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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Sotheby’s kann mit moderner und zeitgenössischer Kunst in Paris die erwarteten Erfolge verzeichnen

Faszination der Gesichter



Am besten lief es wieder Mal für Pablo Picasso. Das Porträt eines Mannes aus seinem Spätwerk brachte in der Auktion „Art Impressionniste & Moderne“ bei Sotheby’s in Paris das höchste Gebot hervor. In Dunkelgrün, Rosa, Schwarz, Dunkelblau und Grau warf der Jahrhundertkünstler das lebendige Antlitz auf die Leinwand. Für 2,4 Millionen Euro konnte der kindlich anmutende „Tête d’homme“ aus dem Jahr 1965 den Besitzer wechseln. Das skizzenhafte Gemälde war auf 1 bis 1,5 Millionen Euro taxiert. Platz Zwei belegte das ebenso freundliche, allerdings noch deutlich buntere Farbkaleidoskop von Robert Delaunay. Verschiedenfarbige Kreise überschneiden und verbinden sich. Das orphistische Ölgemälde „Rythme. Joie de Vivre“ von 1931 erreichte 2 Millionen Euro und übertraf damit die obere Schätzgrenze um 200.000 Euro.


Impressionistische und moderne Kunst

Am 4. Dezember versteigerte Sotheby’s vor allem Werke mit französischem Schwerpunkt, die sich losbezogen zu knapp 76 Prozent einen Käufer fanden. So hatte es sich auf Platz Drei Marc Chagall mit einem von zwei Blumensträußen gemütlich gemacht. Seine „Fleurs et amoureux“ fallen durch die Verschiebung der Proportionen ins Auge. Das Liebespaar ist deutlich kleiner als der Sommerblumenstrauß, welcher auf einer Art Wohnzimmertisch steht. Im rot glühenden Hintergrund ist eine Stadt zu sehen. Mit 975.000 Euro konnte das Ölgemälde von 1960 die Erwartung von mindestens 1 Million Euro nicht ganz erreichen. Chagalls blaue Variation des Motivs von 1949 unter dem Titel „Les Coquelicots“ erreichte mit 600.000 Euro zur unteren Taxgrenze den fünften Rang. Dunkler war Chagalls winterliches Gemälde eines Wolfes, welcher ein Lamm im Maul trägt. Mit 440.000 Euro sprach die Darstellung aus La Fontaines Fabelwelt von 1927 die Bieter deutlich mehr an als gedacht (Taxe 220.000 bis 280.000 EUR).

Als einzige Skulptur schaffte es Alberto Giacomettis hagere Büste seiner Frau Anette unter die Top Ten. Mit 870.000 Euro belegt die 1960 entstandene, streng frontal angelegte und damit hieratische Bronze Platz Vier (Taxe 600.000 bis 900.000 EUR). Viel weiblicher und lieblicher kommt René Magrittes „L’Age du plaisir“ daher. Eine kurvige, langhaarige Schönheit mit einem Tier auf der Schulter präsentiert sich hier dem Betrachter. Das golden durchleuchtete Ölgemälde von 1960 spielte taxgerechte 530.000 Euro ein. Skulptural blieb es mit Auguste Rodins berühmter Bronze „Le Baiser“ in der dritten Reduktion von 1901 bei 330.000 Euro (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR), surreal mit Óscar Domínguez’ Stillleben „Téléphone et revolver“ von 1943 für 100.000 Euro (Taxe 130.000 bis 180.000 EUR) oder Marcel Jeans motivreicher Nachtlandschaft „Le spectateur nocturne“ von 1945 mit 58.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Man Ray konnte sich mit seinen bunten Himmelskreisen „Solar System theme“ von 1955 bei 52.000 Euro gut behaupten; hier standen nur 12.000 bis 18.000 Euro auf dem Etikett. Mit Léon Spilliaerts 150.000 Euro teurem ernstem „Autoportrait“ um 1906 wandte sich das Angebot für kurze Zeit in den belgischen Symbolismus (Taxe 150.000 bis 200.000 EUR).

Nochmals ist Pablo Picasso auf Rang Acht vertreten. Hier bildet das Motiv ein abstrahiertes Trinkglas auf einer brauen Tischplatte von 1922. Für die fast perspektivlose Malerei wurden 380.000 Euro geboten (Taxe 300.000 bis 500.000 EUR). Darauf folgte bei 360.000 Euro „L’Étreinte (Minotaure embrassant une femme)“, eine Vergewaltigungsszene. 1933 entstand diese Zeichnung mit abstrahierten, ornamental verwobenen Leibern. Platz Zehn stammt ebenfalls von Picasso: „Trois Femmes nues (Études)“ von 1946 vereint drei Nackte, die sich aus geometrischen Formen zusammensetzen (Taxe 350.000 bis 450.00 EUR). Seine vergleichbare „Femme nue debout les bras sur la tête“ von 1946, ebenfalls aus dem Besitz von Picassos Enkelin Marina, konnte bei 400.000 bis 600.000 Euro dagegen niemanden überzeugen, desgleichen seine kraftvoll ausformulierte Aktzeichnung „Trois hommes debout“ von 1966 bei 200.000 bis 300.000 Euro.

