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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Das Dorotheum hat tief in den Kisten gewühlt und eine wunderbare Auswahl an Zeichnungen und Grafiken österreichischer und internationaler Künstler zusammengestellt

Es war einmal…



Dornenhecken versperren den Blick auf die schlafende Schöne. Bunte Blüten mit roten, gelben und blauen Ornamenten sowie Heckenrosen blühen zwischen den Dornen und schmücken eine der wohl berühmtesten Märchenszenen aller Zeiten: Dornröschen, vom Fluch in tiefen Schlaf gefallen und auf ihren Prinzen wartend. Carl Krenek schuf das kleinformatige Temperabild für die Wiener Werkstätte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts und griff damit ein zeitloses Sujet auf, das jedes Kind auf den ersten Blick deuten könnte. Das leicht beschädigte Exemplar ist für 2.400 bis 3.000 Euro zu haben – ein märchenhafter Preis für jeden Anhänger Kreneks. Noch weitere flächig ornamentale Blätter des Jugendstilmalers listet der Katalog des Dorotheums, darunter zwei träumerische Märchenszenen mit Inseln im Meer für jeweils 1.800 bis 2.000 Euro oder den Jahrmarkt mit zahlreichen Buden und tanzenden Menschen von 1898 für 3.000 bis 4.000 Euro.


Bernard Rice war zwar kein österreichischer Künstler, aber er arbeitete für die Tiroler Glasmalerei und Mosaik Anstalt in Innsbruck und brachte die englischen Glasmalkünste im Stil der Präraffaeliten nach Tirol. Davon zeugen auch die beiden Aquarell- und Tuscheentwürfe für Kirchenfenster mit den Allegorien der Musik und der Poesie, die mit ihren Engelsflügeln jedoch eher an biblische als mythologische Gestalten erinnern (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR). Das Wiener Auktionshaus hat wieder Zeichnungen, Druckgrafiken sowie eine bunte Fülle von Aquarellen und Miniaturen für die anstehende Auktion gesammelt. Der Katalog des Dorotheums ist kompakt, das Angebot mit gut 400 Positionen erschlägt die Bieter und Besucher am 2. Oktober also nicht. Doch die Exponate sind von guter Qualität und mit Bedacht ausgewählt, und die Preise nicht unnötig überhöht.

Zu den Highlights gehören Arbeiten des österreichischen Malers Rudolf von Alt, einer der populärsten Künstler des 19. Jahrhunderts in Wien. Sein Blick auf Santa Maria della Salute und die Dogana von der Riva degli Schiavoni aus für 14.000 bis 20.000 Euro ist ein mit dezenten Farben gemaltes, kleines Aquarell auf Papier. Es gibt wirklichkeitsgetreu die atmosphärische Lichtstimmung in Venedig nach einem Regenguss mit noch bewölktem Himmel und unruhigem Gewässer wider. Bevor Alt 1846 in die Lagunenstadt zog, schuf er zahlreiche Figurenstudien, die sich besonders auf die Dokumentation fremdländischer und einheimischer Trachten konzentrierte. Eines seiner Blätter zeigt eine kroatische Brautgesellschaft und war wohl für Heinrich Friedrich Müllers illustriertes Sammelwerk „Pittoreskes Österreich“ gedacht (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Sehr viel kräftigere und hellere Farben verwendete Alt später in den 1860er Jahren, so auch für sein ockerfarbenes, topografisch genaues Landschaftsaquarell von Trient (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR).

Für Freunde naturwissenschaftlicher Schautafeln sei besonders auf zwei Aquarelle des österreichischen Färbermeisters und Malers Aloys Zötl hingewiesen, der sein Leben der Erschaffung eines enzyklopädisch fantasievollen Bestiariums widmete. Das erste von 1883 zeigt verschiedene Muscheln und Schnecken (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), das zweite von 1868 vier verschiedene Arten von exotischen Würmern (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR). Gänzlich anders präsentiert sich „Der Zug nach der Krönung über den Barmherzigenplatz nach dem Königsberg“ mit der Parade anlässlich der ungarischen Thronübernahme Erzherzogs Ferdinands am 28. September 1830 in Pressburg, dem heutigen Bratislava. Die detailfreudige, figurenreiche Gouache von Balthasar Wigand wird für 18.000 bis 25.000 Euro angeboten.

Einen Rundgang durch die österreichische Hauptstadt kann man unter anderem mit den detailgetreuen Arbeiten Ernst Graners von zuhause aus erleben, einem der bedeutendsten Wiener Aquarellisten des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Die Zeitreise beginnt vor dem romanischen Riesentor am Stephansdom, vor dem eine Frau eben Blumen verkauft (Taxe 3.000 bis 3.500 EUR). Weiter geht es vorbei am Portal Minor des Stadtpalais’ Liechtenstein, das als erstes bedeutendes Bauwerk des Hochbarock in Wien gilt und von wuchtigen Atlanten flankiert wird (Taxe 2.400 bis 3.000 EUR), und dem Michaelertor, dem wohl bekanntesten Teil der Hofburg (Taxe 3.000 bis 4.000 Euro). Das Ende der Tour ist an der Alten Universität und Jesuitenkirche im Zustand von 1911 für 5.000 bis 7.000 Euro erreicht, über deren Vorplatz gerade zwei Gentlemen mit Stock, Gehrock und Zylinder spazieren. Vielleicht sind sie gerade auf dem Weg zu einer jungen Dame wie sie auf Adolf Theers Aquarellbildnis auf Elfenbein zu sehen ist. Mit großer Präzision und warmen Farben führte er das Porträt einer jungen Frau in Tracht vor einem italienisch anmutenden Landschaftshintergrund aus (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR).

