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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Objekte aus Silber waren der Renner der vergangenen Design-Auktion im Dorotheum, die sich mit der Hälfte verkaufter Lose gut schlug

Joops Pilzgericht



Wolfgang Joop, Set „Magic Mushroom“,2013

Wolfgang Joop, Set „Magic Mushroom“,2013

Frühe tschechische Stahlrohrmöbel, Modernistisches aus Skandinavien, Frankreich und Italien, Fifties-Muranoglas, moderne Prototypen und auch zahlreiche Beispiele österreichischer Formgebung spannten in der Auktion des Dorotheums den Bogen vom frühen Design bis heute. Mit einer losbezogenen Zuschlagsquote von knapp 50 Prozent kann sich das Wiener Auktionshaus eigentlich nicht beschweren, doch hatte man sich von manchen hochkarätigen Losen mehr erwartet. Große Namen und vorher beworbene Glanzstücke wie Aldo Turas mit zerbrochenen Eierschalen überzogener Barschrank um 1940 für 24.000 bis 27.000 Euro, ein exquisites Zeugnis des Art Déco, oder die beiden Stühle aus dem Telegrafenbüro der Wiener Dependance „Der Zeit“ von Otto Wagner um 1902 für 50.000 bis 70.000 Euro fanden keine Käufer.


Der Star des Abends am 5. Juni war ein kristallin geformtes, teils vergoldetes Silbergeschirr von Thomas Bastide für 38.000 Euro. 2013 entwarf er für die Wiener Silber Manufactur das markant-filigrane Set aus einer Eisschüssel mit Abdeckplatte, sechs Wodkabechern, einer Kaviarschüssel mit Löffelchen und einer Flasche (Taxe 36.000 bis 40.000 EUR). Lustig auftischen kann für 19.000 Euro künftig der neue Besitzer des hinreißenden Sets „Magic Mushroom“, das sich der Modedesigner Wolfgang Joop 2013 für den selben Hersteller ausdachte. Es besteht aus sechs verschieden großen versilberten Pilzen auf einer Standfläche aus geöltem Nussholz und einem silbernen Astgestell. Wie bei einer barocken Tafeldekoration erfüllt das Set seine Doppeltfunktion als Schmuck und Gewürzgefäß (Taxe 17.000 bis 19.000 EUR). Auf der unteren Taxgrenze, aber immerhin bei 28.000 Euro rangierte der Prototyp des Dreisitzers „Indiscrete“ von Dominique Perrault und Gaëlle Lauriot-Prévost. Die mit weißem mongolischem Lammfell überzogene Sitzgruppe ging erst in diesem Jahr in veränderten Größen und Materialien bei Sawaya & Moroni in Mailand in Serie und wurde von den Experten im Dorotheum auf bis zu 35.000 Euro geschätzt.

24.000 Euro ließ sich ein Liebhaber einen ungekünstelten Stuhl aus der Casa del Sole in Cervinia von Carlo Mollino kosten, wo dieses kräftige, naturbelassene Modell aus Eichen- und Kastanienholz in den Appartements und im Ristorante Pavia Verwendung fand (Taxe 24.000 bis 35.000 EUR). Gemütlicher wird sich wohl der neue Besitzer von Luigi Colanis schwungvoller Liege „TV-Relax“ in Weiß von 1969 aus der „Sea Collection“ zurücklehnen können, der 17.000 Euro in den schicken, futuristischen Komfort investierte (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR). Eine unerwartete Steigerung um das Vierfache konnte eine große Deckenleuchte aus 24 kugelrunden, im Kreis angeordneten Milchglaslampen von Arteluce um 1960 für sich verzeichnen. Die Lampe, die Gino Sarfattis Modell No. 2109 ähnelt, konnte für 22.000 Euro veräußert werden (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Knapp darunter lag mit 20.000 Euro der Frisiertisch „Solus“ von Mimmo Paladino, 1989 für Meta Memphis aus einer Holzkonstruktion mit einem Kopf aus Muranoglas sowie einem bronzenen Schrank mit integriertem Bilderrahmen und Spiegel entstanden (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Memphis Design zählt zu den Konstanten der Dorotheum-Auktionen. Von Ettore Sottsass stammen beispielsweise frühe Arbeiten, von denen jedoch nur das quadratische Bücherregal „Suvretta“ von 1981 für 3.800 Euro versteigert werden konnte (Taxe 3.800 bis 4.500 EUR).

