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Am Badestrand / Otto Pippel

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Für den Stuttgarter Versteigerer Nagel ist die asiatische Kunst zum umsatzstärksten Segment geworden. Das führte die vergangene Auktion mit über 2.000 Schätzen aus China, Japan oder Korea wieder eindrucksvoll vor Augen. Doch auch die Kunden aus Fernost setzen inzwischen auf Qualität und nehmen nicht mehr alles mit

Des Kaisers Haushaltsauflösung



Buddha Amitayus, Tibeto-Chinesisch, Kangxi-Periode

Buddha Amitayus, Tibeto-Chinesisch, Kangxi-Periode

Nagel konnte in seiner letzten Auktion asiatischer Kunst wieder mit einer enormen Auswahl an 2150 Kunstschätzen brillieren, die teils einem kaiserlichen Haushalt ebenbürtig schien. 95 Prozent asiatische Bieter, ein Katalog der fast nur noch in Englisch und Chinesisch verfasst ist und eine wertmäßige Verkaufsquote von 60 Prozent machen klar, worum es bei der 710. Auktion des Hauses ging: eine entschiedene Rückführung dieser „verlorengegangenen“ Schätze vor allem nach China. Bei einem Umsatz von 10,9 Millionen Euro dürfte der Abschied nicht schwer gefallen sein. Trotz des guten Ergebnisses konnte diese Auktion nicht an die vom Frühjahr 2013 herankommen, bei der Nagel eine Rekordsumme von 26 Millionen Euro einnahm. Es gab auch keine großen Überraschungen und auch kein Objekt, das die Grenze von 1 Million Euro übersteigen konnte. Nur eine Arbeit kam auf etwas mehr als die Hälfte: Eine sehr gut erhaltene Bronze des Amitayus. Sie stammte aus einer norddeutschen Privatsammlung; ein Familienmitglied hatte sie um 1900 in China erworben. Das Exemplar gehört zu einer Gruppe ähnlicher Figuren, die der Kaiser Kangxi persönlich in Auftrag gegeben hatte, um sie vielleicht seiner verehrten Großmutter, einer Anhängerin des tibetischen Buddhismus, zum Geschenk zu machen. Bei einer Taxe von 300.000 bis 400.000 Euro konnte der filigran gearbeitete Buddha des langen Lebens erst bei 570.000 Euro in sein Ursprungsland zurückkehren.


Der größte Teil der Auktion bestand aus Bronzen, Porzellanarbeiten und fast der ganzen Bandbreite an kulturellen Gütern, die China hervorbrachte. Bronzene Gottheiten waren dabei der Renner. Für den 8. Mai hatte Nagel gut 400 Highlights in dem Auktionsteil „China I“ zusammengestellt, die zu knapp 70 Prozent größtenteils in neue Hände übergingen. Viele erfüllten die untere Erwartung, einige Stücke überraschten, so das Paar stehender feuervergoldeter Bronze-Lamas aus dem 18. oder 19. Jahrhundert, das sich von 8.000 Euro auf 130.000 Euro aufschwang. Eine weitere kleinere Überraschung war eine Figur des Guanyin aus der späten Ming-Dynastie; sie konnte ihren Schätzpreis auf 110.000 Euro verdoppeln. Fast verfünffachte sich der Wert einer bronzenen Syamatara aus der ehemaligen Münchner Sammlung Robert Gedon; dieser weibliche, friedvolle Buddha entschwand erst bei 36.000 Euro (Taxe 8.000 EUR). Auch eine der ursprünglich 32 kaiserlichen Tempelglocken der Kangxi-Periode, datiert auf das Jahr 1715, gehörte zu den Toplosen. Sie verabschiedete sich bei 360.000 Euro zurück nach China und überstieg damit die obere Schätzgrenze um 60.000 Euro. Mit mindestens 120.000 Euro gehörte zudem die fast 60 Zentimeter hohe Figur eines Buddha Shakyamuni zu den Favoriten der Auktion. Sie meditiert nun bei 190.000 Euro in einem neuen Heim.

Erstaunlich waren einige Preissprünge in der Reihe der Thangkas und Mandalas. Zwei sind hier zu nennen: Eines zeigt den Patriarchen der Gelugpa-Schule in prächtig gemalten Gewändern, sitzend auf seinem noch prächtigeren Thron. Der Würdenträger der Gelben Tradition Tibets konnte sich von 10.000 Euro auf 80.000 Euro verbessern. Das zweite, ein dreizehnfaches Mandala der tantrischen Gottheit Mahavajrabhairava, konnte für bemerkenswerte 100.000 Euro vermittelt werden (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Dann folgten Tuschemalereien und Möbelstücke. Für das Gemälde eines Pfeifenrauchers im Garten von Hua Guan aus der Qianlong/Jiaqing-Periode der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts konnte sich bei 20.000 bis 30.000 Euro niemand erwärmen, ebenso für das Paar Hufeisen-Armlehnstühle mit Fabelwesen und stilisierten Drachen der Kangxi-Zeit aus Huanghuali-Holz (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Auch die folgenden Tische hatten es schwer. Nur ein schlichtes Exemplar des 17. Jahrhunderts aus diesem Holz spielte die untere Schätzung von 60.000 Euro ein, die anderen blieben liegen. Eine seltene weiße filigrane Jadefigur des Guanyin, stehend in einer Felsgrotte, aus einem rheinländischen Adelsbesitz war mit 80.000 Euro ebenfalls zu hoch angesetzt. Dafür kletterte eine Teekanne aus Jade mit reliefiertem Drachendekor zwischen Wolken und Flammen von 6.000 Euro auf 30.000 Euro.

