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Kym IV, 1999 / K. O. (Karl Otto) Götz

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Im Park von Schloss Mainberg bei Schweinfurt, 1874  / Hans Thoma

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Nur selten Euphorie für die Kunst und Antiquitäten bei Nagel in Stuttgart

Putten spielen Wissenschaft



Der Turmbau zu Babel, wohl Flandern, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Der Turmbau zu Babel, wohl Flandern, 2. Hälfte 17. Jahrhundert

Noch wird eifrig gebaut an dem riesigen Monument, mit dem die Menschheit sich anmaßt, Gott ebenbürtig zu sein. Doch lange wird es nicht mehr dauern, bis die plötzlich eintretende Sprachverwirrung das rege Treiben zum Ende bringt und die Menschen in alle Winde zerstreut. So jedenfalls überliefert es das Alte Testament vom Turmbau zu Babel. Die Maler der Neuzeit haben dieses Thema immer wieder aufgegriffen und die Bauten immer hybrider und immer prächtiger in die Höhe gestapelt, um nicht zuletzt ihre Kunstfertigkeit unter Beweis zu stellen. Unbestreitbar hoch ist das Können eines solchen Malers aus der flämischen Schule, doch leider kennt man seinen Namen nicht. Das hinderte jedoch nicht daran, dass dieses Gemälde bei Nagel von privater und geschäftlicher Seite fleißig beboten wurde. Auf nur 15.000 Euro angesetzt, konnte Nagel schließlich den Sensationspreis von 155.000 Euro für die gut einen Meter breite Leinwand verzeichnen. Zwei Händler aus dem Ausland waren die letzten beiden, die darum gerungen hatten.


Im Übrigen hielten sich die Kunden des Stuttgarter Auktionshauses dem breiten Angebot an alter Kunst und Antiquitäten gegenüber recht zurück. Von den knapp 800 Positionen wurden am 8. Oktober nur gut 38 Prozent zugeschlagen. Bietkämpfe wie um den Babel-Turm blieben die Ausnahme. Was bei den Alten Meistern sonst noch an Hochpreisigem im Angebot war, wurde in der Regel zur jeweiligen Taxe zugeschlagen, etwa das auf ein Werk Peter Paul Rubens’ zurückgehende Gastmahl im Hause des Pharisäers Simon von einem Antwerpener Meister des 17. Jahrhunderts für 13.000 Euro, zwei wilde Reiterschlachten aus dem Umkreis Pandolfo Reschis für 20.000 Euro oder zwei vielfigurige beschauliche Flusslandschaften des Rokokomalers Giuseppe Zais für 25.000 Euro. Etwas spannender wurde es zuweilen in preislich niedrigeren Regionen: Von 2.500 Euro auf 9.000 Euro kletterte ein hübsches Damenbildnis, das dem vielbeschäftigten Portraitmaler Cornelis Janssens van Ceulen I zugeschrieben wird, und von 7.000 Euro auf insgesamt 19.000 Euro brachte es ein Bilderpaar des 18. Jahrhunderts aus deutscher Hand, das Hölle, Tod und Teufel in dramatischen, für damals fast sensationslüsternen Verbildlichungen zum Thema hat.

Spitzenreiter bei den Neueren Meistern wurde das gezierte Bildnis eines Mädchens in weißem Kleid mit einem Bündel blühender Zweige über der Schulter, das zur Schätzung 30.000 Euro in die italienische Heimat seines Schöpfers Fausto Zonaro zurückkehrt. Carl Spitzwegs summarische „Gesellschaft vor einem Wirtshaus“ auf 22 Zentimeter breitem Karton ging für 18.500 Euro über die Bühne (Taxe 18.500 EUR). Eine Winterlandschaft mit einem Gehöft von Louis Apol konnte sich von 1.800 Euro auf 7.000 Euro; der Niederländer gehört zu den beliebtesten Impressionisten seines Landes. Auch die anvisierten 15.000 Euro für Otto Dills „Auffahrt zum Maimarkt“ von 1949, die 4.500 Euro für seinen im Gehege dösenden Löwen (Taxe 2.000 EUR) und die 6.000 Euro für Friedrich von Kellers tragikomisches Genrebild „Dorfmusikant“ von 1880 bestätigten, dass qualitätvolle Arbeiten bei attraktiven oder zumindest angemessenen Preisen auf Interesse stießen (Taxe 2.900 EUR).

Beim Kunsthandwerk stand eine kleine, aber erlesene Sammlung alter Uhren im Mittelpunkt. Die teuerste davon, ein Bracket-Clock des Londoner Meisters Thomas Tompion aus dem späten 17. Jahrhundert, wurde zur angepeilten Schätzung von 80.000 Euro übernommen. Bei ebenfalls taxkonformen 36.000 Euro schlug der Hammer für eine rundum vergoldete Arbeit des Empire mit Flötenwerk aufs Pult. Das Werk ist von Jean-Simon Bourdier aus Paris signiert. Unter den Reliefs und Figuren sind besonders die drolligen Putten bemerkenswert, die sich an allerlei wissenschaftlichen Instrumenten versuchen. 22.000 Euro kostete eine um 1900 bei Lange & Söhne in Dresden hergestellte Taschenuhr, die ihr früherer Besitzer mit Wappen und Initialen hatte zieren lassen (Taxe 15.000 EUR).

Teuerstes Möbelstück wurde mit 33.000 Euro ein feines Elfenbeinkabinett, das laut Experten erst im 19. Jahrhundert nach Vorbildern der Rokokozeit hergestellt worden sein soll und mit zahlreichen Miniaturbildern in Hinterglastechnik geschmückt ist (Taxe 15.000 EUR). Dahinter folgt bei 24.000 Euro eine sogenannte Table à écrire, ein kleines Schreibtischchen also mit mehreren Schubladen, das um 1760 in Frankreich entstand und den allmählichen Übergang vom Rokoko zum Klassizismus markiert. Die Deckplatte ziert eine gemäldehafte Darstellung des Flusses Loing bei Châtillon-Coligny in Marketerietechnik (Taxe 15.000 EUR). Beim Silber strahlte eine klassizistische Deckelterrine des Londoner Meisters Paul Storr von 1820 für die veranschlagten 12.000 Euro am hellsten.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Nagel Auktionen

Neckarstraße 189-191

DE-70190 Stuttgart

Telefax:+49 (0711) 649 69 696

Telefon:+49 (0711) 64 96 90

E-Mail: contact@auction.de



26.10.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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