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Am 29.01.2020 Auktion 1147: Art of Africa, the Pacific and the Americas

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Enten am Wehr / Alexander Koester

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Amazone, nach 1906 / Franz von  Stuck

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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Käufer bei Kölner Auktionshaus Lempertz suchten und fanden in der Alten Kunst ihre Favoriten und umwarben sie teils heftig

Ritter in der Schale



Matteo Giovannetti, Katharina von Alexandrien – Antonius Abbas

Matteo Giovannetti, Katharina von Alexandrien – Antonius Abbas

Lange musste man nicht warten auf der letzten Altmeisterversteigerung von Lempertz, bis der Höhepunkt erreicht war. Bereits die Losnummer 1007 und damit die siebte der Auktion, brachte das Blut der Bieter im Saal in Wallung – nicht nur das der Käufer, sondern auch der Zuschauer eines Wettkampfes zwischen zwei besonders hartnäckigen Interessenten, die in mal größeren, mal kleineren Schritten einen regelrechten Tanz um die zwei Tafeln des italienischen Malers Matteo Giovannetti aufführten. Erst bei 2,2 Millionen Euro und damit etwa dem Dreifachen der Schätzung gab sich einer der beiden geschlagen. Die Begierde für die Heiligen Katharina von Alexandrien und Antonius Abbas auf jeweils 64 Zentimeter hohen Holztafeln hatte ihren guten Grund, sind von Giovannetti doch sonst fast keine Werke und schon gar nicht in Privatbesitz bekannt. Um 1330/60 war der Künstler einer der Führenden seiner Zunft und arbeitete unter anderem für den Papst in Avignon. Auch die Provenienz der beiden Gemälde, die ursprünglich zu einem Flügelaltar gehörten, ist prominent: Sie waren Teil der Kunstsammlung Franz von Lenbachs und blieben bis jetzt im Besitz seiner Familie.


Alte Meister

Derart spektakulär war die Veranstaltung im weiteren Verlauf nicht mehr. Die meisten Werken hielten sich an die vorgegebenen Rahmen, einige hochgehandelte Offerten wie Jacopo Amigonis Rokokobild einer höfischen Jagdgesellschaft mit Damen von circa 1740 für 300.000 bis 500.000 Euro oder George Stubbs’ Pferdebildnis mit Reiter von 1768 für 400.000 bis 450.000 Euro blieben unveräußert. Dafür konnte sich etwa ein hübsches, von Schlaglicht beleuchtetes Blumenstillleben Simon Pietersz Verelsts auf 50.000 Euro verbessern (Taxe 16.000 bis 18.000 EUR). Bis zum Aufruf von Giovannettis Holztafeln hatten übrigens alle Losnummern ausnahmslos Abnehmer gefunden, darunter eine traurig blickende Madonna mit Nelke wohl von dem in Südfrankreich tätigen Josse Lieferinxe für 60.000 Euro (Taxe 16.000 bis 20.000 EUR). Auch ein Christus als dornengekrönter Schmerzensmann mit blut- und tränenüberströmtem Gesicht bezeugte mit seinem Ergebnis von 140.000 Euro großes Interesse an den ältesten Altmeister. Die Holztafel wird dem Umkreis des Aelbert Bouts zugewiesen (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Ein Antwerpener Meister um 1520 zeichnete für eine Anbetung der Könige verantwortlich, für die sich belgischer Handel bei 75.000 Euro engagierte (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR).

Eine weite Landschaft, in die Lucas Gassel 1540 die Szene „Christus heilt einen Blinden“ integriert hat, trat bei 150.000 bis 180.000 Euro als eines der teureren Kunstwerke an, wurde aber schon bei 125.000 Euro zugeschlagen. Aus den Niederungen von 12.000 bis 14.000 Euro arbeitete sich dagegen ein flötender Knabe auf 50.000 Euro herauf, der dem später nach Italien ausgewanderten Jan Miel zugeschrieben wird. Letztlich nicht sicher bekannt ist auch der Schöpfer des schönen Portraits eines jungen Mannes mit Federbarett. Früher als eigenhändige Arbeit Rembrandts anerkannt, wird heute eher an seinen Schüler Reynier van Gherwen gedacht. Gälte erstere Vermutung noch, wären sicher mehr als 60.000 Euro dabei herausgekommen (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR). Erwähnung als eine der wenigen Künstlerinnen verdient Catarina Ykens mit einem schlichten, aber hübschen Blumenstrauß in einer Glasvase. Die 1659 in Antwerpen geborene Künstlerin hat das kleine Bild selbstbewusst an der Kante des Holztisches signiert und jetzt immerhin 46.000 Euro damit abgeräumt (Taxe 40.000 bis 50.000 EUR).