Zwei interessante Objekte begegneten den Interessenten etwas später in der Auktion. Der winzig gelbe Spucknapf „Zhadou“ und eine türkisfarbene Flaschenvase. Beide Objekte aus Pekingglas mit der Marke des Kaisers Qianlong konnten sich von schon stattlichen 60.000 Euro und 30.000 Euro auf 110.000 Euro und 55.000 Euro steigern. Aus der Auswahl der Porzellangefäße stach diesmal ein unterglasurblau bemalter Drachenteller mit einer Jiajing-Sechszeichenmarke hervor. Das Stück aus dem mittleren 16. Jahrhundert konnte für 140.000 Euro in neue Hände gegeben werden (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Bei den Arbeiten aus Rhinozeroshorn gefiel ein Weinbecher des 17. Jahrhundert bei 65.000 Euro, der mit einem knorrigen Pinienbaum samt Ästen und Zapfen sowie zwei Eichhörnchen geschnitzt war (Taxe 15.000 bis 25.000 EUR).

Das buntgemischte und günstigere Angebot des Katalogs „China II“ konnte Nagel nur lückenhafter verkaufen. Die Kunden wählten bei den Bronzen, Gebrauchsgegenständen, Tuchmalereien, Jade-, Elfenbein- und Specksteinarbeiten gezielter aus und nahmen nur noch 43 Prozent der Objekte mit. Hier avancierte die Figur eines sitzenden Lohan des 18. Jahrhunderts aus Speckstein zu einem Verkaufserfolg; sie verzehnfachte ihren Wert mit einem Zuschlag von 15.000 Euro. Die textilen Arbeiten gingen verhältnismäßig gut. Die Bildwirkerei „Kesi“ mit dem Motiv der Unsterblichen im Garten der Xiwangmu stieg wegen ihrer feinen und präzisen Ausführung auf 22.000 Euro (Taxe 10.000 EUR). Ein kleiner Tuschereibestein in braun-rotem Lackdekor der Wakasanauri-Technik wohl aus der Daoguang-Periode erntete 30.000 Euro (Taxe 9.000 EUR). Zwei aus einem Rhinozeroshorn geschnitzten Blütenbecher aus dem 16. oder 17. beziehungsweise 18. Jahrhundert schafften es auf 45.000 Euro und 46.000 Euro (Taxen zwischen 15.000 und 30.000 EUR), ein dritter tiefbrauner Weinbecher mit mehreren Drachen gar alleine auf 76.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Ein im Vorfeld als „extrem selten“ angepriesener Stemcup aus hellbraunem Rhinozeroshorn mit Qianlong-Vierzeichen-Siegelmarke wurde zwar verkauft, erreichte aber nur den unteren Schätzpreis von 60.000 Euro. Ein norddeutscher Besitzer einer grünen Jadekette aus 109 Perlen durfte sich bei einer ursprünglich angesetzten Taxe von nur 2.500 Euro über einen Zuschlag von 55.000 Euro sehr gefreut haben. Unerwartet waren auch die 26.000 Euro für eine Kommode der Republikzeit aus hellem Huanghuali-Holz. Das massive, schlicht gehaltene Möbelstück war nur mit 2.000 bis 3.000 Euro angesetzt. Zu den ältesten Objekten der Auktion zählten ein elegant stilisierter Kopf eines Buddha aus Sandstein wohl des späten 5. Jahrhunderts für 18.000 Euro und ein kleiner vergoldeter Bronzealtar des Buddha Amitabha aus dem Jahr 478 für 20.000 Euro (Taxen zwischen 8.000 und 12.000 EUR). Eine letzte Überraschung der China-Abteilung war ein Tischstellschirm aus Holz mit einer Porzellantafel, auf der eine Dame mit zwei Kindern in einem Garten, eine Aufschrift und das Siegel „xichang taomi“ zu sehen sind. Er scheint mehreren Bietern etwas Wichtiges bedeutet zu haben, denn sie hoben seinen Wert von 6.000 Euro auf nicht zu verachtende 120.000 Euro.

Schon am 7. Mai standen Kulturschätze aus Korea, Japan und Südostasien auf dem Programm, und wo nicht „China“ darauf stand, hielten sich die Kunden noch mehr zurück, so dass die losbezogene Zuschlagsquote in diesem Auktionsteil auf nur noch 32 Prozent zusammenschmolz. Zudem erklommen die Preise nur selten die Fünfstelligkeit. Viele japanische Objekte bleiben liegen, auch die, die sich durch eine besonders kunstvolle Bearbeitung auszeichneten, wie das Paar Schatullen aus Elfenbein mit Silbermontierung und Dekor im Shibayama-Stil für 12.000 bis 18.000 Euro. Zwei aufwendige Elfenbein-Schwerter aus der Meiji-Periode, signiert mit Yoshiaki, konnten allerdings ihre untere Schätzung auf 6.000 Euro verdoppeln. Der Meister hatte skurrile Geister und Ungeheuer dicht darin eingearbeitet. Das teuerste Objekt dieses Sortiments wurde eine „exzellente“ Komai-Prunkplatte mit Darstellung des Samurai Watanabe no Tsuna, der auf den Geist der Prinzessin Ibaraki trifft. Die Platte aus der Meiji-Periode schloss mit 55.000 Euro ab (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



03.08.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Ann-Claudine Simmer

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