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Aktuellzum Archiv:Auktions-Vorbericht

Sotheby’s versammelt die großen Namen des 19. Jahrhunderts: Mit Delacroix, Corot, Ingres, Munch und Spitzweg präsentiert der Versteigerer in London Gemälde und Zeichnungen von Romantik bis Realismus und Impressionismus

Teure Spanier



Joaquín Sorolla y Bastida, Vuelta de la Pesca. Playa de Valencia, 1908

Joaquín Sorolla y Bastida, Vuelta de la Pesca. Playa de Valencia, 1908

Schon unter den ersten Losen finden sich die Großen der französischen Plein air-Malerei, so zum Beispiel Jean-Baptiste Camille Corot mit dem atmosphärisch flirrenden Waldweg samt behelmten und lanzenbewehrten Kavalleristen bei untergehender Sonne für 30.000 bis 50.000 Pfund und für den gleichen Schätzpreis seine stimmungsvolle Küstenlandschaft mit windgebeugter Weide, die wie ein symbolischer Widerhall der sich gegen den Wind stemmenden Figur im Vordergrund wirkt. Nicht weniger atmosphärisch sind Gustave Courbets Naturschilderungen. Das zwischen 1860 und 1863 entstandene Gemälde „Les Gorges de la Loue“ zeigt eine zerklüftete, geheimnisvolle Flusslandschaft mit einem hoch liegenden Horizont. Hierfür will Sotheby’s in seiner Auktion „19th Century European Paintings“ dann schon 80.000 bis 120.000 Pfund sehen. Charles-François Daubignys Flussufer von 1873 mit zwei Fischern in ihren Kähnen ist dagegen voll ruhiger Harmonie und wird für 8.000 bis 12.000 Pfund aufgerufen.


Den Auftakt der Londoner Auktion vom 10. Dezember machen jedoch achtzehn Blätter aus dem Besitz des 2008 verstorbenen Kunstsammlers und -mäzens Jan Krugier. Vier Skizzenblätter des großen Romantikers Eugène Delacroix stehen am Beginn. Von den orientalischen Figurenstudien ist die günstigste für 3.000 bis 5.000 Pfund zu haben, die teuerste liegt bei 12.000 bis 18.000 Pfund. Delacroix’ früh verstorbener Zeitgenosse Théodore Géricault liefert ein Skizzenblatt mit römisch-antiken Kampf- und Siegesmotiven für 4.000 bis 6.000 Pfund, und von Jean-Auguste-Dominique Ingres stammt das sanfte Porträt der ätherisch-schönen Comtesse d’Haussonville, die im ausgearbeiteten Gemälde aus der New Yorker Frick Collection kokett und oberflächlicher wirkt als in der zarten Vorarbeit (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP). Den zeitlichen Abschluss der Krugier-Suite macht Giovanni Segantini mit seinem sensibel kolorierten Bleistift- und Kreideblatt einer Landfrau „Sul Balcone“ in einem Alpendorf (Taxe 15.000 bis 20.000 GBP).

Ein nicht minder verträumtes Damenporträt malt der Franzose Jacques-Émile Blanche von der 30er-Jahre-Modeikone Daisy Fellowes. Trotz ihrer schillernden Persönlichkeit und ihrer Vorliebe für ausgefallene Kleidung und Schmuck hält Blanche sie eher schlicht in einem dunklen Mantel fest und legt den Fokus auf das Gesicht (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Wie ein Gegenentwurf dazu wirkt Jean-Léon Gérômes Frau am Balkon von 1888, deren Gesicht hinter einem grünlichen Schleier verschwimmt. Umso expliziter ist ihr orientalisches Gewand, das wenige Geheimnisse und vor allem ihre Brüste offen lässt. Voller erotischem Subtext und symbolischer Anspielungen auf romantische Haremsphantasien des 19. Jahrhunderts ist dieses schillernde Gemälde für 80.000 bis 120.000 Pfund zu haben. In ähnlicher Tradition stehen Edouard Frédéric Wilhelm Richters orientalische Tänzerin im 1877 entstandenen Ölgemälde „La Danse“ für 15.000 bis 25.000 Pfund oder Vincenzo Irollis schon in den Kitsch abgleitendes Porträt eines leichten Mädchens mit überbordender Staffage und dem sprechenden Titel „Reverie“. Trotzdem stehen hier 18.000 bis 25.000 Pfund auf dem Etikett.

