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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Knieende(r), 1907/1908 / Ernst Barlach

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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Farbenfroh und lebendig wird die kommende Auktion moderner Kunst bei Neumeister in München

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Träumerisch versunken schenkt die schöne Londa einer zart rosafarbenen Heckenrose ihre Aufmerksamkeit, deren Kolorit sich in dem luftig-leichten Kleid der jungen Frau wiederholt. Hinter ihr öffnet sich eine weite Landschaft in satten Grüntönen, die durch rote Akzente aufgelockert werden. Das Himmelsgewölbe kommt in weichem Blau daher und wird von einer fliederfarbenen Wolke durchzogen. Die zärtlich-liebenden Gefühle von Conrad Felixmüller zu seiner Frau, die er 1918 heiratete und so 1927 in Öl portraitierte, sind unverkennbar präsent. Der Dresdner Akademiekünstler wandte sich in dieser Ölmalerei neuen Inhalten und Ausdrucksformen zu, hatte er doch zuvor noch als Expressionist vorrangig sozial-politische Themen aufgegriffen, die er oft in verstörend anklagender Weise umsetzte. Seine „Himmlische Rose – Londa mit der Heckenrose“ erscheint dagegen familiär und privat. Londa ist mit sich im Reinen, nichts trübt ihr Gemüt, wodurch sie unmittelbar an innerer Schönheit gewinnt. Ihr Inkarnat ergibt sich durch ein reiches Farbspektrum aus grünen, gelben und roten Abstufungen, ihr leicht lächelnder Mund erscheint in saftigem Kirschrot. Einerseits weit geöffnet und expressiv durch die prächtige Landschaft und den kühnen Umgang mit den Farben, evoziert Felixmüller andererseits eine intime Stille, die einen klaren, aber auch vergeistigten, fast meditativen Eindruck hervorruft. Diese durch und durch positive Arbeit geht nun mit 70.000 bis 90.000 Euro bei Neumeister ins Rennen.


Auch Erich Heckel verbildlichte 1910 in seinem Holzschnitt „Paar“ das Gefühl der Liebe. Seine expressionistische Grafik auf gelben Papier zeigt die zwei eng umschlungenen Liebenden mittels harschen schwarzen Linien. Fast ineinander verschmolzen nimmt der Arm der Frau die Form des männlichen Kopfes an, der auf ihrem Oberschenkel liegt. Der Grund, auf dem sich die zärtlich Zugewandten ruhen, ist ebenfalls schwarz; lediglich der hellrote Fond bildet einen farblichen Akzent. Das dichte Haar der Frau ist zu einem Zopf gebunden, ihr Gesicht neigt sich nach unten zu dem Haupt ihres Mannes. Ihre grob gezeichneten Augen sind versunken, vielleicht sogar geschlossen. Dieser von inhaltlicher wie von kompositorischer Einheit lebender Holzschnitt ist ein Unikat und könnte darum mit einem stolzen Preis von 100.000 bis 150.000 Euro ein Kassenschlager der Münchner Auktion am 4. Oktober werden. Otto Dix schenkt seiner „Leonie“ von 1923 dagegen eine furchteinflößende Ausstrahlung. Das frontale Gesicht der Frau lebt von rotem Inkarnat, ihr Haar ist orangefarben, die Kopfhaube grün. Ihre Augen durchdringen den Betrachter auf unheimliche Weise, der Mund ist unverhältnismäßig groß, die Züge übertrieben und ausgemergelt. Der grünschwarze Hintergrund, vor dem das farbige Gesicht förmlich aufleuchtet, verstärkt den hexenhaften Eindruck der weiblichen Gestalt (Taxe 16.000 bis 22.000 EUR).

Zwar nicht liebend, aber für den ein oder anderen zum Liebhaben ist Ling Jians „Revolution“ von 2009. Seine verblüffend fotorealistische Ölmalerei zeigt einen formatfüllenden frontalen asiatischen Frauenkopf, dessen von Jugendlichkeit und Frische lebende Makellosigkeit fesselnde Wirkung auf so manchen Betrachter ausübt. Denn nicht nur die technische Perfektion der Malerei zieht an, auch die schwarzhaarige Dame selbst sucht selbstbewusst wie hypnotisierend den Blick des Beobachters; viel mehr noch, lasziv und sinnlich streicht sie sich dabei mit ihrer Zunge sanft über die Lippen. Ihr hoch geschlossener Kragen widerspricht ihrer Handlung jedoch (Taxe 90.000 bis 100.000 EUR). Pablo Picasso trumpft mit der Bleistiftzeichnung „Nu“ auf, die aus einer sechsteiligen Serie von weiblichen Akten des Jahres 1944 stammt. Im Profil erscheint eine sitzende Frau mit weit herangezogenen Knien. Ihre Hände hat sie in den Nacken gelegt. Auf Detailschilderungen wird gänzlich verzichtet, lediglich die Umrisslinien deuten die Körperlichkeit des Aktes an (Taxe 220.000 bis 250.000 EUR).

