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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Die Alten Meister gingen bei Christie’s in London routiniert über die Bühne; einige Porträts und Veduten konnten den Kunden dann aber doch unerwartete Summen entlocken

Alte Schinken, teures Geld



Anthonis van Dyck, Portrait Hendrick Liberti

Anthonis van Dyck, Portrait Hendrick Liberti

Den heutigen Schönheitsvorstellungen entspricht der teigig wirkende junge Mann mit Doppelkinn nicht. Seine blonden Locken reichen ihm beinahe bis zu den Schultern. Die eleganten schwarzen Gewänder sind mit Knöpfen aus Gold geschlossen, welches sich in einer dreifachen Kette wiederfindet, die der Mann schärpenartig über seiner rechten Schulter trägt. An Hals und Handgelenk schaut lässig ein weißes Hemd hervor. Sein Blick geht über seine linke Schulter aus dem Bild heraus. Entspannt lehnt er sich auf die Basis einer Säule, in der linken Hand hält er ein Notenblatt, welches auf seine Tätigkeit als Musiker hinweist. Anthonis van Dyck hielt sein Modell in den 1630er Jahren gekonnt und eindrucksvoll fest, auch wenn dem heutigen Betrachter die Art der Präsentation etwas fremd vorkommen mag. Hendrick Liberti ist der Portraitierte, der ab 1617 als Chorist und später auch als Organist und Komponist an der Kathedrale von Antwerpen nachweisbar ist. In der Dezember-Auktion Alter Meister bei Christie’s in London belegte das Porträt des jungen Sängers bei taxgerechten 2,5 Millionen Pfund Platz eins.


Insgesamt konnte Christie’s am 2. Dezember einen Zuschlag nach Losen von 75 Prozent und nach Wert von 84 Prozent verzeichnen und knapp 14 Millionen Pfund umsetzen. Damit rangiert das Auktionshaus deutlich hinter dem Erzrivalen Sotheby’s, der mit seinem Angebot 54 Millionen Pfund locker machte. Den siebten Rang der Bestenliste hat ebenfalls Anthonis van Dyck inne, und auch hier ist es das Porträt eines Mannes, das sie Sammler überzeugte. Für die Ölstudie eines älteren bärtigen Herrn mit weißer Halskrause war ein Käufer bereit, überraschende 410.000 Pfund zu zahlen (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP). Auch Bartholomeus van der Helst porträtierte 1645 einen wohlgenährten jungen Mann in schwarzem Anzug mit goldenen Knöpfen, der frontal vor dunklem Fond den Betrachter fixiert. Mit 200.00 Pfund wurde der Schätzpreis von mindestens 250.000 Pfund aber nicht erreicht. Noch aus dem 16. Jahrhundert stammt das Bildnis eines jungen Adeligen von Joos van Cleve. Gekleidet in roten Samt, prächtigen Gürtel und edlen Pelzhut, gab der Antwerpener Meister dem Jungen eine Löwenzahnblüte in die Hand. Die kindliche Zurückhaltung erreichte die geschätzten 400.000 Pfund.

Auch der Klassizismus hatte Portraitkunst zu bieten und zwar aus italienisch-englischer Kooperation. So malte Pompeo Girolamo Batoni 1762 in Rom das nun 285.000 Pfund teure Bildnis von George Craster in der Uniform der Horse Grenadier Guards (Taxe 100.000 bis 150.000 GBP). Craster war mit seiner Frau Olive seit 1760 auf Grand Tour in Frankreich und Italien. Ihr Portrait führte aber nicht Batoni, sondern sein Schüler Nathaniel Dance aus, der sich hier noch etwas zurückhaltend gab. Trotzdem wurden aus den veranschlagten 30.000 Pfund immerhin 130.000 Pfund. Platz Zwei der Top Ten konnte ebenfalls ein Niederländer ergattern. Für sein Seestück wählte Willem van de Velde d.J. eine Bucht an der niederländischen Küste. Der Horizont ist niedrig angesetzt, die Schiffe und ihre emporragenden Maste stehen im Mittelpunkt. In goldenes Licht taucht Velde ein einfaches Segelboot am Ufer in der betonten Mitte des Bildes. Einfach gekleidete Personen verrichten ihre Arbeit am Hafen. Mit 1,9 Millionen Pfund konnte die Küstenszene in Brauntönen die Taxe von bis zu 1,8 Millionen Pfund leicht übertreffen.

