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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Während die Preise für romantische Zeichnungen regelrecht explodierten, gab es in der Moderne-Auktion bei Bassenge keine großen Überraschungen. Ein solides Ergebnis spielte die feine Auswahl an Grafiken, Zeichnungen und Skulpturen dennoch ein

Reif für die Insel



Das waren acht Telefonbieter, alle aus der Heimat des tschechischen Künstlers Mikuláš Medek, die den Wert seines großformatigen Öl- und Lackbilds „Insel, 21.870 cm²“ auf stattliche 90.000 Euro hinaufsteigerten. Das Berliner Auktionshaus Bassenge hatte es zuvor auf 60.000 Euro geschätzt. Die vielschichtige Komposition in Hell- und Dunkelblau stammt aus dem Spätwerk des Prager Avantgardisten und war eine marktfrische Wiederentdeckung: 1968 erwarb der Politologe Iring Fetscher das abstrakte Werk im Atelier des Künstlers, in dessen Sammlung es bis zu seinem Tod 2014 verblieb und das folglich noch nie ausgestellt war. Damit war der Höchstpreis des Tages bei Bassenge auch schon erreicht, obwohl die Kunst des 20. Jahrhunderts insgesamt sehr gute Verkaufszahlen verzeichnete. 75 Prozent der Lose fanden einen neuen Besitzer und erzielten zusammen rund 1,7 Millionen Euro. Ebenfalls zu diesem Erfolg beigetragen hat ein Exemplar der wohl teuersten Kerze der Welt. Gerhard Richters mit schwarzer Ölfarbe übermalte und signierte Farboffsetlithografie „Kerze II“ konnte für 68.000 Euro an einen Sammler aus Monaco veräußert werden; ein schönes Sümmchen, wenn auch der Schätzwert zuvor bei 80.000 Euro lag.


Ein weiteres gutes Ergebnis für eine Druckgrafik wurde mit 47.000 Euro für Pablo Picassos Zinklithografie „Tête de jeune fille“ von 1947 erzielt: Das en face-Porträt seiner Muse und Geliebten Françoise Gilot füllt mit ihren schönen, klaren Zügen und dem vollen Haar das Blatt aus und ist eine gelungene Variation in Picassos Bilderzyklus der jungen Frau. Das Werk wandert nun über den großen Teich in die USA (Taxe 50.000 EUR). Von dort sowie aus China stammten besonders aktive Bieter, die um die Exponate wetteiferten. Die Berliner Experten zeigten sich nach der Auktion überrascht von den „erstaunlich guten“ Geboten für die Klassischen Moderne und deuteten diese Entwicklung als erfreuliches Signal, wurde das Segment doch in den vergangenen Auktionen von der zeitgenössischen Kunst zunehmend an den Rand gedrängt.

Fast lückenlos verkaufte sich so zum Beispiel die umfangreiche Grafikstrecke von Käthe Kollwitz. An der Spitze stand mit einem Zuschlag von 10.500 Euro die Strichätzung „Carmagnole“, die bereits zu Lebzeiten der Künstlerin ein Objekt der Begierde bei Sammlern war. Der Titel bezieht sich auf ein Sturmlied der Französischen Revolution, das bei der Einnahme der Stadt Carmagnole in Piemont entstand, und wird auf dem Blatt von einer tobenden Menschenmenge gesungen (Taxe 5.000 EUR). Ebenso erhebt die angedeutete Schar junger Männer auf Kollwitz’ Lithographie „Demonstration“ von 1931 Arm und Wort für eine bessere Welt; der nur selten auf Auktionen auftauchende Druck aus kleiner Auflage brachte Bassenge 8.000 Euro ein und vervierfachte so seine Erwartung.