In der Kategorie der Druckgrafik bis 1900 fehlen die großen Namen und bekannten Motive aus Renaissance und Barock nicht. Ein Konvolut von sechs fantasievollen Landschaftsradierungen des Bambergers Hanns Lautensack schlägt mit 6.000 bis 8.000 Euro zu Buche. Unter diesen befinden sich sowohl biblische Szenen wie auch zerklüftete Berg- und Flusslandschaften mit Schlössern oder Burgruinen. Biblisch bleibt es auch bei der „Kleinen Auferweckung des Lazarus“, einer Radierung aus der Feder Rembrandts. Für 6.000 bis 8.000 Euro liegt ein mit mehreren Figuren und effektvoll eingesetzten, durchschraffierten Schatten komponierter Abdruck des ersten Zustandes bereit. Ein anderes Bildsujet ist die Vedute „Le Porte del Dolo“ des Venezianers Giovanni Antonio Canal mit einem ovalen Wasserbecken am Flussufer des Brenta, in dem am Kai ein „burchiello“ vertäut ist, eine Art Personenlastkahn. Canaletto wurde berühmt durch die Bilder seiner Heimatstadt, die wie das für 5.000 bis 7.000 Euro zu ersteigernde Exemplar durch ihre fast realistische und genaue Darstellung bestechen. Um diese Präzision zu erreichen, benutzte er als Hilfsmittel eine Camera obscura.

Bei den Handzeichnungen sticht besonders ein beidseitig bemaltes Blatt aus der Werkstatt des Giulio Romano für einen Schätzpreis von 18.000 bis 24.000 Euro heraus. Auf der Vorderseite findet sich eine mit brauner Tusche ausgeführte Kopie des sogenannten „Traums vom menschlichem Leben“, ein ursprünglich in schwarzer Kreide ausgeführtes Geschenkblatt von Michelangelo Buonarroti aus den frühen 1530er Jahren. Rückseitig sind verschiedene Szenen dargestellt, die verschollenen oder noch nicht identifizierten Zeichnungen von Romano nachempfunden sind. Die auf Delphinen reitenden Putten finden sich im rechten unteren Feld der Südlünette in der Camera delle Aquile des Plazzo del Te, die Jungfrau mit Einhorn war ein gängiges Symbol der Reinheit, das der Meister als Stuckrelief in der Camera dei Venti im selben Gebäude verwirklichte. Ein Mädchen mit angehobener Schürze vor einem Altar könnte eine verworfene Idee Romanos gewesen sein, die ein Schüler zu Übungszwecken aufgriff. Ebenfalls zu erwähnen sind Bartolomeo Passarottis Altarstudie mit komplexem architektonischen Aufbau und einer von Heiligen flankierten Pietà (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR), die signierte Aktzeichnung eines jungen, sitzenden Mannes von Ercole Procaccini il Giovane in Rötel (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR) sowie die leichte Federskizze einer hügeligen Landschaft mit Flusstal und Burgruine aus dem Umkreis Tizians (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Ein weiteres Highlight unter den Zeichnungen ist Salvator Rosas Studie zum Martyrium der heiligen Cosmas und Damian“, die er um 1669 für sein Gemälde in der Kirche San Giovanni dei Fiorentini in Rom flott mit Feder niederlegte. 12.000 bis 15.000 Euro wird für die vorliegende Zeichnung verlangt, die in der Anordnung einiger Details von der endgültigen Komposition abweicht, aber doch deutliche Ähnlichkeiten wie die fallenden Figuren und die Gruppen der Engel und schlafenden Soldaten erkennen lässt. Charles de La Fosses doppelseitiges Studienblatt mit roten und schwarzen Kreidezeichnungen übertrifft Rosas Blatt noch mit einem Schätzpreis von 24.000 bis 30.000 Euro. Zu sehen sind die vor der eifersüchtigen Minerva fliehenden Arachne sowie zwei weibliche Aktstudien auf der Rückseite. Das Blatt wurde erst in diesem Jahr La Fosse zugeschrieben und gehört zu weiteren Skizzenfolgen desselben Themas. Wer hingegen daran interessiert ist, eine Zeichnung zu besitzen, die bereits in einer Ausstellung zu sehen war, ist mit der Studie eines jungen Mannes mit Kappe im Dreiviertelprofil aus der Haarlemer Schule gut bedient. Das aus dem 17. Jahrhundert stammende Blatt war bereits im Stedelijk Museum in Leiden präsentiert und lange Zeit für ein Porträt des Künstlers Dirck Helmbreeker gehalten worden (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR).

Die Auktion „Meisterzeichnungen, Druckgraphik bis 1900, Aquarelle und Miniaturen“ beginnt am 2. Oktober um 16 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



29.09.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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