Der Übergang zwischen freier und angewandter Kunst ist heute oftmals fließend; so schufen auch die Künstler Franz West, Lawrence Weiner oder Michelangelo Pistoletto Arbeiten für Meta Memphis. Ein auf 25 Exemplare limitierter Eisenstuhl von West, der den Namen „Beautiful View“ trägt und in seiner unbequemen Konstruktion ein wenig an einen zerstörten Einkaufswagen erinnert, ging für 10.000 Euro an einen Bieter (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR), genauso wie sein bunter „Oncle“-Stuhl aus geflechteten Synthetikbändern aus dem Besitz der österreichischen Schauspielerin Petra Morzé (Taxe 4.000 bis 5.000 EUR). Bill Woodrow entwarf den einfallsreichen Zweisitzer „Harry“ für die Design-Fabrik in Mailand, dessen schwarz lackierte Sitzfläche von zwei Holzbeinen und einem transparenten Plexiglasball getragen wird und den das Dorotheum erst mit einer dreifachen Steigerung für 8.500 Euro entließ (Taxe 2.800 bis 3.500 EUR).

Eine österreichisch-niederländische Liaison war der Kronleuchter „Small Blossom Night“ von Tord Boontje. Der Designer wurde 2002 von der Kristallglasfirma Swarovski mit der Arbeit betraut und erdachte sich einen Ast aus Eisen mit blau-schwarzen Kristallblüten und -blättern, die die kleinen LED-Lampen umspielen und verdecken. Das Liebhaberstück funkelte erst bei 6.000 Euro auf (Taxe 4.500 bis 5.500 EUR). Aus der De Stijl-Bewegung stammt die streng quadratische, rotbraun und schwarz lackierte Schatulle von Gerrit Rietveld, die mit 9.000 Euro ihre Schätzungen von 10.000 bis 12.000 Euro knapp verfehlte. Zwei wuchtige blau-schwarz-gelbe Sitzmöbel mit geometrischen Applikationen lassen sicher auch die Herzen von Fans des Raumschiffs Enterprise höher schlagen: Die kubistischen Sessel aus der Tschechei um 1920 gingen für 8.000 Euro weg (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Noch besser schnitt das zweiteilige Sitzobjekt „Z-Play“ von Zaha Hadid ab. 12.000 Euro war der mit orange- und rotfarbenem Kunstfell überzogene, quadratische Block wert, der diagonal durchgeschnitten die Form des Buchstabens Z beschreibt und variabel kombinierbar ist (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Bei Werken von Aldo Tura, dem experimentierfreudigen Schöpfer minimalistischer Möbel in Weiterführung des Art Déco, hatten Sammler diesmal die Qual der Wahl. Höchste Handwerkskunst mit eleganter Linienführung verbindet ein für 13.000 Euro versteigerter Esstisch mit ovaler Tischplatte und gerundeten Wangenbeinen (Taxe 13.000 bis 15.000 EUR). Neben einem asymmetrischen Couchtisch aus den 1960er Jahren mit graulich-grüner Pergament-Oberfläche für 14.000 Euro (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR) und einem tabakbraunem Couchtisch für 8.500 Euro (Taxe 6.000 bis 7.000 EUR), überzeugte auch ein zeitloses Sideboard von 1970/75 mit dunkler Pergament-Oberfläche, vier Türen und Glasregalböden, das für 12.000 Euro eine neue Aufstellungsfläche gefunden hat (Taxe 12.000 bis 15.000 EUR).

Anders erging es den Exponaten von Pierre Jeanneret, der Tura in seiner Produktivität in nichts nachstand. Nicht die großen und hoch angesetzten Konferenz- und Schreibtische, die er in den 1950er und 1960er Jahren als Großauftrag für die Verwaltungsgebäude im indischen Chandigarh in Teakholz fertigen ließ, erhöhten die Einnahmen des Wiener Auktionshauses. Lediglich ein kleiner, schmuckloser Tisch aus seinem privaten Wohnsitz in Indien, der auf 7.000 bis 9.000 Euro geschätzt worden war, spielte 8.000 Euro ein. Dazu hätten gestalterisch gepasst: der Lounge-Sessel „VK 100“ des New Yorker Designers Vladimir Kagan von 1953, der in Europa nie verkauft wurde und in den USA nicht in Serienproduktion ging, sondern nur auf Kundenwunsch aus Nussholz und senffarbenem Lederbezug produziert wurde und zur unteren Schätzung von 13.000 Euro das Auktionshaus verließ, sowie ein offenes Bücherregal von Richard Neutra aus sechs Eisen- und Eichenholzkompartimenten für 14.000 Euro (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR). Über einen „Roboter“ im Schlafzimmer kann sich nun der Käufer der freistehenden Schubladeneinheit aus Birnbaumholz von Mario Botta aus dem Jahr 1989 freuen, den er samt integriertem kleinem Schreibpult für 9.000 Euro sein Eigen nennen durfte (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR).

