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Marktberichte

Aktuellzum Archiv:Messe-Vorbericht

Die zwölfte Ausgabe der Art Karlsruhe hat das deutsche Kunstmessejahr eingeläutet

Schwungvoll ins satte Dutzend



Die Art Karlsruhe hat sich als der kraftvolle Saisonauftakt im deutschen Kunstmessebetrieb etabliert. Die günstige Lage im kunstsinnigen Baden-Württemberg sowie zugleich in der Drehscheibe der deutsch-französisch-schweizerischen Mehrländerregion ließen die Besucherzahlen auf rund 50.000 anschwellen, die heuer auch wieder erwartet werden. Die Grenzlage hat auch das internationale Spektrum der Aussteller erweitert. Von den 32 Neuzugängen kommt die Hälfte aus dem Ausland. Insgesamt sind diesmal 212 Aussteller aus elf Ländern vertreten, wobei Frankreich und Italien unter den nichtdeutschen führen. Ergänzt werden die Kojen von 19 gleichfalls von den Galeristen bespielten Skulpturenplätzen, einem Markenzeichen der Messe. Dieses Jahr sind sie zu weit gespannten „Sehflächen“ aufgelockert. So bietet sich dem Besucher abermals ein breites Crossover von Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.


Ein Schwerpunkt bleiben unbeirrt die Positionen der klassischen Moderne, die hauptsächlich in der Halle 3 versammelt sind und preislich bis an den Millionenbereich heranreichen. Aber es gibt auch preiswerte Auflagenkunst für die eher jüngere Klientel. Etwa im Editionsbereich kann man schon für wenige Hundert Euro Erwerbungen tätigen. Empfangen wird der Besucher heuer besonders königlich. Nicht nur auf dem großen Bildschirm im Foyer wird Marina Sailers Bild „Haus des Königs“ vor Augen geführt, gleich in er nachfolgenden Halle ist das großformatige, in Mischtechnik ausgeführte Original eines pompösen Treppenaufgangs auch bei den Steinberger Galerien für 11.500 Euro zu erwerben. Die russischstämmige Schülerin der Düsseldorfer Akademie sorgte zuletzt durch zahlreiche Einzelausstellungen auch in ihrer Heimat Moskau für Furore.

Wer es mehr etablierter mag, dem werden unweit Lithografien von A.R. Penck ins Auge stechen, die zwischen 3.800 Euro und 24.000 Euro auf dem Stand der East 2 Gallery aus London versammelt sind. Wiederum weniger bekannt dürfte vielen der Künstler Saxa sein, von dem die Bonner Galerie Sassen eine Reihe von Portraits am Stand hängen hat. In einer Verbindung von Zeichenkunst und Literatur erstellt sie der Künstler durch mit Tusche auf Leinwand geschriebene Texte. Das für 7.500 Euro angebotene Porträt des Altbundespräsidenten Richard von Weizsäcker verarbeitet neben seiner Physiognomie zugleich Passagen seiner berühmten Rede zum 23. Mai. Der Berliner Aussteller Martin Mertens konzentriert sich in seiner Auswahl auf originelle Positionen jüngerer Kunstschaffender, darunter den Karlsruher Akademieschüler Kai Mailänder. Seine Collagen aus verschiedenen Materialien visualisieren die Bedrohung der Natur durch Eingriffe des Menschen. Die teils abstrakten und mit Textfragmenten angereicherten Arbeiten aus Papier, Skizzen und Fotos bewegen sich zwischen 700 und 5.000 Euro.

Nach dem eher jüngeren Positionen gewidmeten Auftakt steht die nachfolgende Halle 3 unter den Vorzeichen erlesener Klassiker. Natürlich darf dabei auch Oskar Schlemmer nicht fehlen, der im nahen Stuttgart nach langen Jahren erstmals wieder mit einer großen Schau gewürdigt wird. So hat die dort ansässige Galerie Valentien den Bauhauskünstler im Angebot, und zwar Zeichnungen, die als Vorstudien zu seinen Gemälden dienten. „Anatomische Skizzen“, so der Titel eines Blattes mit typisch roboterhaften Figuren aus der Zeit um 1938/40, ist für 12.000 Euro zu haben, während für eine Stuttgarter Landschaft aus dem Jahr 1912 schon stolze 22.000 Euro bezahlt werden müssen. Die Galerie Koch aus Hannover setzt dann auf Kurt Schwitters und hat eine 1929 entstandene Papiercollage mitgebracht, die seinem Freund Rudolf Jahns gewidmet ist, der gleichfalls zur Künstlergruppe „Die Abstrakten Hannover“ gehörte. Die Erben Jahns’ gaben das kleinformatige Blatt nun für 230.000 Euro in den Verkauf. Dagegen ist das von Jahns 1928 bunt abstrahierte Aquarell „Le Carneval“ für 32.000 Euro zu haben.