Geteilten Zuspruch erfuhr auch Fernand Léger. Während seine „Deux tournesols sur fond bleu“ von 1954 liegenblieben (Taxe 1 bis 1,5 Millionen EUR), konnte sich seine noch strenger kubistisch angelegte Gouache „Nature morte à la guitare“ von 1926 erst bei 180.000 Euro aus dem Auktionshaus verabschieden (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Der Kubismus hatte zudem Albert Gleizes’ weiß gehöhte Tintenzeichnung „Cirque“ aus dem Jahr 1914 für 24.000 Euro (Taxe 15.000 bis 20.000 EUR) und vor allem André Lhotes Picknick „Nature morte en plein air“ von 1912 für 280.000 Euro zu bieten (Taxe 300.000 bis 400.000 EUR). Seine schon wieder gemäßigte Landschaft mit Blick auf Toledo um 1923 kam erfolgreich bei 38.000 Euro an den Sammler (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Noch mit fauvistischer Verve hat Emile Othon Friesz 1907 seinen Blick über „La Baie de Saint-Tropez“ schweifen lassen und damit nun 58.000 Euro eingespielt (Taxe 30.000 bis 50.000 EUR).

Zeitgenössische Kunst

Wie uns die Drag-Queen und Sängerin Conchita Wurst heute gleichzeitig fasziniert und Kontroversen hervorruft, so tat es in den 1970er Jahren Wilhelmina Ross. Andy Warhol fotografierte den Travestiekünstler in seinem Bühnenoutfit; doch verkehrte er die schlichte und stilvolle Kostümierung ins Gegenteil. Vor knallrotem Hintergrund platzierte Warhol 1975 eine regenbogenbunte Wilhelmina Ross. Die zuvor schwarzen Partien der Fotografie färbte er im Siebdruck dunkeltürkis. Das Kopftuch mutierte zu Orangegrün, die Bluse zu Blaugrün, und auch das Gesicht bekam einen zusätzlichen fliederfarbenen Schatten. Die geschminkten Lippen verbreiterte er beinahe bis zu einem Clownsmund. Am 3. Dezember brachte der mit Acrylfarbe übergangene Siebdruck auf der Abendauktion bei Sotheby’s 2 Millionen Euro und setzte sich damit an die Spitze der Zeitgenossen (Taxe 1 bis 1,5 Millionen EUR).

Darauf folgte der Japaner Kazuo Shiraga mit seinem rot glühenden, von Schwarz durchfurchten, in pastosem Farbauftrag mit den Füßen gefertigtem Gemälde „Chishusei Kanchikotsuritsu“. Bei gleicher Schätzung kamen hier gute 1,75 Millionen Euro zusammen. Ebenfalls mit einer Farbstruktur überzeugte Simon Hantaï. Seine monochrom hellgrüne, gefaltete, bemalte und wieder auf den Keilrahmen aufgespannte, durch Knickfalten kleinteilig strukturierte Leinwand „m.b.2 (Mariale)“ von 1960/61 erreichte aber mit 1,7 Millionen Euro die um mindestens 100.000 Euro höher liegenden Erwartungen nicht ganz. Jean-Paul Riopelle erhebt die Malfläche durch das Aufspachteln gedeckter Farben. „Après la Nuit“ entstand um 1957 und belegt mit 550.000 Euro Platz Sieben der zeitgenössischen Bestenliste (Taxe 400.000 bis 600.000 EUR). Auf dieser Preisstufe gesellte sich Chu Teh-Chuns Farbwolke „No. 82“ von 1961 hinzu, die durch Schwarz und Erdfarben dominiert wird (Taxe 250.000 bis 350.000 EUR).

Ein vergleichbares Kolorit verwendete Pierre Soulages, indem er schwarze Balken vor einem orangebraunen Hintergrund platzierte. 650.000 Euro brachte seine „Peinture 130 x 162 cm, 30 juillet 1971“ (Taxe 500.000 bis 700.000 EUR). Umgekehrt handhabte es Jean Dubuffets „Le Train des Vacants“. Das Ölgemälde von 1965, das zur unteren Taxgrenze von 700.000 Euro in neue Hände überging, versammelt eine Gruppe abstrakt bunter Gestalten vor schwarzem Hintergrund. An deutschen Künstlern war in der Auktion nur der in Frankreich lebende Anselm Kiefer zugegen. Anspielungsreich lässt er aus seiner vom Alten Testament inspirierten „Wurzel Jesse“ über grauem Blei und abstrakten Schwarzweißfotografien Palmwurzeln sprießen. Die materialintensive Arbeit von 1987 spielte 230.000 Euro ein (Taxe 180.000 bis 250.000 EUR).

