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Aktuellzum Archiv:Auktions-Nachbericht

Rückblick: Schweizer Kunst bei Sotheby’s in Zürich

Sonnenuntergang im Farbenspiel



Félix Vallotton, Soleil couchant dans la Brume, 1911

Félix Vallotton, Soleil couchant dans la Brume, 1911

Tiefblaues weites Meer, das nur von wenigen kleinen Wellen bewegt wird, strahlt die Ruhe der beginnenden Nacht aus. Über ihm geht am Horizont die gelbe Sonne unter und färbt den Himmel in Orange, Violett und Grün. Das Gelb des kleinen Balles spiegelt sich in einer gelblichen Welle, die auch als Sandbank gelesen werden könnte, im Vordergrund des Ölgemäldes wider. Auffällig ist zudem die Zweiteilung des Himmels in eine dunklere untere Zone und in eine hellere obere Hälfte. Félix Vallotton versucht sich 1911 mit „Soleil couchant dans la Brume“ an einer nicht topografisch festlegbaren sondern allgemein gültigen Landschaft. Diese Herangehensweise lobt er sieben Jahre später, als er sich zu Peter Paul Rubens’ Landschaftskunst äußert, am Stil des Barockmalers: „Seine Landschaften sind Naturspektakel und keine topografischen Vorkommnisse.“ Trotzdem lässt sich eine geografisch verortbare Studie in Vallottons Skizzenbuch ausmachen. In Honfleur entstand eine Vorzeichnung des abendlichen Meeres an einer Mündung der Seine.


Félix Vallottons Sonnenuntergang brachte in der Auktion „Schweizer Kunst“ bei Sotheby’s in Zürich 1,5 Millionen Franken ein. Ein Schweizer Privatsammler hatte am 2. Dezember die anderen Bieter ausgestochen und die Schätzung von 900.000 bis 1,2 Millionen Franken hinter sich gelassen. Bei einer Zuschlagsquote nach Losen von 74 Prozent konnte Sotheby’s 6,2 Millionen Franken umsetzen. Himmel und Wasser sind ebenfalls Bestandteile von Ferdinand Hodlers Frühwerk „Ein schöner Abend am Genfer See“ von 1877. Auch die Tageszeit stimmt überein, die den Himmel in warmes Licht taucht, welches von der untergehenden Sonne ausgeht. Vor dem Seeufer in der Ferne ziehen weiße Schwäne ihre Bahnen; zudem beleben die ihnen ähnelnden weißen Segelboote die Landschaft. Hodler wiederholte hier sein Werk „Vue du port de Genève“, welches er anlässlich des vom „Institut national genevois“ im Mai 1875 ausgeschriebenen Wettbewerbs anfertigte. Ein amerikanischer Privatsammler konnte das Gemälde schon für 450.000 Franken mitnehmen (Taxe 600.000 bis 800.000 SFR).

Ein ebenso dekoratives und beliebtes Bildmotiv wählte Cuno Amiet mit seinem in Rottönen gestalteten Blumenstrauß. In pastosem Farbauftrag hielt der Künstler 1910 das grün hinterlegte Stillleben aus Strauß, Vase und einigen Büchern fest, das bei 450.000 Franken ebenfalls in die USA wanderte (Taxe 300.000 bis 500.000 SFR). Ferdinand Hodler belegt auch Platz Drei der Top Ten mit der schlichten Darstellung einer Allee, die in den Bildhintergrund fluchtet. Auf der „Straße von St. Georges“, die am südwestlich von Genf gelegenen Friedhof vorbeiführt, lösen sich grobe Farbflächen und feine Pinselstriche ab. Die helle Sonne beleuchtet das saftige Grün der Blätter und erwärmte zudem die Herzen der Käufer, die dafür diesmal 420.000 Franken bewilligten, obwohl das hochformatige Werk im Mai 2011 bei Sotheby’s an 350.000 bis 400.000 Franken gescheitert war (Taxe 300.000 bis 400.000 SFR). Auch auf dem letzten Platz der Bestenliste ist Hodler zu finden. Hier hat er für 100.000 Franken sein frühes Porträt von Maria Kyburz, die mit beiden Händen etwas unsicher ihre kleine Handtasche umfasst, im schwarzen schlichten Kleid mit Hut positioniert (Taxe 80.000 bis 120.000 SFR).

Robert Zünd erfasst das Grün seiner Bäume auf eine romantische Art. Dem beeindruckend dicht durchwucherten Eichenwald fügt er eine Kräuter sammelnde weibliche junge Gestalt in bäuerlicher Kleidung hinzu. Das Ölgemälde von 1882 stammte aus Schweizer Privatbesitz und wurde vom Kunsthandel für 132.000 Franken aufgekauft (Taxe 150.000 bis 200.000 SFR). Die wenigen Positionen aus dem 19. Jahrhundert, mit denen Sotheby’s die Auktion eröffnete, konnten noch mit Alexandre Calames dräuenden „Torrent de Montagne“ von 1853 bei 45.000 Franken (Taxe 45.000 bis 55.000 SFR) und Auguste Veillons stillen Sommertag am „Lac des quatre Cantons“ mit hoch aufragender Urirotstockkette im Hintergrund bei 9.500 Franken punkten (Taxe 8.000 bis 12.000 SFR).

