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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die zeitgenössische Kunst notiert bei Sotheby’s in New York stark, trumpft aber nicht auf

Amerikanische Ikone



Vor dem Hintergrund der einen Tag später bei Christie’s abgehaltenen Abendauktion mit ihren gut 850 Millionen Dollar nahm sich die Versteigerung zeitgenössischer Kunst am 11. November bei Sotheby’s fast bescheiden aus: 343,6 Millionen Dollar setzte der New Yorker Hauptsitz mit seinen 78 Losnummern um, von denen elf ohne Abnehmer und einige teils deutlich unterhalb der Erwartungen blieben. Das galt wohl auch für das Hauptlos des Abends, Mark Rothkos knapp zweieinhalb Meter hohe Farbfeldmalerei „No. 21“ in Rot, Braun, Schwarz und Orange von 1953. Der Schätzpreis für das aus der Schlumberger Collection stammende Bild war zwar nicht öffentlich angegeben worden, aber um die 50 Millionen Dollar hätten es Berichten zufolge doch sein sollen. Heraus kamen aber nur 40 Millionen Dollar, was auch mit dem Aufgeld von fast 5 Millionen Dollar noch deutlich unterhalb der Erwartungen lag. Dennoch sind die Ergebnisse bei Sotheby’s ein deutliches Zeichen für einen starken Zeitgenossenmarkt.


Nicht ganz so groß war der Abstand zwischen den anvisierten 30 Millionen Dollar für Andy Warhols 1963 datierte „Liz #3“ mit plakativem rotem Schmollmund und den dafür erzielten 28 Millionen Dollar. Sein blau dominiertes Portrait der französischen Schauspielerin „Brigitte Bardot“ aus dem Jahr 1974, von dem sich die Erben des 2011 verstorbenen Sammlers Gunter Sachs trennten, spielte 10,25 Millionen Dollar ein (Taxe 10 bis 15 Millionen USD) und damit sogar 250.000 Dollar mehr, als das verstrubbelte „Self-Portrait“ von 1986 in einer Rosa-Version, das eigentlich 12 bis 18 Millionen Dollar kosten sollte. Von den neun Warhols mussten übrigens nicht weniger als drei an die Einlieferer zurückgeschickt werden, darunter auch seine berühmte Goethe-Adaption von 1981 für 3 bis 4 Millionen Dollar.

Jasper Johns freilich riss es heraus, als seine nur 44,4 Zentimeter breite amerikanische „Flag“ von 1983 – das pastos aufgetragene Streifen- und Sternenbanner gehört also nicht einmal zu den frühen Werken des 1930 geborenen Meisters – von 15 bis 20 Millionen Dollar auf rekordträchtige 32 Millionen Dollar kletterte. Vielleicht spielte hier die Marktfrische eine gewichtige Rolle – das Bild war noch im Entstehungsjahr von seinem Vorbesitzer beim Künstler erworben worden – sowie die Tatsache, dass es seit 1999 als Dauerleihgabe in drei prominenten amerikanischen Museen fleißig aufgewertet wurde. Die Pop Art hatte weiterhin Robert Rauschenbergs frühes, mit Stoff angereichertes Combine-Painting „Bantam“ von 1955 für 3,85 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), Roy Lichtensteins späte, abstrakte Leinwand „Path Trough the Forest“ von 1984 für 2,6 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und James Rosenquists gemalten Autoauschnitt mit rosafarbener Cremeeinfüllung und plastischer roter Leiter unter dem Titel „Highway Temple“ von 1979 für 500.000 Dollar zu bieten (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Wayne Thiebaud konnte sich über seine irreale Hochhaus-Straßen-Landschaft „Hill Street (Day City)“ von 1981 über 4,2 Millionen Dollar freuen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD).

Einen weiteren Auktionsrekord gab es für Robert Ryman. Angesichts der Schätzung von mindestens 15 Millionen Dollar fielen die 13,25 Millionen Dollar für ein unbetiteltes, quadratisches und pastos gespachteltes Weiß mit zarten Farbspuren von 1961 aber eher mager aus. Bei den Abstrakten reüssierten Cy Twombly mit einem grau-grauen Kringelbild auf Papier von 1967 bei 4,5 Millionen Dollar (Taxe 3 bis 4 Millionen USD), Ellsworth Kelly mit seinem Kreissegment „Black Panel I“ von 1985 bei 3,15 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) und Lee Ufan mit seiner blauen vertikalen Pinselstrichsetzung „From Line, No. 760219“ von 1976 bei 1,8 Millionen Dollar (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen USD). Aus dem ostasiatischen Raum war zudem On Kawara mit dem konzeptuellen Datumsbild „Nov. 30, 1985“ aus hellrotem Grund bei 1,2 Millionen Dollar zugegen (Taxe 700.000 bis 900.000 USD).

