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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nicht nur deutsche Kunden engagierten sich eifrig bei der Zeitgenössische Kunst von Lempertz in Köln. Auch das Ausland mischte kräftig mit

Kaum Wünsche offen



Auch bei Lempertz in Köln kam man an ZERO auf der vergangenen Versteigerung zeitgenössischer Kunst nicht vorbei. Wieder räumte das Dreigestirn Heinz Mack, Günther Uecker und Otto Piene Höchstpreise ab. Letzterer gab sich noch am bescheidensten mit drei mittelgroßen Feuerbildern und einer Rauchzeichnung aus den Jahren 1962 bis 1989, die für Preise zwischen 36.000 Euro und 46.000 Euro teils weit oberhalb der vom Auktionshaus angegebenen Schätzpreise in neue Sammlungen übergingen. Vier Arbeiten von Heinz Mack fanden ebenfalls ohne Ausnahme einen Abnehmer, und zumindest für die frühe „Doppel-Vibration“ von 1958 in weißer Gipsrasterstruktur auf Holz wurde es auch schon deutlich teurer: Von 50.000 bis 70.000 Euro auf 97.000 Euro kletterte das aus einer rheinland-pfälzischen Sammlung eingelieferte „Weiße Relief“ und wanderte in den süddeutschen Raum ab. Unangefochten an der Spitze aber behauptete sich Günther Uecker mit seinem „Weißen Feld“ aus dem Jahr 1995. Die wie im Wind wirbelnden Nägel auf der knapp siebzig Zentimeter hohen Holztafel schafften spielend die obere Grenze von 200.000 bis 250.000 Euro.


Guten Zuspruchs der Kundschaft erfreute sich die Auktion am 31. Mai aber auch über ZERO hinaus. Kaum eines der hochgehandelten Stücke blieb unveräußert, viele konnten sich teils weit über ihre Taxen erheben, und mit der losbezogenen Zuschlagsquote von 66 Prozent ist man in Köln sehr zufrieden. Zu den Aufsteigern gehörte etwa eine unbetitelte Zeichnung Joseph Beuys’ von nur 21 mal 15 Zentimetern Größe, die 1957 in bräunlicher Beize eine „99“ in ein futuristisch anmutendes Gebilde einbindet. Auf 65.000 Euro verdoppelte ein amerikanischer Kunde hier fast den Wert. Einen Sprung von 15.000 bis 20.000 Euro auf 56.000 Euro machte seine ein Jahr jüngere Bleistiftzeichnung „Akteur“. Beide Blätter sind charakteristische Belege für den inzwischen eingetretenen Wandel im Schaffen Beuys’. Von anderer künstlerischer Handschrift als derjenigen, die man heute gemeinhin von ihm kennt, zeugt auch ein hochformatiges Papier von Christo aus dem Jahr 1961. Der damals etwa mittzwanzigjährige Künstler war Teil der Nouveaux Réalistes in Paris, wofür auch das geknitterte und mit schwarzer Farbe bestrichene „Surface d’empaquetage“ steht. 53.000 Euro aus japanischer Hand honorierten hier nicht zuletzt eine überraschende Facette des berühmten Verpackungskünstlers (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Dieser Stilrichtung gehörte auch Jacques de la Villeglés Plakatabriss „Port de Versailles – L’avenir de vos enfants“ von 1959 für 26.000 Euro an (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Unter den Klassikern abstrakter Malerei sind Peter Brüning mit einer nur als „Nr. 32“ firmierenden wilden Komposition in Blau-Schwarz von 1960 für 56.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) und Günther Förg mit einem ebenfalls unbetitelten Gitterwerk in Orange-Grün-Hautfarben von 2000 für 48.000 Euro zu nennen (Taxe 30.000 EUR). Auch Imi Knoebels minimalistisches „Figurenbild“ – der Titel ist eher ironisch zu verstehen – von 1989 in Acryl auf Holz für 40.000 Euro huldigt eigentlich der Tradition der guten alten Malerei (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Die untere Grenze von 80.000 bis 100.000 Euro erreichte ein kleines abstraktes Gelegenheitsbild von Gerhard Richter, gemalt am 18. Dezember 1995 in einem oszillierenden braun-weiß-grünem Farbspektrum. Seine drei frühen Filzschreiberzeichnungen mit einem lachenden Frauenkopf von 1966 brachten es auf 42.000 Euro (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Erwartungsgemäß gute Preise generierten auch zwei der unverwechselbaren Linienbilder des Tschechen Zdenek Sýkora. Sowohl bei der 1991 gemalten Nr. 86 und der ein Jahr älteren, noch ein wenig spielerischen Nr. 72 wurden Sammler aus dem Heimatland des Künstlers bei 75.000 Euro und 105.000 Euro fündig (Taxen je 60.000 bis 80.000 EUR).

Alan Green bezauberte mit seinem schlichten Streifenbild „Paitning with 4 Greys“ von 1974 bei 12.000 Euro (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR), und Jannis Kounellis mit seiner titellosen mathematisch angehauchten Tuschearbeit samt der Ziffer 3 bei 32.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Das auf schwarzem Grund gemalte Leuchtpunkterelief „7 Quadrate“ Almir da Silva Mavigniers von 1959, der der ZERO-Gruppe nahestand, wanderte bei 58.000 Euro nach London ab (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Daniel Pflumm gehörte mit seinem rot-gelben Leuchtkasten aus dem Jahr 2000 für 2.800 Euro (Taxe 2.500 EUR) ebenso wie Roxy Paine mit seinem rechteckigen Dipp-Painting, an dem seit 1997 durch die herablaufende Farbe weiße Eiszapfen am unteren Bildrand herabhängen, zu den jüngeren der abstrakt arbeiteten Künstler. Bei dieser Materialfülle kamen 7.000 Euro zusammen (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). Simon Schubert steht zwischen den Polen von Figuration und Ungegenständlichkeit, wenn er ein weißes Blatt so faltet, dass sich darauf schwach die Umrisse einer Villa abzeichnen. Bei dieser subtilen Arbeit schwangen sich die Kunden zu 4.400 Euro auf (Taxe 2.500 EUR).

