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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Mit Verbeecks Fantasien zu Millionenwerten: Die Alten Meister im Wiener Dorotheum

Narren und Torheiten



Frans Verbeeck, Der Narrenhandel

Frans Verbeeck, Der Narrenhandel

Frans Verbeeck ist ein Künstler, den man gemeinhin nicht aus der ersten Reihe altniederländischer Malerei kennt. Seit jüngstem aber wird man sich diesen Namen merken müssen, denn er ist millionenschwer. Das Wiener Auktionshaus Dorotheum erzielte mit einem auffallend großformatigen Gemälde des 1570 in Mechelen gestorbenen Malers auf der vergangenen Altmeisterauktion starke 2,6 Millionen Euro. Die Leinwand ist aber nicht nur großformatig, sondern auch ungemein motiv- und erfindungsreich, zeigt sie doch einen „Narrenhandel“ – Gelegenheit für den Künstler, alle Register in der Darstellung menschlicher Torheiten zu ziehen und sich zugleich mit einer Fantastik zu präsentieren, die derjenigen eines Hieronymus Bosch kaum nachsteht. Als Hauptlos der Versteigerung war das Bild ohnehin angetreten, aber mit so einem hohen, alle bisherigen Verbeeck-Auktionspreise hinter sich lassenden Ergebnis hatte man in Wien nicht gerechnet: 900.000 bis 1,2 Millionen Euro hatten auf dem Etikett gestanden.


Ohnehin konnte sich das Dorotheum am 21. Oktober über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen. Zwar blieb bei einer losbezogenen Zuschlagsquote von 45 Prozent das eine oder andere hochgehandelte Stück unveräußert liegen, doch der überwiegende Teil der sechsstelligen Preise konnte erreicht werden. Dazu gehörten Jan Brueghels d.Ä. Küstenlandschaft mit Fischmarkt auf Miniaturformat von 15,5 mal 18,5 Zentimetern für 180.000 Euro oder der Tondo seines Bruders Pieter Breughel d.J. mit einer bäuerlichen Dorfgesellschaft beim „Hochzeitstanz im Freien“ nach 1616, der mit 320.000 Euro Rang zwei der Top Ten erreichte (Taxe je 200.000 bis 300.000 EUR). Zwei Venedigveduten des inzwischen mit Apollonio Domenichini identifizierten Meisters der Langmatt Foundation hielten sich mit 100.000 Euro etwas zurück (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). Eine der Werkstatt des Jacopo Carucci, besser bekannt unter seinem Beinamen Pontormo, zugeschriebene Madonna mit der heiligen Elisabeth und dem Johannesknaben in manieristischen Formen kam wiederum auf 180.000 Euro (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Ein Überraschungssieger war das Portrait Hubert du Hot, geschaffen wohl von Anthonis van Dyck und auch von druckgrafischen Erzeugnissen her bekannt, das sich bis in die ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen lässt und nach Zwischenstationen in den USA zuletzt in einer deutschen Privatsammlung beheimatet war. Statt 50.000 bis 70.000 Euro erzielte das ganz auf Kopf und linken Arm konzentrierte Kniestück satte 220.000 Euro. Bei gleichfalls unerwarteten 260.000 Euro besetzte Federico Baroccis schöne Kopfstudie einer jungen Dame im Profil wohl aus den 1570er Jahren Platz drei der Zuschlagsliste; und zusammen mit einer weiteren, aus der gleichen weit über dreihundert Jahre alten Sammlung stammenden Ölskizze eines jungen, aufgeweckt blickendes Mädchens für 220.000 Euro machte der Urbinate beinahe die halbe Million voll (Taxen je 80.000 bis 120.000 EUR).

Auch der eine Generation ältere Paris Bordone profitierte von der Leidenschaft der Dorotheer für hübsche Italienerinnen: Seine junge Dame mit Spiegel und Dienerin musste sich erst bei 230.000 Euro bitten lassen (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Die Mitte der anvisierten 80.000 bis 120.000 Euro traf eine gut zwei Meter breite Leinwand, auf der sich der antike Held Perseus todesmutig dem bösen Seeungeheuer entgegenstürzt, das die traurige Andromeda an einen Felsen gekettet hat. Die weithin berühmte Vorlage für dieses wohl ebenfalls in der Mitte des 16. Jahrhunderts geschaffene Gemälde stammt von Tizian. Leandro Bassano ergänzte die venezianische Malerei mit einer frühbarocken Gartenanlage, in der die beiden alten lüsternen Männer sich eben der badenden Susanna nähern. Hierfür kamen taxgerechte 34.000 Euro zusammen.

