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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Der Düsseldorfer Auktionator Andreas Sturies offeriert wieder moderne und zeitgenössische Kunst mit einigen Augenzwinkern

Variationen der Collage



Donald Baechler fertigt Collagen mit viel Liebe zum Detail. So lässt er aus den unterschiedlichsten Materialen kleine Welten entstehen. Eine ältere Dame in kariertem Kleid und gelber Schürze verrichtet ihre Arbeit im Haushalt. Gerade öffnet sie die Türen des weißen Küchenschranks, den der amerikanische Künstler aus schnell trocknender Knetmasse gefertigt hat. Die Hausfrau selbst ist mit verschiedenen Stoffresten bekleidet. Auf ihrem Rücken ist die Schürzenschleife geschnürt. Die Details in Gesicht und an den Händen hat Baechler in Kleinarbeit auf die zugrunde liegende Leinwand gestickt. Der den Boden und die Wand bildende helle Stoff wurde mit Mustern verziert. Auf den Kacheln sitzt ein kleiner, im Stil eines Comics gezeichneter Hund. An der Wand hängen in runden Rahmen die Kinder der Hausfrau. Das um 1980 entstandene Werk Baechler steht symptomatisch für die Auktionen von Andreas Sturies. Es sind die kleinen, aber wichtigen Entdeckungen neben den oft ausgetretenen Kunstmarktpfaden, die mit Geschick und Kenntnis ausgewählten Objekte und dieser feine, über allem schwebende Hauch von Ironie, mit denen der Düsseldorfer überzeugt. Für die gerade in ihrer materiellen Disparatheit für Baechler typische Collage will er 3.000 Euro sehen.


Eine andere Herangehensweise an die Gattung Collage pflegte Gerhard Hoehme. Er betitelte das 1957 entstandene Werk mit „Wer sich eine Freude machen will...“ und beschäftigte sich mit der Auflösung herkömmlicher Bild- und Betrachtungskonventionen. Die teils bemalten, vertikalen Fetzen verschiedener Zeitungen und Gummifäden sind auf eine harte, grautonige Platte montiert, die mit einer weiß getünchten Leiste als Bildfeld definiert wird. Durch das spätere Hinzufügen eines Glaskastens wird die Stellung der in Ockerbraun und Grüntönen gehaltenen Collage zwischen dreidimensionalem Objekt und einem Gemälde zusätzlich betont (Taxe 6.000 EUR).

Ebenfalls zwischen Gemälde und Skulptur changiert Leo Erbs Papierrelief von 1960. Der Künstler verwendete im Gegensatz zu Baechler und Hoehme nur Papier, welches er in einem tiefen, weiß bemalten Sperrholzrahmen fixierte. Den Boden des entstandenen Kastens grundierte er in Magentarot und fixierte hierauf weiße Papierstreifen in S-förmigen Gruppen mit Leim (Taxe 700 EUR). Gotthard Graubner ist mit einem Kissenbild von 1968 vertreten. Die braunschwarz bemalte Leinwand ist über synthetische Watte gespannt, sodass eine Art Kissen, der für Graubner charakteristische Farbraumköper, entsteht und sich die plane Gemäldefläche ebenfalls in die Dreidimensionalität ausdehnt (Taxe 10.000 EUR).

Das Auktionshaus bietet am 15. November zudem ein einfaches, jedoch äußert ansprechendes Ölgemälde von Gerhard Hoehme. Das von 1965 stammende „Fenster-Kreuz“ ist trotz der abstrahierten Form und dem einheitlich durch weiße horizontale Pinselstriche strukturierten Fensterausblick klar zu erkennen. Auch kann in den Streifen Wind oder ein Schneesturm gesehen werden (Taxe 20.000 EUR). Bei Antonio Calderara nimmt man die titelgebende „La Chiesa“ kaum noch wahr. Auf dem Ölgemälde von 1958 sind mehrere nur minimal in Blau und Beige abgestufte weiße Rechtecke nebeneinander angeordnet, so dass fast eine monochrome helle Farbfläche entsteht (Taxe 12.000 EUR). Eher ratlos hinterlässt Alexander Camaro den Betrachter mit der 1962 entstandenen „Nature morte“. Die unbestimmte Form in blassen Brauntönen kann für 2.000 Euro ersteigert werden.

Gemälde in Mischtechnik auf Papier versteigert Andreas Sturies unter anderem von Bernard Schultze und Emil Schumacher. Beide Werke stammen aus den späten 1950er Jahren. Schultze legte seine „Komposition 11/3/56“ in mehreren Schichten an. Ein lockeres Netz aus Strichbewegungen zieht sich in kühler Farbgebung über die gesamte Bildfläche (Taxe 2.500 EUR). Schumacher dagegen zeichnet sich durch spontane und kraftvolle, in den Gips eingegrabenen Linien in Schwarz auf bläulichem Grund aus (Taxe 8.000 EUR). Informell bleibt es bei einer dunkeltönigen Papiermalerei von Fritz Winter aus dem Jahr 1954, die auf Leinwand aufgezogen wurde. Abstrakte Formen in schmutzigen Blau und Orange tummeln sich auf unregelmäßig dunkelbraunem Grund (Taxe 15.000 EUR).