Auch bei James Ensor lief fast alles rund. Seine drei teils handkolorierten Radierungen des „Maison boulevard Anspach à Bruxelles“ von 1888 gingen für 7.500 Euro ins europäische Ausland (Taxe 9.000 EUR), genauso wie sein wolkenbehangener „Vue de Nieuport“ und „Supplice de St. Barthélemy“, eine Szene aus dem Martyrium des heiligen Bartholomäus, die beide mit einem Schlussgebot von je 5.000 Euro ihren Taxen entsprachen. Ein neues Preisniveau erreichten die Lithografien des Sozialrealisten Georg Scholz. Die Sammlung seltener Grafiken führte zu einem lebhaften Bieterwettstreit, der darin gipfelte, dass fünf der bis zu 1.500 Euro taxierten Blätter vom Berliner Handel zu einem Spitzenpreis von 6.500 Euro für das Hauptblatt „Industriebauern“ übernommen wurden. Zudem verleibte sich ein Londoner Interessent „Die Herren der Welt“ ein, auf dem die Unternehmer Hugo Stinnes und Emil Rathenau als Geldschränke auf einer Eisenbrückenkonstruktion dargestellt sind; dafür spielte Bassenge den Rekordpreis von 15.000 Euro ein (Taxe 1.500 EUR).

Im Mittelpunkt eines köstlichen Stilllebens steht das Lieblingsmotiv von Fernando Botero. Die zarte Bleistiftzeichnung fand für 18.000 Euro ein neues Heim und präsentiert eine große Menge Orangen, die Botero gleichzeitig für die Frucht mit der einfachsten Form und der am schwersten zu malenden Oberfläche hielt. Während ein kleiner Vogel am Bildrand noch die Frühphase des Blattes erkennen lässt, sind die Orangen bereits mit Boteros typisch voluminösen Formen und verschobenen Proportionen gestaltet (Taxe 20.000 EUR). Ein Stillleben gab es auch von Karl Hagemeister zu bewundern, in diesem Fall ein üppiges Blumenbouquet aus dem Wohnzimmer des Künstlers in Purpur, Ultramarin und Weiß, das eine Wertsteigerung auf 11.000 Euro erfuhr (Taxe 9.000 EUR).

Vom punktuell-pastosen Farbauftrag Hagemeisters geht es zum expressiv-naiven Konturstrich Christian Rohlfs’ und seinen „Roten und gelben Blüten“ von 1930, die für 14.000 Euro einen Liebhaber fanden (Taxe 16.000 EUR). Noch konsequenter in der Abstrahierung ist Paul Klees Zeichnung „Blumen in zwei Gläsern“ von 1926, die dennoch eine Vielfalt an Formen aufweist und immerhin 23.000 Euro einspielte (Taxe 25.000 EUR). Noch dem Expressionismus verschrieben ist auch der farbige Holzschnitt von Conrad Felixmüller, der für 25.000 Euro veräußert werden konnte, sogar ein wenig mehr als vorher angesetzt – kein Wunder, ist der „Einsame Mann“ vor einer angedeuteten Waldlandschaft mit singulärem Baum doch eines der Hauptblätter im grafischen Œuvre des Künstlers. Lyonel Feininger konnte für seine frühe, noch im Karikaturstil gehaltene Radierung „Die aufgehende Sonne“ über einer Stadt von 1910/11 einträgliche 7.500 Euro verbuchen (Taxe 5.000 EUR).

Auch Vertreter der Künstlergruppe Brücke waren wieder mit von der Partie. Vier der fünf Zeichnungen von Gründungsmitglied Ernst Ludwig Kirchner fanden bei Bassenge ein neues Zuhause. Zwei von seinen spontanen Viertelstunden-Akten in Bewegung aus reduzierten, kraftvollen Strichen und einer leichten Landschaftsskizze auf der Rückseite erzielten 18.000 Euro (Taxe 20.000 EUR), eine Künstlerpostkarte mit einem Zirkusclown auf grünem Grund, adressiert an Kirchners Zahnärztin, brachte 11.000 Euro ein (Taxe 8.000 EUR) und ein energisch gezeichneter sitzender Frauenakt, der Kirchners Lebensgefährtin Erna Schilling darstellt, samt der rückseitigen Skizze von Heuerinnen ging für 15.000 Euro über die Ladentheke (Taxe 18.000 EUR). Otto Mueller war mit einem charakteristischen Mädchenkopf vertreten, der das Portrait von Irene Altmann im Halbprofil zeigt und einer von wenigen Abzügen vor der eigentlichen Auflage ist; Das Blatt von 1921/22 entsprach mit einem Verkaufspreis von 12.000 Euro den Erwartungen. In einem Farbenrausch befand sich Emil Nolde 1915, als er im Zuge von Experimenten eine acht Jahre zuvor entstandene Lithografie der Kirche in Sonderburg in Gelb und Violett überdruckte und so das Blatt schuf, das nun für 14.000 Euro verkauft wurde (Taxe 18.000 EUR). Für denselben Preis fiel auch der Hammer bei der zwölfteiligen Holzschnittserie „Das Vater Unser“ von Hermann Max Pechstein, die zuvor auf 12.000 Euro angesetzt war.