Unweit sind italienische Galeristen platziert, so Stefano Forni aus Bologna, der mit berühmten Italienern der klassischen Moderne aufwartet. Neben der „Veduta della Montagnola di Bologna“ von Giorgio Morandi aus dem Jahr 1932, einer kleinformatigen Radierung für 22.000 Euro, fallen vor allem handkolorierte Lithografien des Surrealisten Giorgio de Chirico ins Auge, allen voran „La Musica“ aus dem Jahr 1973 für 3.000 Euro. Zurückgeholt ins politische Geschehen der Jetztzeit wird der Besucher im Kunst-Raum Schulte-Goltz + Noelte, wo sich die deutsche Kanzlerin mit dem russischen Präsidenten trifft. Der Maler Holger Kurt Jäger hat die brisante Zusammenkunft arrangiert. Während sein Bild von Wladimir Putin zum Preis von 3.200 Euro einen Kunstfreund sucht, gibt sich Angela Merkel bei 3.000 Euro etwas gelassener.

Etwas weiter richtet die Galerie Rothamel dem für seine Emailmalereien auf Stahl bekannten Berliner Moritz Götze eine umfangreiche Schau aus. Wer Tischbeins Gemälde von Goethe in Italien etwas haltbarer und preiswerter erwerben möchte, kann hier in einer großformatigen Übersetzung für 16.000 Euro zuschlagen. Dagegen kosten seine „Frauenmodelle“ pro Stück nur 3.000 Euro. In den derzeit laufenden Ausstellungsreigen geleitet die Berliner Galerie Brennecke Fine Art mit Ölgemälden des gerade in der Duisburger Küppersmühle präsentierten Malers Ralph Fleck, darunter eines seiner neuen Bücherbilder. „Stillleben 5 IV“, so der Titel der farbkräftigen und dick aufgetragenen Ansicht überquellender Bücherregale, kostet 24.000 Euro.

Die Wiesbadener Galerie Rother Winter setzt wiederum einen Akzent auf zeitgenössische Glasmalerei und zeigt neue Arbeiten des Biebricher Glasmalers Nabo Gaß. Das kleinformatigere Glasbild „Wolke 8“ in den Maßen von 46 Zentimeter im Quadrat ist mit 1.600 Euro veranschlagt. Aufgelockert wird das Galerieprogramm durch kinetische Plastiken von Evelyn Hellenschmidt, deren Stahlskizzen und Stahlseilblasen aus Eisen, Messing, Kupfer und Silber bei 4.900 Euro liegen. Immer wieder begegnet man Arbeiten von Günther Uecker, dessen Werk gerade in der Kunstsammlung NRW breit ausgestellt wird. So hat auch die Galerie Maulberger einige Arbeiten aus München mitgebracht, etwa einen 1999 gehämmerten „Nagelbaum“ für 158.000 Euro oder ein weißes „Nagelfeld“ für 298.000 Euro. Die Kölner Galerie Heinz Holtmann bleibt auswärts lokalen Bezügen nicht abgeneigt und präsentiert den Niederrheiner Joseph Beuys, dessen Multiple „Musik als Grün“ einer quietschegrün bemalten Geige mit 48.000 Euro ausgezeichnet ist.

Bei der Schweizer Galerie Henze & Ketterer wird dem Besucher der „Weg in Ascona“ gewiesen. Das Ölgemälde des Brücke-Künstlers Karl Schmidt-Rottluff aus dem Jahr 1950 ist genau auf eine halbe Million Euro taxiert. Wieder hochwertige Klassik hat die Galerie Schwarzer aus Düsseldorf in ihrer weiten Koje versammelt. Für Bewegung sorgt die kinetische Raumzeichnung „Four lines oblique VI“ von George Rickey. Die Stahlplastik aus dem Jahr 1985 kostet 68.000 Euro, während der Berliner Impressionist Lesser Ury auf einem Ölgemälde von 1915/20 die Kutschen für 390.000 Euro visuell eindrucksvoll über den regennassen Boulevard rauschen lässt. Gegenüber lockt Thole Rotermund aus Hamburg mit Aquarellen von Emil Nolde, darunter „Drei roten Blüten“ aus dem Jahr 1950 für 165.000 Euro.