Mehr als 80 Jahre zuvor, um die Jahrhundertwende herum, fertigte eine unbekannte Wiener Firma eine formschöne Blumenbank aus weiß lackiertem Buchenholz im Stil der Wiener Werkstätte, die ihre Erwartung auf 12.000 Euro verdreifachte. Um dieselbe Zeit entstand Josef Hoffmanns polierter Buchentisch „Model No. 322/T“ für den Speisesaal des Punkersdorfer Sanatoriums. Er bestach durch seine schlichte Form, die dünnen Glieder und kleine Kugelverzierungen an den Tischbeinen und erzielte 10.000 Euro (Taxe 6.000 bis 8.000 Euro). Noch älter waren die 314, nun 6.000 Euro teueren Glasbausteine des Schweizer Erfinders Gustave Falconnier, ein Beispiel frühen Industrial Designs des ausgehenden 19. Jahrhunderts (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Schon die Sprache der Nachkriegszeit nimmt hingegen die Sitzlandschaft von Norman Bel Geddes aus dem Jahr 1949 auf, die aus einer Eckbank und vier Sesseln in grünem und beigefarbenem Bezug besteht und an Lakritzkonfekt von Haribo erinnert. Mit 15.000 Euro vervierfachte sie in etwa die Erwartungen des Dorotheums (Taxe 3.400 bis 4.500 EUR). Dazu würde sich die große tropfenförmige „Frammentato“-Vase von Dino Martens aus kunterbuntem Muranoglas für 13.000 Euro gut machen, der man die Herkunft des Künstlers aus Malerkreisen eindeutig ansieht (Taxe 5.500 bis 7.500 EUR). Den gleichen Umsatz konnte die Vase „Semirone“ von Alessandro Mendini für sich verbuchen, die mit ihren diagonalen und sich kreuzenden Farbbändern seit etwa 1990 ein Verwirrspiel beim Betrachter auslöst (Taxe 11.000 bis 14.000 EUR). Beide fänden genügend Platz in einer großen, blassblauen Glasvitrine von Johannes Spalt mit einem zarten, tragenden Gerüst aus leiterartigen Stahlrohrstützen im Inneren, die aus Wiener Privatbesitz für 10.000 bis 13.000 Euro offeriert wurde und mit einem Erlös von 12.000 Euro die Erwartungen der Experten aus Wien erfüllte.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



07.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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Dino Martens, Vase „Frammentato“, um 1955

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Taxe: 5.500 - 7.500 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 158

Ettore Sottsass, Bücherregal „Suvretta“, 1981

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Taxe: 3.800 - 4.500 EURO

Zuschlag: 3.800,- EURO

Losnummer: 40

Blumentisch, Wien, um 1905

Blumentisch, Wien, um 1905

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 66

Alessandro Mendini, Vase „Semirone“, um 1990

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Taxe: 11.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 170

Tord Boontje, Luster „Small Blossom Night“, 2002

Tord Boontje, Luster „Small Blossom Night“, 2002

Taxe: 4.500 - 5.500 EURO

Zuschlag: 6.000,- EURO

Losnummer: 1

Carlo Mollino, Stuhl, 1953

Carlo Mollino, Stuhl, 1953

Taxe: 24.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 24.000,- EURO

Losnummer: 156

Josef Hoffmann, Tisch Nr. 322/T, um 1904

Josef Hoffmann, Tisch Nr. 322/T, um 1904

Taxe: 6.000 - 8.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 70

Vladimir Kagan, Lounge chair Mod. VK 100, 1953

Vladimir Kagan, Lounge chair Mod. VK 100, 1953

Taxe: 13.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 13.000,- EURO

Losnummer: 151

Franz West, Stuhl „Onkel“, 2001/07

Franz West, Stuhl „Onkel“, 2001/07

Taxe: 4.000 - 5.000 EURO

Zuschlag: 10.000,- EURO

Losnummer: 5

Bill Woodrow, Doppelsessel „Harry“, 1991

Bill Woodrow, Doppelsessel „Harry“, 1991

Taxe: 2.800 - 3.500 EURO

Zuschlag: 8.500,- EURO

Losnummer: 50

Aldo Tura, Sideboard, um 1970/75

Aldo Tura, Sideboard, um 1970/75

Taxe: 12.000 - 15.000 EURO

Zuschlag: 12.000,- EURO

Losnummer: 36

Norman Bel Geddes, Eckbank und vier Sesseln, um 1949

Norman Bel Geddes, Eckbank und vier Sesseln, um 1949

Taxe: 3.400 - 4.500 EURO

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Losnummer: 150

Pierre Jeanneret, Tisch, 1952/56

Pierre Jeanneret, Tisch, 1952/56

Taxe: 7.000 - 9.000 EURO

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Losnummer: 142




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