Einige der Bieter interessierten sich besonders für Auktionslose, die das Kind im Menschen ansprachen. So wurde ein Bilderbuchblatt in kräftigen Farben von Heinrich Zille für 30.000 Euro weitergegeben. Die aquarellierte Zeichnung „Drücken musste!“ ist bekannt vom Umschlag von Zilles zweitem Bildband „Mein Milljöh“, der erstmals 1914 veröffentlicht wurde (Taxe 20.000 EUR). Für ein etwas kleineres Taschengeld von 16.000 Euro konnte die entzückende Kleinbronze eines knienden Elefanten von Renée Sintenis ersteigert werden (Taxe 15.000 EUR). Und über eine Luxusausgabe des 32teiligen Bauhaus-Schachspiels vom Bildhauer und Weimarer Werkmeister Josef Hartwig freut sich nach einem Einsatz von 17.000 Euro nun ein deutsches Museum. Der Wert des Holzfigurenspiels hat sich damit fast verdreifacht.

Im niedrig taxierten Segment gab es dann einige erfreuliche Wertsteigerungen. Jan Dibbets’ collagierte Farbfotografie „Sea“ etwa erreichte 9.000 Euro. Die atmosphärische konzeptuelle Arbeit aus schmalen, schräg fotografierten Horizontstreifen war zuvor auf gerade mal 1.200 Euro geschätzt worden. Dass die landschaftlichen Motive begehrt waren bewiesen auch Franz Gertschs blauer Holzschnitt „Wasser“ mit 7.500 Euro (Taxe 2.500 EUR) und das Ölbild „Hügelige Landschaft mit Häusern“ des Hagenbundkünstlers Robert Kohl für 8.000 Euro (Taxe 3.000 EUR). Gegenständlicher präsentierte sich das reizvolle Ölgemälde „Andante maëstoso“ des deutschen Landschaftsmalers Edmund Steppes von 1928, das mit seinen rhythmisch gruppierten Lärchen im Herbst vor einem steilen Berghang vor blassblauem Himmel einen Käufer zu der Ausgabe von 2.500 Euro animierte (Taxe 1.200 EUR). 2.700 Euro brachte ein träumerischer Blick über den „Tiroler Achensee“ von Paul Kuhfuss ein, der durch seinen harmonischen Farbverlauf von Grün und Blau und einen pastosen Pinselstrich hervorstach (Taxe 1.500 EUR).

Zehn kunterbunte Farbsiebdrucke von Peter Phillips führen die niedrig angesetzte Graphik-Abteilung an. Die plakativen „Kompositionen“ des britischen Pop Art-Künstlers fanden letztlich für 3.200 Euro einen neuen Besitzer (Taxe 1.200 EUR). Peter Doigs verschwommene südliche Traumsequenz „Imaginary Boys“ in einem roten Boot wurde mit seinen 1.300 Euro den Erwartungen gerecht (Taxe 1.200 EUR), während Carl-Heinz Kliemanns Farbholzschnitt der Berliner „Gedächtniskirche“ von 1954 in sattem Violett, Grün und Schwarz eine fast siebenfache Wertsteigerung von 300 Euro auf 2.000 Euro für sich verzeichnen konnte. Die kleine sitzende Bronzefigur „Harlekin“ von Marianne Lüdicke war mit einer Verdreifachung der Schätzung auf 2.400 Euro erfolgreich (Taxe 700 EUR), und die entzückende Zeichnung „Der Lebensbaum“ des französischen Karikaturisten und e.o.plauen-Preisträgers Jean-Jacques Sempé spielte immerhin noch 1.800 Euro ein (Taxe 1.200 EUR).

Alle Preise verstehen sich als Zuschläge ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Galerie Bassenge

Erdener Straße 5a

DE-14193 Berlin

Telefon:+49 (030) 893 80 290

Telefax:+49 (030) 891 80 25

E-Mail: info@bassenge.com



01.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Viviane Bogumil

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