Zum ZERO-Umfeld gehörte auch Adolf Luther, dessen achtteilige Suite komplett abgesetzt wurde; am höchsten notierte ein Objektkasten mit 40 in vier Reihen angeordneten, konkaven Spiegeln bei 21.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Heinz Mack durfte sich dann noch über 24.000 Euro für seine aufsteigende Wachskreidezeichnung „Schwarz-Weiß-Dynamik“ von 1964 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR) und 32.000 Euro für seine kinetische Metallstele „Lichtwald“ von 1967 freuen (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Licht und Bewegung vereinigte auch Gregorio Vardanega 1969 in seinem Multiple „4 Cercles Ex-Centriques“; der Wert des 200 Mal aufgelegten Objektkastens erhöhte sich leicht auf 5.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR). Mit den gleichen Elementen spielten auch Martha Boto in ihrem nun 4.200 Euro teueren kinetischen Objekt „No. 10A“ von 1969 (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR) und Julio Le Parc in dem windräderartigen „Jeu visuel formes en mouvement (Multiple No. 9)“ von 1966 für 6.500 Euro (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR) – alles Editionen der Pariser Galerie Denise René.

Als figuraler Maler machte sich Jonathan Meese mit dem historisch-mythologisch aufgeladenen und zugleich ironisch gebrochenen Riesenformat „Caligula’s feuchtester Traum. Mein Zypressenmaul juckt bis zum Echnackton de Large“ aus dem Jahr 2002 bei 52.000 Euro einen Namen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). In der jüngeren Figuration gesellten sich Cornelia Schleime mit ihrem großformatigen „Trugschluss“ von 2007, einem Frauenauge und einer Frau, die ihr Spiegelbild küsst, bei 20.000 Euro zur unteren Schätzung sowie die Jungen Wilden Karl Horst Hödicke mit seiner Leinwand „Kleine Gobi“ aus den 1970er Jahren bei 13.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und Bernd Koberling mit seinen gelbschwarzen „Strandarbeitern“ von 1984 bei 16.000 Euro hinzu (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Ebenfalls 13.000 Euro kamen für Marlene Dumas’ Aquarell eines mit gespreizten Beinen sitzenden und ein Baby haltenden Frauenakts zusammen (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR).

Der zwei Generationen ältere Fritz Köthe hatte 1974 die aufreizenden Beine einer Frau in einen „Granny Smith“ gepackt. Für die plakative Pop Art-Malerei spendierten die Bieter 14.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Der gleichaltrige Johann Georg Müller erwies sich einmal mehr als begehrt mit einem 1957 datierten „Stillleben mit Wein und Brot“ in kantigen, stark konturierten Formen. Statt bei 30.000 bis 40.000 Euro schlug der Hammer hier erst bei stolzen 85.000 Euro aufs Pult. New Yorker Handel musste in Sigmar Polkes abstrakter Farbschmiererei, auf der sich in schwarzen Linien ein Frauakt abzeichnet, hohe 130.000 Euro investierten (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR), deutscher Handel für sein Rasterpunktebild mit blauen Farbverläufen, das Polke 1987 als Jahresgabe für den Museumsverein Mönchengladbach schuf, taxgerechte 56.000 Euro. Ebenfalls ein deutscher Kunsthändler engagierte sich bei Polkes ironischen Satz von vier Zeichnungen und vierzehn Offsetdrucken unter dem Titel „…Höhere Wesen befehlen“ von 1967/68 mit 91.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR).

Als Fotograf trat Thomas Demand mit einer stilisierten, stilllebenartigen Aufnahme mehrerer gesichtsloser Familienportraits auf einem „Flügel (Grand Piano)“ von 1993/2005 für 65.000 Euro hervor (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Bei 53.000 Euro landete Thomas Ruffs Sternenbild „05H 08M /-65°“ auf gut zwei Metern Höhe von 1990, mit dem Ruff seiner Leidenschaft für die Astronomie nachgab (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Das Portfolio „Time Exposed“ von 1991, in dem Hiroshi Sugimoto 51 Offestlithografien seiner Meereshorizontbilder zusammenstellte, wurde mit 11.000 Euro umworben (Taxe 8.000 EUR).

Bildhauerisch wurde es mit Fritz Wotrubas klassischer Bronzearbeit der kubisch zerlegten „Figur I“ von 1961 bei 33.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Günter Haeses fein aus Messingdraht konstruierte, leicht schaukelnde Vogelkäfigwelt „Sesam“ von 1987 verbesserte sich auf 15.000 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Teuerstes Objekt der Skulpturen wurde eine Gruppe von sechs figuralen, zwischen Surrealismus und Expressionismus changierenden „Pietrasanta Bronzen“ Markus Lüpertz’ aus den Jahren 1993/95. Die farbig gefassten Standbilder gingen für 240.000 Euro etwas unterhalb der Erwartungen in eine chinesische Sammlung.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



03.08.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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