Ebenso hübsch anzuschauen ist eine Ansicht des Palazzo Vendramin-Calergi von Giovanni Antonio Canal. In den für den Italiener typischen dünnen Linien hält er die prächtige Renaissancefassade zum Canal Grande mit einigen Gondeln davor fest. Für die Stimmung der Lagunenstadt brachten die Bieter 1,1 Millionen Pfund auf (Taxe 800.000 bis 1,2 Millionen GBP). Michele Marieschis Vedute des Bacino di San Marco mit der Piazetta und dem Dogenpalast vom Wasser aus gesehen wirkt nicht ganz so lebendig, wie das Venedig von Canaletto. Trotzdem konnte er sich über 540.000 Pfund freuen (Taxe 500.000 bis 800.000 GBP). Eine dritte Venedig-Vedute befindet sich unter den Top Ten der Auktion. Die Pendants von Francesco Tironi zeigen fast aus gleichem Blickwinkel den Palazzo Ducale und die Libreria sowie die gegenüberliegende Kanalseite mit Santa Maria della Salute als Blickfang. 380.000 Pfund bedeuten den neuen Auktionsrekord für den Klassizisten aus Venedig.

Diesen gab es auch für eine Allegorie des Winters von Hendrick Bloemaert aus dem Jahr 1631. Dafür hat der Utrechter Maler ein älteres Paar an einen Tisch gesetzt, das sich die Hände an einer Kohlenschale wärmt. Mit unerwarteten 720.000 Pfund konnte der Niederländer seinen neues Spitzenergebnis feiern (Taxe 300.000 bis 500.000 GBP). Den Charakter eines Sinnbilds hat zudem Adriaen van Ostades älterer Herr, der als Apotheker in seinem Labor für seinen Berufstand steht. Das Bild von 1671 kam auf 140.000 Pfund (Taxe 80.000 bis 120.000 GBP). Heiß her geht es bei Pieter Breughels d.J. Prügelei auf dem Land von 1610. Männer und Frauen schlagen sich die Köpfe ein, Dreschflegel werden geschwungen, Krüge dem Widersacher über den Kopf gezogen, und auch Mistgabeln kommen schon zum Einsatz. Grund für das wilde Handgemenge ist das Kartenspiel, das verstreut am Boden liegt. 700.000 Pfund kamen dafür zusammen (Taxe 700.000 bis 1 Million GBP).

Auch die religiöse Kunst blieb nicht unbeachtet. Hier ist etwa Jan Provosts Madonna zu nennen, die groß in einer Landschaft thront, das nackte Jesuskind auf dem Schoß trägt und von zwei Engeln gerahmt wird. Das harmonische Ölgemälde ging bei Christie’s für 370.000 Pfund über das Auktionspult (Taxe 250.000 bis 350.000 GBP). Das gleiche Motiv setzte ein unbekannter Meister der Antwerpener Schule in einer Weltenlandschaft um, ließ noch einen heiligen Josef auftreten und machte daraus eine „Ruhe auf der Flucht nach Ägypten“. Die Heilige Familie findet sich auf einem Hügel, der den weiten Ausblick auf eine saftig grüne und besiedelte Landschaft ermöglicht. 350.000 Pfund und damit etwas weniger als erwartet erreichte das großformatige Ölgemälde von etwa 1530.