Auch mehrere Gemeinschaftsarbeiten niederländischer Meister waren zu haben, so die alttestamentliche Begebenheit „Uria empfängt den Brief an Joab im Palast des David“, wobei eben dieser Palast von Hans Vredeman de Vries als luxuriöse Prunkarchitektur gestaltet wurde. Gillis Mostaert hatte mit den Figuren wohl etwas weniger zu tun. 52.000 Euro waren der ungeteilte Lohn (Taxe 30.000 bis 35.000 EUR). Bei einer Hafenszene mit Fischern war die Arbeitsteilung ähnlich: Josse de Momper d.J. malte den Hafen, Jan Breughel d.J. die Leute im Vordergrund. Ebenfalls belgischer Kunsthandel zahlte hier 50.000 Euro (Taxe 50.000 bis 55.000 EUR). Bei dem querformatigen Hochzeitszug eines Bräutigams von Maerten van Cleve I konnte ein russischer Sammler schon bei 65.000 Euro zugreifen (Taxe 70.000 bis 90.000 EUR). Pietro Bellotti, der jüngere Bruder Bernardo Bellottos, wird für eine Dresden-Vedute vom linken Elbufer aus in Anspruch genommen. Ganz sicher ist man nicht, aber das Canaletto-Motiv reichte aus, um einen Bietwettbewerb von 15.000 bis 20.000 Euro auf 53.000 Euro zu veranlassen.

Zeichnungen und Skulpturen

Italienisch ging es bei den Zeichnungen weiter mit einem aus dem Norden des Landes stammenden Meister des 16. Jahrhunderts. Seine in brauner Tusche sauber verbildlichte Madonna mit zwei Heiligen und Stiftern entstand vermutlich als Altarentwurf. Das ausgezeichnete Blatt kletterte von 8.000 Euro auf einträgliche 30.000 Euro. Teuerstes Werk der Skulpturen wurde eine mit vier gepanzerten Rittern zwischen Palmen gravierte Bronzeschale, die 1894 beim Kanalbau in Aachen zum Vorschein kam und ins 12. Jahrhundert datiert wird. Ein deutscher Kunsthändler konnte das ungewöhnliche Stück erst bei 115.000 Euro übernehmen (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Mit den eigentlichen Skulpturen insbesondere aus gotischer Zeit, angeboten für bis zu 80.000 Euro, hatte Lempertz dagegen weniger Erfolg. Die teuren Stücke blieben fast alle liegen. Erst ganz am Ende machte eine italienische Marmorfigur des 19. Jahrhunderts mit einer halbnackten, halbverschleierten Sklavin lautstark auf sich aufmerksam. Die Unglückliche aus der Hand eines unbekannten Bildhauers konnte bei 43.000 Euro befreit werden (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Neuere Meister

Die Meister des 19. Jahrhunderts gingen eher leise über die Bühne. Hier kam die losbezogenen Zuschlagsquote wie auch in der gesamten Auktion nicht an die 50 Prozent-Marke heran. Eine romantisch-biedermeierliche Ansicht des mittelfränkischen Zisterzienserklosters Heilsbronn von Domenico Quaglio d.J. erregte wohl aus lokalpatriotischen Gründen einige Aufmerksamkeit, die sich in 32.000 Euro niederschlug (Taxe 20.000 bis 25.000 EUR). Allerdings könnte es auch nur das schöne, mittelalterselige Motiv gewesen sein, das hier gewirkt hat. Denn auch Carl Georg Hasenpflugs Impression aus einem frühgotischen Kreuzgang von 1848 legte von 15.000 Euro auf 25.000 Euro zu, obwohl hier wohl keine bestimmte Anlage als Vorlage gedient hat. Romantisch wurde es mit Johan Christian Dahls kleinem Nachtbildchen „Bäume im Mondschein“ von 1837 zur oberen Schätzung von 18.000 Euro, während Heinrich Bürkel wieder einmal eine seiner beidermeierlichen Genregemälde gewinnbringend absetzte. Seine „Umgestürzte Postkutsche“ spielte 21.000 Euro ein (Taxe 18.000 bis 20.000 EUR).