Bei den zeitgenössischen Künstlern haben es drei plastische Werke unter die Top Ten geschafft. An erster Stelle rangiert ein aus schwarzen, roten, gelben und weißen Metallkreisen gefertigtes Mobile von Alexander Calder um 1947, das 1,35 Millionen Euro und damit Rang Vier erkletterte (Taxe 800.000 bis 1.200.000 EUR). François-Xavier Lalanne war mit seinem mannshohen „Gorille de sûreté II“ von 1970/84 dabei. Der bronzefarbene überlebensgroße Menschenaffe ist gleichzeitig als Tresor zu gebrauchen; allerdings fehlen darin nun 500.000 Euro (Taxe 500.000 bis 700.000 EUR). Lalannes drei friedlich stehende Schafe von 1977 durften sich sogar über 420.000 Euro freuen (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR). Davor platzierte sich aber Barry Flanagans „Leaping Hare“ von 1979; doch ist der Sprung seines Bronzehasen eingefroren und muss daher auf einem Holzgerüst aufgebockt werden. Mit 430.000 Euro wurde die Taxe von 250.000 bis 350.000 Euro übertroffen. Germaine Richiers schwarzer Akt „La Vierge Folle“ aus dem Jahr 1946 mit schrundiger Oberfläche war bei 320.000 Euro beliebt (Taxe 200.000 bis 300.000 EUR).

Für den 4. Dezember hatte Sotheby’s weitere zeitgenössische Kunstwerke im unter Preissegment zusammengetragen. Aus der Tagesauktion ging Antoni Tàpies’ monochrom graue Mondlandschaft „Matèria amb quatre tensors“ bei 220.000 Euro als Sieger hervor (Taxe 100.000 bis 150.000 EUR). Schwarze und rote Farbschlieren, ähnlich der Verletzungen einer Haut, malte Zao Wou-Ki 1952 auf grauen Grund. „Albatros“ wanderte für 160.000 Euro über das Auktionspult (Taxe 120.000 bis 180.000 EUR). In die Sechsstelligkeit rückten Cy Twomblys Schriftbild für das „Festival d’Automne de Paris 1979“ mit 115.000 Euro (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR), Jean Fautriers dick gespachtelte Naturabstraktion „Los Pinos“ von 1956 mit 110.000 Euro (Taxe 60.000 bis 80.000 EUR) oder Lucio Fontanas grünes „Concetto spaziale“ auf eingerissenem Papier von 1964/65 mit 122.000 Euro auf (Taxe 30.000 bis 40.000 EUR). Überraschend waren ferner die 75.000 Euro für Wols kleine, mit Aquarell, Gouache und Tusche bemalte Papierarbeit „Les deux Fleurs“ von etwa 1945/47 (Taxe 10.000 bis 15.000 EUR). Auch für Olivier Debrés gestische Abstraktion „Nature morte grise à la tâche rouge“ von 1957 sprangen unerwartete 135.000 Euro heraus (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR).

Mit Carlos Cruz-Diez’ grüner Wellblechanmutung „Physichromie 1043“ von 1975 für 140.000 Euro (Taxe 90.000 bis 120.000 EUR) oder Yaacov Agams vielfarbigen Schlangenlinien auf seinem Quadrat „Galim“ von 1972 für 55.000 Euro waren zudem Künstler gefragt, die sich in den 1970er Jahren mit den Bedingungen der Farbe beschäftigten (Taxe 40.000 bis 60.000 EUR). Neben soviel ungegenständlicher Kunst hatte es die Figuration schwer. Doch sie fand gleichfalls ihre Abnehmer, etwa in einer surrealen Maschinenwelt von Roberto Matta um 1960 für 150.000 Euro (Taxe 50.000 bis 70.000 EUR), in William Nelson Copleys von ornamentalen Blumenmustern überzogenem Liebesbild „31 Octobre, All Saints“ von 1978 für 100.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder der dicken, schwebenden Nana-Figur „Laure“ von Niki de Saint Phalle und Jean Tinguely aus dem Jahr 1970 für 55.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR). Die jüngere Kunst hatte in Sylvie Fleury mit ihrem überdimensionalen, tiefrot glänzenden „Mushroom“ von 2006/11 bei 42.000 Euro (Taxe 20.000 bis 30.000 EUR) oder in David Altmejd und seiner Keramikbüste „Le Bec“, einer aufgerissenen Fratze mit tiefen Verwundungen, von 2014 bei 28.000 Euro ihre erfolgreichen Vertreter (Taxe 12.000 bis 18.000 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Paris

76, rue du Faubourg Saint-Honoré

FR-75008 Paris

Telefon:+33 (01) 53 05 53 05

Telefax:+33 (01) 47 42 22 32



04.01.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Taxe: 300.000 - 400.000 EURO

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Robert Delaunay, Rythme. Joie de Vivre, 1931

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Taxe: 1.200.000 - 1.800.000 EURO

Zuschlag: 2.000.000,- EURO

Losnummer: 12




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