Es muss nicht immer figürlich sein. Das dachte sich auch Otto Piene bei seinem „Flying Fire Fish“. Die Gründungsfigur der Künstlergruppe ZERO suchte den künstlerischen Ausdruck vor allem im Experimentieren mit Licht und Bewegung wie auch dem Einbeziehen des Raumes, der das Werk umgibt. Das in mehreren Abstufungen erscheinende runde Orange seiner nun für bis zu 40.000 Euro zum Verkauf stehenden Ölmalerei ist in einem zarten undefinierbaren grau-braunen Schleier eingebettet. Ein schwarzer Akzent in der Mitte der runden Form markiert einen Kontrast, der aus dem Verbrennen der Farbe herrührt. Als Vertreter der abstrakten Malerei geht Ernst Wilhelm Nay mit seinem 1956 entstandenen unbetitelten Scheibenbild ins Rennen. Die Aquarellarbeit lebt von kreisrunden Linien in wässrigen grau-blauen Tönen auf hellem Papier, deren Zwischenräume mal durch pastelliges Gelb, mal durch sattes Rot und zweimal auch mittels schwarzer Akzente aufgefüllt sind (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR).

Explosive Abstraktion aus der Verschiedenheit von Materialen, Farben und Formen gibt es bei einer unbetitelten wilden Arbeit von Markus Lüpertz für 14.000 bis 16.000 Euro. Uwe Lausen schwingt den Pinsel ebenfalls ungestüm, doch bringt er 1962 einen Menschenkopf, wohl einen „Astronauten“, vor blauem Hintergrund hervor (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Bernhard Heisig gibt seiner ebenfalls ruhelos wirkenden Malereicollage den Titel „Aggressiver Nachmittag“. Der expressiv geschilderte Maler im schwarzen Kittel hat die Staffelei vor sich und ist im Begriff, die Spielkarte einer Kreuz-Dame auf die Leinwand zu bringen. Mehrere Störche möchten die Arbeit des Künstlers stören und behindern. Die Bedrängung der großen Vögel scheint unvermeidlich, es entsteht ein Alptraum (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR).

Johann Georg Müllers „Bombennacht“ von 1956 offenbart sich unmittelbar und konzentriert auf den Schrecken des Geschehens. Dicke schwarze Konturen ergeben ein dicht gedrängtes Szenario von Furcht, Zusammenhalt, Hoffnung und Ausweglosigkeit. Kinder, Erwachsene, Alte, Familie und Freunde, Bekannte und Fremde teilen das unvermeidbare Schicksal. Kräftiges Rot und ein wenig Grün machen den Eindruck grell, fast glühend, wie das Feuer, das die Bombennacht erhellt (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Zum gleichen Preis ist Müllers ebenfalls stark konturgebundenes, aus der Perspektive fallendes, überwiegend violett gehaltenes „Stillleben mit Äpfeln“ von 1979 zu haben, zum doppelten die innige Zuneigung einer Mutter zu ihren beiden Kinder. Für die ornamental aufgefassten Figuren seines Gemäldes „Extra“ hat sich Müller 1978 einen Farbklang aus verschiedenen Blautönen gewählt.

Skulptrale Arbeiten stammen unter anderem von Fritz Behn, der mit seinem pfeilscharfen „Leopard in Schrittstellung“ auftrumpft. Für 13.000 bis 15.000 Euro erhält der Käufer eine expressionistische Tierbronze, die von der Ausbildung der Grundform lebt. Der bewusste Verzicht auf beschreibende Details bezweckt eine konzentrierte Spannung in der Körperlichkeit des Tieres. Heinz Mack orientiert sich nicht mehr an natürlichen Formen, seine unbetitelte Reliefarbeit aus Aluminium entspricht ganz der ZERO-Auffassung, den Nullpunkt der Kunst herauszufordern. Vor allem das einfallende Licht bestimmt die Form der für 15.000 bis 20.000 Euro zum Verkauf stehenden silbrigen, quadratischen Arbeit mit regelmäßigen geometrischen Strukturen. Karl Prantl suchte nicht minder nach dem Wesentlichen in der Kunst. Sein „Meditationsstein“ aus weißem Marmor strahlt Kühle und Wärme gleichzeitig aus, ebenso wie Leblosigkeit und Belebtheit. Ebenfalls für 15.000 bis 20.000 Euro präsentiert das Münchner Auktionshaus den hochkantigen länglichen Quaderstein.

Für Blumenliebhaber bietet die Münchner Auktion ein vielseitiges Angebot. Peter August Böckstiegel bringt sein „Stillleben mit Sonnenblumen, Gladiolen und Pickelhelm“ im Jahr 1915 mit vitaler Energie auf die Leinwand. Das satte Gelb der Sonnenblume arrangiert sich mit dem Kirschrot der Gladiolen und dem kräftig türkisfarbenen Hintergrund zu einem vibrierenden Farbspektakel, das seinen Höhepunkt in der kühnen mehrschichtigen Farbgestaltung der Äpfel und Birnen findet, die spielerisch die Komposition vervollständigen. Der Pickelhelm gibt subtil einen Hinweis auf das sich bereits im Gange befindliche Kriegsgeschehen und den persönlichen Abschied des Malers von seiner späteren Frau Hanna (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Bei Gabriele Münters „Strauß mit Margerite“ von 1934 hat sich der Expressionismus dann schon wieder beruhigt und ist einer gefälligen Schilderung der Blumen in Gouache ohne jegliche Hintergedanken gewichen (Taxe 10.000 bis 12.000 EUR).

