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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Meisterwerke im Wiener Auktionshaus im Kinsky

Ein Rosso fürs Städel



Medardo Rosso, Aetas Aurea, um 1902

Medardo Rosso, Aetas Aurea, um 1902

Herausragend gute Kunst in exklusiven Veranstaltungen unter die Leute zu bringen, ist dem Wiener Auktionshaus im Kinsky bereits seit einiger Zeit ein Anliegen. Die 100. Versteigerung bot aufgrund der runden Zahl nun einen besonders geeigneten Rahmen für eine dieser „Meisterwerke“-Auktionen. Der Erfolg war dem Unternehmen allerdings nicht durchgehend sicher, wenngleich zum Gesamterlös von rund 3 Millionen Euro eine Reihe von Zuschlägen für Toplose beitrug. Die höchsten Preise erzielte dabei die klassische Moderne – und zwar mit einer veritablen Überraschung. Denn ganz an die Spitze setzte sich Medardo Rossos halbmeterhohe Bronzeskulptur „Aetas Aurea“ aus der Zeit um 1902. Das fast unfertig wirkende, die Kunst des Impressionismus aus der Malerei auf die Plastik übertragende Relief, das der Industrielle Hermann Eissler schon kurz nach seiner Entstehung direkt beim Künstler erworben und später dem Vater des Einlieferers überlassen hatte, wurde erst bei 280.000 Euro einem – wie es zunächst vage hieß – „bedeutenden Museum“ zugeschlagen. Inzwischen hat sich das Frankfurter Städel als Käufer geoutet, unterstützt von einer großzügigen Stifterin. Der Schätzpreis lag bei 50.000 bis 100.000 Euro.


Klassische Moderne

Große Begehrlichkeiten weckte auch Egon Schiele mit seiner 1914 datierten Bleistiftzeichnung „Junge Frau in Unterwäsche mit erhobenen Armen“, die sich seit den 1920er Jahren in selben Familienbesitz befand. Über die anvisierten 80.000 bis 160.000 Euro hinaus erhämmerte das Kinsky hier 190.000 Euro. 60.000 Euro waren es für ein „Schlafendes Paar“, das Schiele 1909 äußerst spartanisch und gerade in seiner Reduzierung eindrucksvoll aufs Blatt gebannt hat (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Schieles frühes Vorbild Gustav Klimt reüssierte ebenfalls mit zwei raschen Skizzen, dem Brustbild einer vornehmen Dame von 1916/17 für 75.000 Euro und drei gemeinsam einherschreitenden, unbekleideten „Freundinnen“ aus der gleichen Zeit für 70.000 Euro (Taxen zwischen 50.000 und 100.000 EUR). Auf dem dritten Preis der Zuschlagsliste drängelten sich gleich drei Werke, bei denen das letzte Gebot jeweils 160.000 Euro lautete. Zwei davon galten Alfons Walde und seinem sommerlichen „Dorfplatz in Aurach“ aus den mittleren 1930er Jahren (Taxe 100.000 bis 200.000 EUR) und dem etwas älteren, ebenfalls schneefreien „Bauernhof am Wilden Kaiser bei Kitzbühel“ für geschätzte 130.000 bis 230.000 Euro.

Die dritten 160.000 Euro vereinigte eine Wiederentdeckung auf sich: Herbert Boeckls „Kleiner Akt (auf Stuhllehne)“ von 1919 galt seit einer Ausstellung 1921 als verschwollen und tauchte erst 2008 wieder auf. Nach einer Restaurierung dürfte die expressive, fast abstrakte Malerei noch wirkungsvoller zur Geltung kommen (Taxe 150.000 bis 300.000 EUR). Gute Ergebnisse gab es auch im preislichen Mittelfeld, etwa die obere Schätzung von 50.000 Euro für Alexander Rothaugs symbolistischen „Frühlingsreigen“ drall-muskulöser Oreaden auf einer noch teils verschneiten Bergwiese von etwa 1920/30, 45.000 Euro für Emilie Mediz-Pelikans kaum minder geheimnisvolle „Burgruine Dürnstein mit Regenbogen“ von 1900 oder 52.000 Euro für Leo Putz’ spätimpressionistisches „Mädchen im Ruderboot“ von 1911, das sich keck zum Betrachter umwendet (Taxe je 35.000 bis 70.000 EUR). Ausnahmslos versteigert wurde auch ein Trio der aufgrund ihres herben Stiles unverwechselbaren Tiermalerin Norbertine Bresslern-Roth, darunter für 52.000 Euro eine Art Paradieslandschaft mit einer „Ruhenden Diana“ von 1933 (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR) und für 60.000 Euro ihre späte Nahaufnahme eines „Rhinozeros“ von circa 1970 (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Mit seinem fast schon vollständig in der Farbe aufgelösten Stillleben „Kelch und Blumen“ von 1953 für 75.000 Euro stand Max Weiler im Kinsky noch in der klassischen Moderne (Taxe 70.000 bis 140.000 EUR), während seine fast noch gegenständlichere „Mohnblume“ von 1950 für 42.000 Euro schon den Zeitgenossen zugeordnet wurde (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR). Wirklich zeitgenössisch wurde es dann aber mit Gottfried Helnweins gruseliger, fast filmisch angelegter Science Fiction-Szene „The Disasters of War 6“ mit blutüberströmtem Mädchen von 2007 für 80.000 Euro (Taxe 60.000 bis 120.000 EUR). Aus der Riege der österreichischen Altmeister sind Otto Muehls neoexpressionistische provokante „Kreuzigung“ von 1984 für überraschende 90.000 Euro (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR), Wolfgang Holleghas buntes Farbflächenspiel von 1980 für 45.000 Euro (Taxe 35.000 bis 70.000 EUR) und Markus Prachenskys ebenfalls abstrakte „rot und violett-Solitude III.“ von 1965 für 35.000 Euro zu nennen (Taxe 25.000 bis 50.000 EUR).

