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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Nachbericht

16 Prozent mehr Besucher im 16. Jahr: Die Art Rotterdam wird immer beliebter bei Besuchern und jüngeren Galeristen. Neue Sammler kommend zunehmend aus Frankreich und ganz Benelux

Voll durchgestartet



am Stand der Rotwand Gallery aus Zürich

am Stand der Rotwand Gallery aus Zürich

Die Marke von 25.000 Besuchern ist jetzt auch geknackt. Am Sonntag ging die 16. Ausgabe der Art Rotterdam zu Ende. Messedirektor Fons Hof zeigt sich überaus erfreut über die Steigerung der Besucherzahlen um 16 Prozent gegenüber dem Vorjahr. „Dies war die beste Ausgabe der Art Rotterdam überhaupt, die von einer enormen Energie charakterisiert war“, resümmiert er. So drängten sich nicht nur zur Vernissage am Mittwoch sondern während der gesamten Messedauer unablässig Besucherströme durch die Kojengänge in der historischen Van Nellefabriek etwas außerhalb der Stadt. Im letzten Jahr war die als UNESCO-Weltkulturerbe klassifizierte ehemalige Tabakwarenfabrik als neue Messelocation überaus erfolgreich eingeführt worden. Schon damals konnten die Besucherzahlen um 35 Prozent gegenüber 2013 gesteigert werden.


Liebevoll restaurierte Oldtimerbusse fungierten auch in diesem Jahr als unkonventioneller Shuttle-Service zwischen der Messe und den Kunstinstitutionen in der Rotterdamer Innenstadt. 132 internationale Galerien und Künstlerinitiativen nahmen an der diesjährigen Art Rotterdam teil, die sich nach wie vor als Newcomer-Messe versteht. Viele Werke im unteren und mittleren Preisbereich machen die Art Rotterdam gerade für Einsteigersammler attraktiv. „Es gelingt uns, immer mehr Sammler nach Rotterdam zu locken“, sagt Fons Hof. „In diesen Jahr waren besonders viele Franzosen da.“

Auch deutsche Galerien aus dem Rheinland, Berlin und Hamburg hatten den Weg nach Rotterdam gesucht. So präsentierte die Düsseldorferin Petra Rinck gleich im Eingangsbereich des Messeparcours Betonobjekte von Jugoslav Mitevski. Die schweren, mittelgroßen Wandobjekte mit verschiedenen Oberflächenstrukturen und eingearbeiteten Pigmenten markieren einen offensichtlichen Trend zu geometrisch-abstrakter, objekthafter Malerei ohne Pinsel und Leinwand, der gleich an mehreren Ständen der Art Rotterdam auszumachen war. Weiterhin als Eyecatcher am Stand waren möbelartige Holzskulpturen von Ralf Brög. Petra Rinck war zufrieden mit dem großen Interesse während der gesamten Messetage: „Der Besucherstrom reißt hier nicht ab“, sagt sie. „Man muss immer präsent sein.“ Ihre erste Teilnahme auf der Art Rotterdam bewertet sie positiv: „Ich kann mir gut vorstellen, die Messe wieder zu machen. Ich finde, da steckt gutes Potential drin.“

Auch ihr Berliner Kollege Michael Zink notierte fleißig neue Adressen in sein Besucherbuch. Er hatte drei Zeichner mit nach Rotterdam gebracht, die in den Benelux-Staaten überaus gefragt sind: Marcel van Eeden, Rinus van de Velde und Jana Gunstheimer. Gerade die narrativen Serien und Einzelblätter von Marcel van Eeden waren stark nachgefragt. Neben Einzelblättern ab 2.800 Euro konnte Zink auch eine 12teilige Serie für 33.000 Euro verkaufen. Die 1974 in Zwickau geborene Jana Gunstheimer wiederum dürfte den Niederländern spätestens ab dieser Woche ein Begriff sein. Dann eröffnet nämlich das Gemeentemuseum in Den Haag mit „Mental Duels“ die erste Einzelausstellung der Deutschen in den Niederlanden. Mit konzeptuellem Gestus und leicht bilderstürmerischer Attitüde verschränkt Gunstheimer auf ihren häufig großformatigen Grafitzeichnungen Dokumentarisches und Erfundenes, oft angereichert mit subtilen kunsthistorischen Bezügen.

Zum zweiten Mal mit dabei war die Hamburger Galerie Conradi. In der Sektion New Art Section präsentierten sie eine Soloshow mit Video- und Fotoarbeiten der in Hamburg und Detroit lebenden Künstlerin Cordula Ditz, Jahrgang 1972. Gerade die Fotoserie „Ohnmacht #1-60“, die aus Hollywood-Filmen isolierte, theatralisch zu Boden fallende oder auf Männerarmen schwebende Protagonistinnen vor dunklem Fond zeigt, erregte große Ausmerksamkeit. Die einzelne Fotografie war dabei mit 750 Euro sehr günstig zu haben. Elena Winkel von der Galerie Conradi ist ein großer Fan der Art Rotterdam: „Wir möchten unbedingt nächstes Jahr wiederkommen. Wir haben sehr gute Kontakte gemacht und konnten uns hier gut im Raum Benelux vernetzen.“