Ein etwas moderneres Frauenbild zeichnet der Franzose Jean Béraud in seinem Porträt einer Modistin auf der Pont des Arts, die mit zahlreichen Hutschachteln beladen leichtfüßig die Stufen nach unten hüpft und von dem heftigen Windstoß, mit dem die anderen Spaziergänger zu kämpfen haben, nahezu unbeeindruckt scheint. Die kokett aus dem Bild herauslächelnde Pariserin der Belle Époque will mit 80.000 bis 120.00 Pfund umworben werden. Voller impressionistischer Lichtreflexe und intimer Interaktion zwischen Modell und Betrachter ist Leo Putz’ Frauenakt „Im Kahn“ von 1912. Gerade erst hat sich die Dargestellte, nachdem sie sich auf offenem Wasser unbeobachtet fühlt, ihrer Kleider entledigt und genießt unter dem großen Strohhut die Sonnenstrahlen (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Auch sein „Reigen“ von 1921, auf dem fünf nackte Mädchen miteinander tanzen, ist nicht weniger voyeuristisch, denn unverkrampft natürlich angelegt (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP).

Julio Romero de Torres Frauenakt „La Buenaventura“ steht mit seiner liegenden Figur in der Tradition Tizians und Giorgiones, erinnert gleichzeitig aber auch an Manets moderne „Olympia“, indem auch Romero de Torres eine „echte“ Frau und nicht die idealisierte Jungfrau der Alten Meister malt. Symbolistisch hat er der aus dem Bild blickenden Frau einen Apfel und eine Kartenlegerin beigesellt (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Wem auf diesem zurückgenommenen Bild zu wenig los ist, wird sich wohl für den spanischen Landsmann José Villegas Cordero begeistern. Sein 1874 entstandenes Ölgemälde „Siesta“, in dem man die beiden ruhenden Personen zwischen Teppichen und riesigen Palmwedeln regelrecht suchen muss, gleicht einer Explosion in jeglicher Hinsicht: Farben, Formen, Staffage und Requisiten – von allem viel zu viel, aber zusammen dennoch ein luxuriöses Feuerwerk fürs Auge, das dementsprechend den stattlichen Preis von 120.000 bis 180.000 Pfund erzielen soll.

Viel nüchterner sind da die Skandinavier, wie sich in den beiden Interieurs des Dänen Vilhelm Hammershøi zeigt. Ganz ohne Staffage, reduziert auch in der Farbe und auf die Geometrie der Räume konzentriert sind seine von Durchblicken und Ausschnitten geprägten Ansichten der Kopenhagener Wohnung, und gerade deshalb doch voller Geheimnis. Das Interieur mit Spiegel entstand um 1907 und ist auf 600.000 bis 800.000 Pfund geschätzt, das Interieur mit Windsor-Stuhl ist für günstigere 200.000 bis 300.000 Pfund zu haben. Hammershøis Landsmann Peter Ilsted malt eine ähnlich einfache Innenansicht, jedoch bekommt sein Ölgemälde durch die beiden am Fenster spielenden Kinder in Rückenansicht und das hell durch die Scheiben fallende Sonnenlicht eine warme und heimelige Note (Taxe 20.000 bis 30.000 GBP). Auch Edvard Munchs Interieur mit seinem lesenden Bruder Andreas kommt ohne viel Dekor aus, die einfache Einrichtung mit Bett, Stuhl, Sekretär und Vorhängen dient als Folie für den lässig auf die Fensterbank gestützten Leser. Die frühe Ölstudie des etwa 20jährigen Munch kostet 100.000 bis 150.000 Pfund.