Auch die beiden einzigen deutschen Positionen stammten aus dem religiösen Bereich und konnten sich teils gut behaupten. Der Landshuter Hofkünstler Sigmund Gleismüller, der bisher unter seinem Notnamen „Meister von Attel“ bekannt war, gab seine beiden spätgotischen österlichen Altartafeln mit der „Himmelfahrt Jesu“ und der „Herabkunft des Heiligen Geistes“ für 180.000 Pfund ab (Taxe 200.000 bis 300.000 GBP), Lucas Cranach d.J. seine figurenreiche Anordnung mit „Christus und der Ehebrecherin“ für 230.000 Pfund (Taxe 150.000 bis 200.000 GBP). Bei dem „Meister des Kerzenlichts“ ist die Zuordnung der Werke nicht so einfach. Seit 1960 werden diese Nachtstücke, die durch den Schein einer Kerze dramatisch beleuchtet werden, dem 1572 in Arles und später in Rom tätigen Maler Trophime Bigot zugewiesen. In jüngerer Zeit wird aber auch Jacomo Massa ins Spiel gebracht. Abgesehen von dieser Zuschreibungsfrage ist die „Reuige Magdalena“ ein eindrucksvolles Zeugnis aus der Nachfolge Caravaggios und ihre 220.000 Pfund wert (Taxe 120.00 bis 160.000 GBP).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Christie’s

8 King Street, St. James’s

GB-SW1Y 6QT London

Telefon:+44 (020) 78 39 90 60

Telefax:+44 (020) 78 39 83 26

E-Mail: info@christies.com



08.02.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Jan Provost, Die Jungfrau mit dem Kind und Engeln in einer Landschaft

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Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 370.000,- GBP

Losnummer: 9

Pompeo Girolamo Batoni, Portrait George Craster in der Uniform der Horse Grenadier Guards, 1762

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Taxe: 100.000 - 150.000 GBP

Zuschlag: 285.000,- GBP

Losnummer: 32

Francesco Tironi, Venedig. Dogenpalast und Libreria – Santa Maria della Salute mit Punto della Dogana

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Taxe: 150.000 - 250.000 GBP

Zuschlag: 380.000,- GBP

Losnummer: 35

Pieter Breughel d.J., Eine Prügelei auf dem Lande, 1610

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Taxe: 700.000 - 1.000.000 GBP

Zuschlag: 700.000,- GBP

Losnummer: 10

Bartholomeus van der Helst, Portrait eines vornehmen Mannes in schwarzer Kleidung und weißem Kragen, 1645

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Taxe: 250.000 - 350.000 GBP

Zuschlag: 200.000,- GBP

Losnummer: 21

Sigmund Gleismüller – „Meister von Attel“, Die Himmelfahrt Jesu – Pfingsten, um 1490

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Taxe: 200.000 - 300.000 GBP

Zuschlag: 180.000,- GBP

Losnummer: 3

Joos van Cleve, Portrait eines jungen Adeligen, um 1525

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Taxe: 400.000 - 600.000 GBP

Zuschlag: 400.000,- GBP

Losnummer: 6

Michele Marieschi, Venedig. Bacino di San Marco mit Piazzetta und Dogenpalast, 1736/41

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Taxe: 500.000 - 800.000 GBP

Zuschlag: 540.000,- GBP

Losnummer: 34

Hendrick Bloemaert, Allegorie des Winters, 1631

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Taxe: 300.000 - 500.000 GBP

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Giovanni Antonio Canal, Palazzo Vendramin-Calergi am Canal Grande in Venedig, nach 1755

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Taxe: 800.000 - 1.200.000 GBP

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Anthonis van Dyck, Kopfstudie eines Mannes mit Halskrause, vor 1634

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Taxe: 200.000 - 300.000 GBP

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Adriaen van Ostade, Ein Apotheker in seinem Labor, 1671

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Taxe: 80.000 - 120.000 GBP

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Nathaniel Dance, Portrait Olive Craster im blauen Kleid mit Schleifen, Spitzenschal und Eichhörnchen, 1762

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Taxe: 30.000 - 50.000 GBP

Zuschlag: 130.000,- GBP

Losnummer: 33




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