Auch im etwas höheren Preissegment gelangen einige gute Verkäufe. So wurde am Eröffnungsabend eine Arbeit von Keith Tyson für 42.000 Euro bei der David Risley Gallery aus Kopenhagen an eine Privatsammlung verkauft. Und die Amsterdamer Galerie Fons Welters konnte drei Skulpturen von Folkert de Jong à 20.000 Euro ebenfalls an eine Privatsammlung abgeben. Bei den Zürcher Galeristinnen Sabina Kohler und Bettina Meier-Bickel von Rotwand ging es dann wieder günstiger zu. Sie setzten auf zwei unterschiedliche Positionen. Im hinteren Bereich der Koje hingen atelierfrische Gemälde von Tatjana Gerhard für 3.300 bis 12.000 Euro. Einige der psychologisch aufgeladenen Porträts befinden sich bereits in der Sammlung des S.M.A.K. in Gent. Außerdem am Stand: Installationen und eine Fotografie von Luc Mattenberger, die in ausgefeilter Ästhetik mit Bedrohungsszenarien und Machtstrukturen spielen. Hier standen Preise von 1.200 bis 7.000 Euro auf den Schildern.

Ein Hingucker und sicherer Kandidat für die Auszeichnung „Bester Stand“, die in Rotterdam leider nicht verliehen wird, war der Gemeinschaftsstand der Galerien Barbara Seiler aus Zürich und Jeanine Hofland aus Amsterdam. Sie hatten einen offenen Barraum mit großem Tresen, Fake-Drinks, Barhockern und drei imposanten Wänden mit Kunstwerken in Petersburger Hängung installiert. Die Galeristinnen hielten nach dem Motto „We were sitting in a bar at 1 a.m...“ Hof an der Theke und händigten Interessierten eine Liste mit den rund 50 Titeln der Arbeiten aus. Neben Zeichnungen etwa des Belgiers Ante Timmermans und kleinformatiger Malerei des Niederländers Jasper Hagenaar war auch die ebenso minimalistische wie subtil politische Neon-Installation „Equal not Equal“ von 2015 des in Berlin lebenden Amerikaners Warren Neidich im Angebot. Sie zeigte abwechselnd ein rotes Gleichheitszeichen und das mathematische Symbol für „ungleich“.

Zu den etablierteren Galerien auf der Art Rotterdam gehörten die beiden Londoner Vilma Gold und The Approach. Am Stand von Vilma Gold waren frei vor der Wand in Metallrahmen schwebende Collagen aus Zelluloid-Filmstreifen von Jennifer West aus Los Angeles zu sehen. Die Kalifornierin manipuliert ihren Rohstoff mit so ungewöhnlichen Zutaten wie Bleichmittel, Tee, Jack Daniel’s Whiskey oder Eyeliner und produziert so filmische Bilder voller psychedelischer Verfremdungen und halluzinogener Effekte. The Approach zeigte Foto-Collagen von John Stezaker für jeweils 10.500 Euro. Kein Zufall: Der 1949 geborene Brite wird gerade mit einer Solo-Show im Nederlands Fotomuseum in Rotterdam geehrt.

Eine feste Größe auf der Art Rotterdam stellt die Sektion „Projections“ dar, die in einer großen Halle Videoarbeiten zeigt. Mit zwolf Positionen, darunter die israelische Künstlerin Yael Bartana und der Niederländer Hans Op de Beeck, bot diese Halle auch in diesem Jahr eine willkommene Alternative zum Abschreiten der Messekojen. Bereits zum dritten Mal wurde die vom Mondriaan Fonds gesponserte Sektion „Prospects & Concepts“ in einem weiteren Messebereich präsentiert. 13 junge Künstler wurden von der Gastkuratorin Mirjam Westen vom Kunst Museum Arnhem ausgewählt und erhielten finanzielle Unterstützung für die Realisierung ihrer Arbeiten. Herausragend hier zwei Videoarbeiten von Inge Meijer. Die aus Haarlem stammende Künstlerin, Jahrgang 1986, entlarvt in ihrer Arbeit „Grand Tour“ (work in progress) die falschen Versprechungen künstlicher Urlauberparadiese auf der ganzen Welt. Premiere feierte schließlich in diesem Jahr die Sektion „Intersections“ in einer gegenüberliegenden Halle. Hier präsentierten sich 16 nicht-kommerzielle Künstlerinitiativen und Off-Spaces aus den Niederlanden und der belgischen Region Flandern mit Arbeiten aus den Medien Video, Installation und Performance.

Fazit: Die keineswegs nur regional ausgerichtete Art Rotterdam ist eine ebenso übersichtliche wie dynamische Messe mit großem Zuschauerzuspruch und vielen attraktiven Formaten, die stets weiterentwickelt und ausgebaut werden. Für aufstrebende Galerien, junge Künstler und entdeckungsfreudige Sammler mit kleinerem bis mittlerem Budget stellt die Art Rotterdam einen wichtigen Termin zu Beginn eines jeden Messejahres dar.

Die nächste Art Rotterdam findet Anfang Februar 2016 statt.

www.artrotterdam.com



15.02.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Nicole Büsing & Heiko Klaas

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Die Art Rotterdam 2015

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