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Töchterchen Marion mit Katze, 1898 / Franz von Lenbach

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Blumenstrauß mit Plastik vor Fenster, 1925 / Ernst Ludwig Kirchner

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Alte Kunst und Antiquitäten mit exzellenter Uhrensammlung bei Nagel in Stuttgart

Maria aus Pappe



Der Turmbau zu Babel, wohl Flandern, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Der Turmbau zu Babel, wohl Flandern, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Das China-Geschäft wächst und gedeiht bei Nagel. Immer wieder macht das Stuttgarter Auktionshaus durch Millionenpreise für asiatische Kostbarkeiten auf sich aufmerksam. Da die fernöstliche Kundschaft auch auf anderen Gebieten zunimmt, versieht Nagel alle seine Kataloge zu größeren Auktionen neuerdings mit chinesischen Kurzübersetzungen. So erhalten auch chinesische Kunstfreunde die notwendigen Informationen über eine leicht querrechteckige Leinwand, auf der der protzige Turmbau zu Babel detailreich verbildlicht ist. Leider freilich weiß man nicht, wer der Schöpfer der feinen, qualitätvollen Malerei ist. Nagel formuliert vorsichtig „wohl flämische Schule“, und auch die Entstehungszeit kann mit der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts nur annähernd angegeben werden. 15.000 Euro sollen es trotzdem für das aus einer Baden-Badener Villa stammende Gemälde sein.


Alte Meister

Unbekannt ist auch der Urheber eines weiteren niederländischen Gemäldes, diesmal aus dem früheren 16. Jahrhundert. Die Darstellung der Kreuzabnahme auf einer bogenartig geschlossenen Holztafel wird dem um 1500 geborenen Jan Mandyn lediglich zugeschrieben (Taxe 13.000 EUR). Antwerpener Kunstfertigkeit wird für ein Gastmahl im Haus des Pharisäers Simon in Anspruch genommen. Zu sehen ist die Fußwaschung Christi durch Maria Magdalena. Pate des Bildes war eine etwas größere Fassung von Peter Paul Rubens’ Gemälde in der St. Petersburger Eremitage (Taxe 14.000 EUR). Nach Italien zog es den Barockmaler Michele Desubleo, der sich hier insbesondere der Malweise Guido Renis anschloss. Zumindest aus dem Umkreis dieses Malers soll eine große Leinwand mit dem ansprechend umgesetzten Thema „Die heilige Irene und ihre Dienerin pflegen den heiligen Sebastian“ stammen (Taxe 8.000 EUR).

Ein locker arrangiertes Stillleben mit Weintrauben, Äpfeln und Pfirsichen vermutlich von Giovanni Battista Ruoppolo (Taxe 30.000 EUR) oder zwei wilde Reitergefechte aus dem Kreis des von Danzig nach Florenz ausgewanderten Pandolfo Reschi sind weitere Meisterwerke des 17. Jahrhunderts mit künstlerischem Italienbezug (Taxe 20.000 EUR). Aus dem 18. Jahrhundert ist besonders eine vielfigurige Darstellung der Arche Noah zu nennen, die soeben von zahllosen Tieren in Beschlag genommen wird. Der gebürtige Schweizer und später für die Fürstbischöfe von Würzburg tätige Johann Rudolf Byss soll die kleinteilige, noch an Mustern der älteren Niederländer orientierte Malerei geschaffen haben (Taxe 15.000 EUR). Eine italienische Hafenszene im Abendlicht vermutlich von Adrien Manglard vermittelt dagegen schon in die Kunst des frühen Klassizismus mit seinen aufgeräumten, aber keineswegs fantasielosen Landschaftsarrangements (Taxe 28.000 EUR).

Große Erfolge feierte gegen Mitte des 18. Jahrhunderts der aus den Dolomiten stammende Rokokomaler Giuseppe Zais. Trotz aller Bemühungen gelang es ihm jedoch auch mit seinen zwei in dieser Zeit entstandenen vielfigurigen Flusslandschaften nicht, seinen berühmteren Lehrer Francesco Zuccarelli vom Thron eines der führenden italienischen Landschafter seiner Zeit zu stoßen (Taxe 25.000 EUR). Stets gern gesehen sind bekanntlich Gemälde, die sich mit dem Abgründigen und Dämonischen beschäftigen. So könnten zwei Gegenstücke eines unbekannten deutschen Malers des 18. Jahrhunderts reüssieren, die sich dem Höllensturz der Verdammten und dem Tod als Anführer eines Heeres von Dämonen widmen (Taxen je 3.500 EUR).

Neuere Meister

Das 19. Jahrhundert macht es den Experten in Sachen Gemäldezuweisung wesentlich einfacher. Eine Gesellschaft am Wirtshaus auf kleinem Karton etwa ist für Carl Spitzweg mittels Rhombensignatur einwandfrei verbürgt (Taxe 18.500 EUR), Johannes Hermanus Barend Koekkoek hat seine arme „Fischerfamilie am Strand“ bei sonnigem Wetter signiert und netterweise auf das Jahr 1890 datiert (Taxe 7.500 EUR), und zehn Jahre vorher malte Friedrich von Keller seinen tragikomischen „Dorfmusikanten“, der sich gerade eine kurze Pause bei einem Glase Wein gönnt (Taxe 2.900 EUR). Émile Charles Hippolyte Lecomte-Vernet ist als Schöpfer eines repräsentativen Kniestücks gesichert, doch weiß man nicht, wer die elegante in rotem Samt gekleidete Dame auf dem 1882 datierten Bild ist (Taxe 18.000 EUR). Unverwechselbar die Bildsprache Hans Thomas zeigt eine Heilige Familie bei der Ruhe auf der Flucht von 1895 (Tax 7.500 EUR).

