vallotton, Trois femmes jouant avec des crabes, 1910

Kunstwerk:

Ferdinand Hodler, Die kranke Valentine Godé-Darel, 1915
Ferdinand Hodler, Die kranke Valentine Godé-Darel, 1915

Kunstwerk:

Hermann Scherer, Mendrisiotto, um 1925/26
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Kunstwerk:

Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1878
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Kunstwerk:

Albert Anker, Kinder bei den Hausaufgaben, um 1900
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Kunstwerk:

Giovanni Giacometti, Kühe in einer Berglandschaft, 1931/32
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François Diday, Blick auf den Vierwaldstättersee und den Urirotstock vom Axenberg aus gesehen, um 1874

François Diday, Blick auf den Vierwaldstättersee und den Urirotstock vom Axenberg aus gesehen, um 1874

Taxe: 7.000 - 9.000 SFR

Zuschlag: 22.000,- SFR

Losnummer: 3019

François Bocion, Château d’Ouchy et le bain Rochat, 1883

François Bocion, Château d’Ouchy et le bain Rochat, 1883

Taxe: 3.000 - 5.000 SFR

Zuschlag: 13.000,- SFR

Losnummer: 3035

Giovanni Giacometti, Pila bei Maloja mit Blick auf den Piz Corvatsch, 1928/29

Giovanni Giacometti, Pila bei Maloja mit Blick auf den Piz Corvatsch, 1928/29

Taxe: 200.000 - 300.000 SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 3077

Ferdinand Hodler, Die kranke Valentine Godé-Darel, 1915

Ferdinand Hodler, Die kranke Valentine Godé-Darel, 1915

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 110.000,- SFR

Losnummer: 3070

Albert Anker, Mädchen beim Zöpfeflechten, 1887

Albert Anker, Mädchen beim Zöpfeflechten, 1887

Taxe: 120.000 - 180.000 SFR

Zuschlag: 130.000,- SFR

Losnummer: 3021

Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1878

Albert Anker, Strickendes Mädchen am Fenster, 1878

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 SFR

Zuschlag: 1.300.000,- SFR

Losnummer: 3030

Hermann Scherer, Mendrisiotto, um 1925/26

Hermann Scherer, Mendrisiotto, um 1925/26

Taxe: 350.000 - 500.000 SFR

Zuschlag: 350.000,- SFR

Losnummer: 3067

François Bocion, Inauguration d’un bateau lacustre sur le quai d’Ouchy, 1860

François Bocion, Inauguration d’un bateau lacustre sur le quai d’Ouchy, 1860

Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

Zuschlag: 25.000,- SFR

Losnummer: 3036

Albert Anker, Kinder bei den Hausaufgaben, um 1900

Albert Anker, Kinder bei den Hausaufgaben, um 1900

Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 SFR

Zuschlag: 1.200.000,- SFR

Losnummer: 3022

Félix Vallotton, Trois femmes jouant avec des crabes, 1910

Félix Vallotton, Trois femmes jouant avec des crabes, 1910

Taxe: 450.000 - 600.000 SFR

Zuschlag: 480.000,- SFR

Losnummer: 3074

Johann Karl Bodmer, Indianerdorf an einem Fluss, wohl 1832/43

Johann Karl Bodmer, Indianerdorf an einem Fluss, wohl 1832/43

Taxe: 7.000 - 10.000 SFR

Zuschlag: 32.000,- SFR

Losnummer: 3042

Giovanni Giacometti, Kühe in einer Berglandschaft, 1931/32

Giovanni Giacometti, Kühe in einer Berglandschaft, 1931/32

Taxe: 90.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 180.000,- SFR

Losnummer: 3091

Albert Anker, Strickendes Mädchen

Albert Anker, Strickendes Mädchen

Taxe: 80.000 - 120.000 SFR

Zuschlag: 85.000,- SFR

Losnummer: 3013




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