Die 6,5 Millionen Dollar für Jean Dubuffets von vielen kleinen Figuren bevölkerte „Cité Fantoche“ von 1963 aus der Schlumberger Collection markierten ebenfalls einen neuen Höchstpreis (Taxe 4 bis 6 Millionen USD). Nicht so gut lief es mit Jeff Koons. Sein riesiger gelbgoldener Kronkorken „Moon“ von 1995/2000 fand bei 12 bis 18 Millionen Dollar keinen Abnehmer, was Sotheby’s besonders ärgern dürfte, denn die im Durchmesser über drei Meter große Edelstahlscheibe war für den Einlieferer mit einer Garantie versehen. Seine quietschebunt bemalte Holzfigur „Bear and Policeman“ von 1988 gelangte über die untere Grenze von 7 bis 9 Millionen Dollar nicht hinaus. Dagegen standen dann die 6,2 Millionen Dollar für die überdimensionierte Bronzespinne der Grande Dame der jüngeren Bildhauerzunft, Louise Bourgeois. Die Schätzung für „Spider I“ von 1995 mit einer Spannweite von deutlich über einem Meter lag bei 4 bis 6 Millionen Dollar.

Einen eher kleinen Part hatte Gerhard Richter. Angeboten wurde nur sein rot-schlieriges „Abstraktes Bild“ Werknummer 747-4 von 1991 und glücklich verkauft für 19 Millionen Dollar (Taxe 15 bis 20 Millionen USD). Gegen Ende der Veranstaltung trat Sigmar Polke zweimal auf, allerdings eher glanzlos, denn seine „Filzschleife“ mit Rasterpunktmotiven und verlaufenden Farben von 1986 blieb an 1,9 Millionen Dollar hängen (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD) und sein emblemartiges „Transparent #8“ von 1988 mit zwei Putten an 420.000 Dollar (Taxe 600.000 bis 800.000 USD). Mit wenig Interesse hatten zudem noch Willem de Koonings luftschlangenartige Netzstruktur „Untitled II“ von 1986 bei 5,8 Millionen Dollar (Taxe 6 bis 8 Millionen USD), Adolph Gottliebs Mond- und Sternparaphrase „Red and Blue“ von 1962/65 bei 1,8 Millionen Dollar (Taxe 2 bis 3 Millionen USD) oder Jean-Michel Basquiats nächtliche desaströse Autofahrt von 1987 bei 5 Millionen Dollar zu kämpfen (Taxe 6 bis 8 Millionen USD).

Jüngere Künstler spielten in den höheren Preiskategorien der Auktion kaum eine Rolle, und auch Newcomer fanden sich nicht im Programm. Routiniert und taxgerecht gingen Mark Grotjahns Liniennetz mit Gesichtsstruktur „Untitled (Grey White and Yellow Lined Over Blue Green Face 809“ von 2009 bei 4 Millionen Dollar, Mark Tanseys monochrom rote Ruinen-„Landscape“ von 1994 bei 3,2 Millionen Dollar und Christopher Wools rot-schwarze Schlangenlinien „Last Year Halloween Fell on a Weekend“ von 2004 für 7 Millionen Dollar über die Bühne. Bei Wade Guytons roten aufgelösten X-Formen von 2010 gab der Preis auf 3,5 Millionen Dollar etwas nach (Taxe 4 bis 6 Millionen USD), ebenso bei Charles Rays realistischer, aber weiß gefärbter Aktskulptur „Aluminium Girl“ von 2003 bei 1,7 Millionen Dollar (Taxe 2,5 bis 3,5 Millionen USD). Allenfalls dass der 1960 geborene Glenn Ligon mit dem weißen Schriftbild „Untitled (I Was Somebody)“ von 1990/2003 das Eröffnungslos stellen durfte, ist einer besonderen Erwähnung wert. Mit dem Rekordpreis von 3,4 Millionen Dollar meisterte er diese Aufgabe bravourös (Taxe 1 bis 1,5 Millionen USD).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s New York

1334 York Avenue (at 72nd Street)

US-NY 10021 New York

Telefon:+1 (212) 606 70 00

Telefax:+1 (212) 606 71 07



17.11.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Veranstaltung vom:


11.11.2014, Contemporary Art Evening Auction

Bei:


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