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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Moderne und zeitgenössische Kunst bei Neumeister in München

Pfälzer Freunde



Wieder einmal nicht zu stoppen waren die Freunde und Verehrer des Pfälzer Malers und Grafikers Johann Georg Müller auf der vergangenen Versteigerung moderner und zeitgenössischer Kunst bei Neumeister. Der 1913 in Ludwigshafen geborene Künstler ist seit Jahren eine der merkwürdigsten Größen auf dem deutschen Kunstmarkt, vor allem das Münchner Auktionshaus, aber auch Grisebach in Berlin oder Lempertz in Köln profitierten in der Vergangenheit immer wieder von der Begeisterung einer wohl nicht allzu großen, aber sehr potenten Käuferschaft für die meist figuralen, im malerischen Stil zwischen Expressionismus und Neuer Sachlichkeit changierenden Werke des Meisters. Bei Neumeister waren es das chiffrenartige Stillleben „Birnen“ von 1972 und das anrührende Zweipersonenstück „Mutter und Kind“ von 1980, die zwei große Bietgefechte entfachten. Ersteres Werk brachte es dabei von 20.000 bis 30.000 Euro auf 50.000 Euro, letzteres von 40.000 bis 50.000 Euro sogar auf 85.000 Euro. Einzig die für Müller eher untypische, fast kubistische „Tänzerin“ von 1959 blieb bei 30.000 bis 40.000 Euro unveräußert liegen.


Etwas weniger als die Hälfte der 51 Losnummern, die Neumeister als ausgewählte Werke ans abendliche Ende der Versteigerung am 6. Juni gestellt hatte, fand einen Abnehmer. Beeinträchtigt wurde die Quote durch mehrere Rückgänge im unteren Preisbereich. So schaffte von sieben spätexpressionistischen Stillleben Emil Maetzels, die der Künstler mit afrikanischen Utensilien seiner eigenen Sammlung bestückte, nur eines mit Ach und Krach bescheidene 1.750 Euro (Taxe 2.500 bis 3.500 EUR). Auf der gegenüberliegenden Seite standen aber auch zwei bedeutende Zuschlagspreise, allen voran Paul Klees hochformatiges, aber gerade einmal 26 Zentimeter hohes Aquarell „Garten“ mit träumerischer Nachstimmung von 1918, das mit 400.000 Euro die Erwartungen vollauf bestätigte. Und von 70.000 bis 80.000 auf 100.000 Euro steigerte sich Serge Poliakoffs „Composition jaune et bleue“, 1968 einen Tag vor des Künstlers Tod in Öl auf mittelgroße Leinwand gemalt und jetzt aus Pariser Privatbesitz eingeliefert.

Manches andere hochgehandelte Stück wird dagegen noch einmal antreten müssen, neben einem etwas süßlichen Portrait, das Conrad Felixmüller 1927 von seiner Frau aufnahm (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR), und einer blutige Tränen weinenden Frau unter dem Titel „Tear of Idealism – White Snow“ im Tondo von dem Chinesen Ling Jian (Taxe 130.000 bis 135.000 EUR) vor allem Egon Schieles „Sitzender schwangerer Akt mit ausgebreiteten Armen und gespreizten Beinen“ von 1910 für 600.000 bis 800.000 Euro. Auch ein Aquarell Emil Noldes mit rotem Mohn und gelben Rudbeckien von circa 1950 scheiterte an 150.000 bis 180.000 Euro. Unerwartet begehrt war dagegen ein über fünfeinhalb Meter breites Triptychon der 1964 geborenen Corinne Wasmuht, die mit breitformatigen, fluchtpunktartig ausgerichteten Raumbildern auf sich aufmerksam macht. Bei recht günstiger Schätzung kam mit 30.000 Euro für die Soglandschaft aus dem Jahr 2003 das Dreifache der oberen Taxgrenze heraus.

Im preislichen Mittelfeld rangierten ein Exemplar von Pierre Bonnards bekannter Farblithografie „L’Enfant à la lampe“ von circa 1897 für 14.000 Euro, Olafur Eliassons sechsteilige Edelstahlskulptur „Negative quasi brick“ von 2003 für 15.000 Euro und ein herzförmiges „Spin painting“ Damien Hirsts von 2009 für 20.000 Euro, alle an der unteren Taxgrenze. Heinz Mack erregte mit einer vertikal und horizontal strukturierten blauen Gouache ohne Titel von 1987 Aufmerksamkeit, wenngleich die Wallungen in 18.000 Euro nicht ganz so hoch schlugen, wie bei dem ZERO-Künstler sonst gelegentlich (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch eine in farbiger Kreide und Bleistift gezeichnete Komposition aus László Moholy-Nagys Todesjahr 1946 mit schleifenartigen Linien, die um bunte Punkte herumwirbeln, konnte ihren Wert auf 15.000 Euro fast verdoppeln.

Recht erfolgreich schlug sich bei den kleinen Preisen die Abteilung „Klassische Moderne“; hier stieg die losbezogene Zuschlagsquote auf über 64 Prozent. In diesem Auktionsteil stoppten die Gebote bei 6.500 Euro, die Henri Michaux’ existenzielle „Composition aux trois figures“ von 1959 einheimste (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Ihr folgten bei taxgerechten 5.600 Euro Pablo Picassos zehn Jahre jüngerer Henkelkrug „Face with circles“ (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR) und bei jeweils 5.000 Euro Emil Noldes karikaturhafte Farblithografie „Händler“ von 1913 (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR) und der etwas distanziert gemalte Halbakt „Demut“, den der aus dem Nordkaukasus stammende und in München ausgebildete Maler Halil Beg Mussayassul 1935 niederlegte (Taxe 1.400 bis 1.600 EUR). Gewinnbringend wurden auch Peter August Böckstiegels aquarellierte Tuschezeichnung mit Segelschiffen im Hafen von 1919 bei 4.600 Euro (Taxe 1.600 bis 2.000 EUR) und Albert Weisgerbers Gouache „Mutter mit Kind“ und angstvollem Blick in den Nachthimmel von 1904 bei 3.200 Euro an den Mann gebracht (Taxe 800 bis 1.200 EUR).

Die Zeitgenossen taten sich dann wieder etwas schwerer, was die Verkaufsquote um 20 Prozentpunkte wieder nach unten drückte. Dafür gab es hier einige höhere Zuschlagspreise, etwa die 14.000 Euro für Paul Mounts offen konstruierte Edelstahlskulptur, die an eine Erdkugel mit Meridianen erinnert, oder die 9.000 Euro für Johann Georg Müllers aquarellierte Federzeichnung eines stilisierten Aktpaares mit Vogel von 1967 (Taxe je 5.000 bis 7.000 EUR). Unerwartet hohe Preise gab es für einige unbekannte Namen: die beiden mal stark, mal weniger zu Ungegenständlichkeit neigenden Gemälde „Landschaftlich“ und „Schiffsrundfahrt“ von Rudi Tröger kletterten auf 7.500 Euro (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und die neoexpressive Fisch-Mensch-Szene seines Schülers Richard Vogl von 1989 auf 6.000 Euro (Taxe 800 bis 1.000 EUR).

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



07.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Zuschlag: 400.000,- EURO

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Taxe: 800 - 1.200 EURO

Zuschlag: 3.200,- EURO

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