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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Neuere Meister mit viel südlicher und östlicher Kunst im Wiener Dorotheum

Kleines Bild, großer Preis



Isidor Kaufmann, Portrait eines chassidischen Schülers

Isidor Kaufmann, Portrait eines chassidischen Schülers

Gerade einmal 24 Zentimeter misst die Holztafel in der Höhe, 18,5 Zentimeter ist sie breit – und doch trägt sie mit 200.000 bis 300.000 Euro den höchsten Schätzpreis der Versteigerung Neuerer Meister im Wiener Auktionshaus Dorotheum. Zu sehen ist darauf das Portrait eines chassidischen Schülers mit langen schwarzen Locken und der charakteristischen Kopfbedeckung in Form eines pelzverzierten Schtreimel sowie einem Gebetsschal. Platziert ist der Junge mit seinem melancholischen Blick vor einem bunten Behang, der unter anderem die Schriftzeichen für die Thora enthält. Geschaffen hat das kleine Bildnis der aus Ungarn stammende, später in Wien wirkende Maler Isidor Kaufmann. Der vom Dorotheum anvisierte Betrag ist keine Übertreibung: Vor rund fünf Jahren beispielsweise erzielte ein ähnliches und im Format fast identisches Knabenbildnis bei Sotheby’s in New York fast 500.000 Dollar einschließlich Aufgeld.


Den Anfang der Veranstaltung am 23. Oktober bestreiten wie gewohnt stimmungsvolle Ansichten aus dem mediterranen Raum insbesondere von deutsch- und italienischsprachigen Künstlern. Zu nennen wäre etwa Franz Richard Unterbergers fast schon impressionistisch glitzerndes Großformat „Castellmare Golfo di Napoli“ mit Fischersleuten aus den späten 1870er Jahren. Wie die meisten seiner Gemälde entstand auch dieses auf Basis vor Ort angefertigter Skizzen im Atelier des Künstlers im Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Auch der Neapolitaner Giuseppe Laezza hat sich den Vesuv als Blickpunkt gewählt, davor aber die Ausgrabungen von Pompeij ohne Menschen platziert (Taxe 12.000 bis 16.000 EUR).

Rudolph Suhrlandt, Sohn des mecklenburgischen Hofmalers Johann Heinrich Suhrlandt, hat 1840 seinen Sicht auf die Bucht von Neapel noch mehr nach dem Baukastenprinzip zusammengestellt und sie in rotes Abendlicht getaucht (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Auch der ebenfalls aus Schwerin stammende Conrad Hoff verdient eine Erwähnung mit seiner fast zwei Meter breiten Venedig-Vedute, auf der er den im Wortsinn malerischen Ausschnitt zwischen Salutekirche und Markuscampanile festhielt und durch zahlreiche Menschen belebte (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Der Realist Arnaldo Ferraguti richtet seinen Blick dann eher auf das harte Alltagsleben und lässt seine Wäscherinnen in Pallanza am Lago Maggiore schuften (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Auch das Genre ist wie immer stark vertreten. Als Neuentdeckung gilt ein Frühwerk des Engländers Arthur Melville aus dem Jahr 1880, das unter dem Titel „Old Enemies“ eine Marktszene zeigt: Zwei Kinder werden von ihrer Mutter vor einer Horde anrückender Truthähne geschützt, die mit ihren roten Köpfen in der Tat sehr bedrohlich aussehen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Mehrere Arbeiten hängen von dem italienischen Impressionisten Vincenzo Irolli bereit, unter anderem das etwas süßliche Bildnis einer jungen Frau, wohl der Tochter des Widmungsträgers „Dottore G. A. Marchetti“ (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), und das hübsche Stillleben „Pesce di Aprile“ von 1907 für 15.000 bis 25.000 Euro. Mit 70.000 bis 90.000 Euro am höchsten bewertet ist seine knapp zwei mal zwei Meter große „Kommunion“ im mystischen Kirchenhalbdunkel, ein weiterer Beleg für die Vielseitigkeit des erfolgreichen Malers.

Zu den österreichischen Berühmtheiten gehört Hans Makart. Sein Bildnis des kleinen Alfred Wagner, Sohnes des befreundeten Künstlers Alexander Wagner, blieb um 1868/69 allerdings unvollendet (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Als einer der älteren Österreicher hat Friedrich Gauermann mehrfach einen Auftritt. „Pflügen und Eggen im Salzburgischen“ lautet der Titel einer 1849 datierten Holztafel. Das Ganze findet unter einem gerade aufziehenden Regenschauer statt (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Auch sein „Hirsch am Gosausee“ mit Dachstein im Hintergrund schaut aufmerksam in die Höhe. Möglicherweise wittert er aber auch einen hungrigen Fleischfresser, der ihm ans Fell will (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR). Thomas Ender erwarb sich als Landschaftsmaler einen bedeutenden Ruf. Dass er nicht nur in Aquarell, sondern auch in Öl Bedeutendes zustande brachte, beweist seine „Große Landschaft in Tirol“ mit Blick auf eine erhöht stehende Dorfkirche und den Inn im dunstigen Hintergrund (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR).

