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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Ergebnisse: Ausgewählte Objekte bei Grisebach in Berlin

Kleinod aus dem Ostseeraum



Madonna mit Kind, Südlicher Ostseeraum, 1550/1600

Madonna mit Kind, Südlicher Ostseeraum, 1550/1600

Woher genau sie kommt, wann genau sie entstand, ist unbekannt. Aber ein Kleinod darf sie sich nennen, die gerade einmal 22 Zentimeter hohe Madonna aus verschiedenfarbigem geschnitztem Bernstein, die überraschend zu einem der Hauptlose auf Grisebachs jüngster Versteigerung ausgewählter Objekte in Berlin wurde. Für die feine, fast ein wenig transluzide Figur schlagen die Experten eine Datierung in die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts vor, einschließlich des Sockels, der aber wohl doch nicht ganz zum ursprünglichen Bestand gehört. Das Material legt den Ostseeraum als Entstehungsregion nahe, die große Handels- und Kunststadt Königsberg war damals ein Zentrum für die Herstellung solcher Figürchen. Das Berliner auktionshaus hatte die Arbeit auf 10.000 bis 15.000 Euro angesetzt, Vergleichsbeispiele auf dem Markt gibt es schließlich nicht allzu viele, doch die Interessenten waren hartnäckiger: Erst bei 64.000 Euro fand einer der spannendsten Bietwettbewerbe dieser Veranstaltung sein zumal für den privaten Einlieferer heiteres Ende.


Über den Absatz von fast drei Vierteln des rund siebzig Losnummern umfassenden Angebots unter dem Titel „Orangerie“ konnte Grisebach am 27. November sehr zufrieden sein, wenngleich manches hochgehandelte Objekt die Erwartungen nicht ganz erfüllte. Dazu gehörte auch der Favorit: Die sogenannte Walderdorff-Kommode Abraham Roentgens, geschaffen 1755 für den Trierer Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff, behauptete sich mit 160.000 Euro zwar an der Preisspitze der Auktion, blieb damit aber mindestens 40.000 Euro unterhalb der veranschlagten Schätzung und ging bisher nur unter Vorbehalt in neue Hände über. Die untere Grenze von 90.000 bis 150.000 Euro schaffte ein prachtvoller achtflammiger Kronleuchter aus der Berliner Werkstatt Werner & Mieth, die zwischen 1792 und 1819 die feine Gesellschaft mit derartigen Preziosen im neuen französischen Geschmack versorgte.

Teils heftigere Bewegungen provozierte das preisliche Mittelfeld, wie nicht nur die ostseeische Madonna, sondern etwa auch ein runder Salontisch des Empire von Jean Joseph Chapuis mit seiner Steigerung von 5.000 bis 7.000 Euro auf 18.500 Euro oder vier mit Indianischen Blumen bemalte Leuchter der ersten Wiener Porzellanmanufaktur von Claudius Innocentius du Paquier von circa 1725 für 16.500 Euro (Taxe 8.000 bis 12.000 EUR). Das Wappen der ungarischen Grafen Festetics de Tolna auf zwölf silbernen Speisetellern des Wiener Meisters Wilhelm Schwegerl um 1780 bewog die Interessenten zu einer Werterhöhung von 8.000 bis 12.000 Euro auf 17.000 Euro. Zwei holzgeschnitzte Leuchterengel aus der Werkstatt des italienischen Frührenaissancebildhauers Domenico da Tolmezzo vom ausgehenden 15. Jahrhundert schafften wiederum taxgemäße 45.000 Euro.

Für Kunstinteressierte hingen einige Gemälde und Zeichnungen des 17. und 18. Jahrhunderts bereit. Mit der unteren Taxe von 80.000 Euro erwartungsgemäß am besten schnitt Joseph Heintz’ d.J. römisches Capriccio von der Piazza di Colonna Trajana mit Santa Maria di Loreto und Bibliotheca Marciana ab, entstanden um 1625 kurz nach der Ankunft des jungen Mannes in der Ewigen Stadt. Ein Entwurf zu Giovanni Battista Tiepolos Fresko „Großmut des Scipio“ für die Villa Cordellina in Montecchio Maggiore aus dem Jahr 1743, angeblich von dem Meister selbst oder aus seiner Werkstatt und vom Vorbesitzer in den 1970er Jahren auf einem Flohmarkt in Teltow erworben, erreichte 28.000 Euro. Wenn sich der Verdacht auf die Urheberschaft erhärtet, wird man das Bild demnächst vielleicht in einer größeren Auktion auf internationalem Parkett wiedersehen (Taxe 8.000 bis 10.000 EUR). Caspar Netscher konnte mit seinem feinen Portrait einer Dame im silbernen Seidenkleid, blauem Schal und mit Hund überzeugen und nahm für das Ölgemälde aus den 1670er Jahren 8.000 Euro ein (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Bei 18.500 Euro schlug der Hammer im Rennen um eine in Tinte gezeichnete und anschließend lavierte Baumlandschaft des Niederländers Adam Pynacker aus der Zeit um 1660 aufs Pult (Taxe 3.000 bis 4.000 EUR).

