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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Kunst und Antiquitäten bei Leo Spik in Berlin

Baldige Rettung, grausamer Tod



Hans Thoma, Apollo und Marsyas, 1886

Hans Thoma, Apollo und Marsyas, 1886

Apoll war gar nicht begeistert: Da wagte es doch tatsächlich so ein Wicht namens Marsyas, ihn zum musikalischen Wettstreit herauszufordern. Und dann spielte dieser Kerl auf seiner Flöte noch nicht einmal so schlecht. Das ging zu weit! Dumpf brütet der Gott der Künste bereits über seiner grausamen Rache, derweil Marsyas arg- und ahnungslos mit seinem Spiel unter Bäumen drei anmutige Damen verzaubert. Später wird Apoll seinen Gegner an einem Baum aufhängen und häuten – so streng waren die Sitten mitunter im alten Griechenland. Das 1886 entstandene Gemälde des badischen Malers Hans Thoma, das in der kommenden Versteigerung bei Leo Spik in Berlin für 25.000 Euro zum Aufruf gelangt, ist jedoch noch aus einem anderen Grund als lediglich der künstlerischen Umsetzung eines beliebten Bildthemas bemerkenswert. Denn einst befand sich der Karton im Besitz des jüdischen Unternehmers Adolf Bensinger aus Mannheim, bis dieser ihn 1940 unter Zwang verkaufen musste. Erst kürzlich haben sich der jetzige Einlieferer und die Bensinger-Erben gütlich geeinigt, so dass es nun unbedenklich ersteigert werden kann.


An die zweitausend Positionen wird Spik am Wochenende vom 25. bis zum 27. September unter die Leute werfen, knapp ein Drittel Gemälde, Grafiken und Skulpturen, der Rest Kunsthandwerk und Antiquitäten. Bei Ersteren dominieren die Meister des 19. und 20. Jahrhunderts. Freunde orientalischer Motive werden sich vielleicht an Pietro Luchinis junge, halbverschleierte phanariotische Aristokratin halten, die sich vor einer ganz erkennbar auf das heutige Istanbul gemünzten Stadtkulisse in einem Friedhof postiert hat. Auch sie sucht wie Thomas Bild bei 25.000 Euro eine neue Bekanntschaft. Etwas günstiger für 3.500 Euro ist Martin Weblus’ 1901 geschaffene Ansicht der Porta Maggiore in Rom zu haben, an der vorbei der Blick ganz in der Ferne noch zur Kuppel von St. Peter schweift. Der 1855 in Berlin geborene Historist hat bei Spik einen starken Auftritt, steuert er doch noch zwölf weitere Positionen bei, darunter den Golf von Sorrent mit Blick auf Ischia von 1920 (Taxe 3.500 EUR) oder auch die ramponierte, aber immer noch stimmungsvolle Piazetta in Capri, der wegen ihrer Mängel nur bei 300 Euro rangiert.

Ansonsten dominieren bei den Neueren Meistern eher mitteleuropäische Landschaften wie Andreas Achenbachs ruhige „Holländische Nordseeküste“ mit Fischern (Taxe 4.500 EUR), eine beschauliche Weide mit Pferden, Schafen, Rindern und Tauben von John Frederick Herring Jr. (Taxe 4.500 EUR) oder Walter Leistikows 1884 datiertes Frühwerk „Krabbenfischer im Watt“ für 5.000 Euro. Hugo Kauffmanns fesches bayerisches Dirndl mit verschränkten Armen und keckem Filzhut von 1882 wird sicher im Münchner Umfeld auf Gegenliebe stoßen, wenngleich die junge Frau trotz aller zur Schau gestellten Heiterkeit doch etwas ernst aus ihren großen Augen in die Welt hinausschaut (Taxe 6.000 EUR). Dezidiert Zeitgenössisches ist auf der Auktion eher rar, zu nennen wäre etwa ein informelles Aquarell Karl Otto Götz’ mit energischen schwarzen, grünen und blauen Pinselschwüngen von 1953 für 4.000 Euro.