Gustave Boulangers etwas eigenwilliges Flötenkonzert eines Beduinen auf einer nicht näher bestimmbaren Frühlingswiese im Gebirge kam auf 20.000 Euro (Taxe 15.000 bis 18.000 EUR). Charles-Victoire-Frédéric Moenchs Panoramablick auf Rom von einer Terrasse mit Tamburin spielender Frau von 1840 konnte sich deutlich auf 17.000 Euro verbessern (Taxe 7.000 bis 9.000 EUR). An die Spitze der Zuschlagsliste setzte sich bei 45.000 Euro Andreas Achenbachs pittoreske „Nordische Küstenlandschaft“ bei bewegter See von 1837 mit alter Fischerhütte (Taxe 45.000 bis 50.000 EUR), alle anderen Werke des Künstlers und seines Bruders Oswald Achenbach blieben dagegen unveräußert. Johann Michael Wittmers großformatige Szene „Bonifatius fällt die Donareiche“ erreichte nur 28.000 und nicht die vorgesehenen 40.000 bis 50.000 Euro. Vielleicht war die Darstellung für den heutigen Geschmack doch ein wenig zu pathetisch.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Kunsthaus Lempertz

Neumarkt 3

DE-50667 Köln

Telefon:+49 (0221) 92 57 290

Telefax:+49 (0221) 92 57 296

E-Mail: info@lempertz.com



14.12.2014

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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15.11.2014, Alte Kunst - 19. Jahrhundert

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Kunsthaus Lempertz

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Weibliche Jagd

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Antwerpener Meister, Anbetung der Könige, um 1520
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Jan Miel zugeschrieben, Flöte spielender Knabe (Il Pifferaio)
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Simon Pietersz Verelst, Blumenstillleben
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Hans Vredeman de Vries und Gillis Mostaert, Uria empfängt den Brief an Joab im Palast des David

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Taxe: 30.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 52.000,- EURO

Losnummer: 1026

Reynier van Gherwen zugeschrieben, Junger Mann mit Federbarett

Reynier van Gherwen zugeschrieben, Junger Mann mit Federbarett

Taxe: 60.000 - 80.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 1055

Ritterschale, wohl Deutschland, 12. Jahrhundert

Ritterschale, wohl Deutschland, 12. Jahrhundert

Taxe: 20.000 - 25.000 EURO

Zuschlag: 115.000,- EURO

Losnummer: 1160

Johan Christian Dahl, Bäume im Mondschein, 1837

Johan Christian Dahl, Bäume im Mondschein, 1837

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 18.000,- EURO

Losnummer: 1503

Heinrich Bürkel, Die umgestürzte Postkutsche

Heinrich Bürkel, Die umgestürzte Postkutsche

Taxe: 18.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 21.000,- EURO

Losnummer: 1510

Die Gefangene, Italien, 19. Jahrhundert

Die Gefangene, Italien, 19. Jahrhundert

Taxe: 3.000 - 4.000 EURO

Zuschlag: 43.000,- EURO

Losnummer: 1224

Johann Michael Wittmer, Bonifatius fällt die Donareiche, 1861

Johann Michael Wittmer, Bonifatius fällt die Donareiche, 1861

Taxe: 40.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 1540

Andreas Achenbach, Nordische Küstenlandschaft, 1837

Andreas Achenbach, Nordische Küstenlandschaft, 1837

Taxe: 45.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 1541

Simon Pietersz Verelst, Blumenstillleben

Simon Pietersz Verelst, Blumenstillleben

Taxe: 16.000 - 18.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1097

Maerten van Cleve I, Hochzeitszug des Bräutigams

Maerten van Cleve I, Hochzeitszug des Bräutigams

Taxe: 70.000 - 90.000 EURO

Zuschlag: 65.000,- EURO

Losnummer: 1024

Jan Miel zugeschrieben, Flöte spielender Knabe (Il Pifferaio)

Jan Miel zugeschrieben, Flöte spielender Knabe (Il Pifferaio)

Taxe: 12.000 - 14.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1042

Josse de Momper d.J. und Jan Breughel d.J., Hafenansicht mit Fischern, um 1630

Josse de Momper d.J. und Jan Breughel d.J., Hafenansicht mit Fischern, um 1630

Taxe: 50.000 - 55.000 EURO

Zuschlag: 50.000,- EURO

Losnummer: 1033

Josse Lieferinxe zugeschrieben, Madonna mit Kind

Josse Lieferinxe zugeschrieben, Madonna mit Kind

Taxe: 16.000 - 20.000 EURO

Zuschlag: 60.000,- EURO

Losnummer: 1006




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