Bereits in Friedrich von Boettichers berühmtes Standardwerk „Malerwerke des 19. Jahrhunderts“ fand Albert Ritzbergers „Familienidylle“ aus dem Jahr 1892 Eingang, in dem Buch beschrieben mit „Fleissiges Volk. Die Mutter näht, das Töchterchen zeichnet auf die Schiefertafel, der Bruder sieht ihr zu“ (Taxe 60.000 bis 70.000 EUR). Böhmen ist mit dem spätromantischen, ruhigen und menschenleeren „Sommertag“ in der Gegend bei Königinhof aus dem Jahr 1854 des jung verstorbenen Malers Adolf Kosarek vertreten. Eher selten im 19. Jahrhundert ist das Sujet des Schlachtenseestücks. Josef Carl Berthold Püttners Momentaufnahme aus der Schlacht bei Lissa erinnert daher nicht nur stilistisch an die alten Niederländer des 17. Jahrhunderts (Taxe je 40.000 bis 60.000 EUR). Auch Eduard von Engerth weist sich als Historienmaler par excellence aus, wenn er um 1860 Prinz Eugen und andere historische Personen nach der Schlacht bei Zenta auftreten lässt, die dem Kaiser die Botschaft vom Sieg übersenden (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Reich ist die Auswahl an Werken russischer Meister. Ein sitzender weiblicher Akt von Konstantin Egorovich Makovskij für 50.000 bis 70.000 Euro, die fast fotografisch exakte Aufnahme eines schneebedeckten Waldes unter der „Wintersonne“ von Ivan Augustovich Veltz aus dem Jahr 1919 (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR) oder Stanislaw Zukowskis 1928 entstandene Impression „Am Fluss Vjatka“ für 35.000 bis 45.000 Euro sind nur einige dieser Offerten. Als einer der bedeutendsten baltischen Künstler seiner Zeit gilt Janis Rozentals. Sein in Öl auf Karton festgehaltenes „Portrait der Geschwister L“ von 1908 mit ihren wächsernen Gesichtern kann Aufmerksamkeit als ein wertvoller Beitrag zur europäischen Malerei auf der Schwelle zur Moderne beanspruchen. Im Dezember 2009 schon einmal bei Sotheby’s in London für 65.000 bis 80.000 Pfund zu haben, soll es jetzt 55.000 bis 65.000 Euro kosten. In den fernen Orient entführt uns der Niederländer Pieter Francis Peters mit seinem weiten Blick über die zahllosen Kuppeln und Minarette der Bosporus-Metropole Konstantinopel aus dem Jahr 1864 (Taxe 45.000 bis 55.000 EUR).

Den Abschluss der Auktion bilden wieder einige österreichische Impressionisten. Sie scharen sich um Emil Jakob Schindler, der selbst seine 1879 entstandene herbstliche Dorfszene „Aus Haslau an der Donau“ für 50.000 bis 70.000 Euro bereitstellt. Tina Blau steuert ihre skizzenhafte „Partie aus St. Anton“ mit zentraler Kirche von 1902 (Taxe 7.000 bis 10.000 EUR), Hugo Darnaut ein Weideidyll aus dem Wienerwald in mildem Abendlicht (Taxe 6.000 bis 8.000 EUR), Marie Egner ihren Landschaftsausschnitt an einem Waldbach (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und Alfred Zoff die südlich heitere Gegend mit Kastanienbäumen bei Lovrana von 1884 bei (Taxe 14.000 bis 18.000 EUR). August Xaver Karl Ritter von Pettenkofen und Eugen Jettel haben sich 1872 für ein ländliches Motiv aus Szered an der Waag mit viel Schweinen, Kühen und Gänsen zusammengetan (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Teuerstes Werk dieses teils auch persönlich eng miteinander verbundenen Kreises ist Olga Wisinger-Florians jahreszeitlich gerade passendes Herbstbild „Fallendes Laub“, das bereits 1902 vom Kunstverein München angekauft wurde und später in deutschen Familienbesitz überging. 80.000 bis 120.000 Euro stehen hier auf dem Etikett.

Die Auktion beginnt am 23. Oktober um 17 Uhr. Die Besichtigung ist bis zum Auktionsbeginn täglich von 10 bis 18 Uhr, samstags von 9 bis 17 Uhr und sonntags von 14 bis 17 Uhr möglich. Der Katalog listet die Objekte unter www.dorotheum.com.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



19.10.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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