Unter den Alten Meistern verdient am ehesten ein Gemälde Beachtung, das keinem Geringeren als dem Maler und Kunstschriftsteller Joachim von Sandrart d.Ä. zugewiesen wird. Die großformatige Leinwand mit der Geißelung Christi trägt das Wappen Herzog Wolfgang Wilhelms von Pfalz-Neuburg als Stifter (Taxe 8.000 EUR). Die Signatur Claes Molenaers weist eine Dorfszene mit Volksfest vor einem Gasthaus für 4.000 Euro auf. Unbekannt ist dagegen der Schöpfer eines Frauenaktes in Gestalt der von einem finsteren Seeungeheuer an einen Felsen geketteten Andromeda. Doch Rettung naht bereits, rechts im Hintergrund stürmt soeben Perseus auf seinem geflügelten Pegasus herbei. Wohl in Ferrara zu Ende des 16. Jahrhunderts ist diese gut zwei Meter hohe, teils recht schematische Darstellung entstanden (Taxe 6.000 EUR).

Bei den Skulpturen ragen zunächst zwei einzelne Figuren aus Holz heraus: ein Diakon, geschnitzt im späten 15. Jahrhundert von einem Meister angeblich aus dem Umkreis Michael Pachers in Tirol (Taxe 9.000 EUR) und eine westfälische Madonna mit stark niederländischem Einschlag um 1620 für 5.000 Euro. Besondere Aufmerksamkeit fordert der kleine Königspudel, der sich ebenso lässig wie stolz mit schier überquellender Mähne auf einem goldenen Samtkissen niedergelassen hat. Die zweifarbig behandelte Bronze geht auf ein beliebtes Modell des Pariser Bildhauers Philippe Caffiéri d.J. aus dem Jahr 1770 zurück und soll in vorliegender jüngerer Fassung 6.000 Euro kosten.

Über Porzellan, Silber und Schmuck – hier findet sich in Gestalt eines Diamant-Rubinarmbandes für 50.000 Euro das teuerste Objekt der ganzen Auktion – gelangt man zu den Möbeln. Auch diese stellen mit Schätzungen von bis zu 12.000 Euro manchen hohen Anspruch. Leider aber lassen sich der wohl in Dresden geschaffene Aufsatzschreibschrank mit goldenen Chinoiserien auf schwarz lackiertem Grund (Taxe 12.000 EUR) oder der kraftvoll geschwungene Spätbarockschrank aus Schleswig-Holstein für 7.000 Euro wie die meisten anderen Stücke keinem bestimmten Künstler zuschreiben. Immerhin eine stark gebauchte, rautenförmig geschmückte Kommode der Zeit um 1760 ist handschriftlich mit dem Namen des schwedischen Ebenisten Johan Neijber versehen (Taxe 12.000 EUR).

Für die passende Beleuchtung der Interieurs sorgen ein barocker Glasluster des mittleren 18. Jahrhunderts wohl aus Süddeutschland (Taxe 15.000 EUR) und ein Paar französische Empire-Kandelaber, deren fünf Kerzen jeweils von dunkel patinierten Bronze-Viktorien gehalten werden (Taxe 14.000 EUR). Ferdinand Barbedienne orientierte sich bei seiner historistischen Prunkschatulle an mittelalterlichen Emailarbeiten und dekorierte sich mit Kreuzbändern aus farbigem Email in Champlevé-Technik (Taxe 3.500 EUR). Schon im Jugendstil ist man mit zwei Tischen Louis Majorelles angekommen. Den Beistelltisch hat er mit Seerosenblättern teils aus Perlmutt eingelegt (Taxe 5.000 EUR), für den Frisiertisch mit Spiegel und zwei baumartigen Stützen für Kerzenleuchter hat er als Dekor Orchideen, Schwertlinien, Farndickicht und zwei Bienen verwendet (Taxe 3.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 25., 26. und 27. September jeweils um 10 Uhr. Die Besichtigung ist vom 20. bis zum 23. September zu unterschiedlichen Zeiten möglich.

Kontakt:

Leo Spik

Kurfürstendamm 66

DE-10707 Berlin

Telefon:+49 (030) 8836170

Telefax:+49 (030) 8839734



21.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Pietro Luchini, Junge, halbverschleierte phanariotische Aristokratin

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