Hermann Max Pechsteins „Stürmische See“, ein Aquarell mit Tusche auf Papier, geleitet die anspruchsvollen Kunstsammler in die museale Präsentation des Düsseldorfer Kunsthändlers Rainer Ludorff. Für das Bild aus dem Jahr 1924 sind 135.000 Euro angesetzt. Wie immer gibt sich die Stuttgarter Galerie Schlichtenmaier recht traditionell und heimatverbunden, aber auf hohem Niveau. Von Lokalmatador Otto Herbert Hajek steht das abstrakte farbintensive Acrylgemälde auf Blattgold „Bild 5“ aus dem Jahr 1976 für 33.000 Euro zum Verkauf, das schön häufiger auf Ausstellungen zu sehen war. Mitten in der Koje steht eine gefaltete Stahlstele von Erich Hauser von 1971. Die titellose Plastik kann für 35.000 Euro mitgenommen werden. Nicht vorbei gehen sollte man am Stand des Kunsthandels Hagemeier; denn dort ist die wunderschöne Farbradierung „Emballage“ von Joan Miró zu sehen. Die originelle Arbeit des Spaniers aus dem Jahr 1975 soll 28.000 Euro einbringen. Die Galerie Döbele hat heuer neben dem großformatigen Ölgemälde „Zenith“ des ungarischen Op-Art-Meisters Victor Vasarely von 1972 für 95.000 Euro ein vielfach auf Ausstellungen präsentiertes Gemälde von Hans Purrmann mitgebracht. „Die „Herbstlandschaft am Luganer See“ von 1949 bietet für 460.000 Euro ein vielfach aufgelöstes Spektrum differenzierter Farbtöne.

Der junge Frankfurter Galerist Tristan Lorenz offeriert heitere hellfarbene Acryl- und Pastellbilder der im 1974 Rheingau geborenen, aber in den USA aufgewachsenen und ausgebildeten Malerin Anna Schuleit Haber für jeweils 6.900 Euro. Doch die fröhlich anmutenden, ineinander überlaufenden Motive der Serienbilder täuschen: Sie nehmen Bezug auf eher düstere literarische Abhandlungen. Die Galerie Geiger aus Konstanz bietet heuer Daniel Spoerris Mahlüberbleibsel aus der Serie „Bistro di Santa Marta“. Das Fallenbild von 2014 aus auf Holz montierten Flaschen und Tellern hängt für 28.000 Euro bereit. Wer den Münchner Grafiker Rupprecht Geiger schätzt, wird hier mit einem „Schwarzen Kreis auf Rot-Orange“ für 2.300 Euro fündig werden. Etwas Licht in die Vielfalt der Kunst bringt bei der Galerie am Lindenplatz aus Vaduz ein unlängst entstandener Argonlichtkreis, den Christian Herdeg auf einer gespritzten Spanplatte montierte. Das Werk des Schweizer Lichtmalers verlangt 14.900 Euro.

Wer eher den „Jungen Wilden“ zugeneigt ist, sollte nicht die Koje der Galerie Thomas Fuchs aus Stuttgart verpassen. Zu den neuen Werken von Rainer Fetting gehört sein Ölgemälde „Desmond Cadogan pollocked“ für 36.000 Euro. Werke von einst berühmten Aushängeschildern unter den Malern der DDR hat die Galerie Schwind im Portfolio. Eine frühlingshaft „Blühende Kastanie“ vor einem rauchenden Fabrikschlot, 1981 in Öl auf Leinwand fixiert von Wolfgang Mattheuer, will 27.000 Euro sehen, die melancholische Figurenszene „Stiller Abend“ seines Kollegen Werner Tübke, ein Spätwerk in Öl aus dem Jahr 1999, immerhin schon 55.000 Euro. Manchmal wandeln die Kinder einstiger Größen auf den Spuren der Väter, etwa Johannes Heisig. „Die Galerie“ aus Frankfurt bietet das lichtdurchdrungene Gemälde „Erster Herbsttag (Neukölln)“ des Sohns von Bernhard Heisig für 18.500 Euro an.

Ein Steckenpferd der Art Karlsruhe stellt die Fotografie dar. Dieses Jahr wartet sie mit einem konzentrierten Auftritt ungarischer Fotokünste auf. Aus dem Klassikerland der Fotografie, in dem Berühmtheiten wie László Moholy-Nagy beheimatet waren, brachte das Ungarische Nationalmuseum acht Schlüsselbilder des Bildjournalisten Endre Ernö Friedmann zur Sonderschau „Art Photo Budapest“ mit, der unter dem Pseudonym Robert Capa in die Kunstgeschichte einging. Welche neuen spannenden Wege die heutige ungarische Fotoszene geht, belegen zudem die Schauflächen der INDA Gallery und der Galerie Várfok.

Die Art Karlsruhe läuft vom 5. bis zum 8. März und hat täglich von 12 bis 20 Uhr, am 8. März von 11 bis 19 Uhr geöffnet. Der Eintritt beträgt 20 Euro, ermäßigt 16 Euro, die Zweitageskarte 28 Euro bzw. 24 Euro, die Dauerkarte 34 Euro bzw. 30 Euro und die Abendkarte ab 17 Uhr 14 Euro. Der Katalog kostet 25 Euro.

Kontakt:

Messe Karlsruhe

Messegelände

DE-76287 Rheinstetten

www.art-karlsruhe.de



05.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Hans-Peter Schwanke

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Oskar Schlemmer, Stuttgarter Landschaft, 1912
Oskar Schlemmer, Stuttgarter Landschaft, 1912







Oskar Schlemmer, Stuttgarter Landschaft, 1912

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