Auch im zweiten Auktionsteil mit den kleineren Preis geht es floral weiter. Nicht so sehr mit Farbe, aber umso mehr mit Bewegung schildert Martin Herler seine „Magnolien“. 2010 brachte er die weichen weiß-violetten Blüten mit Öl auf die großformatige Leinwand. Figürliches und Abstraktes vereint der Maler, die Blumen vor dunkelblauen Hintergrund scheinen mit ihren dunkelgrünen Stielen und Blättern zu verschwimmen (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR). Zwei weitere lebendige Blumenstilleben kommen von dem Vorarlberger Eugen Jussel in aufgelösten Formen für 3.000 bis 3.500 Euro und von dem Münchner Julius Hüther in Gestalt einer Vase mit Lilien für 1.000 bis 1.200 Euro.

In James Rosenquists „Ice Point“ von 1983 wird ein rotes Streifengewirr von seinem weißen Negativ gekreuzt. Das Feld der Überschneidung lässt ein auf den Kopf gestelltes Frauengesicht zum Vorschein kommen. Den Hintergrund bildet die Farblithografie mittels feiner hellblauer Pünktchen auf weißem Grund (Taxe 1.000 bis 1.200 EUR). Nicht weniger Fragen wirft Mirjam Völkers „Lichtung“ von 2007 auf. Surreal erscheint ihr Jägerunterstand auf fahrbarem Untersatz vor dämmrigem Hintergrund, der von Schilfgewächs umzingelt wird. Haarscharfe Konturen und eine meisterhafte Schilderung der Bildinhalte faszinieren und verstören zugleich (Taxe 2.500 bis 3.000 EUR). Pop Art und Comic-Sprache verarbeitet Moritz Götze 2006 in seinem Gemälde „Das rosa Telefon“, das auf einem knallbunten Teppich zwischen Bürostuhl und schwarz gekleidetem Mann nicht ganz perspektiv richtig platziert ist (Taxe 5.000 bis 6.000 EUR). Eckart Hahn verzichtet dagegen auf viele Farben und malt in seiner hyperrealistischen „Schmelze“ viel lieber einen grauen Zimmerausschnitt, in dessen Mittelpunkt zwei leuchtende Schreibtischlampen miteinander kommunizieren (Taxe 4.000 bis 6.000 EUR).

Christian Hellmich ist mit seiner Ölarbeit „Sensortype“ vertreten. 2009 schuf er das abstrakte Farbspiel, das vor allem von vertikalen Linien gelenkt wird. Wie in Gleisen verankert, regeln die Bahnen die Laufrichtung der Farbe. Im unteren Bilddrittel wird die insgesamt herrschende Vertikalität durch die horizontale Linie eines Quadrats unterbrochen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Mit seinen schwebenden, amorphen Farbflächen vor blauem Grund ist Gerhard Fietz’ „Bild 1948 Nr. 73“ aus eben diesem Jahr ein Paradebeispiel für die Kunst des deutschen Informel (Taxe 3.00 bis 5.000 EUR). Rolf Cavaels „Komposition No. 499“ von 1949 (Taxe 2.000 bis 2.500 EUR) und Hubert Berkes clowneske „Metamorphose“ von 1947 schließen sich hier an (Taxe 2.000 bis 3.000 EUR). Inspiriert von Kandinsky, arbeitete auch Philipp Pfeifer abstrakt und verlegte sich auf die Kraft von Bewegung und Farbe. Aus seinem Spätwerk von 1977 stammt ein Acrylgemälde, das in zartem Kolorit die Erinnerung an eine Mondlandschaft wachruft (Taxe 800 bis 1.200 EUR). Lothar Quinte überlagert seine dunkelblaue Fläche aus dem Jahr 1968 lediglich von langgezogenen schwarzen Zick-Zack-Flächen (Taxe 1.500 bis 2.000 EUR).

Die Auktion beginnt am 4. Dezember um 15 Uhr mit den günstigen Preisen, um 17:30 Uhr folgen die ausgewählten Werke. Der Katalog ist im Internet unter www.neumeister.com abrufbar.

Kontakt:

Neumeister Münchener Kunstauktionshaus

Barer Straße 37

DE-80799 München

Telefax:+49 (089) 23 17 10 55

Telefon:+49 (089) 231 71 00

E-Mail: auctions@neumeister.com



02.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Claudia Rauth

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Veranstaltung vom:


04.12.2014, Neumeisters Moderne

Bei:


Neumeister Münchener Kunstauktionshaus GmbH & Co. KG

Kunstwerk:

Leo Putz,
 Schloss Seefeld, 1925
Leo Putz, Schloss Seefeld, 1925







Leo Putz, Schloss Seefeld, 1925

Leo Putz, Schloss Seefeld, 1925

Taxe: 25.000 - 30.000 EURO

Zuschlag: 32.000,- EURO

Losnummer: 245




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