Häufigster Gast der Auktion war Jan Breughel d.J. mit einem halben Dutzend Arbeiten. In Zusammenarbeit mit Jan van Balen schuf er um 1640 eine Waldlandschaft, in der sich Bacchus und seine Mannen einem kleinen Rausch hingeben. Die mittelgroße Holztafel kletterte leicht von 40.000 bis 60.000 Euro auf 65.000 Euro. Dasselbe Duo zeichnet für eine Allegorie des Wassers verantwortlich, die zur unteren Grenze von 60.000 bis 80.000 Euro den Auktionssaal verließ. Eines Nachfolgers Hendrik van Balens dürfte sich Breughel bei seiner „Rast der Heiligen Familie auf der Flucht nach Ägypten“ für das Figurale bedient haben, die ihre untere Schätzung auf 85.000 Euro mehr als verdoppeln konnte. Schmerzlichster Rückgang bei den alten Flamen war ein üppiges Früchtestillleben Abraham Brueghels aus der Zeit um 1670 für geschätzte 200.000 bis 300.000 Euro. Als kleiner Trost sprangen die jeweils taxkonformen 36.000 Euro und 40.000 Euro für insgesamt drei Blumenstillleben – darunter ein Paar – seiner etwa gleichaltrigen Brüder Ferdinand Breughel und Jan Pieter Brueghel in Teil zwei der Auktion heraus.

Bei den ältesten Meistern räumten wieder die Italiener die höchsten Beträge ab. Das ging schon los mit der ersten Offerte, einer Madonna mit zwei Heiligen auf Goldgrund des um 1400 in Florenz tätigen Maestro di Sant’Ivo – seinen richtigen Namen kennt man nicht – für 65.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR), setzte sich im weiteren Verlauf der Veranstaltung fort mit einem kleinen Triptychon des ebenfalls nicht weiter bekannten Maestro di San Jacopo a Mucciana aus etwa der gleichen Zeit für 150.000 Euro (Taxe 80.000 bis 120.000 EUR) und betraf sogar den zweiten, mit weniger teuren Kunstwerken gefüllten Auktionsteil: Der im letzten Drittel des 14. Jahrhunderts in Pisa wirkende Cecco di Pietro wurde hier für eine nur knapp 35 Zentimeter hohe Pietà mit 42.000 Euro gewürdigt (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Dem rund ein Jahrhundert jüngeren Frührenaissancemaler Girolamo di Benvenuto wurden 110.000 Euro für eine Marienkrönung mit mehreren Heiligen, darunter dem seltsamen Wüstenheiligen Onophrius im Adamskostüm, gegönnt (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Nochmals nach Venedig ging es mit einer der Vedute des Canal Grande samt Rialtobrücke und zahlreichen Gondeln, die Francesco Guardi gemalt haben soll und zur unteren Schätzung von 80.000 Euro in neue Hände überging. Schon im Klassizismus war man mit zwei 1807 datierten Landschaften in den Albaner Bergen des Schweizers Johannes Hauenstein angekommen. Sein milder Blick auf Genzano und den Nemisee sowie auf Ariccia mit dem Palazzo Chigi verabschiedete sich bei guten 50.000 Euro (Taxe 25.000 bis 30.000 EUR). Jeweils 40.000 Euro gab es im zweiten Auktionsteil für Kaiserin Elisabeth Christine, Gemahlin Karls VI., in einem opulenten Barockgewand von Carle Vanloo (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und zwei typische pastorale Landschaften mit Ziegen von Philipp Peter Roos (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Gefragt waren hier besonders skurrile Stimmungen, wie ein Hexensabbat von Frans Francken II. und seiner Werkstatt für die anvisierten 30.000 Euro und vor allem drei groteske Szenen mit Tiermenschen und Zwergen. Der im 17. Jahrhundert in Brescia tätige Maestro della Fertilità dell’Uovo hat die Gemälde geschaffen, die menschliche Verhaltensweisen aufs Korn nehmen. Ein Käufer engagierte sich bei allen drei, auf je 10.000 bis 15.000 Euro geschätzten Werken und nahm sie zusammen für 153.000 Euro mit.

Die Ergebnisse verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Dorotheum

Dorotheergasse 17

AT-1010 Wien

Telefon:+43 (01) 515 60 0

Telefax:+43 (01) 515 60 443

E-Mail: client.services@dorotheum.at



02.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Francesco Guardi zugeschrieben, Die Rialtobrücke in Venedig

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Taxe: 80.000 - 120.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

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Jacopo Carucci, genannt Pontormo, und Werkstatt zugeschrieben, Madonna mit Kind, der heiligen Elisabeth und dem Johannesknaben, um 1518

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Apollonio Domenichini – Meister der Veduten der Langmatt-Stiftung, Der Bucintoro an der Mole – Der Canal Grande und die Rialtobrücke

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