Alice Bailly konzentrierte sich auf die Darstellung von Menschen. Ihre Inspiration fand die Schweizerin in Paris, wohin sie im Jahr 1904 übersiedelte. Im Stil des Kubismus hielt sie 1914 die Großstädter fest, die sich beim Schlittschuhfahren vergnügen. Aus der grauen bewegten Masse stechen einige bunt gekleidete Personen hervor. Mit 320.000 Franken konnte Sotheby’s nun den zweithöchsten Wert für Bailly nach den 370.000 Franken für ihre „Paysage à Orsay (l’arbre vert)“ aufstellen (Taxe 200.000 bis 250.000 SFR). Vier Pferde ziehen einen Heuwagen durch Stampa. Die kräftige Mittagssonne wirft die harten Schatten der Tiere auf den Boden. In farbigen Tupfen hält Giovanni Giacometti das Gefährt koloristisch subtil fest. Ein Schweizer Privatsammler erstand die „Cavalli al sole“ für taxgerechte 120.000 Franken.

Nach hinten aus dem Bildraum heraus treibt eine Magd ihre Schafsherde. Das Gebälk des Stalls bildet einen Rahmen für die Szene. Die Kreidezeichnung „Ritorno all’ovile“ von Giovanni Segantini aus dem Besitz des verstorbenen Kunsthändlers Jan Krugier brachte überraschende 120.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR). Auch seine zart aquarellierte Zeichnung einer jungen Bäuerin im Gebirge „Al vaglio“ verbesserte sich deutlich auf 55.000 Franken (Taxe 10.000 bis 15.000 SFR). Sein Sohn Gottardo Segantini konnte seine zart pointillistische Bergwelt „Herbstschnee“ von 1922 für gute 75.000 Franken an den Sammler bringen (Taxe 50.000 bis 60.000 SFR). Im Bereich der Neuen Sachlichkeit folgte zum gleichen Wert Adolf Dietrichs frühlingshafter Blick von einer Anhöhe über Eppenberg bei Eschenz auf den Untersee (Taxe 80.000 bis 90.000 SFR). Von 15.000 Franken konnte sich Louis Soutter Tuschezeichnung „Tête de Christ“ über Karomuster deutlich auf 85.000 Franken steigern. Adolf Wölflis dichtes ornamentales Farbstiftblatt „Schädel auf einem Pfosten“ schloss zur oberen Schätzung von 50.000 Franken ab.

Neben den zweidimensionalen Werken schaffte es auch eine Skulptur unter die Top Ten. Max Bills scheinbare unmögliche „Einheit von Kugel und endloser Spirale“ hat auf den ersten Blick die Form eines Donuts. Der Künstler formte sein Werk in Gips und lasierte es in Weiß. Die untere Taxgrenze von 100.000 Franken zahlte ein Schweizer Sammler. Insgesamt hatten die Züricher Konkreten einen starken Auftritt, vor allem wegen der Sammlung des 2013 verstorbenen belgischen Architekten Georges Baines. Er steuerte unter anderem Bills Rautenform „Verdichtung von Grün zu Helligkeit“ aus dem Jahr 1965 für 36.000 Franken bei (Taxe 25.000 bis 55.000 SFR) oder auch Richard Paul Lohses Quadrat „Zwei progressive Farbgruppen mit quadratischen Akzenten“ von 1955 für 80.000 Franken (Taxe 35.000 bis 55.000 SFR). Auch Bills klar strukturierte „Zerteilung von Schwarz“ von 1965/66 für 44.000 Franken (Taxe 30.000 bis 40.000 SFR) oder Lohses „Vier gleiche Gruppen an vier Feldern“ von 1959/70 für taxgerechte 30.000 Franken gehörten zu den Favoriten Baines’.

Alle Preise verstehen sich als Zuschlag ohne das Aufgeld.

Kontakt:

Sotheby’s Zürich

Talstrasse 83

CH-8001 Zürich

Telefax:+41 (044) 226 22 01

Telefon:+41 (044) 226 22 00



09.03.2015

Quelle/Autor:Kunstmarkt.com/Mona Zimmer

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Zuschlag: 450.000,- SFR

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Taxe: 15.000 - 20.000 SFR

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Taxe: 45.000 - 55.000 SFR

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Giovanni Segantini, Al vaglio, um 1883

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Taxe: 10.000 - 15.000 SFR

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