Jakub Schikaneders Innenhof in der Prager Altstadt von 1900/10 arbeitet mit ähnlichen Stilmitteln und lebt sowohl von den einfachen geometrischen Formen des Gebäudes mit Fenstern, Türen und Treppenaufgang, als auch von der atmosphärischen Lichtregie dieses poetischen Nachtstückes (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP). Mehr Dramatik gönnt sich der Norweger Johan Christian Dahl, dessen 1845 entstandene Ansicht des Wasserfalls in Hemsedal in der großen Tradition der romantischen Landschaftsmalerei steht. Reich an Wäldern und Gemsen verlangt der rauschende Fluss 100.000 bis 150.000 Pfund. Für etwa die Hälfte ist Dahl nicht minder romantisch verklärte Ansicht des „Klintekorset“, einem Kreuz an einer Felsklippe im Liselund Park auf der Insel Mon, zu haben. Ein modernerer Zugriff auf die Natur gelingt seinem jüngeren norwegischen Kollegen Nikolai Astrup. Schon in der Technik des kolorierten Holzschnitts erweist sich seine Juninacht im Garten aus dem frühen 20. Jahrhundert als typisch für den Jugendstil (Taxe 50.000 bis 70.000 GBP). Hier ist auch Carl Larssons lichtdurchflutete Gartenszene anzusiedeln. Der Schwede nahm 1919 seine Frau Karin und seinen Sohn Esbjörn bei der Nachmittagslektüre unter dem Kastanienbaum seines Landsitzes Lilla Hyttnäs in leuchtenden Aquarell- und Gouachefarben auf (Taxe 400.000 bis 600.000 GBP).

Mit Carl Spitzweg ist der Vertreter des deutschen Biedermeier mit an Bord. Seine in warmes Sonnenlicht getauchte italienische Landschaft mit einigen Menschen an einem Bach vor einem Dorf gibt es für 40.000 bis 60.000 Pfund. Romantisch wird es noch einmal mit August Piepenhagens einsamem Wanderer bei einem Wehr in Gebirge von 1826 (Taxe 10.000 bis 15.000 GBP), und auch mit Barend Cornelis Koekkoeks sommerlicher Landschaft mit Bauersleuten auf einem Waldweg von 1850 (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP). In den Winter haben dagegen Johann Bernhard Klombeck und Eugène Joseph Verboeckhoven dreizehn Jahre später ihre Bauern beim Viehtreiben geschickt (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Auf effektvoll beleuchtete Nachtszenen war Petrus van Schendel abonniert. Gleich drei Gemälde dieser Art liegen nun bei Sotheby’s vor mit dem Amsterdamer „Noordermarkt bei Nacht“ von 1840 für 100.000 bis 140.000 Pfund an der Spitze. Mit der feinfühligen „Madonna von Drenthe“ unternimmt Jozef Israëls einen realistischen Zugriff auf ein traditionell religiösen Thema und stellt eine einfache Bauersfrau mit ihrem Kind dar (Taxe 30.000 bis 50.000 GBP).

Mit der Landschaft und den Traditionen seiner Heimat setzt sich der Spanier Joaquín Sorolla y Bastida in seinem 1908 entstandenen Ölgemälde „Vuelta de la Pesca. Playa de Valencia“ auseinander. Mit souveränen, kräftigen Strichen und mit leuchtenden Farben inszeniert er die glatt spiegelnde Oberfläche der Meeresküste, über die vier kräftige Ochsen das Fischerboot mit dem Tagesfang ans Land ziehen. Sorolla wählte oft Sujets, die seinen Nationalstolz und die Liebe zu seiner Heimatstadt Valencia zum Ausdruck brachten. Die heimkehrenden Fischer wurden schnell zu seinem Lieblingsmotiv, mit dem er auch im Pariser Salon Erfolge feiern konnte. Bei Sotheby’s ist Sorollas Werk das Spitzenlos und wird bei 1,4 bis 1,8 Millionen Pfund aufgerufen. Das impressionistische Gemälde begleiten Sorollas stimmungsvolle Porträt eines alten Mannes aus Kastilien von 1907 (Taxe 120.000 bis 180.000 GBP) und die Vorstudie für seine Strandszene „Triste herencia“ mit badenden Knaben von 1899 (Taxe 150.000 bis 250.000 GBP). Impressionistisch bleibt es mit Félix Ziems schillerndem Lagunenfest „Bateau pavoisé sue le bassin. Venise“ (Taxe 60.000 bis 80.000 GBP) und Emile Claus’ „Waterloo Bridge. London“ von 1918, die wie Monets Schöpfungen im besten nebligen Licht versinkt (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP).

Kontakt:

Sotheby’s London

34-35 New Bond Street

GB-W1A 2AA London

Telefax:+44 (020) 72 93 59 24

Telefon:+44 (020) 72 93 51 84



09.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Julia Remenyi

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