Ein weiterer Schwerpunkt der Auktion ist die Grafik. Die spontan und nervös angelegte Zeichnung einer Horizontlinie, Wolken und Häuserformen, die eine ferne landschaftliche Anmutung auslösen, stammt von Horst Antes. „Ohne Titel“ aus dem Jahr 1961 zeichnete er mit Bleistift und Pastellkreide auf Papier (Taxe 4.000 EUR). Noch gegenständlicher, jedoch gleichzeitig verwirrender, wird es mit einer Kopffüßlerin. Auf einem Podest hockt eine am linken Fuß mit Stöckelschuh bekleidete Dame. Direkt über den Beinen befindet sich anstelle eines Gesäßes die Brust, die in den Nacken und den Kopf der Schönen übergeht, deren Gesicht vom Betrachter abgewandt ist. Hans Bellmers erotisch konnotierte Bleistiftzeichnung wohl aus den 1930er Jahren mit einer weiteren Frauendarstellung auf der Rückseite ist bei 12.000 Euro angesetzt. Ebenfalls die dunkle und verschlingende Seite der Weiblichkeit thematisiert Gerhard Altenbourg 1980 in seinem dicht versponnenen Blatt „Anima-Wald: lockendes Grauen“ (Taxe 6.000 EUR).

Viel klassischer erscheint ein Skizzenbuch von Erik Bulatov aus dem Jahr 2004. Die 73 teils farbigen Zeichnungen konzentrieren sich auf gegenständliche Motive, die von der spontanen Skizze bis hin zur akribisch ausgearbeiteten Komposition mit Landschaften, Portraits und figürlichen Szenen reichen (Taxe 20.000 EUR). In vergleichbarer altmeisterlicher Tradition ist die Bleistiftzeichnung von Kriegern gearbeitet, die einen Verwundeten tragen. Werner Tübkes 1961 entstandenes Blatt verlangt 4.000 Euro. Für eine humorvolle Aquarell- und Bleistiftzeichnung von Sigmar Polke muss der Sammler 20.000 Euro investieren. Eine nicht näher definierte Figur mit großem Kopf scheint durch Erschrecken oder Erstaunen bewegt. Der Malerfürst Gerhard Richter wartet unter anderem mit einem farbigen Siebdruck der „Schweizer Alpen. Motiv A1“ von 1969 auf (Taxe 2.000 EUR). Auch Arnold Leissler bildet die Natur nicht mimetisch ab, sondern bietet auf einer Radierung des Jahres 1965 ebenfalls nur die „Struktur einer Landschaft“ (Taxe 100 EUR).

Auch Klassiker der Moderne lassen sich im Bereich der Grafik finden. Von Otto Dix stammt die farbige Lithografie „Mondäne Dame“ von 1965, welche durch eine Aufschrift als „Probedruck“ klassifiziert ist (Taxe 4.000 EUR). Ein Jahr jünger sind Henry Moores amorphe Formen auf der Farblithografie „Black Figure on pink Background“, die zur Vorzugsausgabe der Zeitschrift „Das Kunstwerk“ erschien (Taxe 1.000 EUR). Ins Jahr 1916 datiert Walter Dexels aquarellierter Holzschnitt „Moschee“ mit astralem Schein, ins Jahr 1921 Christian Rohlfs’ kleiner, reizvoller Holzschnitt „Hunde“, monotypisch in einem gebrochen Blau gedruckt (Taxe je 1.500 EUR). Für den Kreis der Freude des Bauhauses brachte Wassily Kandinsky 1932 eine Radierung in der für ihn typischen geometrischen Formenspielerei heraus (Taxe 3.000 EUR).

Bei Louise Loeber wird es dann noch einmal malerisch. Für ihre Reihe von Darstellungen eines Fährmanns legte sie 1928 auf einer Holzplatte das besonders klar gebaute Gemälde „Schuitenvoerder I“ in den Grundfarben Gelb, Blau und Rot sowie Schwarz als Hintergrund nieder (Taxe 5.000 EUR). Skulpturales kann der Katalog nicht viel bieten. Immerhin ist Renée Sintenis mit ihrer kleinen Bronze „Springendes Fohlen“ von 1928 zugegen (Taxe 5.000 EUR), und Otto Coester hat sich um 1925 mit dem traditionellen Thema des „Gekreuzigten“ in einem expressionistischen Messingguss mit überproportional großem Kopf und überlangen Gliedmaßen beschäftigt (Taxe 1.500 EUR). Bernhard Heiliger überführt 1962 die Gestalt des „Sebastian“ in eine dynamische, expressive Bronzegeste ohne jegliche erzählerische Elemente (Taxe 20.000 EUR).

Zuletzt bietet die Auktion auch fotografische Arbeiten, so etwa Joseph Beuys’ berühmtes Portrait, das Lothar Wolleh 1973 während der Installation einer Ausstellung in Stockholm aufnahm. Später verarbeitete Beuys dieses Foto, gedruckt auf PVC-Folie, in seiner „3-Tonnen-Edition“ (Taxe 8.000 EUR). Der Rauch verdeckt beinahe das Gesicht eines jungen Mannes, welchen Nan Goldin 2004 beim Shisharauchen in einem Pariser Café festgehalten hat (Taxe 8.000 EUR). Die Rolle der Hexe nimmt Cindy Sherman auf ihrer Fotoarbeit von 1986/93 ein, die 200 Mal aufgelegt wurde (Taxe 500 EUR).

Die Auktion beginnt am 15. November um 14 Uhr im Parkhotel Steigenberger, Königsallee 1a, in Düsseldorf. Die Besichtigung der Objekte ist bis zum 14. November in den Räumen des Auktionshauses möglich; Montag bis Mittwoch von 10:30 bis 18 Uhr und Donnerstag von 10:30 bis 20 Uhr. Der Katalog ist im Internet unter www.sturies.de abrufbar.

Kontakt:

Dr. Andreas Sturies - Moderne Kunst & Auktionen

Goltsteinstraße 23

DE-40211 Düsseldorf

Telefon:+49 (0211) 514 13 54

Telefax:+49 (0211) 514 07 69

E-Mail: auktionen@sturies.de



12.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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