Teuerstes Werk der Neueren Meister ist ein „Sonnenuntergang auf See“ von Hendrik Willem Mesdag, einem niederländischen Impressionisten mit Hang zu großen Panoramen seiner engeren Heimat im Stil seiner älteren Vorläufer. Das mit 120 mal 160 Zentimetern großformatige Bild wird bei 60.000 Euro gehandelt. Die Hälfte soll Fausto Zonaros sentimentales Bildnis eines Mädchens in weißem Kleid kosten, das einige Zweige über der Schulter trägt und den Betrachter dabei mit etwas mitleiderregendem Blick anschaut. Spätimpressionistisch wird es mit einigen Werken des Liebermann-Nachfolgers Otto Dill. Seine Vorliebe für Pferde äußert sich unter anderem in einer „Auffahrt zum Maimarkt“ mit Droschke von 1949 und zwei wilden Hengsten, die 1918 von sichtlich angestrengten Reitknechten gebändigt werden müssen (Taxen je 15.000 EUR). Hermann Pleuer hatte dagegen ein Faible für Eisenbahnen, die er wie in dem Gemälde „Am Stuttgarter Hauptbahnhof mit Kapelle“ aus dem Jahr 1908 impressionistisch umzusetzen wusste (Taxe 3.000 EUR).

Skulpturen

Mit 30.000 Euro ist bei den Skulpturen eine sitzende Marienfigur aus dem rheinischen Raum um 1380 am höchsten taxiert. Das Besondere: Die Figur ist nicht aus Holz, sondern ganz überwiegend aus Leinwand und Pappmaché gearbeitet und dann bemalt – eine in jener Zeit ausgesprochen seltene Technik. Chancen auf Wertsteigerungen dürften vier Apostelfiguren eines norddeutschen Künstlers des frühen 15. Jahrhunderts haben, die trotz guter Qualität nur auf jeweils 1.500 bis 1.800 Euro angesetzt sind. Im vergangenen Juni wurden aus derselben Serie schon einmal vier Figuren für jeweils 4.000 Euro bei Nagel versteigert. Das heitere süddeutsche Rokoko vertritt Joseph Anton Feuchtmayers geflügelter Engelskopf aus ungefasstem Lindenholz, nach Expertenmeinung ein Werk gegen Mitte des 18. Jahrhunderts (Taxe 15.000 EUR).

Uhren aus einer privaten Sammlung

Zu den Höhepunkten des Kunsthandwerks gehören über vierzig exzeptionelle Uhren aus einer Privatsammlung. Als bedeutendste Position hat Nagel mit einem Schätzpreis von 80.000 Euro ein Werk des Londoner Uhrmachers Thomas Tompion ausgewiesen, der an der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert einer der führenden Meister seiner Zunft war. Das Dorotheum in Wien hatte diese Stockuhr mit der Nummer 175 im vergangenen Jahr schon für 200.000 bis 300.000 Euro im Angebot. Rund zwei Generationen später folgte ihm John Hallifax, von dem es eine große Bracket-Clock mit elfglockigem Musikspielwerk gibt (Taxe 27.000 EUR). Eine filigrane Pendule auf einer Wandkonsole aus dem schweizerischen Neuenburg steht für das zarte empfindsame Rokoko (Taxe 35.000 EUR), während eine astronomische Tischuhr französischer Herkunft mit säulengetragenem Gebälk auf das ausgehende Empire des mittleren 19. Jahrhunderts verweist (Taxe 45.000 EUR).

Möbel, Silber und Kunsthandwerk

Unter den Möbeln sind besonders zwei Stücke des mittleren 18. Jahrhunderts erwähnenswert: eine kleine französische „Table à écrire“ im Transiton-Stil mit Landschafts- und Blumenintarsien (Taxe 15.000 EUR) sowie ein englischer Aufsatzsekretär mit zarten Chinsoiserien auf schwarzen Lackpanelen (Taxe 25.000 EUR). Originalität darf ein fünfteiliges Ameublement beanspruchen, aus dessen grünen Bezügen mächtige Büffelhörner für Tischbeine, Stuhllehnen oder auch Aufhänger an der Wandgarderobe heraushängen. Um 1890 ist das Ensemble entstanden (Taxe 2.000 EUR). Eine ausladende Deckelterrine mit klassizistischem Zierrat, von Paul Storr in London um 1820 gefertigt, verlangt beim Silber 12.000 Euro, ebenso wie eine Schatulle mit feinen römischen Mikromosaiken von Cesare Salandri aus dem 19. Jahrhundert. Für 38.000 Euro offeriert Nagel ein prunkvolles Triptychon, das in der Art eines mittelalterlichen Hausaltärchens mehrere christliche Szenen dem Betrachter präsentiert, unter anderem Geburt, Anbetung und Kreuzigung Christi. Eigentlicher Hingucker ist allerdings die kostbare Verarbeitung selbst, bestehend aus teils vergoldetem Silber, Email, Edelsteinen und Perlen. Geschaffen wurde das gut neunzig Zentimeter hohe Stück um 1880 in Wien.

Die Auktion beginnt am 8. Oktober um 10:30 Uhr. Die Vorbesichtigung läuft vom 3. bis 6. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



05.10.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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