Als Jüngste beteiligte sich die 1970 geborene Elke Krystufek mit ihrem gesichtslosen und entlarvenden Selbstakt „Catholic Tastes“ von 1997 bei 20.000 Euro am Auktionsgeschehen (Taxe 15.000 bis 30.000 EUR). Aus dem Ausland schauten der „Junge Wilde“ Rainer Fetting mit seinem nächtlichen Rückenakt „The Prisoner“ von 1983 bei 35.000 Euro (Taxe 30.000 bis 60.000 EUR), Keith Haring mit seinem großformatigen, selbstreflexiven Siebdruck mehrerer kleiner bunter Strichmännchen-Bilder unter dem Titel „Retrospect“ von 1989 zur oberen Schätzung von 50.000 Euro und Elizabeth Peyton vorbei, wenngleich ihr Portrait „Empress Elisabeth of Austria“, genannt Sisi, von 1998 natürlich einer heimischen Ikone huldigte. Für das violett-weiße Aquarell gab es dann auch stattliche 120.000 Euro (Taxe 50.000 bis 100.000 EUR). Und zum Schluss galt es, nochmals Max Weiler zu ehren mit 80.000 Euro für seine nun wirklich abstrakten, energisch auf die Leinwand geworfenen „Windblumen“ von 1988 (Taxe 40.000 bis 80.000 EUR).

19. Jahrhundert

Etwas schleppend war der Beginn der Auktion mit einer Suite von fast dreißig feinen Aquarellen des Kammermalers Johann Kniep, der mit Erzherzog Johann 1804 eine Reise durch Oberitalien unternahm und für ihn Eindrücke von Landschaften und Städten festhielt. Später gingen sie in den Besitz des österreichischen Kunsthistorikers Walter Koschatzky über, was die meisten der Blätter allerdings auch nicht vor dem Rückgang ins Auktionshausdepot bewahrte. Nur elf von ihnen fanden einen Abnehmer, und auch die Höhe der Preise fiel mit nicht mehr als 20.000 Euro verhältnismäßig bescheiden aus. Auch sonst hielten sich Kunden beim 19. Jahrhundert eher zurück, wenngleich zumindest zwei der wichtigsten Offerten übernommen wurden: für 120.000 Euro Friedrich Gauermanns effektvoll gemaltes Alpenbild „Heimeilendes Vieh in einem Gebirgsdorf bei Regen“ von 1854 (Taxe 80.000 bis 160.000 EUR) und für 130.000 Euro Friedrich von Amerlings „Regine in griechischem Kostüm“ von 1842. Die junge Römerin, die der Wiener Künstler während eines rund zweijährigen Italienaufenthalts als Modell entdeckt hatte, konnte sich damit sogar weit über ihre Schätzung von 50.000 bis 100.000 Euro erheben.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

im Kinsky - Kunst Auktionen GmbH

Freyung 4

AT-1010 Wien

Telefax:+43 (01) 532 42 00-9

Telefon:+43 (01) 532 42 00

E-Mail: office@imkinsky.com



14.08.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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13.05.2014, 100. Kunstauktion: Meisterwerke

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im Kinsky - Kunst Auktionen

Bericht:


Kritzi Kratzi auf dem Bild

Kunstwerk:

Gustav Klimt, Brustbild einer Dame, 1916/17
Gustav Klimt, Brustbild einer Dame, 1916/17

Kunstwerk:

Johann Kniep, Bassano, Vicenza, Venetien, 1804
Johann Kniep, Bassano, Vicenza, Venetien, 1804

Kunstwerk:

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842
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Medardo
 Rosso, Aetas Aurea, um 1902
Medardo Rosso, Aetas Aurea, um 1902

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Friedrich Gauermann, Heimeilendes Vieh in einem Gebirgsdorf bei Regen, 1854
Friedrich Gauermann, Heimeilendes Vieh in einem Gebirgsdorf bei Regen, 1854

Kunstwerk:

Egon
 Schiele, Schlafendes Paar, 1909
Egon Schiele, Schlafendes Paar, 1909







Gustav Klimt, Brustbild einer Dame, 1916/17

Gustav Klimt, Brustbild einer Dame, 1916/17

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 75.000,- EURO

Losnummer: 46

Johann Kniep, Bassano, Vicenza, Venetien, 1804

Johann Kniep, Bassano, Vicenza, Venetien, 1804

Taxe: 10.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 28

Egon Schiele, Junge Frau in Unterwäsche mit erhobenen Armen, 1914

Egon Schiele, Junge Frau in Unterwäsche mit erhobenen Armen, 1914

Taxe: 80.000 - 160.000 EURO

Zuschlag: 190.000,- EURO

Losnummer: 54

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842

Friedrich von Amerling, Regine in griechischem Kostüm, 1842

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 130.000,- EURO

Losnummer: 35

Egon Schiele, Schlafendes Paar, 1909

Egon Schiele, Schlafendes Paar, 1909

Taxe: 50.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 44

Gustav Klimt, Die Freundinnen, 1916/17

Gustav Klimt, Die Freundinnen, 1916/17

Taxe: 60.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 70.000,- EURO

Losnummer: 50

Friedrich Gauermann, Heimeilendes Vieh in einem Gebirgsdorf bei Regen, 1854

Friedrich Gauermann, Heimeilendes Vieh in einem Gebirgsdorf bei Regen, 1854

Taxe: 80.000 - 160.000 EURO

Zuschlag: 120.000,- EURO

Losnummer: 30




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