Auch einige recht neue Arbeiten, mit denen Grisebach bewies, dass Gutes nicht immer nur alt sein muss und sich mit den Gegenständen verschiedenster Zeit- und Stilepochen überdies treffliche Kombinationen erzwingen lassen, setzten einiges Geld um. So Ron Arads brünierter Stahlsessel „Little Heavy“ von 1989 aus einer limitierten Auflage von insgesamt 25 Exemplaren, eingeliefert aus einer hessischen Privatsammlung und verkauft für 39.000 Euro (Taxe 25.000 bis 35.000 EUR). Darum gruppierten sich Carlo Menses expressiv geschnitztes und bunt bemaltes Kästchen um 1912/13 für 3.000 Euro (Taxe 3.000 bis 5.000 EUR) und für 5.000 Euro ein Beistelltischchen des Art Déco von Edgar Böckman aus der zweiten Hälfte der 1920er Jahre, für das der Schwede die goldenen Fliesen mit Artemis als Herrin der Tiere und Geschöpfen des Waldes verziert hat (Taxe 5.000 bis 7.000 EUR). Schon nicht mehr Gebrauchsobjekt war Otto Bolls dreifach geknickte hauchfeine schwarze Metalllinie, die sich irgendwie in den Raum einfügt und kaum wahrgenommen wird. Diese minimalistische skulpturale Arbeit spielte ebenfalls die untere Erwartung von 12.000 Euro ein.

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Grisebach

Fasanenstraße 25

DE-10719 Berlin

Telefon:+49 (030) 885 91 50

Telefax:+49 (030) 882 41 45

E-Mail: auktionen@grisebach.com



11.01.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Johannes Sander

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Auf den Hut gekommen

Kunstwerk:

Madonna mit Kind, Südlicher Ostseeraum, 1550/1600
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Kunstwerk:

Joseph Heintz
 d.J., Capriccio der Piazza di Colonna Trajana mit S. Maria di Loreto und der Bibliotheca Marciana, um 1625
Joseph Heintz d.J., Capriccio der Piazza di Colonna Trajana mit S. Maria di Loreto und der Bibliotheca Marciana, um 1625

Kunstwerk:

Giovanni Battista Tiepolo und Werkstatt, Bozzetto zum Fresko „Großmut des Scipio“ für die Villa Cordellina, 1743
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Domenico da Tolmezzo und Werkstatt, Zwei Leuchterengel, um 1490
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Schleifenleuchter mit Rubinglas, Manufaktur Werner & Mieth, Berlin um
 1800
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Kunstwerk:

Ron
 Arad, Sessel „Little Heavy“, 1989
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Kunstwerk:

Abraham Roentgen, Kommode für Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff, 1755
Abraham Roentgen, Kommode für Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff, 1755







Joseph Heintz d.J., Capriccio der Piazza di Colonna Trajana mit S. Maria di Loreto und der Bibliotheca Marciana, um 1625

Joseph Heintz d.J., Capriccio der Piazza di Colonna Trajana mit S. Maria di Loreto und der Bibliotheca Marciana, um 1625

Taxe: 80.000 - 100.000 EURO

Zuschlag: 80.000,- EURO

Losnummer: 355

Giovanni Battista Tiepolo und Werkstatt, Bozzetto zum Fresko „Großmut des Scipio“ für die Villa Cordellina, 1743

Giovanni Battista Tiepolo und Werkstatt, Bozzetto zum Fresko „Großmut des Scipio“ für die Villa Cordellina, 1743

Taxe: 8.000 - 10.000 EURO

Zuschlag: 28.000,- EURO

Losnummer: 353

Domenico da Tolmezzo und Werkstatt, Zwei Leuchterengel, um 1490

Domenico da Tolmezzo und Werkstatt, Zwei Leuchterengel, um 1490

Taxe: 45.000 - 50.000 EURO

Zuschlag: 45.000,- EURO

Losnummer: 349

Schleifenleuchter mit Rubinglas, Manufaktur Werner & Mieth, Berlin um 1800

Schleifenleuchter mit Rubinglas, Manufaktur Werner & Mieth, Berlin um 1800

Taxe: 90.000 - 150.000 EURO

Zuschlag: 90.000,- EURO

Losnummer: 323

Abraham Roentgen, Kommode für Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff, 1755

Abraham Roentgen, Kommode für Kurfürst Johann IX. Philipp von Walderdorff, 1755

Taxe: 200.000 - 300.000 EURO

Zuschlag: 160.000,- EURO

Losnummer: 318

Ron Arad, Sessel „Little Heavy“, 1989

Ron Arad, Sessel „Little Heavy“, 1989

Taxe: 25.000 - 35.000 EURO

Zuschlag: 39.000,- EURO

Losnummer: 322




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